1. 24hamburg
  2. Politik

Der Staat kassiert ab: Wie viele Steuern in Benzin und Diesel stecken

Erstellt:

Von: Natalie-Margaux Rahimi

Kommentare

Die Preise für Diesel und Benzin lassen uns inzwischen an der Zapfsäule erstarren. Schuld ist nicht nur Russland, eine Statistik zeigt, wie der Staat abkassiert.

Hamburg – Der Ukraine-Krieg zeigt sich mittlerweile auch in Deutschland. Die Preise für Lebensmittel steigen, immer mehr Geflüchtete kommen in Städten wie Hamburg an und die Preise für Diesel und Benzin an der Tankstelle steigen ins schier unermessliche. Was vor ein paar Jahren noch illusorisch klang, ist mittlerweile bittere Realität: Der Liter Benzin oder Diesel kostet aktuell über 2 Euro. Gründe für die hohen Preise an der Zapfsäule gibt es viele. Schuldig ist aber auch die deutsche Politik. Das beweist ein Blick auf die Zusammensetzung der Preise.

Land:Deutschland
Bundeskanzler:Olaf Scholz (SPD)
Verkehrsminister:Volker Wissing (FDP)

Teurer Diesel und Benzin wegen Ukraine-Krieg: Politik könnte uns fast einen Euro ersparen

2 Euro, 2,10 Euro oder sogar 2,30 Euro. Dieser Tage scheinen die Preise an deutschen Tankstellen kein oberes Ende zu kennen. So kostet eine Tankfüllung gerne mal über 150 Euro. Schuld daran soll der Ukraine-Krieg und die daraus resultierenden Sanktionen gegen Russland sein. Doch schaut man sich die Zusammensetzung des Preises einmal genauer an, wird man feststellen, dass das so ganz gar nicht stimmt.

Circa 1 Euro pro Liter wandert in die Tasche des Staates. Dabei splitten sich die Abgaben bei einem Liter Benzin (E10) laut ADAC wie folgt auf: Angenommen der Liter Benzin kostet 2,10 Euro, gehen 34 Cent für die Mehrwertsteuer drauf, 65 Cent sind für die Energiesteuer fällig. Produktkosten, CO2-Abgabe und Gewinn für die Tankstelle belaufen sich auf 1,11 Euro. Heißt im Umkehrschluss: Der Staat sichert sich schlappe 48 Prozent unserer Ausgaben pro Liter Benzin.

Hohe Spritpreise an einer Tankstelle in Hannover
Nicht zuletzt durch die hohen Steuern sind die Preise für Diesel und Benzin zur Zeit so hoch in Deutschland. (24hamburg.de-Montage) © Wolfgang Maria Weber/imago/Julian Stratenschulte/dpa

Beim Dieselpreis ist es ähnlich. In einer Aufsplittung der Kosten zeigte sich laut ADAC folgendes: Angenommen der Liter Diesel kostet 2,08 Euro, gehen 33 Cent für die Mehrwertsteuer drauf, 47 Cent werden für die Energiesteuer veranschlagt und 1,27 Euro, also etwas mehr als beim Liter Benzin, betragen die Kosten für Produkt, Gewinn und CO2-Steuer. Beim Liter Diesel wandern also 39 Prozent der Kosten für den Verbraucher in die Kasse des Staates.

Steuerentlastung für teuren Diesel und Benzin: Laut Christian Lindner kein Thema

Zugegeben, die Steuer- und Abgabensätze haben sich in den letzten Wochen nicht erhöht. Die Preiserhöhung ist also tatsächlich auf die gestiegenen Kosten für den Kraftstoff zurückzuführen. Aber: Die Politik könnte längst einschreiten und dem Verbraucher entgegenkommen. Doch dass das gar nicht geplant ist, machte Finanzsenator Christian Lindner (FDP) kürzlich mehr als deutlich. „Ich schließe für die weitere Entwicklung dieses Jahres nichts aus. Zum jetzigen Zeitpunkt steht aber keine neue Entscheidung an“, zitiert ihn ntv.de.

24hamburg.de-Newsletter

Im Newsletter von 24hamburg.de stellt unsere Redaktion Inhalte aus Hamburg, Norddeutschland und über den HSV zusammen. Täglich um 8:30 Uhr landen sechs aktuelle Artikel in Ihrem Mail-Postfach – die Anmeldung ist kostenlos, eine Abmeldung per Klick am Ende jeder verschickten Newsletter-Ausgabe unkompliziert möglich.

Unter anderem hatte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) zuvor eine Senkung der Mehrwertsteuer für Benzin von 19 auf sieben Prozent gefordert. Lindner jedoch begründete seine Ablehnung für diese Idee laut ntv mit der Solidarität mit der Ukraine. „Wir müssen gemeinsam erkennen, dass es auch unser Beitrag zur Solidarität mit der Ukraine ist, negative wirtschaftliche Auswirkungen in Kauf zu nehmen“, heißt es.

Benzin und Diesel könnten dank Ukraine-Krieg noch teurer werden: Liter bald für 3 Euro?

Mit Entlastungen seitens der Politik können Verbraucher in Deutschland also erst einmal nicht rechnen. Bleibt nur die Möglichkeit auf das Autofahren zu verzichten oder spät in der Nacht zu tanken. Die Prognose für die Zukunft der Benzin und Diesel-Preise sieht laut Experten übrigens düster aus. Bis zu 3 Euro pro Liter drohen uns im schlimmsten Fall. Das bestätigte jüngst auch Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne). *24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Auch interessant

Kommentare