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Hartz-IV: Die „Corona-Auszeit für Familien“ spendiert Urlaub für Geringverdiener

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Von: Natalie-Margaux Rahimi

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Urlaub von Corona? Das kann sich nicht jede Familie leisten, schon gar nicht von Hartz-IV. Deshalb spendiert der Staat jetzt eine Woche „Corona-Auszeit für Familien“.

Hamburg – Die Coronavirus-Pandemie ist für die allermeisten eine enorme Belastung. Der Lockdown, die Ungewissheit, Homeoffice, Homeschooling und viele weitere Faktoren strapazieren die Nerven vieler Menschen seit nun schon mehr als eineinhalb Jahren. Klar, dass sich viele nach Urlaub sehnen, um sich zumindest ein wenig von Corona zu erholen. Fast unmöglich ist das allerdings für Familien mit geringem Einkommen oder Hartz-IV. Deshalb zahlt der Staat diesen Familien jetzt eine Woche „Corona-Auszeit“.

Finanzielle Hilfe für Arbeitslose:Arbeitslosengeld II (genannt Hartz 4)
Eingeführt:1. Januar 2005
Grundlage für ALG II:Zweites Buch der Sozialgesetzgebung

Corona-Auszeit für Familien: Nach Kinderfreizeitbonus – Staat spendiert Urlaub für Hartz IV-Familien

Schon seit geraumer Zeit arbeitet die Bundesregierung an Mitteln, wie einkommensschwache Familien und Kinder in Hartz-Familien entlastet werden können. Zum Beispiel über den sogenannten Kinderfreizeitbonus: 100 Euro zahlte der Staat pro Kind an Familien mit geringem Einkommen aus – wollte so Freizeitattraktionen als Ausgleich zum tristen Corona-Alltag ermöglichen. Doch wie 24hamburg.de berichtete, gingen beim Kinderfreizeitbonus viele Kinder leer aus.

Eine junge Familie läuft fröhlich am Strand entlang, dazu ein Stempel mit der Aufschrift Hartz-IV.
Corona-Auszeit für Familien: So geht Urlaub trotz Hartz-IV. (24hamburg.de-Montage) © shotshop/imago & Mc Photo/imago

Darum gibt es jetzt ein weiteres Angebot für Familien mit geringen Einkommen und Angehörige mit Behinderungen. Denn diesen Menschen wird jetzt ein einwöchiger Urlaub in gemeinnützigen Ferienstätten ermöglicht, um sich von den Strapazen der Corona-Pandemie zu erholen.

Corona-Auszeit für Hartz IV-Familien: „Nicht jeder kann sich einen Urlaub leisten, aber alle sollen sich erholen können“

Möglich gemacht wird dies durch das sogenannte „Corona-Aufholpaket“, das insgesamt zwei Milliarden Euro für verschiedene Projekte zur Verfügung stellt. 50 Millionen Euro fließen nun in die Maßnahme „Corona-Auszeit für Familien“, die unter anderem Hartz IV-Familien einen Urlaub ermöglichen soll. „Nicht jeder kann sich einen Urlaub leisten, aber alle sollen sich erholen können“, sagte Bundesfamilienministerin Christine Lambrecht dazu im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur.

Und weiter: „Für Familien mit kleinen Einkommen und kleinen Wohnungen waren die Monate mit geschlossenen Kitas und Schulen besonders hart“. Die Maßnahme soll diesen Familien so ermöglichen „wieder rauszukommen, abzuschalten und Kraft zu tanken“, erklärte Lambrecht.

Urlaub trotz Hartz IV: „Corona-Auszeit für Familien“ – 90 Prozent der Kosten trägt der Staat

Damit auch einkommensschwache Familien „zusammen durchatmen“ können, trägt der Staat circa 90 Prozent der Kosten für den einwöchigen Corona-Urlaub. Die Familien müssen nur etwa zehn Prozent der Kosten für Verpflegung und Unterkunft selbst berappeln.

Das besondere: Familien können die Maßnahme gleich zweimal in Anspruch nehmen. Einmal im Kalenderjahr 2021 und einmal 2022. Die geförderten Unterkünfte befinden sich in ganz Deutschland und sind den Bedürfnissen von Familien und Kindern entsprechend angepasst, heißt es auf der Webseite des Bundesfamilienministeriums.

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Derzeit arbeitet das Ministerium laut eines Berichts des Spiegels an einem Online-Bedarfsrechner, mit deren Hilfe Familien einfach und unkompliziert prüfen können, ob sie anspruchsberechtigt sind. In jedem Fall gefördert werden Familien, bei denen mindestens ein Familienmitglied eine Behinderung hat. *24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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