Anti-Hildmann-Aufruf

Udo Lindenberg mischt Attila Hildmann auf: Demonstranten sind „abstruse Spinner“ und „Schwachmaten“

  • Christian Domke Seidel
    vonChristian Domke Seidel
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Wegen der Coronavirus-Demo in Berlin platzt Udo Lindenberg auf Facebook der Kragen. Er beschimpft viele der Teilnehmer und ruft zur Besonnenheit auf. 

HamburgUdo Lindenberg ist wieder im Angriffsmodus. Diesmal sind die Teilnehmer der Coronavirus-Demo in Berlin und damit auch Attila Hildmann sein Ziel. Per Facebook-Posting beschimpft er die Extremisten, die versucht hatten, die Reichstag zu stürmen. Klare Worte gibt es vom Hamburger Rocker auch für die Leute, die an der Seite der Extremisten marschieren.

AutorAttila Hildmann
Geboren22. April 1981 (Alter 39 Jahre), Berlin
Größe1,77 m
Eltern Ursel Hildmann
AusbildungFreie Universität Hamburg

Udo Lindenberg kritisiert Coronavirus-Demo in Berlin: „Nazis, Demokratiefeinden und abstruse Spinner“

Attila Hildmann erhält seit der Coronavirus-Demo in Berlin viel Aufmerksamkeit. Auch, wenn der angestrebte Regierungswechsel gehörig schiefging. Statt in den Bundestag geführt wurde er nur im Schwitzkasten abgeführt. Hinterher verbreitete er noch die unhaltbaren Gerüchte, bei den Polizisten würde es sich um „Schlägertrupps“ handeln. Zwei Menschen seien durch sie gestorben*, behauptet der Rechtsaktivist.

Udo Lindenberg attackiert Attila Hildmann und einige Teilnehmer an der Coronavirus-Demo in Berlin hart. (24hamburg.de-Montage)

Ein anderer großer Aufreger der Coronavirus-Demo in Berlin war der versuchte Sturm des Reichstags. Zwar schafften es die Angreifer nur bis zur Treppe und drei Polizisten reichten, um die Menschen aufzuhalten, die Bilder waren dennoch erschütternd. In Summe mussten am Samstag, 29. August 2020, dem Tag der Demonstration dreihundert Menschen verhaftet werden, wie 24hamburg.de schreibt.

Verständnis für Anliegen der Coronavirus-Demonstranten, aber „wer da mitläuft unterstützt ja solche Schwachmaten“

Die Geschehnisse rufen jetzt auch Udo Lindenberg auf den Plan. Der Hamburger Musiker engagiert sich Zeit seines Lebens politisch. Für Frieden und Abrüstung, Tierschutz und Menschenrechte. Bei den Bildern von der Coronavirus-Demo platzte ihm der Kragen. Seiner Empörung machte er auf Facebook Luft.

Udo Lindenberg hat auf Facebook klaren Worten für die Coronavirus-Demo in Berlin gefunden.

Zunächst äußert er noch Verständnis für die Teilnehmer an der Coronavirus-Demo in Berlin: „Wenn Menschen irritiert und verängstigt sind, in diesen beunruhigenden Zeiten, und sich Sorgen um ihre Existenz machen, dann kann man das verstehen.“ Auch deren Forderung nach staatlicher Hilfe könne er verstehen. „Auch demonstrieren - mit ihren Fragen, mit ihren Zweifeln.“ Seinen Beitrag garniert er mit einem Video von „Spiegel TV“.

Doch dann wird er deutlich: „Aber deswegen muss man noch lange nicht zusammen mit Nazis, Demokratiefeinden und abstrusen Spinnern auf einer Demo mitmarschieren! War ja bekannt, dass Reichsbürger und Co. dazu aufgerufen hatten den Reichstag zu ‚stürmen‘. Wer da mitläuft unterstützt ja solche Schwachmaten.“ Sein Rat an Menschen, die sich Sorgen machen: „Cool bleiben.“ Und natürlich: „Nicht sich selbst und andere und unsre ganze Kulturszene gefährden.“ Schließlich habe Deutschland „die Pandemie bis jetzt am besten unter Kontrolle gehalten“ und sei in dieser Hinsicht „Weltspitze“. Gerade im Vergleich zu den USA, Brasilien oder Russland.

Länder, die Udo Lindenberg nicht zufällig nennt. Deren Oberhäupter – Donald Trump, Jair Bolsonaro und Wladimir Putin – hatte der Hamburger Musiker teils öffentlich kritisiert. Zuletzt den amerikanischen Präsidenten für dessen Umgang mit der „Black Lives Matter“-Bewegung*.

Udo Lindenbergs Kommtentar zur Coronavirus-Demo in Berlin ist unter seinen Fans umstritten

Im Kommentarbereich unter dem Beitrag tobt. Viele User applaudieren Udo Lindenberg, andere kritisieren ihn für den Beitrag. So schreibt der Nutzer Martin Fegert: „Lieber Udo, informiere dich bitte erst bevor du solchen Müll verbreitest!“ Ein Thomas Müller schreibt: „Danke Udo für die klaren Worte. Es ist etwas befremdlich was da gerade passiert und warum sich die Leute so kirre machen lassen.“

Userin Heidi Essbach, die nach eigener Angabe auf der Coronavirus-Demo in Berlin war, schreibt: „Die Rechten konnten sich richtig entfalten. Alle die dabei waren, sollten das Gehirn wieder einschalten! Lest aufmerksam Udos Beitrag, er hilft Euch beim Denken.“ * 24hamburg.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Axel Heimken/dpa & Jörg Carstensen/dpa & Fabian Sommer/dpa

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