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Ottensen: SPD und Linke wollen Kopfsteinpflaster an den Kragen

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Von: Bona Hyun

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Die Linke und SPD wollen den Rad- und Fußverkehr in Hamburg-Ottensen verbessern und Straßenlärm reduzieren. Sie fordern den Abschliff des Kopfsteinpflasters.

Ottensen – In Ottensen toben Streit und Unstimmigkeiten über die Forderung der Linken und SPD. Im Hauptausschuss forderten sie eine Glättung des Kopfsteinpflasters für bessere Befahrbarkeit und klarer Abtrennung des Rad- und Fußverkehrs. Anwohner gerieten in der Vergangenheit öfter aneinander beim Versuch, Ottensen autofreier und nachhaltiger zu gestalten. Mit ihrem jüngsten Vorschlag sorgten die SPD und die Linke erneut für Diskussionsstoff: Sollte man das Kopfsteinpflaster für besseren Rad- und Fußverkehr glatt schleifen?

Stadtteil Hamburgs im Bezirk Altona:Ottensen
Fläche:2,8 km²
Vorwahl:040

Linke und SPD wollen Kopfsteinpflaster abschleifen – für besseren Rad- und Fußverkehr

Die Linke und SPD forderten im Hauptausschuss des Bezirks eine besser befahrbare Straße für Fahrradfahrer. Dafür wollen Kopfsteinpflaster platt machen. Die Befahrbarkeit der Bahrenfelder Straße und der Ottenser Hauptstraße könne durch abgeschliffenes Kopfsteinpflaster verbessert werden. Zudem werden Rad- und Fußverkehr in Zukunft klar getrennt. Das berichtet „Bild.de“. Die beiden Parteien hätten am liebsten den Kopfstein ganz platt dafür geschliffen, doch da ruderten sie nochmal zurück – weil Kopfsteine unter Denkmalschutz stehen.

Ein mit Kopfsteinpflaster versehener Weg und eine Schleifmaschine
SPD und Linke wollen jetzt für Fahrradfahrer die Kopfsteinpflaster glatt schleifen – für besseren Fuß-und Radverkehr und weniger Lärm. (24hamburg.de Bildmontage, Symbolbild) © imago

„Das Kopfsteinpflaster solle in geschliffener Form erhalten bleiben, um dem Milieu- und Denkmalschutz des gewachsenen Stadtteils gerecht zu werden“, zitierte die BILD einen der Sprecher. Hingegen könnte eine Asphaltierung der Flächen den Charakter des Stadtteils negativ verändern.

Einige Anwohner möchten das Kopfsteinpflaster beibehalten, weil es einfach dazugehöre. Wochenlang könnte Baustellen-Chaos herrschen, sollten die Kopfsteinpflaster geschliffen werden. Für langjährige Anwohner ein No-Go.

Kopfsteinpflaster sollen abgeschliffen werden – für weniger Lärm

Aber es gibt auch andere Meinungen: Weil das Kopfsteinpflaster laut einigen Bewohnern Lärm verursache, befürworten einige wiederum die Forderung der Linken und der SPD. Denn sobald ein Auto über die Steine fährt, werde es sehr laut. „Ich bin für das Abschleifen und stehe voll hinter der Verkehrsberuhigung in Ottensen“, so eine Anwohnerin aus Ottensen gegenüber der BILD. Wegen des Lärmproblems forderten ein Radfahrerverband Tempo 30 in ganz Hamburg. Ein Tempolimit von 30 plante die Koalition – dies könnte die Autofahrer künftig ausbremsen.

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Zoff um Kopfsteinpflaster – Verkehrsinitiative „Ottensen bewegt“ schmeißt hin

In Ottensen gibt es seit Jahren Zoff zwischen Anwohnern, Bezirk und Politikern unter anderem wegen der Kopfsteinpflaster. Das „Hamburger Abendblatt“ berichtete über einen Vorfall, bei dem Autofahrer, Radfahrer und Fußgänger aneinander gerieten – weil ein Auto über das Kopfsteinpflaster fuhr.

Die Bürgerinitiative „Ottensen bewegt“, die das Fehlen von „ganzheitlichen Mobilitätskonzepten“ angemahnt hatte, ist mittlerweile endgültig aus dem Projekt-Beirat „freiRaum Ottensen“ ausgetreten. Das gab die Initiative auf ihrer eigenen Webseite bekannt. Beim genannten Projekt gehe es einzig und darum, Ottensen schlichtweg „autoarm“ zu gestalten. Ein Mit- und Nebeneinander der Verkehrsteilnehmer werde nicht berücksichtigt. Den Anspruch einer komplett autofreien Stadt hat hingegen Eimsbüttel. * 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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