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Ukraine-Krieg: Moskau dementiert Schuld an Butscha-Massaker – Wichtige Route nach Kiew offenbar wieder frei

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Von: Cindy Boden, Michelle Brey, Franziska Schwarz

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Kiew beobachtet einen „schnellen Rückzug“ der russischen Truppen. Ein Berater von Selenskyj berichtet von etlichen getöteten Zivilisten auf den Straßen von Butscha. News-Ticker zum Ukraine-Krieg.

Update vom 4. April, 10.34 Uhr: Russische Truppen aus der Region Sumy in der Ostukraine zurück (heutiges Update von 7.45 Uhr). Im Großraum Kiew wurden 410 Leichen von Zivilisten gefunden (Update vom 3. April, 18.55 Uhr). Die Gräueltaten im Kiewer Vorort Butscha lösen internationales Entsetzen aus (Update vom 3. April, 10.18 Uhr).

Alle aktuellen Entwicklungen im Ukraine-Krieg finden Sie jetzt in diesem News-Ticker.

Update vom 4. April, 8.37 Uhr: Im Ukraine-Krieg sind bereits 1417 Zivilisten durch Putins Truppen getötet worden - laut Dokumentation der UN. Unter ihnen waren 121 Kinder und Jugendliche. Das teilte das UN-Hochkommissariat für Menschenrechte in Genf mit.

Außerdem sprach es von 2038 Verletzten, unter ihnen 171 Kinder und Jugendliche. In die Zahlen gingen alle bis einschließlich Samstag (2. April) dokumentierten Fälle ein. Russland hatte am 24. Februar seinen Angriff auf die Ukraine begonnen. 1504 der Opfer stammten den Angaben aus den Regionen Donezk und Luhansk.

Ukraine-Krieg: UN dokumentiert bislang 1400 Todesfälle von Zivilisten

Das Büro geht allerdings davon au, dass die tatsächlichen Zahlen erheblich höher sind: In einigen Orte, die schwer umkämpft sind, konnten demnach viele Berichte über zivile Opfer noch nicht bestätigt werden, darunter Mariupol und Irpin.

„Die meisten Opfer unter der Zivilbevölkerung wurden durch den Einsatz von Explosivwaffen mit großer Reichweite verursacht, darunter durch den Beschuss mit schwerer Artillerie und mit Raketenwerfern sowie durch Raketen- und Luftangriffe“, hieß es in der Mitteilung vom Sonntag (3. April).

Ukraine-Krieg: Russische Truppen ziehen sich aus Region Sumy zurück

Update vom 4. April, 7.45 Uhr: Russische Truppen sollen damit begonnen haben, sich aus der ostukrainischen Region Sumy zurückzuziehen. Es sei aber noch zu früh, um von einer Befreiung der Region zu sprechen, so die Einschätzung des Chefs der Gebietsverwaltung von Sumy, Dmytro Schywyzkyj. Das berichtet die Agentur Unian unter Berufung auf eine entsprechende Videobotschaft.

In der vergangenen Woche war demnach eine größere Zahl russischer Truppen in der Region festgestellt worden, es habe viele Angriffe auch auf Zivilisten gegeben. Russische Militärfahrzeuge seien über einen Korridor von Kiew und Tschernihiw zurück Richtung Russland gebracht worden. Nun habe man dort viele zerstörte russische Panzer und andere militärische Ausrüstung gesehen.

Ukraine-Krieg: Butscha-Verbrechen sollen aufgeklärt werden

Update vom 4. April, 6.34 Uhr: Seit Freitag (1. April) wurden bereits 140 der bisher 410 geborgenen Leichen aus der Region Kiew obduziert. Das teilte die Generalstaatsanwaltschaft laut dpa mit. Außerdem untersuchen seither mehr als 50 Ermittler die Verbrechen im Gebiet Butscha auf. Auch in anderen Regionen soll es Untersuchungen geben.

Die Bilder aus dem Kiewer Vorort Butscha, wo nach dem Abzug russischer Truppen zahlreiche Leichen von Bewohnern auf den Straßen gefunden worden waren, sorgten international für Entsetzen*. Kiew macht Moskau für das Massaker verantwortlich. Moskau bestreitet das.

Selenskyj befürchtet im Ukraine-Krieg noch schrecklichere Dinge als in Butscha

Wolodymyr Selenskyj befürchtet, dass sich noch „schrecklichere Dinge auftun könnten“ als das. Andere Regionen des Landes stünden noch unter russischer Kontrolle. Dort könnten „noch mehr Tote und Misshandlungen“ bekannt werden, sagte der ukrainische Präsident.

Selenskyj schaltete sich zudem per Video zur Grammy-Verleihung und bat um Unterstützung für sein Land. Außerdem lud die frühere Bundeskanzlerin Angela Merkel zu einer Reise nach Butscha ein. Merkel könne sich dort - ebenso wie der ehemalige französische Präsident Nicolas Sarkozy - ein Bild von ihrer gescheiterten Russland-Politik der vergangenen Jahre machen, sagte Selenskyj in einer Videobotschaft.

Ukraine-Krieg: Tote und Verletzte im Osten und Süden der Ukraine

Update vom 3. April, 21.50 Uhr: Bei einem russischen Angriff auf ein Krankenhaus in Rubischne im Osten der Ukraine ist am Sonntag ein Mensch getötet und drei weitere verletzt worden. Eine feindliche Granate habe das Krankenhaus der Stadt getroffen, teilte der Gouverneur der Region, Serhij Gayday, am Sonntagabend im Messengerdienst Telegram mit. Er veröffentlichte ein Foto von Rettungshelfern, die Trümmer durchsuchen. Die Stadt in der Nähe von Luhansk in der Region Donbass war seit dem Beginn der russischen Invasion immer wieder Ziel von Bombenangriffen.

Auch in der südukrainischen Stadt Mykolajiw starb ein Mensch bei einem russischen Angriff. 14 weitere Menschen seien verletzt worden, darunter ein 15-Jähriger, teilte der Gouverneur Vitali Kim auf Telegram mit. Auch in der Schwarzmeerstadt Otschakiw habe es einen Bombenangriff gegeben, fügte er hinzu. Dort habe es ebenfalls Tote und Verletzte gegeben, die genaue Zahl sei unklar.

Ukraine-Krieg: Russland bestätigt Luftangriffe in Regionen Kiew und Mykolajiw

Update vom 3. April, 20.35 Uhr: Russland hat mehrere Luftangriffe auf Militäreinrichtungen und Treibstofflager in den ukrainischen Regionen Kiew und Mykolajiw bestätigt. Unweit von Kiew sei in Wassylkiw ein Kontrollzentrum der Luftwaffenbasis zerstört worden, sagte der Sprecher des Verteidigungsministeriums in Moskau, Igor Konaschenkow, am Sonntagabend.

Zudem seien Treibstofflager in der südukrainischen Region Mykolajiw sowie im Gebiet Riwne im Nordwesten mit Raketen attackiert worden. Zuvor hatte bereits der Bürgermeister von Mykolajiw, Olexander Senkewytsch, von mehrereren Raketeneinschlägen berichtet.

Ukraine-Krieg: Leichen von 410 Zivilisten im Großraum Kiew gefunden

Update vom 3. April, 18.55 Uhr: Nach den Berichten über die Gräueltaten von Butscha haben viele Politiker mit Entsetzen* reagiert. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat den russischen Truppen einen Völkermord vorgeworfen. Nach dem Abzug der russischen Truppen seien die Leichen von 410 Zivilisten aus „den befreiten Gebieten in der Region Kiew in Sicherheit gebracht“ worden, sagte die Generalstaatsanwältin Iryna Wenediktowa am Sonntag im ukrainischen Fernsehen. „Das ist eine Hölle, die dokumentiert werden muss, damit die Unmenschen, die sie geschaffen haben, bestraft werden“, schrieb sie auf Facebook. Experten hätten bereits 140 Tote gerichtsmedizinisch untersucht.

Ukraine-Krieg: Russisches Verteidigungsministerium weist Schuld an Butscha-Massaker von sich

Russland hat hingegen die Schuld für das Massaker an der Zivilbevölkerung in der ukrainischen Stadt Butscha von sich gewiesen. „In der Zeit, in der die Siedlung unter der Kontrolle der russischen Streitkräfte stand, hat kein einziger Einwohner unter irgendwelchen Gewalttaten gelitten“, hieß es in einer am Sonntag veröffentlichten Mitteilung des russischen Verteidigungsministeriums. Die russischen Soldaten hätten den Kiewer Vorort bereits am vergangenen Mittwoch verlassen.

Die Fotos und Videos von Leichen in den Straßen von Butscha bezeichnete das russische Verteidigungsministerium als „eine weitere Produktion des Kiewer Regimes für die westlichen Medien“. Die Behörde in Moskau deutete zudem an, dass die Aufnahmen gefälscht sein könnten – etwa weil einer der Menschen, die am Straßenrand liegen, in einer Videoaufnahme angeblich seine Hand bewegen soll. Das ist jedoch falsch. In dem entsprechenden Video ist keine Handbewegung zu sehen. Übereinstimmenden Medienberichten zufolge handelt es sich um Leichen, die dort liegen. Auch in weiteren Aufnahmen, die in derselben Straße unter anderem von Pressefotografen gemacht wurden, liegen die Leichen an exakt derselben Stelle.

Ukraine-Krieg: Human Rights Watch wirft russischer Armee Kriegsverbrechen vor

Update vom 3. April, 15.00 Uhr: Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) hat der russischen Armee in der Ukraine Kriegsverbrechen wie Hinrichtungen und Plünderungen vorgeworfen. In einem Bericht, der am Sonntag in Warschau veröffentlicht wurde, werden Fälle in der Umgebung der Städte Kiew, Charkiw und Tschernihiw genannt. Grundlage dafür ist nach Angaben der Menschenrechtler die Befragung von zehn Augenzeugen, Opfern und Bewohnern.

„Die von uns dokumentierten Fälle stellen unsägliche bewusste Akte der Grausamkeit und Gewalt an der ukrainischen Zivilbevölkerung dar“, erklärte Hugh Williamson, Europa-Direktor von HRW. „Vergewaltigung, Mord und andere gewaltsame Akte gegen Menschen in der Gewalt russischer Truppen sollten als Kriegsverbrechen untersucht werden.“

Zu den aufgeführten Fällen gehört die Erschießung eines Mannes am 4. März in Butscha, nordwestlich von Kiew. Ein Augenzeuge berichtete demnach, dass fünf Männer von Soldaten gezwungen worden seien, am Straßenrand niederzuknien. Dann hätten die Russen ihnen ihre T-Shirts über den Kopf gezogen und einem von ihnen von hinten in den Kopf geschossen. In Butscha wurden nach dem Rückzug der russischen Armee mutmaßlichen Gräueltaten der Angreifer entdeckt.

Ukraine-Krieg-Verlauf: Selenskyj-Berater gibt Prognose zu Kriegsende ab

Update vom 3. April, 13.44 Uhr: Der ukrainische Präsidentenberater Olexij Arestowytsch rechnet mit einem Ende des Ukraine-Krieges in „zwei bis drei Wochen“. Es hänge nun alles vom Ausgang der Kämpfe im Südosten des Landes ab. Die russische Armee habe keine Reserve mehr, behauptete er laut AFP nach einem Bericht der Nachrichtenseite strana.news.

Seit Längerem gibt es Spekulationen, dass Putin im Ukraine-Krieg unter „Zeitdruck“ steht. Der wolle den Krieg demnach bis zu den Feiern zum Ende des Zweiten Weltkriegs beenden. In Russland sind diese am 9. Mai.

Getötete Zivilisten im Ukraine-Krieg – Baerbock kündigt weitere Moskau-Sanktionen an

Update vom 3. April, 13.33 Uhr: „Die Verantwortlichen für diese Kriegsverbrechen müssen zur Rechenschaft gezogen werden“: Mit diesen Worten hat nun Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) auf Twitter die jüngsten Meldungen über die Militärhandlungen in der Ukraine verurteilt.

Die Bilder der „hemmungslosen Gewalt“ aus Butscha seien „unerträglich“, schrieb sie weiter. Baerbock kündigte härtere Sanktionen gegen Moskau und weitere Hilfen für das ukrainische Militär an.

Ukraine-Krieg: EU will „Gräueltaten“ in Vororten von Kiew untersuchen

Update vom 3. April, 12.56 Uhr: EU-Ratspräsident Charles Michel ergänzte auf Twitter, den wirtschaftlichen Druck auf Russland weiter erhöhen zu wollen. „Weitere EU-Sanktionen und Unterstützung (für die Ukraine) sind auf dem Weg“, erklärte er auf seinem Profil. Anlass für seine Tweets sind die aktuellen Berichts und Bilder aus Butscha.

Update vom 3. April, 11.49 Uhr: Die EU will nach Angaben von Ratspräsident Charles Michel die Untersuchung von „Gräueltaten“ der russischen Armee in Vororten von Kiew unterstützen. Michel zeigte sich bei Twitter „erschüttert“ über Bilder aus Butscha (heutiges Update von 10.18 Uhr).

Michel sprach von einem „Massaker“. Die EU werde bei der „Sammlung der notwendigen Beweise für die Verfolgung vor internationalen Gerichten“ helfen, kündigte er an.

In Butscha waren nach dem Rückzug der russischen Armee zahlreiche Tote gefunden worden. Auch auf den Straßen lagen Leichen. Nach Angaben der Behörden wurden inzwischen 280 Menschen in Massengräbern beerdigt. Der ukrainische Präsidentenberater Mychajlo Podoljak teilte auf Twitter ein Foto, auf dem erschossene Männer zu sehen waren. Einem waren die Hände auf dem Rücken gefesselt. Die Echtheit konnte nicht unabhängig geprüft werden.

Ukraine-Krieg: Putin-Truppen feuern Raketen auf Treibstofflager bei Odessa

Update vom 3. April, 11.21 Uhr: Die Bombardierungen gehen weiter: Die ukrainische Seite meldete am Morgen bereits Rauchsäulen und Flammen über Odessa. Nun haben Putins Truppen eine Ölraffinerie sowie drei Treibstofflager nahe der Drei-Millionen-Metropole mit Raketen angegriffen. Die Hafenstadt ist im Ukraine-Krieg strategisch wichtig.

Das teilte das russische Verteidigungsministerium an diesem Sonntag mit. Moskau behauptet, nur militärische Ziele im Nachbarland anzugreifen. Dagegen wirft die Ukraine Russland vor, auch zivile Infrastruktur und Wohngebiete unter Beschuss zu nehmen - das jüngste bekannte Beispiel ist Butscha (siehe heutiges Update von 10.18 Uhr).

Ukraine-Krieg-News: Putin-Soldaten verweigern wohl Befehle

Update vom 3. April, 10.37 Uhr: Der Kampfgeist mehrerer russischer Brigaden sinkt. Konkret geht es um die 20. Gardearmee, die dritte motorisierte Infanterie sowie die 58. Brigade. Das berichtet der Kyiv Independent und beruft sich dabei auf eine aktuelle Mitteilung der ukrainischen Streitkräfte. Laut dem Bericht weigern sich die Befehlshaber, zu kämpfen. Die Angaben ließen sich nicht unabhängig prüfen.

Ukraine-Krieg: Reporter berichten von Leichen auf Straßen von Kleinstadt bei Kiew

Update vom 3. April, 10.18 Uhr: Das Entsetzen über die mutmaßlich russische Gräueltat in der Kleinstadt Butscha nahe Kiew (siehe vorheriges Update) ist groß. „Alle diese Menschen wurden erschossen“, sagte Bürgermeister Anatoly Fedoruk laut AFP.

Die Straßen der Kleinstadt seien mit Leichen übersät. Es stünden Autos auf den Straßen, in denen „ganze Familien getötet wurden: Kinder, Frauen, Großmütter, Männer“. 

Ukraine-Krieg-News: Selenskyj-Berater beklagt etliche tote Zivilisten in Butscha

Update vom 3. April, 8.56 Uhr: Das Kriegsgeschehen in der Ukraine in der Nacht machte auch vor Zivilisten nicht halt. Der ukrainische Präsidentenberater Mychajlo Podoljak twitterte am Samstagabend über zahlreiche Todesopfer: „Sie waren nicht beim Militär, sie hatten keine Waffen, sie stellten keine Bedrohung dar“, schrieb er. „Wie viele derartige Fälle ereignen sich gerade in den besetzten Gebieten?“, schrieb er laut Nachrichtenagentur dpa.

Podoljak bezog sich dabei auf die zurückeroberte Stadt Butscha nordwestlich von Kiew im Ukraine-Krieg. Dutzende tote Zivilisten seien hier auf den Straßen entdeckt worden. Viele von ihnen seien von russischen Soldaten erschossen worden. Die Angaben konnten nicht unabhängig geprüft werden.

Auch AFP-Reporter meldeten den Vorfall in der Nacht. Sie sahen auf einer einzigen Straße in Butscha mindestens 20 Leichen liegen. Die Toten trugen zivile Kleidung.

Die Behörden beerdigten unterdessen rund 280 Zivilisten in Butscha in einem Massengrab. Die Leichen konnten während der russischen Besatzungszeit nicht beigesetzt werden, verlautete nach Angaben der Ukrajinksa Prawda aus der Verwaltung.

Ukraine-Krieg: Selenskyj-Seite meldet Rückeroberung der Region Kiew

Update vom 3. April, 6.14 Uhr: Die ukrainische Regierung wertete den „schnellen Rückzug“ der russischen Truppen aus dem Großraum Kiew (siehe vorheriges Update) und der weiter nördlich gelegenen Region Tschernihiw als Beleg für den von Moskau angekündigten Strategiewechsel. Die russische Armee wolle sich nun „nach Osten und Süden zurückziehen und dort die Kontrolle über große besetzte Gebiete behalten“, sagte Michailo Podoljak, ein Berater von Präsident Wolodymyr Selenskyj.

Die russischen Truppen hatten sich bereits in den vergangenen Tagen aus den nordwestlich von Kiew gelegenen Vororten Irpin und Butscha zurückgezogen, nachdem ihr Versuch, die ukrainische Hauptstadt einzukesseln, gescheitert war.

Ukraine-Krieg-News: Selenskyj-Seite meldet Rückeroberung der Region Kiew

Update vom 2. April, 21.00 Uhr: Die Truppen der Ukraine haben nach Angaben von Vize-Verteidigungsministerin Hanna Malyar das gesamte Gebiet rund um die ukrainische Hauptstadt Kiew zurück unter ihre Kontrolle gebracht. Das bestätigte die Politikerin in einem Post auf Facebook. „Die gesamte Region Kiew ist von Angreifern befreit“, so Malyar. Informationen wie diese lassen sich jedoch aktuell nur schwer überprüfen.

Nach Angaben der Regierung in Kiew sei es darüber hinaus gelungen, tausende Menschen aus den umkämpften Städten in der Ostukraine zu evakuieren. So hätte 765 Zivilisten die Stadt Mariupol mit eigenen Fahrzeugen verlassen können. Fast 500 Zivilisten seien wiederum aus der Stadt Berdjansk geflohen, wo auch zehn Busse gestartet sein sollen. Die Evakuierungen sollen am Sonntag fortgesetzt werden. „Wir arbeiten weiter“, schrieb die Vize-Regierungschefin Irina Wereschtschuk im Nachrichtenkanal Telegram.

Ukraine-Krieg: Kiew beobachtet „schnellen Rückzug“ russischer Truppen

Update vom 2. April, 12.47 Uhr: Die ukrainische Regierung beobachtet nach eigenen Angaben einen „schnellen Rückzug“ der russischen Streitkräfte im Norden des Landes. Die Angreifer würden in den Regionen von Kiew und Tschernihiw zurückfallen, sagte Michailo Podoljak, ein Berater von Präsident Wolodymyr Selenskyj, am Samstag. Moskaus Ziel sei dabei offensichtlich: Es wolle seine Truppen „nach Osten und Süden zurückziehen und dort die Kontrolle über große besetzte Gebiete behalten“.

Mehr zu Reaktionen aus Deutschland auf den Ukraine-Krieg lesen Sie in unserem aktuellen News-Ticker.

Update vom 2. April, 12.42 Uhr: Präsident Selenskyj hat zwei ukrainischen Generälen ihre Ränge aberkannt*. Ein Generalmajor wurde festgenommen.

Update vom 2. April, 10.25 Uhr: Die EU sollte sich auf weitere EU-Flüchtlinge vorbereiten, meint Migrationsexperten Gerald Knaus. Im Merkur-Interview erklärt er, wie die Verteilung* gelingen kann. Die USA stocken derweil ihre Unterstützung für die Ukraine auf.

Ukraine-Krieg: Selenskyj wendet sich auf Russisch an Soldaten-Eltern - „Der Tod für viele junge Kerle“

Erstmeldung: Kiew - Die Lage in der Ukraine ist weiterhin äußert angespannt. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj* rechnet mit heftigen russischen Angriffen im Osten seines Landes. „Russische Soldaten werden in den Donbass geholt. Genauso in Richtung Charkiw“, sagte der Staatschef in einer Videoansprache in der Nacht zum Samstag. „Im Osten unseres Landes bleibt die Lage sehr schwierig.“

Der ukrainische Generalstab teilte mit, dass russische Truppen aus der Sperrzone um das ehemalige Kernkraftwerk Tschernobyl und aus den angrenzenden Gebieten in Belarus zurückgezogen würden. Sie sollten augenscheinlich in das russische Gebiet Belgorod verlegt werden, von wo der Vorstoß nach Charkiw erfolgt.

Ukraine-Krieg: Selenskyj berichtet von mehr als 3000 geretteten Menschen aus Mariupol

Derweil sind aus der belagerten ukrainischen Stadt Mariupol nach Angaben von Selenskyj mehr als 3000 Menschen in Sicherheit gebracht worden. „Heute gab es in drei Regionen humanitäre Korridore: Donezk, Luhansk und Saporischschja“, sagte er in seiner nächtlichen Video-Ansprache. „Uns ist es gelungen, 6266 Menschen zu retten, darunter 3071 Menschen aus Mariupol.“

Der ukrainische Präsident führte nicht aus, ob die Menschen aus Mariupol direkt aus der von der russischen Armee eingekesselten Stadt herausgeholt wurden oder sie zunächst auf eigene Faust aus Mariupol flohen und dann in Sicherheit gebracht wurden. Mariupol steht seit Wochen unter massivem Beschuss der russischen Streitkräfte.

Auf Russisch wandte sich Selenskyj auch an die Eltern der jungen Männer in Russland, die dort zum 1. April zum Wehrdienst eingezogen wurden. „Schützen Sie ihre Kinder!“, sagte er. Die Eltern sollten alles tun, um ihre Söhne vor der Armee zu bewahren. Das Risiko sei hoch, dass sie in den Krieg in der Ukraine geschickt würden. „Das ist der garantierte Tod für viele ganz junge Kerle.“ Mehr zu Deutschlands Reaktionen auf den Ukraine-Krieg lesen Sie in unserem News-Ticker. (dpa/AFP/cibo) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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