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Brite stirbt in Donezk – in Gefangenschaft pro-russischer Separatisten

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Von: Felix Durach

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Die Flagge der selbsternannten Volksrepublik Donezk weht neben der Flagge der Russischen Föderation.
Die Flagge der selbsternannten Volksrepublik Donezk weht neben der Flagge der Russischen Föderation. © Yegor Aleyev/imago-images

Ein 45-jähriger Brite ist in der Gefangenschaft pro-russischer Separatisten verstorben. Der Mann, der als humanitärer Helfer in der Ukraine gewesen sein soll, wurde im April verhaftet.

Donezk – Ein britischer Staatsbürger, den in Donzek pro-russische Separatisten festgenommen hatten, ist offenbar gestorben. Das berichtet die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf pro-russische Behörden. Bei dem Toten soll es sich um einen 45-Jährigen handeln, der im April gemeinsam mit einem weiteren Briten in der selbsternannten Volksrepublik Donezk in Gefangenschaft geriet. Nach Angaben seiner Familie soll er als humanitärer Helfer in der Ukraine gewesen sein.

Ukraine-News: Brite in Gefangenschaft in Donezk gestorben

Die Verwaltung der pro-russischen Separatisten dementierten jedoch die Berichte, wonach der Brite als Entwicklungshelfer im Einsatz gewesen war. Der 45-Jährige sei als Söldner in der Ostukraine aktiv gewesen und auch wegen dieser Aktivitäten im Rahmen des Ukraine-Kriegs verhaften worden sein. Die Behauptungen lassen sich aktuell nicht unabhängig überprüfen. Dennoch habe der Brite in Gefangenschaft eine „angemessene medizinische Versorgung“ erhalten.

Bei einer medizinischen Untersuchung des Mannes nach dessen Festnahme vor mehreren Wochen seien eine Reihe chronischer Krankheiten wie Diabetes, eine Lungen- und Nierenschwäche sowie mehrere Herzkreislaufbeschwerden festgestellt worden, sagte Darja Morosowa, die Vertreterin der Separatisten. „Angesichts dieser Diagnose und des Stresses ist er am 10. Juli gestorben.“ Die genauen Todesumstände ließen sich nicht unabhängig überprüfen. Die Sprecherin der selbsternannten Volksrepublik Donezk schrieb über ihren Telegram-Kanal weiter: „Britische Repräsentanten hatten die Möglichkeit ignoriert, über seine Rückkehr als Teil eines Gefangenenaustauschs zu beraten.“

Selbsternannte Volksrepublik Donezk: Ausländern droht Todesstrafe durch Erschießen

Zu Beginn der Woche hatten die pro-russischen Separatisten in Donezk ein geltendes Moratorium auf die Todesstrafe per Dekret aufgehoben. Dadurch droht aktuell drei Ausländern, die in der selbsternannten Volksrepublik verhaftet und verurteilt wurden, die Todesstrafe durch Erschießen.

Separatistenführer Denis Puschilin sagte am Mittwoch im russischen Staatsfernsehen. Sollte das Gericht der international nicht anerkannten Volksrepublik Donezk die Strafe für rechtmäßig halten, dann soll das Urteil vollstreckt werden. Die zwei Briten und der Marokkaner würden dann Puschilin zufolge unter Ausschluss der Öffentlichkeit erschossen. Zuvor hatte bereits die Anwältin von einem der Männer über die Berufung ihres Mandanten berichtet. Der Verstorbene zählte jedoch offenbar nicht zu den Verurteilten. (fd/afp)

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