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Schwere Verluste: Putin plant neue Mobilisierung – „Eine Million Männer“ für Ukraine-Krieg?

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Von: Tobias Utz

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„Eine Million Männer“ will Russlands Präsident Putin offenbar in den Krieg mit der Ukraine schicken. Die Vorbereitungen werden derzeit wohl getroffen.

Moskau – Die russische Armee erleidet täglich schwere Verluste im Ukraine-Krieg. 86.000 Soldaten sollen gefallen sein, wie es in einer Statistik des ukrainischen Generalstabs heißt. Russlands Invasion dauert nun mittlerweile mehr als neun Monate an, angedacht waren 15 Tage, wie Präsident Putin anfangs siegessicher verkündete. Die Pläne des Kreml scheiterten mehrfach, als Beispiel ist die „Befreiung“ des Donbass zu nennen.

Ungeachtet davon verfolgt Wladimir Putin seine Kriegsagenda: Dafür soll es nun offenbar eine neue Mobilisierungswelle vorbereitet werden. Das berichtet jedenfalls das russische Oppositionsmedium Verstka – mit Verweis auf einen anonymen Insider aus dem Kreml, schreibt fr.de. Das bestätigte Stefan Meister. Er ist Russland-Experte beim Thinktank „Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik“. „Ziel ist es, über eine Million Männer einzuziehen und das Land auf eine Kriegswirtschaft umzustellen“, sagte er dem Nachrichtenportal Focus Online. Für ihn stehe fest, dass Russland deutlich mehr Soldaten einziehen werde, als zu Invasionsbeginn. Damals ließ Putin mehrere Hunderttausend Streitkräfte an der Grenze zur Ukraine aufmarschieren.

Putin plant offenbar neue Mobilisierung im Ukraine-Krieg

Eine zweite große Mobilisierung dürfte Putin vor neue innenpolitische Schwierigkeiten stellen. Erst kürzlich wurde bekannt, dass offenbar das Vertrauen der russischen Eliten in den Präsidenten schwindet. Die Gesellschaft „muss sich auf einen längeren Krieg vorbereiten und wird mehr Opfer zu beklagen haben“, sagte Meister laut Bericht. Zuletzt wurde zudem eine Petition aus Russland publik, die ein Ende der Mobilisierungsmaßnahmen fordert. Mehr als 40.000 Menschen haben sie bereits unterschrieben. „Wir fürchten nicht nur um unser eigenes Leben und das unserer Angehörigen, sondern auch um die russische Gesellschaft, um unser Land: Der Tod von schlecht ausgebildeten Rekruten an der Front, der materielle Druck auf die Familien der Mobilisierten (die Notwendigkeit, Uniformen zu kaufen), die Massenflucht junger Menschen ins Ausland - all das schadet Russland“, heißt es in der Petition.

Ukraine-Krieg
Ein Mitglied der russischen Jugend-Militär-Organisation „Yunarmiya“ bei einer Ehrenwache am Denkmal in Kemerowo. © Danil Aikin / Imago Images

Das russische Oppositionsmedium Verstka geht derweil davon aus, dass die neue Mobilisierung bereits zum Jahreswechsel starten könnte. Derzeit könne man in Russland beobachten, dass Rekrutierungszentren aufgebaut werden, heißt es in Berichten. Präsident Putins Teilmobilmachung Ende September sorgte für behördliches Chaos und Verunsicherung in der russischen Bevölkerung. Dies dürfte wohl Warnung genug für den Kreml sein, die neue Mobilisierung strategischer anzugehen.

Die eingangs erwähnte Kriegsagenda von Putin beinhaltet unter anderem die Unterstützung von Partnerstaaten. Kürzlich konnte er in Kuba einen neuen Verbündeten finden. Nachbarland Belarus sorgte hingegen mit einer klaren Abgrenzung zu Russlands militärischer Strategie für Klarheit im Ukraine-Konflikt. (tu mit AFP/dpa)

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