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Pimmelgate um Andy Grote: Selbst die Washington Post berichtet

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Von: Elias Bartl

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Innensenator Andy Grote sitzt während einer Pressekonferenz vor einem Logo der Hamburger Polizei
Andy Grote bei der Vorstellung der Kriminalstatistik in Hamburg 2019. © Christian Charisius/picture alliance/dpa

Nach heftigem Twitter Shitstorm gegen Hamburgs Innensenator Andy Grote berichtet nun auch die US-Amerikanische Zeitung Washington Post.

Hamburg – Ist Andy Grote nun der bekannteste Innensenator Deutschlands? Nach der ereignisreichen letzten Woche im Leben des Hamburger Politikers kann das gut sein.

Andy Grote und Pimmelgate: Hausdurchsuchung wegen Tweet?

In der vergangenen Woche klopften am Mittwochmorgen plötzlich sechs Polizeibeamte an der Wohnungstür eines Mannes in der Bernhard-Nocht-Straße in Hamburg auf St. Pauli – Hausdurchsuchung.

Unter einem bereits im Mai veröffentlichten Tweet, in dem der Innensenator die feiernde Partymeute in der Hamburger Sternschanze verurteilte, kommentierte der Nutzer „Du bist so 1 Pimmel“. Deswegen ordnete der Innensenator die unerwünschte Ruhestörung durch den Staatsdienst an.

Shitstorm für Andy Grote: Selbst die Washington Post berichtet

Seither zieht sich ein mächtiger Shitstorm durch das Leben des Hamburger SPD-Politikers. Dieser Shitstorm zieht jetzt so weite Kreise, dass selbst die US-Amerikanische Zeitung Washington Post berichtet. Hier wird unter anderem Jeanette Hofmann vom Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft zitiert: „Viele Menschen hielten das, was die Person geschrieben hatte, für völlig harmlos – im Vergleich zu dem, was man sonst so im Internet findet, insbesondere Morddrohungen gegen Frauen und Minderheiten. Das ist lächerlich.“ [Übersetzung der Redaktion]

Die Stadt Hamburg hat in der Vergangenheit mehrfach angekündigt stärker gegen Hass im Netz vorgehen zu wollen. Es gibt unter anderem eine Koordinierungsstelle OHNe Hass, die für mehr Strafanzeigen und eine effektivere Strafverfolgung sorgen soll. Hate Speech ist nicht neu. Am Weltmädchentag letztes Jahr machte die Menschenrechtsorganisation Plan International mit einem Report zu Digitaler Gewalt und Hasskommentaren Schlagzeilen.

Politiker:Andy Grote
Geboren:14. Juni 1968, Dissen am Teutoburger Wald
Partei:Sozialdemokratische Partei Deutschlands
Ämter:Mitglied des Bundesrates der Bundesrepublik Deutschland seit 2016, Innen- und Sportsenator Hamburg seit 2016

Auch Kanzlerkandidaten Annalena Baerbock (Grüne) ist vermehrt Ziel von Hass im Netz seit sie bestrebt ins Kanzleramt zu kommen. Hate Speech kann jeden treffen, doch man kann etwas gegen Hasskommentare tun. Die Folgen sind nicht trivial. Bei Hass im Netz drohen Gefängnisstrafen. Es ist kein Kavaliersdelikt. Und so scheint auch Hamburg Innensenator Andy Grote Beleidigung im Netz sehr ernst zu nehmen.

So kämpft IPPEN.MEDIA gegen Hass-Kommentare unter Artikeln.

Allerdings scheint er hier eventuell überreagiert zu haben. Die Menschen machen sich in den sozialen Medien über seine Reaktion lustig. Im Netz trendete #PimmelAndy auf Platz 1 der Twitter-Charts. Über 15.000 Tweets mit dem Hashtag wurden veröffentlicht. * 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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