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Corona spielt auf den Intensivstationen nur geringe Rolle

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Corona-Intensivstation
Arbeit auf der Corona-Intensivstation des Universitätsklinikums Essen (Archivbild). © Fabian Strauch/dpa

Vor einem Jahr lagen mehrere Tausend schwerkranke Covid-Patienten auf den Intensivstationen. Inzwischen sind es deutlich weniger. Mit Sorge schauen die Kliniken aber auf die Situation der Beschäftigten.

Hamburg - Corona-Pandemie ist auf den Intensivstationen der Krankenhäuser in Deutschland kaum noch relevant, hat aber beim Personal erheblichen Tribut gefordert. Inzwischen mache der Anteil der Corona-Patienten auf den Intensivstationen weniger als fünf Prozent aus, sagte der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), Prof. Gernot Marx, zum Abschluss des Jahreskongresses der Organisation in Hamburg. „Es ist kein Vergleich zur Situation vor einem Jahr.“

Aktuell gebe es ein Plateau von etwa 900 Covid-Patienten - nach gut 5000 Schwerkranken noch vor etwa einem Jahr, sagte Marx, der auch Direktor der Klinik für Intensivmedizin und Intermediate Care am Universitätsklinikum Aachen ist. „Das sind aber in der Regel ältere, also 70- bis 80-jährige Patienten.“ Auch die Kapazitäten bei den Beatmungsgeräten seien bei weitem nicht ausgeschöpft. „Das drückt noch mal aus, dass wir deutlich weniger schwerkranke Patientinnen und Patienten mit Corona-Infektionen versorgen“, sagte Marx.

Rund 2000 Intensivbetten abgebaut

Beim Klinikpersonal, insbesondere in der Pflege, habe die Pandemie jedoch deutliche Spuren hinterlassen. So hätten wegen Personalmangels inzwischen rund 2000 Intensivbetten abgebaut werden müssen, was die Kapazität an freien Betten teilweise schon wieder auf unter zehn Prozent gedrückt habe, sagte Marx. Das Personal habe die Kliniken in der Regel nicht ganz verlassen, sondern wegen der dauerhaft extremen Arbeitsbedingungen stattdessen das Arbeitspensum von 100 auf 80 oder 75 Prozent reduziert, sagte Marx.

Der Direktor der Klinik für Unfallchirurgie am Universitätsklinikum Magdeburg, Prof. Felix Walcher - er fungiert die kommenden beiden Jahre als Divi-Präsident - forderte eine psychosoziale Unterstützung der Beschäftigten, damit deren psychische und physische Widerstandsfähigkeit gestärkt wird. „Die Krankenhausträger, die Politik müssen verstehen, dass diese Strukturen aufgebaut werden müssen.“ Dazu gehöre auch eine auskömmliche Finanzierung.

Auch wenn die meisten Corona-Patienten in den Kliniken inzwischen nicht wegen der Pandemie, sondern wegen anderer Beschwerden in den Krankenhäusern lägen, machte sich der Direktor der Klinik für Intensivmedizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Prof. Stefan Kluge, weiter für Impfungen stark. Eine oder zwei Impfungen reichten nicht für einen guten Schutz. „Drei Impfungen unter 60 und vier Impfungen über 60 schützen gut vor einem schweren Verlauf.“ Den Angaben zufolge besuchten rund 5800 Teilnehmer den Kongress. dpa

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