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Ukraine-Krieg: EU verhängt achtes Sanktionspaket gegen Russland

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Von: Lukas Zigo, Teresa Toth, Tim Vincent Dicke, Christian Weihrauch, Jan-Frederik Wendt, Andreas Apetz, Lucas Maier, Christian Stör, Sarah Neumeyer

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In der Ukraine dauern die Kämpfe an. Russland steht offenbar massiv unter Druck. Die EU bringt weitere Sanktionen auf den Weg. Der News-Ticker.

Dieser Ticker zum Ukraine-Krieg ist beendet. Alle aktuellen Informationen zu den Entwicklungen im Ukraine-Konflikt finden Sie in unserem neuen News-Ticker.

+++ 11.22 Uhr: Die russische Armee hat erstmals nach Angaben aus Kiew Ziele nahe der ukrainischen Hauptstadt mit Kamikaze-Drohnen angegriffen. „Es gab sechs Einschläge und Explosionen“, teilte der Gouverneur des Gebiets Kiew, Olexij Kuleba, im Nachrichtendienst Telegram mit. In der Kleinstadt Bila Zerkwa sei ein Mensch verletzt worden. Getroffen worden sei die Infrastruktur.

In der Nacht hatte es in der Hauptstadt und dem angrenzenden Gebiet über drei Stunden lang Luftalarm gegeben.
Den Luftstreitkräften zufolge sind insgesamt zwölf iranische Drohnen aus südlicher Richtung auf Ziele geflogen. Der Iran hatte eine Lieferung offiziell bestritten. „Sechs von ihnen wurden abgeschossen, drei mit Flugabwehrraketen im Süden und ebenfalls drei wurden durch die Luftstreitkräfte abgeschossen“, sagte der Sprecher der Luftwaffe, Jurij Ihnat, im ukrainischen Fernsehen. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen. Medienberichten zufolge soll eine Kaserne in Bila Zerkwa Ziel gewesen sein.

News zum Ukraine-Krieg: EU verhängt achtes Sanktionspaket gegen Russland

+++ 10.39 Uhr: Die EU-Staaten haben ein achtes Paket mit Sanktionen gegen Russland auf den Weg gebracht. Wie mehrere Diplomaten der Deutschen Presse-Agentur in Brüssel bestätigten, billigten die ständigen Vertreter der Mitgliedstaaten am Mittwoch (5. Oktober) unter anderem die rechtlichen Voraussetzungen für einen von den G7-Staaten unterstützten Preisdeckel für Ölimporte aus Russland. Die Einigung muss noch im schriftlichen Verfahren von den Hauptstädten der Mitgliedsstaaten bestätigt werden.

Russland schickt einen Zug mit militärischer Ausrüstung in Richtung Ukraine. (Symbolbild)
Ukraine-Krieg: Die EU bringt ein weiteres Sanktionspaket gegen Russland auf den Weg. (Symbolbild) © Russian Defence Ministry/imago

News zum Ukraine-Krieg: „Unsere Soldaten stoppen nicht“

Update vom Mittwoch, 5. Oktober, 5.30 Uhr: Die Ukraine meldet nach der völkerrechtswidrigen Annexion mehrerer Gebiete durch Russland immer wieder Erfolge bei ihrer Gegenoffensive. Der Vormarsch der Truppen bereitet den russischen Einheiten gleich an mehreren Frontabschnitten Probleme. Russland hatte zuletzt Truppen zurückgezogen, um eine Einkesselung zu verhindern.

Nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj in den vergangenen Tagen Dutzende Ortschaften aus russischer Besatzung befreit worden. Es gebe gute Nachrichten, sagte Selenskyj in einer am Dienstagabend in Kiew verbreiteten Videobotschaft. „Die ukrainische Armee dringt ziemlich schnell und kraftvoll vor bei der gegenwärtigen Verteidigungsoperation im Süden unseres Landes.“ Es seien Ortschaften in den Gebieten Cherson, Charkiw, Luhansk und Donezk wieder unter ukrainische Kontrolle gebracht worden.

Insbesondere im Gebiet Cherson im Süden seien Ortschaften befreit worden. Die ukrainischen Streitkräfte sprachen am Abend von insgesamt acht Siedlungen. „Unsere Soldaten stoppen nicht. Und es ist nur eine Frage der Zeit, bis wir die Okkupanten von unserem Land vertrieben haben“, so Selenskyj.

Ukraine-Krieg: USA sichern weitere Waffensysteme zu

+++ 20.30 Uhr: Während die Ukraine Russland offenbar immer weiter zurück drängt, haben die USA Kiew weitere Militärhilfen zugesichert. Mit weiteren insgesamt 625 Millionen Dollar will die Regierung unter Joe Biden das Militär von Präsident Selenskyj unterstützen, wie die französische Nachrichtenagentur AFP schreibt.

Die Lieferungen aus Washington sollen unter anderem Raketenwerfersysteme vom Typ Himars, Artilleriesysteme, Munition und Panzerfahrzeuge enthalten. Konkret soll es sich um vier Himars-Raketenwerfersysteme, 16 Haubitzen vom Kaliber 155mm und 16 Haubitzen vom Kaliber 105mm, wie es aus dem Außenministerium der USA heißt.

Ukraine-Krieg: Russische Karten zeigen schnellen Rückzug

+++ 18.50 Uhr: Neu veröffentlichte Karten des russischen Verteidigungsministeriums zeigen offenbar einen raschen Rückzug der Moskauer Streitkräfte aus Gebieten in der Ost- und Südukraine, wo sie durch eine ukrainische Gegenoffensive stark unter Druck geraten sind, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters.

In der täglichen Videobotschaft des Ministeriums wurde kein Rückzug erwähnt, aber auf den Karten, die zur Darstellung der angeblichen russischen Angriffe verwendet werden, war der schattierte Bereich, der die russische Militärkontrolle bezeichnet, viel kleiner als am Vortag, berichtete Reuters. Die Ukraine hat über Fortschritte in beiden Gebieten berichtet, ohne jedoch genaue Angaben zu machen.

Ukraine-Krieg: Russische Front „bricht im Süden zusammen“

+++ 17.14 Uhr: Die prominente russische Popsängerin Alla Pugatschowa hat sich nach ihrer Kritik zum Ukraine-Krieg bei Instagram erneut zu Wort gemeldet. „Oh, mein Gott! Ich habe so ein Glück, dass mich Leute hassen, die ich nie dulden konnte“, schrieb die 73-Jährige. „Wenn sie mich mögen würden, würde das bedeuten, dass ich umsonst singe und lebe.“ Wen genau die Künstlerin damit meinte, ging aus der Nachricht nicht hervor. Sie bezeichnete diese Leute als „Lakaien“, die zu Sklaven geworden seien.

Im September hatte Pugatschowa beklagt, dass die russischen Soldaten für „illusorische Ziele“ sterben, während Russland durch den Krieg international geächtet werde. Ihre Worte fanden ein breites Echo. Sie solidarisierte sich zugleich mit ihrem Ehemann Maxim Galkin, einem berühmten Komiker im israelischen Exil, der vom russischen Justizministerium als „ausländischer Agent“ eingestuft worden war.

News zum Ukraine-Krieg: Verhandlungen mit Russland verboten

+++ 16.01 Uhr: Die Ukraine hat Verhandlungen mit Kreml-Chef Wladimir Putin verboten. Ein entsprechendes Dekret des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj wurde auf dessen Webseite veröffentlicht. Dem ging eine Entscheidung des Rates für Sicherheit und Verteidigung voraus. Selenskyj hatte den Schritt bereits am vergangenen Freitag (30. September) angekündigt.

Der Sicherheitsrat reagierte damit auf die russische Annexion von vier ukrainischen Gebieten in der Süd- und Ostukraine, die international als Völkerrechtsbruch kritisiert wurde. Selenskyj leitet den Rat bestehend aus Regierungsmitgliedern und den Chefs von Armee und Geheimdiensten.

News zum Ukraine-Krieg: Russische Front „bricht im Süden zusammen“

+++ 14.58 Uhr: Im Süden der Ukraine sieht es für das russische Militär immer düsterer aus. Bei der Gegenoffensive hat die ukrainische Armee nach eigenen Angaben weitere Ortschaften befreit. Der Chef des Präsidentenbüros, Andrij Jermak, schrieb beim Nachrichtendienst Telegram von fünf Orten, die zurückerobert worden seien. In sozialen Netzwerken kursierten Videos aus dem lang umkämpften Dorf Dawydiw Brid und den Ortschaften Welyka Olexandriwka und Starossillja am Fluss Inhulez. Zudem sollen ukrainische Einheiten in Dudtschany am Fluss Dnipro eingerückt sein.

Illia Ponomarenko, Journalist und Militär-Experte beim ukrainischen Nachrichtenportal Kyiv Independent, schrieb auf dem Kurznachrichtendienst Twitter: „Großer Gott, die russische Front bricht offenbar im Süden zusammen. Ich komme mit den stündlich eintreffenden Meldungen über neu befreite Städte einfach nicht mehr nach.“ Unabhängige Bestätigungen der ukrainischen Erfolge lagen zunächst nicht vor.

News zum Ukraine-Krieg: Angeblich schon 200.000 Rekruten in Russland mobilisiert

+++ 13.53 Uhr: Im Zuge der Teilmobilmachung in Russland sind nach Angaben von Verteidigungsminister Sergej Schoigu bereits mehr als 200.000 Menschen eingezogen worden. „Die Ausbildung erfolgt auf 80 Übungsplätzen und in 6 Ausbildungszentren“, sagte Schoigu in Moskau seinem Ministerium zufolge.

Er erklärte, die zuständigen Stellen seien angewiesen worden, den Rekruten die notwendige Kleidung und Ausrüstung zur Verfügung zu stellen und sie einzuweisen. Nach Schoigus Darstellung haben sich viele Freiwillige gemeldet. Zahlen nannte er nicht. Es sollte niemand abgelehnt werden, „wenn es keine schwerwiegenden Gründe gibt“.

Ukraine-Krieg: Russland attackiert an vielen Fronten – 20 Siedlungen getroffen

+++ 10.54 Uhr: Laut dem ukrainischen Militär attackiert Russland die Ukraine derzeit an vielen Fronten. In der Nähe von sieben Siedlungen habe man feindliche Angriffe abwehren können. „Der Feind versucht, die vorübergehend eroberten Gebiete zu halten und konzentriert seine Bemühungen auf Versuche, die aktiven Aktionen der Verteidigungskräfte in bestimmten Gebieten zu stören. Der Feind beschießt die Stellungen unserer Truppen entlang der Kontaktlinie und führt Luftaufklärung durch“, teilte der Generalstab der Streitkräfte mit.

Dabei seien zivile Wohnungen getroffen worden, auch andere zivile Infrastruktur sei in Mitleidenschaft gezogen worden. „Die Bedrohung durch feindliche Luft- und Raketenangriffe auf das gesamte Hoheitsgebiet der Ukraine besteht weiterhin“, hieß es. Mehr als 20 Siedlungen wurden von feindlichen Angriffen getroffen – insbesondere Bilohoriwka, Sajzewe, Marjinka und Bachmut.

News zum Ukraine-Krieg: Russlands Soldaten bekommen zu wenig Ausrüstung und Training

+++ 9.53 Uhr: Putins Russland ist britischen Militärfachleuten zufolge nicht mehr in der Lage, ausreichend Ausrüstung und militärisches Training für eine große Zahl an Rekruten bereitzustellen. Ein Anzeichen dafür sei, dass der Einberufungszyklus in diesem Jahr einen Monat später als üblich beginnen solle, heißt es im täglichen Kurzbericht des britischen Verteidigungsministeriums zum Ukraine-Krieg. Die jährliche Einberufung von etwa 120.000 Wehrpflichtigen in Russland unterscheide sich von der kürzlich beschlossenen Teilmobilmachung von Reservisten.

„Die Herausforderungen für Unterbringung, Training, Ausrüstung und Einsatz von mobilisiertem und einberufenem Personal sind erheblich“, hieß es in der Mitteilung. Mängel in der russischen Verwaltung und den logistischen Systemen untergraben nach Ansicht der Briten diese Bemühungen.

News zum Ukraine-Krieg: Mehrere Hunderttausend Russen fliehen vor Einberufung

+++ 8.05 Uhr: Russland hat weiterhin Probleme an der Front. Es fehlt ausreichend Personal, was zu schmerzhaften Niederlagen in den letzten Wochen führte. Die Teilmobilmachung ist nicht nur nach Einschätzung britischer Geheimdienste mit erheblichen Schwierigkeiten verbunden.

Mehrere Hunderttausend Russen flohen vor der Einberufung ins Ausland. Russland hat bislang 300.000 Reservisten unter chaotischen Bedingungen rekrutiert. Gleichzeitig haben rund 360.000 Männer Russland verlassen, um demselben Schicksal zu entgehen. Laut Elisabeth Braw vom American Enterprise Institute werden noch mehr Männer das Land verlassen, je mehr der Kreml einberuft. Das habe Folgen für das russische Militär, aber vor allem auch für die Wirtschaft im Land. Dadurch fehlten qualifizierten Arbeitskräften in allen Bereichen. Russland haben es versäumt, einen Plan aufzustellen, wie die Gesellschaft in Kriegszeiten fortbestehen soll. 

News zum Ukraine-Krieg: Russische Atom-Spezialeinheit in Richtung Grenze unterwegs

Update vom Montag, 3. Oktober, 6.49 Uhr: Vor dem Hintergrund der ukrainischen Offensive hat Präsident Wolodymyr Selenskyj um das Vertrauen der Bevölkerung in den russisch besetzten Gebieten geworben. „Russische Propagandisten schüchtern die Menschen in den noch von den Besatzern kontrollierten Gebieten ein, dass die Ukraine angeblich fast jeden, der in den besetzten Gebieten bleibt, als Kollaborateure betrachten werde. Absolut wirres Zeug“, sagte Selenskyj am Montag in seiner täglichen Videoansprache. Wer sich den Russen nicht angedient habe, habe nichts zu befürchten, sagte er.

News zum Ukraine-Krieg: Putin lässt die Muskeln spielen

+++ 21.30 Uhr: In der Vergangenheit drohte Kreml-Chef Wladimir Putin wiederholt mit atomaren Angriffen. Nun will Putin erneut seine Bereitschaft zum Einsatz von Massenvernichtungswaffen demonstrieren, berichtete unter anderem The Times. Von Russland aus sei ein Zug mit militärischer Ausrüstung in Richtung Ukraine unterwegs.

Militäranalyst Konrad Musyka geht davon aus, dass es sich hierbei um die Ausrüstung der 12. Hauptdirektion des russischen Verteidigungsministeriums handeln könnte. Diese sei für „Lagerung, Wartung, Transport und die Ausgabe von Nuklearmunition an Einheiten zuständig“, schrieb Musyka am Sonntagabend (02. Oktober) bei Twitter. Das bedeute aber nicht automatisch, dass Russland zum Atomschlag ausholt. Einerseits könne es als Drohung für eine bevorstehende Eskalation des Konflikts an den Westen gerichtet sein. Andererseits könnte Moskau die Ausrüstung auch im Rahmen einer großangelegten Atomübung nutzen, so der Experte.

News zum Ukraine-Krieg: Massenschlägerei in einer Militärbasis

+++ 18.04 Uhr: Die Unruhen in der russischen Armee wachsen weiter. Nach der Teilmobilmachung kam es nach Medienberichten zu einer Massenschlägerei in einer Militärbasis bei Moskau. Dort gerieten neu Einberufene und längerdienenden Zeitsoldaten aneinander. „Die Neuen wurden dort nicht mit Brot und Salz empfangen - sondern im Gegenteil: Die dort dienenden Soldaten forderten von den Neuen deren Kleidung und Mobiltelefone“, berichtete das Internetportal Baza. Der Konflikt eskalierte in eine Massenschlägerei - bei der die frisch Rekrutierten die Oberhand behielten.

Sie sollen ihre Peiniger dermaßen verprügelt haben, dass sich schließlich rund 20 Zeitsoldaten in einem Gebäude einschlossen und die Polizei um Hilfe riefen. Erst nach deren Eintreffen wurde der Konflikt geregelt. Beide Seiten verzichteten auf eine Anzeige.

News zum Ukraine-Krieg: Ukraine rückt auf Großstadt vor – Russland vor nächster Niederlage?

+++ 14.02 Uhr: Offenbar könnte die ukrainische Armee vor einem weiteren großen Erfolg stehen. Im Bezirk Luhansk hätten sich ukrainische Soldaten bei der Stadt Lyssytschansk bereits festgesetzt, schrieb ein Militärsprecher der von Moskau gelenkten Luhansker Separatisten am Montag (3. Oktober) im Nachrichtendienst Telegram. Die ukrainischen Einheiten seien jedoch unter dem ständigen Feuer der russischen Armee. Ukrainischen Quellen zufolge ist das Dorf Bilohoriwka bereits seit längerer Zeit unter ukrainischer Kontrolle.

Zuvor hatte Präsident Wolodymyr Selenskyj auch ein Vorrücken seiner Streitkräfte im südukrainischen Gebiet Cherson sowie die Rückeroberung der dortigen Ortschaften Archanhelske und Myroljubiwka bestätigt. Noch nicht offiziell bekanntgegeben wurde ein ukrainisches Vorrücken entlang des Flusses Dnipro. Angeblich sollen sich die Orte Solota Balka und Chreschtscheniwka bereits wieder unter ukrainischer Kontrolle befinden. Der Vertreter der russischen Besatzungsverwaltung des Gebiets Cherson, Kirill Stremoussow, sprach außerdem über einen ukrainischen Vorstoß in Richtung des rund 20 Kilometer weiter südlich gelegenen Dudtschany.

News zum Ukraine-Krieg: US-Senator hält russischen Angriff auf Nato-Gebiet für „durchaus möglich“

+++ 11.09 Uhr: Bei seiner Teilmobilmachung stößt Russland nach Einschätzung britischer Geheimdienste auf erhebliche Probleme. Eingezogene Reservisten würden sich derzeit übergangsweise in Zeltlagern versammeln, hieß es am Montag (3. Oktober) im täglichen Kurzbericht des britischen Verteidigungsministeriums. Das deute darauf hin, dass das Militär Schwierigkeiten habe, die Rekrutierten auszubilden und Offiziere für die Führung neuer Einheiten zu finden. Die Geheimdienste gehen außerdem stark davon aus, dass seit der Verkündung der Teilmobilmachung am 21. September auch bereits Russen eingezogen wurden, die eigentlich nicht unter die Definition der Rekrutierungswelle fallen.

Sogar der russische Präsident Wladimir Putin habe eine Woche später vor seinem nationalen Sicherheitsrat eingestanden, dass Fehler passiert seien, und gewarnt, diese dürften nicht erneut passieren. Die Briten sehen dieses Eingeständnis als Zeichen für erhebliche Probleme. Regionale Offiziere wüssten mutmaßlich nicht über den exakten Rahmen oder die Ziele der Mobilmachung Bescheid.

+++ 9.26 Uhr: Nach der herben Niederlage für Russland in der ukrainische Stadt Lyman hält US-Senator Marco Rubio einen russischen Angriff auf das Nato-Territorium für möglich. Der Republikaner aus Florida sagte im Nachrichtensender CNN, die Ukraine befände sich „auf einem wichtigen Weg, um viel Territorium zurückzugewinnen“.

Diese Situation würde Kreml-Chef Wladimir Putin aber immer verzweifelter machen, so der US-Amerikaner. „Wenn er zum Beispiel beschließt, dass die Bewaffnung der Ukraine durch die Nato, die Europäer und die USA nicht nur dazu führt, dass er seinen Krieg verliert und damit seine Machtposition untergräbt, sondern vielleicht sogar seine eigenen Streitkräfte bedroht ... dann halte ich es für durchaus möglich, dass er am Ende einige dieser Verteilungsorte angreift, an denen diese Lieferungen ankommen, auch in Polen“, sagte der Senator CNN.

News zum Uraine-Krieg: Ukraine erobert Siedlungen in Cherson zurück

Update vom Montag, 3. Oktober, 6.49 Uhr: Die Ukraine hat nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj zwei kleine Siedlungen in der Region Cherson zurückerobert. Dabei handele es sich um Archanhelske und Myrolyubiwka, sagte Selenskyj in seiner nächtlichen Videobotschaft. Angesichts jüngster Erfolge bezeichnete er die Annexionen durch Russland als bedeutungslos. 
„Sobald die ukrainische Flagge zurückgekehrt ist, erinnert sich niemand mehr an die russische Farce mit irgendwelchen Papieren und irgendwelchen Annexionen“, sagte Selenskyj.

+++ 22.18 Uhr: Im Ukraine-Krieg haben sich inzwischen neun Nato-Staaten klar hinter einen Beitrittsantrag der Ukraine gestellt. Darunter Polen, Estland, Lettland und Tschechien. Zuvor hatte Nato-Generalsekretär Stoltenberg allerdings nochmals gegenüber dem Sender NBC betont, dass dafür ein einstimmiger Beschluss aller 30 Mitgliedsstaaten nötig sei.

News zum Ukraine-Krieg: Nato-Generalsekretär bezieht Stellung zu Lyman-Niederlage von Russland

+++ 17.40 Uhr: Nach der Niederlage Russlands in der Stadt Lyman hat sich Nato-Generalsekretär Stoltenberg nun zum Ukraine-Kriegsgeschehen geäußert. „Wir haben gesehen, dass es ihnen gelungen ist, eine neue Stadt, Lyman, einzunehmen, und das zeigt, dass die Ukrainer Fortschritte machen und in der Lage sind, die russischen Streitkräfte zurückzudrängen“, so Stoltenberg gegenüber dem TV-Sender NBC. Das läge zum einen an Mut, Tapferkeit und Fähigkeit der ukrainischen Soldatinnen und Soldaten. Aber auch die modernen Waffen, die die USA und weitere Verbündete geliefert hatten, hätten hierauf Einfluss gehabt.

Letzteres scheint auch in Russland als Grund für die Niederlage angesehen zu werden. Der Rückzug Russlands liege daran, dass „der Feind sowohl Artillerie aus westlicher Produktion als auch Geheimdienstinformationen aus den Ländern der Nordatlantik-Allianz verwendet“, zitiert CNN das russische Staatsmedium Russia-24.

News im Ukraine-Krieg: Lyman „vollständig geräumt“ - Niederlage setzt Putin unter Druck

+++ 13.36 Uhr: Nach dem Rückzug russischer Truppen aus Lyman in der Ostukraine hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj die vollständige Kontrolle über die strategisch wichtige Stadt verkündet. Seit 12.30 Uhr (13.30 Uhr MESZ) sei die Stadt „vollständig geräumt“, sagte der Präsident am Sonntagmittag in einem nur zehn Sekunden langen Video.

Der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, hatte am Samstag den Rückzug bekanntgegeben und den Schritt mit der Gefahr einer Einkesselung begründet. Zuvor hatten ukrainische Behörden von rund 5000 eingekesselten russischen Soldaten gesprochen. Weiterhin unklar ist, wie viele Soldaten getötet oder in Gefangenschaft geraten sind .Mit dem Fall der Stadt öffnet sich für die ukrainischen Truppen der Weg Richtung Kreminna und Swatowe. Beide Städte liegen im Gebiet Luhansk und gelten – speziell Swatowe – als wichtige Verkehrsknotenpunkte.

News zum Ukraine-Krieg: Russischer Soldat spricht von katastrophaler Ausrüstung

+++ 12.41 Uhr: Der ukrainische Geheimdienst hat ein aufgezeichnetes Telefongespräch zwischen einem russischen Soldaten und seiner Mutter veröffentlicht, in dem er erklärt, dass die Propaganda des Kremls gelogen und die Situation an der Front für die russischen Soldaten sehr schwer sei.

Er und seine Kammeraden würden nur über veraltete Ausrüstung verfügen und bekämen selten neue Militärfahrzeuge. Der Soldat sei empört über das, was im russischen Fernsehen gezeigt werde. „Das ist alles Mist! Was hier passiert, ist eine absolute Schande. Wenn wir unsere Ausrüstung sehen, kommen uns die Tränen.“

News zum Ukraine-Krieg: Niederlage in Lyman löst in Russland Kritik aus – Kommandeure unter Druck

+++ 11.45 Uhr: Der Rückzug russischer Truppen aus der Stadt Lyman hat in russischen Regierungskreisen eine Welle an öffentlicher Kritik an der Militärführung ausgelöst. In einem Kurzbericht des britischen Verteidigungsministeriums heißt es, dass die Stadt im östlichen Gebiet Donezk zuvor mutmaßlich von unterbesetzten russischen Einheiten verteidigt worden war.

Bei ihrem Rückzug über die einzige Straße aus der Stadt, die noch unter russischer Kontrolle sei, seien wohl viele russische Soldaten gefallen. Über die genaue Anzahl der Gefallenen und Gefangenen gibt es jedoch bislang keine konkreten Angaben. Weitere Niederlagen der russischen Armee in den Regionen der annektierten Gebiete dürften die Kritik weiter verstärken und den Druck auf hochrangige Kommandeure erhöhen.

Der außenpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Jürgen Hardt (CDU), fordert nach dem russischen Rückzug aus der ukrainischen Stadt Lyman mehr deutsches Engagement für Kiew. „Deutschland sollte die Rückeroberung von Lyman zum Anlass nehmen, noch mehr zu tun“, sagte Hardt der Nachrichtenagentur AFP. Der Erfolg der ukrainischen Truppen in Lyman zeige zudem, „wie dieser Krieg auf absehbare Zeit beendet werden kann. Dafür braucht die Ukraine jetzt Schützen- und Kampfpanzer.“

News zum Ukraine-Krieg: Russland verstärkt Positionen im Süden

+++ 8.23 Uhr: Die ukrainischen Streitkräfte haben Lyman zurückerobert und russische Truppen ziehen sich aus dem Gebiet zurück. Laut der jüngsten Analyse des Institute for the Study of War (ISW) deute dies darauf hin, dass Russland derzeit die völkerrechtswidrig annektierten Gebiete im Süden priorisiert.

Das russische Militär verstärke demnach seine Positionen in den Regionen Cherson und Saporischschja. Den US-Kriegsexperten zufolge habe diese Entscheidung „ziemlich sicher“ der russische Präsident Wladimir Putin und nicht die militärische Führung getroffen. Dies spreche dafür, „dass Putin sich deutlich mehr für die strategischen Gebiete in Cherson und Saporischschja als in Luhansk interessiert“.

News zum Ukraine-Krieg: Selenskyj will Offensive fortsetzen

Update vom Sonntag, 2. Oktober, 6.48 Uhr: Auf den Rausch der Annexion folgt die Ernüchterung in Russland: Nach der bitteren Niederlage in der Schlacht um die strategisch wichtige Stadt Lyman im Osten der Ukraine gärt in Moskau die Wut. Mehrere hochrangige russische Politiker fordern ein Köpferollen bei der Militärführung und gar den Einsatz von Atomwaffen.

Die Ukraine und der Westen zeigen sich unbeeindruckt: In Kiew spottete Präsident Wolodymyr Selenskyj, dass ukrainische Flaggen nun dort hingen, wo die Russen zuvor Scheinreferenden veranstaltet hätten. Am Sonntag dürfte die ukrainische Armee den Fokus auf einen weiteren Vormarsch im nördlichen Donbass legen und versuchen, im Gebiet Luhansk in Richtung der wichtigen Verkehrsknoten Swatowe und Kreminna vorzustoßen. In seiner Videoansprache hatte Selenskyj die Rückeroberung weiterer von Russland kontrollierter Gebiete angekündigt. „Im Laufe der Woche wehten neue ukrainische Flaggen über dem Donbass“, sagte er. „In der kommenden Woche werden es noch mehr werden.“

Der US-Verteidigungsminister Lloyd Austin nannte die Rückeroberung von Lyman einen „bedeutenden“ Erfolg für die Ukraine, berichtet die New York Times. Die USA seien „sehr ermutigt“ durch den Erfolg der Ukraine bei der Zurückeroberung der Stadt Lyman im Gebiet Donezk. „Lyman liegt direkt an den Nachschublinien der Russen, und sie haben diese Routen genutzt, um Männer und Material nach Süden und Westen zu bringen.“

News im Ukraine-Krieg: Nato-Generalsekretär: „Schärfste Eskalation seit Kriegsbeginn“

+++ 19.26 Uhr: Nach der Brandrede von Wladimir Putin zur Annexion der ukrainischen Gebiete hat sich Nato-Vorsitzender Stoltenberg geäußert. Bei dem „Landraub“, den Putin heute begangen hat, handelt es sich um die „schärfste Eskalation seit dem Beginn des Krieges“, sagte Stoltenberg auf einer Pressekonferenz, wie die Deutsche Presse-Agentur berichtet.

Der Nato-Generalsekretär hat am Abend in Brüssel zudem verurteilt, dass sich Putin auf ein „nukleares Säbelrasseln“ eingelassen habe. „Nichts davon zeugt von Stärke. Es zeigt Schwäche“, betonte der Norweger in Brüssel. Die Annexion der Gebiete nannte er „illegal“ und bekräftigte die „unerschütterliche Unterstützung“ der Nato für die Ukraine. Zudem sicherte er weitere Unterstützung für die Verteidigung der Ukraine zu.

News im Ukraine-Krieg: Ukraine beantragt formell die Nato-Mitgliedschaft

+++ 16.15 Uhr: Die Ukraine hat offiziell ihren Antrag für einen Beitritt zur Nato-Allianz eingereicht. Das gab Präsident Wolodymyr Selenskyj bekannt. In einer Videoansprache sagte Selenskyj, dass die Ukraine mit einem schnellen Beitritt rechnen könne. „De facto sind wir bereits ein Nato-Verbündeter geworden“, sagte Selenskyj laut Kyiv Independent. „(Unser Beitritt) wäre eine formelle Festigung des tatsächlichen Stands der Dinge, die wir bereits erreicht haben.“

+++ 14.40 Uhr:  Kremlchef Wladimir Putin hat vier besetzte ukrainische Gebiete zu russischem Staatsgebiet erklärt. Die Aufnahme von Luhansk, Donezk, Saporischschja und Cherson solle noch heute vertraglich besiegelt werden, sagte Putin bei einer im Staatsfernsehen übertragenen Rede. Die Annexionen werden international nicht anerkannt.

News zum Ukraine-Krieg: Lyman fast komplett eingeschlossen

Update vom Freitag, 30. September, 13.45 Uhr: Für Russland läuft es im Ukraine-Krieg nicht gut. Der Chef der Donezker Separatisten musste nun eingestehen, dass die strategisch wichtige Kleinstadt Lyman fast komplett von ukrainischen Truppen eingeschlossen ist (s. auch Erstmeldung). „Zum jetzigen Zeitpunkt ist Lyman in einem Halbkessel, die Straße nach Swatowe ist unter unserer Kontrolle, steht aber periodisch unter Beschuss“, schrieb Denis Puschilin auf Telegram. Die benachbarten Orte Jampil und Drobyschewe seien nicht mehr komplett unter Kontrolle der russischen Truppen. Reserven würden herangezogen.

Ukrainische Quellen zeigten ein Video mit einem ukrainischen Soldaten bei einem Verwaltungsgebäude in Jampil mit den Worten „Jampil ist unser“. Das Gebiet um Lyman ist wichtig als Brückenkopf für einen weiteren Vormarsch der ukrainischen Truppen tief in das benachbarte Gebiet Luhansk hinein.

News zum Ukraine-Krieg: Selenskyj wirft Russland Terror vor

Erstmeldung vom Freitag, 30. September: Moskau/Kiew - Seit sieben Monaten tobt in Europa ein Krieg. Ein Ende des Blutvergießens in der Ukraine ist auch weiterhin nicht in Sicht. Nachdem Wladimir Putin in der Nacht die besetzten ukrainischen Gebiete Cherson und Saporischschja als unabhängige Staaten anerkannt hat, will der Kremlchef die Regionen heute annektieren. Aus Moskaus Sicht gilt dies als Voraussetzung dafür, dass die Regionen ihre Aufnahme in die Russische Föderation beantragen können.

News zum Ukraine-Krieg: Wichtige Stadt Lyman praktisch eingekesselt

Die russischen Truppen stehen derweil im Gebiet Donezk schwer unter Druck. Im Kampf um die strategisch wichtige Kleinstadt Lyman haben sie nach russischen Angaben mehrere Orte östlich der Stadt eingenommen. „Gegen Mitternacht ist es der ukrainischen Truppen gelungen, Lyman faktisch einzukesseln“, teilte der nationalistische Militärblog Rybar mit. Die Ortschaft Stawky im Norden Lymans sei gefallen, östlich von Lyman, in Saritschne, gebe es Straßenkämpfe. Die ukrainische Eroberung von Stawky bestätigte auch der russische Militärblogger Semjon Pegow.

„Die Straße zwischen Lyman und Torske befindet sich unter ständigem Feuer des Gegners“, berichtete Rybar weiter. Die Straße nach Torske war nach dem Vorstoß der ukrainischen Kräfte westlich und nördlich von Lyman die einzige Nachschub-Verbindung der russischen Garnison in der Stadt. Zudem berichtet der Blog von einem ukrainischen Sturm auf die Stadt Jampil südöstlich von Lyman. (cs/dpa/chw)

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