1. 24hamburg
  2. Politik

Streit um U5 in Hamburg: Bau zu langsam? SPD und Hochbahn weisen Kritik zurück

Erstellt:

Von: Bona Hyun

Kommentare

Der Bau der U5-Linie steht in der Kritik. Die CDU macht weiter Druck auf die Bauarbeiten, doch SPD und Hochbahn weisen den Tadel zurück.

Hamburg – Kaum ein Verkehrsprojekt in Hamburg ist so umstritten und langwierig wie der Bau der U5-Linie. CDU-Vorsitzender und Bundestagsabgeordnete Christoph Ploß wirft nun der SPD vor, ihr Wort gebrochen zu haben – denn eigentlich hätte Olaf Scholz die Bauarbeiten für die U5-Linie bereits 2020 zugesichert. Die CDU will weiter Druck ausüben, da die Stadt Hamburg den Förderungsantrag noch nicht erstellt hat. Die Verkehrsbehörde und die Hochbahn weisen die Kritik zurück, denn die Vorbereitungen seien bereits weit fortgeschritten.

Künftige Linie der Hamburger U-Bahn:U5
Wie soll die U5 zukünftig fahren?Nahezu komplett unterirdisch fahren
Wo soll die U5 zukünftig fahren?Karlsplatz, Museumsquartier, Volkstheater und Rathaus

U5 Fertigstellung: Christoph Ploß (CDU) macht Druck – Hochbahn und Verkehrsbehörde weisen Kritik zurück

Dem Baustart der U5 mit 20 neuen und futuristischen Strecken hatten viele Fahrgäste mit Freude entgegengeblickt. Doch immer wieder verzögerte sich der U5 Bau durch Innovativen, die den Bau stoppen wollten. Auch für CDU-Chef Christoph Ploß ist klar: Es geht nicht voran. Dem Abendblatt zufolge wollte der CDU-Chef wissen, ob Hamburg „alle notwendigen Zahlen und Unterlagen vorgelegt hat, sodass der Bau der U5 im Rahmen des Bundesprogramms mit Bundesfinanzhilfen gefördert werden kann“.

Entwurf für die Gestaltung der U-Bahnstation Bramfeld
Die Hauptarbeiten für die U5-Linie sollen diesen Sommer beginnen. Christoph Ploß (CDU) kritisiert die Hochbahn für die Verzögerung und macht Druck. (Symbolbild) © Trapez Architekten

Und er bekam eine Rückmeldung. Laut Aussagen der Bundesregierung würde die „Abstimmungen zwischen dem Vorhabenträger und den Zuwendungsgebern dauern.“ Ploß bemängelt, dass es bis heute keine Zusage der Förderung von notwendigen Bundesmitteln gebe. Die CDU wolle weiter Druck ausüben für den Bau der neuen U-Bahn, bei der Hamburg die Alster leer pumpen könnte. Die U5 solle so „schnell wie möglich gebaut“ werden. Bereits Ende März hatte die CDU dem NDR zufolge den Senat aufgefordert, endlich mit dem Bau der U5 voranzukommen und den Umstieg auf klimafreundliche Verkehrsmittel anzutreiben.

Bau der U5 hätte 2020 losgehen sollen – Verfahrensanleitung wird derzeit überarbeitet

Senator der Behörde für Verkehr und Mobilitätswende Anjes Tjarks wies die Kritik zurück. Behördensprecher Dennis Krämer sicherte die regelmäßige Bezuschussung des Bundes zu. So stehe es im „Gemeindeverkehrs­finanzierungsgesetz“. Zuwendungen in Höhe von bis zu 75 Prozent der jeweils zuwendungsfähigen Kosten seien demnach möglich. Dafür müsse allerdings die „gesamtwirtschaftlichen Vorteilhaftigkeit“ des Vorhabens „nach einem bundesweit vorgegebenen standardisierten Verfahren“ nachgewiesen werden. Diese werde derzeit durch das Verkehrsministerium überarbeitet, so Krämer. Über die Abläufe, Verfahren und Hintergründe sollte laut Krämer CDU-Chef Ploß im Klaren sein, da der Senat diese transparent kommuniziert habe.

Nach Inkrafttreten der neuen Verfahrensanleitung wird die standardisierte Bewertung für die U5 aufgestellt. Erst danach werde Hamburg den Antrag auf Förderung stellen. Aus Sicht des Hochbahn-Sprechers Christoph Kreienbaum ein sinnvolles Verfahren. Es gebe zudem keinen Einfluss auf den Zeitplan des Projekts. Parallel zur Einreichung des Förderantrages werde eine belastbare Kostenschätzung des gesamten Bauprojekts zur Verfügung gestellt, so Kreienbaum.

Wann ist die U5 fertig in Hamburg? Hauptarbeiten sollen diesen Sommer beginnen

Kreienbaum wies auf den Fortschritt der Bauarbeiten hin, die planmäßig vergangenes Jahr begonnen hätten. Noch in diesem Sommer werden die Hauptarbeiten für den U5-Bau und der Haltestellen beginnen. Der Zuwendungsbescheid von über 1,8 Milliarden Euro für den ersten Bauabschnitt hat die Stadt bereits vorgelegt. Über den schon geschehenen Fortschritt könnten sich alle Interessierten vor Ort einen Eindruck machen, heißt es – wozu der Hochbahn-Sprecher auch CDU-Politiker Ploß einlädt.

Auch interessant

Kommentare