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Koalition plant Tempo 30: Hamburg könnte Autofahrer ausbremsen

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Von: Robin Dittrich

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Müssen die Hamburger für ihren Weg zur Arbeit bald mehr Zeit einplanen? Anstatt 50 Kilometer pro Stunde könnte es bald fast überall „Tempo 30“ heißen.

Hamburg – Plant die Regierung, es Autofahrern in ganz Deutschland schwerer zu machen? Nachdem ein Tempolimit auf deutschen Autobahnen merklich ins Stocken gerät, plant die neue Ampel-Koalition in Berlin schon den nächsten Schritt. Mit dem neuen Koalitionsvertrag soll es Kommunen leichter gemacht werden, Tempolimits in Städten zu erheben. Was folgen könnte, wäre eine Begrenzung auf 30 Stundenkilometer. Autofahrer gehen auf die Barrikaden, Fahrradfahrer würden den Schritt begrüßen.

Stadt in Deutschland:Hamburg
Fläche:755,2 km²
Einwohner:1,841 Millionen
Erster Bürgermeister:Peter Tschentscher (SPD)

Neuer Koalitionsvertrag von SPD, Grünen und FDP könnte Autofahrer ausbremsen

In knapp 58 Prozent der Straßen Hamburgs gilt schon Tempo 30. Wenn es nach der neuen Bundesregierung geht, könnte diese Zahl bald noch wachsen. Wie die Mopo berichtet, plant die Regierung eine Reform der Straßenverkehrsordnung. Dadurch würde es den Kommunen einfacher gemacht werden, ein Tempolimit einzuführen. Es geht zum einen um die Sicherheit von Fußgängern und Fahrradfahrern im Straßenverkehr sowie der Bekämpfung der Klimakrise.

Im Vordergrund fahren zwei Autos, im Hintergrund stehen viele Autos an Ampeln.
Gilt in Hamburg bald fast überall Tempo 30? © Florian Gärtner/Imago

Pro Jahr werden nach wie vor rund 100 Millionen Tonnen CO2 nur durch Deutschlands PKW-Verkehr in die Luft gepustet. E-Autos werden deshalb immer beliebter, auch wenn der Storm dafür in diesem Jahr deutlich teurer wurde. „Perspektivisch geht es um flächendeckendes Tempo 30, um der Klimakrise zu begegnen und die Lebensqualität aller Hamburger zu verbessern“ sagte der verkehrspolitische Sprecher der Hamburger Grünen, Gerrit Fuß.

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Mehr Sicherheit für Fahrräder und Fußgänger – ADAC ist skeptisch

Hamburg gilt nicht unbedingt als Fahrradstadt. Anders als Berlin oder Köln, passt sich die Hansestadt nur schleppend an die kontinuierlich steigende Zahl der Fahrradfahrer an. Das ist Tom Jakobi ein Dorn im Auge. Im Gespräch mit der Mopo erzählt der Vorsitzende des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC), wie er das Tempolimit handhaben würde: „Derzeit ist die Regelgeschwindigkeit für Autofahrer in Hamburg Tempo 50 und in Ausnahmefällen Tempo 30. Wir fordern, das umzukehren.“ Das soll den Straßenverkehr für Fahrradfahrer und Fußgänger deutlich sicherer machen. Außerdem: wenn Autos nur noch 30 fahren dürfen „werden mehr Menschen das Rad wählen.“

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Der Sprecher des ADAC-Landesverbands in Hamburg kann dieser Ansicht nicht zustimmen. Laut einer Studie kommen niedrige CO2-Emmissionen nicht durch das 20 Km/h höhere Tempo zustande, sondern durch gleichmäßige Geschwindigkeiten. Ein häufiges Stop-and-Go ist also schädlich, nicht Tempo 50. Er fordert zwar allgemeines Tempo 30 an Schulen und Kitas, aber nicht für den ganzen Hamburger Raum. Momentan ist von Seiten der Stadt noch nichts konkretes geplant. Wer in letzter Zeit mit dem Auto unterwegs war, konnte jedoch sehen: Tempo 30 kommt! * 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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