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Klingbeil warnt vor „Drittem Weltkrieg“: Deutschland soll nicht „vorpreschen“ – auch als Signal an Putin

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Lars Klingbeil und Verteidigungsminister Christine Lambrecht bei einem Truppenbesuch in Munster.
Lars Klingbeil und Verteidigungsminister Christine Lambrecht bei einem Truppenbesuch in Munster. © Sven Eckelkamp/www.imago-images.de

Wie weiter mit den deutschen Waffenlieferungen? SPD-Chef Lars Klingbeil will die Ukraine stützen. Aber mit Vorsicht. Das sei auch ein Signal an Putin.

Berlin – Ungewohnt drastische Worte von der SPD-Spitze: Parteichef Lars Klingbeil hat in einem Interview der Ukraine den Rücken gestärkt – zugleich aber offen vor einem „Dritten Weltkrieg“ gewarnt. „Wir werden weiter konsequent die Ukraine unterstützen“, sagte Klingbeil den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND). Es gehe aber gleichzeitig darum, „einen Dritten Weltkrieg zu verhindern.“

Deutschland und der Ukraine-Krieg: Klingbeil will nicht vorpreschen – „Signal“ an Putin?

Deutschland werde bei der Lieferung weiterer schwerer Waffen wie dem Kampfpanzer Leopard 2 im Ukraine-Krieg nicht vorpreschen, sagte Klingbeil. „Wir werden uns weiter täglich mit unseren Partnern abstimmen, welches die nächsten Schritte sind, um der Ukraine zu helfen.“ Das sei auch ein Signal an Wladimir Putin, dass die Geschlossenheit im westlichen Bündnis weiter intakt sei. Der Druck auf die Bundesrepublik in Sachen Waffenlieferungen war zuletzt gestiegen.

Die aktuellen Erfolge der Ukraine hätten maßgeblich mit der Unterstützung aus dem westlichen Bündnis zu tun, betonte Klingbeil. „Die von Deutschland gelieferte Panzerhaubitze 2000 ist eines der erfolgreichsten Waffensysteme, die in der Ukraine eingesetzt werden.“

Ukraine-Krieg: Auch Wahlkämpfer Weil strikt gegen deutschen Kampfpanzer-„Sonderweg“

Auch der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) verteidigte vor der nahenden Niedersachsen-Wahl die Haltung der Ampel-Regierung, keine Kampfpanzer direkt an die Ukraine zu liefern. „Deutschland hat von Anfang an immer wieder betont: Wir handeln in enger Abstimmung mit den anderen westlichen Verbündeten“, sagte Weil in der Sendung „Frühstart“ der TV-Sender RTL und ntv. Es sei „kein einziger Panzer aus westlicher Produktion derzeit in der Ukraine“. Er sei „strikt gegen einen deutschen Sonderweg“ in dieser Frage.

Klingbeil stellt in seinem RND-Interview unterdessen auch noch einmal die Gas-Umlage in Frage. „Ich unterstütze den Weg, den Robert Habeck hier vorgeschlagen hat“, sagte Klingbeil mit Blick auf die von grünen Bundeswirtschaftsminister vorangetriebene Uniper-Verstaatlichung. „Ich sage aber auch klar: Die Gasumlage gehört damit jetzt auf den Prüfstand“, ergänzte Klingbeil. In einer krisenhaften Situation wie der aktuellen brauche eine Regierung „auch die Kraft, Wege noch einmal zu überdenken und zu korrigieren“. (AFP/dpa/fn)

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