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Russland international isoliert: Doch Putin findet einen neuen Verbündeten

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Von: Tobias Utz

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Russland ist im Ukraine-Krieg international weitestgehend ausgegrenzt. Nun stellt sich ein alter Verbündeter an die Seite Putins.

Havanna/Moskau – Ziemlich genau vor neun Monaten erteilte Wladimir Putin mehr als einhunderttausend russischen Soldaten den Invasionsbefehl in der Ukraine. Zuvor ließ er sie an der Grenze aufmarschieren, zahlreiche Drohungen folgten. Auf Drohungen folgten Pläne. Pläne, von denen viele scheiterten. Darunter fielen mehrfache Eroberungsversuche des Donbass, den Osten der Ukraine.

Mittlerweile fehlt es Putin offenbar am Rückhalt in der russischen Gesellschaft. Um die Bevölkerung hinter sich zu bringen, soll er derzeit eine „False Flag“-Offensive planen. Diese soll nach Angaben der Militärfachleute vom „Institute for the Study of War“ der ukrainischen Armee angehängt werden. Russland sucht allerdings auch in der internationalen Gemeinschaft weiterhin nach Verbündeten. Eine weitere Partnerschaft scheint Präsident Putin nun gefunden zu haben, berichtet fr.de.

Ukraine-Krieg: Russland ist international isoliert

Am Dienstag (22. November) gab es ein Treffen zwischen Wladimir Putin und dem Präsidenten von Kuba, Miguel Diaz-Canel, in Moskau. Dabei lobte der kubanische Präsident das militärische Vorgehen der russischen Armee. Zudem warf er der Nato vor, die Grenzen Russlands zu verletzen. Dies sei „einfach inakzeptabel“, so Diaz-Canel. Dabei bezog er sich verwirrenderweise auf den tödlichen Raketeneinschlag in Polen vor wenigen Tagen. Dabei handelte es sich möglicherweise um ein Geschoss der ukrainischen Armee.

Wladimir Putin
Dieses aus dem Pressebüro des Kreml zur Verfügung gestellte Foto zeigt Wladimir Putin, Präsident von Russland, der eine improvisierte Pressekonferenz über die Anerkennung der ukrainischen Regionen Donezk und Lugansk im Großen Palast des Kremls hält. © Sergey Guneev / Kremlin Pool / Zuma Wire / dpa

Die Verbindungen zwischen Russland und Kuba sind nicht gänzlich neu. Seit längerer Zeit vereint die Nationen insbesondere die scharfe Kritik an der Nato. Neu ist hingegen der Bezug zum Ukraine-Krieg: Die deutliche Kritik an den Sanktionen gegenüber Russland und der Strategie des Militärbündnisses im Ukraine-Konflikt hatte der kubanische Präsident bislang nicht geäußert. Diaz-Canel ermutigte Russland bei dem Treffen in Moskau, auf sein Recht zu bestehen. Putin erklärte anschließend, Kuba sei ein „sehr wichtiger Partner“.

Zuvor hatten Putin und Diaz-Canel gemeinsam ein drei Meter hohes Bronze-Denkmal zu Ehren des kubanischen Revolutionsführers Fidel Castro enthüllt. Der 2016 verstorbene Castro sei „einer der hellsten und charismatischsten Führer des stürmischen und dramatischen 20. Jahrhunderts“ gewesen, sagte Putin laut Angaben der staatlichen Agentur Interfax. „Eine wirklich legendäre Persönlichkeit“, so der russische Präsident.

In einer Rede bezog sich Putin auf das letzte Gespräch mit Castro im Jahr 2014. Damals hatte Castro betont, dass jedes Volk „das Recht auf freie Entwicklung und die Wahl seines eigenen Weges“ habe, so der russische Präsident. Was das konkret für den Ukraine-Krieg bedeutet, ließ er allerdings offen.

Hinweis der Redaktion

Die Angaben stammen teilweise von Kriegsparteien im Ukraine-Konflikt. Sie lassen sich teilweise nicht unmittelbar auf unabhängige Weise verifizieren.

(tu mit dpa/AFP)

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