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Alles zu Gerhard Trabert, Kandidat für die Wahl des Bundespräsidenten 2022

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Der Sozialmediziner Gerhard Trabert tritt 2022 bei der Wahl zum Bundespräsidenten an
Der Sozialmediziner Gerhard Trabert tritt 2022 bei der Wahl zum Bundespräsidenten an © Peter Zschunke

Gerhard Trabert tritt zur Wahl des Bundespräsidenten 2022 an. Ein Einblick in das Leben des Sozialmediziners, Autor und Mitglied der Nationalen Armutskonferenz.

Mainz – Am 13. Februar 2022 geht Gerhard Trabert als Parteiloser ins Rennen um das Amt des Bundespräsidenten. Sein Opponent Frank-Walter Steinmeier ist als amtierender Bundespräsident vielen bekannt. Doch es wissen die meisten nur wenig über den Sozialmediziner, dessen Kandidatur nur Die Linke unterstützt. Die anderen Parteien haben sich auf andere Kandidaten festgelegt. Als Professor, Autor, ehemaliger Leichtathletik-Profi und Mitglied der Nationalen Armutskonferenz hat er dabei einen sehr bewegten Lebenslauf.

Die Linke schlug ihn vor: Steinmeiers Opposition

Für die bevorstehende Wahl des Bundespräsidenten schlug Die Linke den Sozialmediziner vor: Gerhard Trabert wurde am 3. Juli 1956 in Mainz geboren. Hauptberuflich arbeitet er als Professor für Sozialmedizin. Nebenbei ist er auch als Buchautor, Vorsitzender mehrerer sozialer Vereine und in der Politik aktiv. Sein Haupt-Engagement gilt der Bekämpfung von Armut und sozialer Ungerechtigkeit. So ist er zwar parteiloser Kandidat, wird jedoch von der Partei Die Linke unterstützt. 2021 kandidierte er bereits für den Wahlkreis Mainz für den Bundestag, schaffte den Einzug jedoch nicht. Auch die Wahrscheinlichkeit, dass Trabert sich in der Bundesversammlung bei der Wahl zum Bundestagspräsidenten gegen den amtierenden Steinmeier durchsetzen wird, sind gering. Trabert geht es jedoch nicht um den Sieg, sondern darum ein Zeichen zu setzen und Gehör für soziale Anliegen zu finden. Mit den Aufgaben oder gar dem Gehalt eines Bundespräsidenten dürfte er sich also wohl nur theoretisch auseinandersetzen.

Sozialmediziner mit Herz: Wissenschaft und ehrenamtliches Engagement

Gerhard Trabert ist Professor für Sozialmedizin an der Hochschule RheinMain und wurde 2019 sogar zum „Hochschullehrer des Jahres“ ausgezeichnet. Seine wissenschaftliche Karriere begann 1975 mit einem Studium der Sozialarbeit an der Fachhochschule Wiesbaden. Darauf folgte 1983 das Studium der Humanmedizin an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz. Dort promovierte Trabert auch.

Bereits in seiner Doktorarbeit waren ihm soziale Anliegen wichtig: Er schrieb über die „Gesundheitssituation und medizinische Versorgung von wohnungslosen Menschen“. Neben seiner wissenschaftlichen Tätigkeit setze Trabert sich als Arzt stets für Menschen in Not ein: So verbrachte er viele Jahre mit Auslandseinsätzen in Ländern wie Indien und Bangladesch. Heutzutage betreibt er mit seinem „Arztmobil“ das Projekt „Ambulanz ohne Grenzen“. Mit verschiedenen Kollegen und Kolleginnen bietet er kostenlose Beratung und ambulante Behandlung an. Das Arztmobil fährt dabei dorthin, wo wohnungslose Menschen Hilfe benötigen. Die „Ambulanz ohne Grenzen“ kümmert sich dabei auch um Asylsuchende oder Menschen ohne Papiere.

Nationale Armutskonferenz und soziale Gerechtigkeit: Diese Themen sind Trabert wichtig

Auf seiner Homepage beschreibt Gerhard Trabert in 10 Grundsätzen, welche Themen ihm besonders am Herzen liegen: - Soziale Gerechtigkeit - Das Ende der Kinderarmut - Gleichberechtigung von Minderheiten - Faire Gesundheitsversorgung - Klimagerechtigkeit - Legale Migration von Flüchtlingen - Förderung der Demokratie - Bezahlbarer Wohnraum - Faire Löhne und Renten - Gerechte Besteuerung Damit vertritt er, obgleich parteilos, besonders die Interessen der Partei Die Linke. Zudem ist er Gründer und Vorsitzender des Vereins „Armut und Gesundheit in Deutschland“ und Mitglied der Nationalen Armutskonferenz. Diese ist ein Zusammenschluss verschiedener Verbände und Hilfsorganisationen. Ziel dieses Zusammenschlusses ist das Ende der Armut in Deutschland. Zentrale Themen sind dabei Kinderarmut, Mindestlohn und Hartz IV.

Autor, Aktivist und Arzt: Gerhard Trabert setzt sich auf vielfältige Weise für soziale Gerechtigkeit ein

Der Sozialmediziner Gerhard Trabert setzt sich nicht nur in seiner Tätigkeit als Hochschul-Professor oder in seinen Ehrenämtern für eine gerechtere Welt ein. Der parteilose Kandidat, der für Die Linke für das Amt des Bundespräsidenten kandidiert, ist stets bemüht, viele Menschen zu erreichen. So ist er nicht nur auf den sozialen Medien aktiv, sondern auch Autor zahlreicher Bücher. Zu seinen Veröffentlichungen zählen:

Hier zeigen sich wieder einmal die politischen Themen, die Trabert besonders am Herzen liegen. Aber auch seine Zeit als Arzt in der Onkologie prägt ihn nachhaltig. So befassen sich seine Kinderbücher unter anderem auf kindgerechte Weise damit, wie es ist, wenn ein Elternteil Krebs hat.

Leichtathletik Meisterschaften: Die bewegte Jugend von Gerhard Trabert

Bevor er durch seine Tätigkeit als Sozialmediziner, Autor und Politiker bekannt wurde, war Gerhard Trabert sehr erfolgreich im Sport unterwegs. Zunächst spielte er als Jugendlicher erfolgreich im Fußballverein Mainz. Während seines Studiums wurde Trabert dann Teil des Leichtathletik-Kaders und nahm an Studenten-Nationalmeisterschaften teil. Vor allem Kurzstrecken- und Hürdenlauf waren seine Disziplinen. 1975 reicht es sogar für eine Silbermedaille im 400-Meter-Lauf bei den Leichtathletik-Junioren-Europameisterschaften und 1978 für den Sieg der Deutschen Hochschulmeisterschaft. Mit zunehmendem Einsatz in Medizin und Sozialarbeit in Projekten wie der Nationalen Armutskonferenz blieb jedoch keine Zeit mehr für den Leistungssport.

Geschieden und vier Kinder: Das ist die private Seite von Gerhard Trabert

Über das Privatleben des Sozialmediziners, Autors und Bundespräsidenten-Kandidaten ist weniger bekannt. Er ist geschieden und hat vier Kinder, die zum Teil bei ihm leben. Über Details hält Trabert sich eher bedeckt. Bekannt ist, dass sein ältester Sohn bereits während seines Medizinstudiums zur Welt kam. Seine damalige Frau unterstütze ihn finanziell während des Studiums. Nach eigenen Aussagen waren seine Kinder oft besorgt, wenn er auf internationalen Einsätzen in Krisengebieten unterwegs war. Dennoch war es ihm stets wichtig, dass bei allem seinem ehrenamtlichen Engagement immer genug Zeit für seine Kinder blieb. *24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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