1. 24hamburg
  2. Politik

Kanzler-Bruder Jens Scholz über Corona-Politik: „Wir testen uns zu Tode“

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Kevin Goonewardena

Kommentare

Der Leiter der Unikliniken Schleswig-Holstein und Bruder des Kanzlers, Jens Scholz, übt scharfe Kritik an der Corona-Politik.

Kiel – Gegenüber der Tageszeitung Die Welt kritisierte Jens Scholz, Chef der Schleswig-Holsteiner Unikliniken (UKSH) und jüngerer Bruder des Bundeskanzlers Olaf Scholz, die Corona-Politik der Regierung scharf. Insbesondere kritisierte der Anästhesiologe, der 1985 die Promotion durch die Uni Hamburg verliehen bekommen hat und im Anschluss eine Facharztausbildung am UKE (Universitätsklinikum Eppendorf) absolvierte, die Quarantäneregelungen. Diese würden nicht nur am UKSH mit Standorten in Kiel und Lübeck dazu führen, dass zu viele Mitarbeitende in Quarantäne geschickt werden müssten und damit an anderer Stelle fehlten. Alleine an den UKSH-Kliniken befinden sich laut Medienberichten zurzeit mehr als 600 Angestellte in Quarantäne.

Name:Jens Scholz
Geburtsdatum und -ort:7. September 1959 in Osnabrück
Beruf und Ämter:Anästhesiologe, Hochschullehrer und Vorstandsvorsitzender des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein.

Jens Scholz: UKSH-Chef kritisiert Corona-Politik seines Bruders Olaf Scholz

Jens Scholz, der seit 2009 als Vorstandsvorsitzender der UKSH im Amt ist, sagte der Welt – bei der auch Franca Lehfeldt, Jetzt-Frau des FDP-Chefs Christian Lindner – das Paar hatte am Sonnabend auf Sylt geheiratet – und dessen Ex-Frau Dagmar Rosenfeld arbeiten – wörtlich: „Wir müssen zu viele Mitarbeitende in Quarantäne schicken, die zwar einen positiven Test haben, sich aber gut fühlen, nicht mehr infektiös sind und eigentlich arbeiten gehen könnten. Dies gefährdet die Versorgung unserer Patienten, zum Beispiel bei Herzinfarkt, Schlaganfall oder Krebs.“ Das berichtet unter anderem die Bild-Zeitung.

24hamburg.de Newsletter

Im Newsletter von 24hamburg.de stellt unsere Redaktion Inhalte aus Hamburg, Norddeutschland und über den HSV zusammen. Täglich um 8:30 Uhr landen sechs aktuelle Artikel in Ihrem Mail-Postfach – die Anmeldung ist kostenlos, eine Abmeldung per Klick am Ende jeder verschickten Newsletter-Ausgabe unkompliziert möglich.

Jens Scholz: „Wir sollten mit Corona umgehen, wie mit einer Grippe“

Der Kanzler-Bruder Jens Scholz forderte, die Regelungen zu lockern und damit dem genesenen und nicht mehr infektiösen Klinikpersonal die frühere Rückkehr an den Arbeitsort zu ermöglichen. Dazu soll auch ein anderer Umgang mit dem Coronavirus beitragen.

Jens Scholz und Olaf Scholz
Der Bruder des Bundeskanzlers, Jens Scholz, hat scharfe Kritik an der Corona-Politik der Ampel-Koalition geübt. © nordpool/F. Kern / Imago

„Wir sollten mit Corona umgehen wie mit der Grippe: Wer krank ist, bleibt zu Hause. Dafür brauchen wir weder Schnelltests noch Quarantänevorschriften“, so Jens Scholz weiter.

„Wir testen uns in Deutschland zu Tode. Diese Panik muss ein Ende haben.“

Jens Scholz, Vorstandsvorsitzender der UKSH, gegenüber der Welt

Lesen Sie auch: Freitesten nach Corona-Infektion: So beenden Sie schnell die Quarantäne

Corona-Zahlen: Schleswig-Holstein mit bundesweit zweithöchster Inzidenz

Im Bundesland Schleswig-Holstein liegt die Sieben-Tage-Inzidenz deutlich über dem Bundesdurchschnitt. Am Freitag, dem 08. Juli, lag der Inzidenzwert im nördlichsten deutschen Bundesland bei 925,7, im bundesweiten Durchschnitt bei 699,5. Lediglich das Saarland, berichtet t-online, wies von allen 16 deutschen Bundesländern mit 962,2 eine höhere Inzidenz auf als Schleswig-Holstein.

Auch interessant

Kommentare