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Schwere Verluste für Russland: Ukraine schießt bei Angriff 30 Drohnen ab

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Von: Caspar Felix Hoffmann, Teresa Toth, Sebastian Richter, Nadja Austel, Kilian Bäuml, Nail Akkoyun, Jan-Frederik Wendt, Andreas Apetz

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Die Ukraine fügt Wladimir Putins Armee schwere Verluste zu. Kiew wehrt sich gegen einen Drohnen-Angriff. Der News-Ticker.

Update vom Montag, 19. Dezember, 7:30 Uhr: Russland hat die Ukraine in der Nacht zum 19. Dezember mit Dutzenden von Kamikaze-Drohnen aus iranischer Produktion angegriffen. Nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe wurden 30 Drohnen abgeschossen. Die Drohnen wurden von der Ostküste des Asowschen Meeres aus gestartet, so die Luftwaffe.

Schwere Verluste: Russische Einheit durch ukrainischen Hinterhalt „außer Gefecht gesetzt“

+++ 20.15 Uhr: Die ukrainischen Streitkräfte haben bei Kämpfen im Osten des Landes nach eigenen Angaben mindestens zwei russische Munitionslager und Stellungen von Flugabwehrsystemen zerstört. Das teilte der Generalstab in Kiew am heutigen Sonntag mit. Die Luftwaffe sei demnach mehrere Einsätze geflogen. Bei erbitterten Kämpfen um die Stadt Bachmut im Donbass seien den russischen Truppen schwere Verluste zugefügt worden. Eine russische Einheit in Stärke von 400 bis 800 Mann sei dabei in einen geplanten Hinterhalt geraten und „außer Gefecht gesetzt“ worden, teilte der ukrainische Präsidentenberater Olexij Arestowitsch mit. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

Ein russischer Soldat steht auf einer Düne einer Landzunge der Halbinsel Krim. (Archivbild)
Russland soll mehrere hundert Soldaten der Elitegruppe 200. Brigade verloren haben. (Archivfoto) © IMAGO/RIA Novosti

Im Laufe des Tages geriet außerdem die russisch kontrollierte Großstadt Donezk mehrmals unter Artilleriebeschuss. Dabei sei ein Krankenhaus getroffen worden, so berichtete die russische Staatsagentur Tass unter Berufung auf örtliche Behörden. Wegen eines dadurch entfachten Brandes habe die Evakuierung von Personal und Patienten begonnen.

Russische Verluste im Ukraine-Krieg: Explosionen in Belgorod

+++ 17.25 Uhr: Am Morgen des heutigen Sonntags (18. Dezember) waren in der russischen Stadt Belgorod laut der Onlinezeitung Ukrainska Pravda Explosionen zu hören. Eine Rauchsäule sei über einem der Häuser aufgestiegen. Die russischen Behörden sollen den Einsatz der Luftabwehr und zunächst vier Opfer vermeldet haben. 

Wjatscheslaw Gladkow, Gouverneur des Gebiets Belgorod, erklärte via Telegramm, dass eine Person bei den Explosionen getötet und acht weitere verletzt worden seien. Auch die russische Nachrichtenagentur RIA Novosti berichtete von mehreren Explosionen im Luftraum über Belgorod. Gladkow fügte später hinzu, dass bei den Explosionen in der Stadt vier Wohnhäuser, 14 Privathäuser und neun Autos beschädigt wurden, sowie eine Geflügelfarm. Offizielle Angaben zu der Ursache der Explosionen liegen noch nicht vor.

Russische Verluste im Ukraine-Krieg: Acht russisch besetzte Gebiete getroffen

+++ 11.34 Uhr: Im Laufe des vergangenen Tages konnten die ukrainischen Streitkräfte Angriffe der russischen Seite in mehreren Regionen des Landes zurückschlagen. Darunter waren beispielsweise die Regionen Bachmut und Donezk. Der Generalstab berichtete, dass die russische Armee gleichzeitig fünf Raketen und über 40 weitere MLRS-Angriffe auf die Ukraine abfeuerte.

Die ukrainischen Streitkräfte trafen acht russisch besetzte Gebiete, sowie zwei Kontrollpunkte und vier Munitionsdepots, berichtet das Nachrichtenportal Ukrinform. Weiter bestätigte der Generalstab, dass letzte Woche mehrere russisch besetzte Gebiete angegriffen und dabei über 150 russische Soldaten verwundet wurden.

Russische Verluste: Moskau verliert fast 600 Soldaten an einem Tag

+++ 10.53 Uhr: Nach Einschätzung britischer Geheimdienste will Moskau mit Musik und Kultur die Moral seiner eigenen Truppen im Ukraine-Krieg stärken. Vor einigen Tagen sei angekündigt worden, dass zwei „kreative Brigaden“ an der Front zum Einsatz kommen sollen, schrieb das britische Verteidigungsministerium auf Twitter.

Von britischer Seite wird angenommen, dass Russland die einer Kultur- und Unterhaltungsoffensive mit einer ideologischen Bildung verbindet. Das sei bereits zu Sowjetzeiten verflochten worden. Es wird jedoch bezweifelt, ob sich die Moral der russischen Truppen dadurch steigert. Die Probleme der Russen seien die hohe Zahl der gefallenen Soldaten, mangelnde Führung und Ausstattung. Die kreativen Brigaden könnten deshalb wohl wenig ausrichten.

+++ 9.50 Uhr: Seit Beginn des Krieges hat Russland inzwischen 98.280 Soldaten in der Ukraine verloren. Zudem wurden insgesamt 653 feindliche Marschflugkörper abgeschossen.

Update vom Sonntag, 18. Dezember, 5.53 Uhr: Die anhaltenden russischen Offensivoperationen um Bachmut sorgen offenbar für Streit zwischen den Streitkräften der selbsternannten prorussischen Volksrepublik Donezk (DNR) und den Truppen der Wagner-Gruppe von Jewgeni Prigoschin. Das Institute for The Study of War zitierte den Chef der Donezk-Besatzungsverwaltung, Denis Pushilin, dass seine und Wagner-Söldner ukrainische Truppen in die Zange genommen hätten.

Dem widersprachen aber offenbar mehrere russische Militärblogger. Demnach hätten DNR-Truppen nichts mit den Kämpfen zu tun. „Die Diskrepanzen zwischen Pushilins Behauptungen, die die offizielle DNR-Linie darstellen, und Aussagen von Prigoschin und anderen prominenten Stimmen im russischen Informationsraum deuten darauf hin, dass es eine anhaltende und wachsende Kluft zwischen der DNR und der Wagner-Gruppe gibt“, sagen die Analysten des amerikanischen Think-Tanks.

Waffen aus dem Westen fügen Russland schwere Verluste zu

+++ 15.54 Uhr: Nach ukrainischen Angaben verursachen US-Waffen, die inzwischen regelmäßig an der Front eingesetzt werden, schwere russische Verluste. Darunter etwas das in den USA hergestellte M142 High Mobility Artillery Rocket System und seine britischen und deutschen Gegenstücke.

„In letzter Zeit haben sich die hochkalibrigen Geschosse als äußerst hilfreich erwiesen: Die Excalibur, insbesondere die 155-mm-Granate, hat sich als sehr effektiv erwiesen, da sie Fahrzeuge aus der Ferne zerstört und dem Feind schwere Verluste zufügt“, sagte der Kommandeur Roman Kostenko über eine GPS-gesteuerte Granate aus US-Produktion laut einem Bericht von Newsweek.

Zwar sei der Bestand nicht so hoch, dies werde jedoch durch die Präzision der moderneren westlichen Munition einigermaßen kompensiert. Das ukrainische Militär sei daher „eigentlich ganz zufrieden mit dem, was sie von der NATO bekommen haben“, so Kostenko.

Ukraine verhindert russischen Durchbruch bei Donezk

+++ 13.58 Uhr: Spezialkräfte des ukrainischen Militärs haben einen russischen Durchbruch im Gebiet Donezk verhindert. Wie der Pressedienst des Militärs mitteilte, sollen ukrainische Einheiten während einer Aufklärungsoperation entdeckt haben, dass russische Truppen sich darauf vorbereiteten, Offensiv- und Angriffsoperationen durchzuführen.

Die ukrainischen Truppen sollen daraufhin mehrere Panzer zerstört und das Feuer auf den Feind eröffnet haben. Zahlreiche russische Soldaten seien gefallen. Die Verhinderung des Durchbruchs mache „eine weitere Offensive der Angreifer an den Fronten von Saporischschja und Dnipro unmöglich“, so der Pressedienst des Militärs.

Russischer Kollaborateur wegen „Unterstützung des Aggressorstaates“ angeklagt

+++ 13.00 Uhr: Der Sicherheitsdienst der Ukraine (SSU) hat einen russischen Kollaborateur enttarnt, der während der vorübergehenden Besetzung eines Teils des Gebiets Mykolajiw mit den Invasoren kooperierte. Wie die ukrainische Online-Zeitung Ukrajinska Prawda berichtet, soll er das Amt des Leiters von zwei Siedlungen übernommen haben, wo er als Vermittler zwischen den Besatzern und den Bewohnern fungierte.

In dieser Zeit half er Russland, indem er gestohlene Transportersatzteile an die russischen Truppen übergab und sie mit Wasser und Lebensmitteln versorgte. Jetzt befinde sich der Kollaborateur in Haft und werde unter dem Paragraphen „Unterstützung des Aggressorstaates“ angeklagt.

Russland soll fast 100.000 Soldaten im Ukraine-Krieg verloren haben

+++ 10.53 Uhr: Die Zahl der im Krieg gefallenen russischen Soldaten steigt auf 97.690. Das teilte der ukrainische Generalstab am Samstag (17. Dezember) auf Facebook mit. Seit Freitag (16. Dezember) seien demnach weitere 420 russische Soldaten gestorben.

Außerdem sollen ukrainische Streitkräfte weitere russische Panzer, Artilleriesysteme und Kampffahrzeuge zerstört haben. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig prüfen.

Ukraine startet Offensive gegen Russland: 200 Soldaten außer Gefecht

Erstmeldung vom 16. Dezember: Kiew – Die Ukraine greift weiter Gebiete in den von Russland besetzten Gebieten an. Vor allem der Oblast Saporischschja im Süden des Landes liegt im Fokus der Angriffe. Nachdem bereits am Montag durch ukrainischen Beschuss eine Brücke über den Fluss Molotschna unpassierbar wurde, hat die Ukraine am Mittwoch zwei Munitionsdepots angegriffen und diese ebenfalls zerstört.

„Der Feind erleidet weiterhin Verluste“, schrieb der Generalstab der Streitkräfte der Ukraine am Donnerstag auf Facebook, wie das Nachrichtenportal Newsweek berichtet. Demnach griffen die ukrainischen Truppen die Siedlungen Tokmak, Polohy und Berdyansk in Saporischschja an. „Die Verteidigungskräfte zerstörten zwei feindliche Munitionsdepots, zwei Artilleriesysteme mit Munition sowie sechs Einheiten mit militärischer Ausrüstung verschiedener Typen. Mehr als 200 feindliche Soldaten wurden verwundet“, heißt es in der Meldung.

Insgesamt 11 Luftangriffe habe es gegeben, so die ukrianischen Streitkräfte. Ziel waren demnach Soldaten, Waffen und militärische Ausrüstung. Auch russische Raketensysteme standen unter Beschuss.

Ukraine-Krieg: Angriffe auf besetzte Gebiete als Vorbereitung für Offensive

Die Angriffe könnten eine Gegenoffensive im Süden des Landes vorbereiten. Letztlich könnten die Angriffe mit dere Befreiung der seit 2014 besetzten Halbinsel Krim münden. Die Gebiete in Saporischschja seien „potenzielle Schwachstellen“ im Ukraine-Krieg, sagte Mark Cancian, ein leitender Berater des Zentrums für Strategische und Internationale Studien, gegenüber Newsweek. Schon im Winter könnte die Ukraine eine große Offensive starten, so der Experte.

Für eine solche Offensive sei die Region ideal. „Es gibt eine lange, dünn besetzte Front, an der bisher nicht viel passiert ist“, sagte Cancian über die russischen Streitkräfte in Saporischschja. „Das wäre ein logischer Ort für einen Angriff“. Das weiß auch die Führung in Russland. Gleichzeitig könnten die jüngsten Angriffe also nur Täuschung dienen, um Russland an anderer Stelle zu überraschen. (na/kb/cas/tt/jfw/nak/spr/aa mit dpa/AFP)

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