Zukunft des Coronavirus

Corona in Hamburg: Tschentscher sieht Ende der Pandemie noch dieses Jahr

  • Anika Zuschke
    VonAnika Zuschke
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Peter Tschentscher, Bürgermeister von Hamburg, erwartet ein Ende der Corona-Pandemie bereits vor 2022. Spiegeln Hamburgs Inzidenz- und Impfzahlen das wider?

Hamburg – Es ist eine Aussage, die so manche Herzen höher schlagen lässt: Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) sieht ein Ende der Corona-Pandemie noch vor 2022. „Ich denke, wir werden die Pandemie dieses Jahr hinter uns lassen“, äußert er gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Das sei jedoch nur mit einem gesamtgesellschaftlichen Impf-Schutz möglich.

Bürgermeister von Hamburg:Peter Tschentscher (SPD)
Geboren:20. Januar 1966 (Alter 55 Jahre) in Bremen
Ehepartnerin:Eva-Maria Tschentscher
Amt als Bürgermeister: seit 2018

Die Corona-Neuinfektionen in Hamburg werden momentan wieder mehr: am Samstag, 10. Juli 2021 wurden 38 neue Fälle gemeldet, das sind neun mehr als am Freitag, vor einer Woche waren es sogar nur 22. Demzufolge steigt auch die Inzidenz von 9,3 gestern auf 10,1 heute. Damit befindet sich Hamburg das erste Mal seit Ende Juni wieder im zweistelligen Bereich.

Ende der Corona-Pandemie in 2021? Impfzahlen in Hamburg sind gering

Auch impftechnisch ist die Hansestadt nicht besonders weit vorn: Nur knapp vierzig Prozent der Bevölkerung sind Stand 9. Juli vollständig geimpft, belegen Zahlen des Robert-Koch-Instituts (RKI). Das ist weniger als in Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein oder Bremen.

Was bewegt den Hamburger Bürgermeister also zu so einer optimistischen Aussage? Tschentscher zufolge schützen die zugelassenen Impfstoffe nach ersten Erkenntnissen auch vor den neuen Virus-Varianten – besonders die Delta-Variante breitet sich momentan rasend schnell im Norden aus. Anders als im Jahr 2020, als der Sommer Fortschritt versprach und der Herbst Deutschland eines Besseren belehrte, gebe es nun tatsächlich wirksame Impfstoffe.

Viele Erkenntnisse durch Corona-Erfahrungen: Bleiben Infektionen im Herbst niedrig?

Außerdem könnten durch umfassende Teststrategien Infektionsketten frühzeitig erkannt und unterbrochen werden, so Peter Tschentscher. Durch anderthalb Jahre Corona-Erfahrungen gebe es viele Erkenntnisse in kritischen Bereichen. „Deswegen hoffe ich, dass das Infektionsgeschehen auch im Herbst niedrig bleibt und keine erneuten Lockdown-Maßnahmen erforderlich werden“, äußert der Bürgermeister zuversichtlich.

Bürgermeister Peter Tschentscher geht davon aus, dass Corona dieses Jahr ein Ende nimmt. (24hamburg.de-Montage)

Um das zu erreichen, ist es nötig, „dass sich möglichst viele Bürgerinnen und Bürger impfen lassen und wir als Gesellschaft damit insgesamt geschützt sind“, stellt der SPD-Politiker fest. Möglicherweise sei eine Auffrisch-Impfung nach einer gewissen Zeit notwendig, aber als Routine wäre dies auch in unserem Gesundheitssystem machbar.

Impfzentrum in den Messehallen wird geschlossen: Alle willigen Hamburger sollen Impfungen bekommen

Gleichzeitig erwähnt Tschentscher jedoch, dass das Impfzentrum in den Messehallen voraussichtlich bereits Ende August schließen solle. Bis dahin werde entschieden, welche Impf-Angebote in Zukunft nötig sein werden. Seiner Ansicht nach bieten schon jetzt viele Praxen, Krankenhäuser und betriebsmedizinische Einrichtungen Corona-Impfungen an.

„Wir werden sicherstellen, dass alle, die in Hamburg eine Erst-, Zweit- oder Auffrischungsimpfung brauchen, sie auch erhalten können“, verspricht Bürgermeister Tschentscher. Für die Organisation der Impfstofflieferungen ist aber das Bundesgesundheitsministerium zuständig. Die Bundesregierung habe sich bei den Herstellern bestimmte Kontingente für einzelne Quartale gesichert, aber „Wir wissen jetzt noch nicht sicher, was zum Beispiel Anfang August geliefert wird.“

Sinneswandel bei Tschentscher: Hofft auf Impfungen für alle bis zum Ende des Sommers

Trotzdem bleibt Tschentscher positiv: „Wenn die angekündigten Lieferungen tatsächlich eintreffen, können wir bis zum Ende des Sommers allen ein Impfangebot machen.“

Es scheint ein schneller Sinneswandel bei Hamburgs Bürgermeister vonstattengegangen zu sein: Erst vor etwa einer Woche kündigte Tschentscher eventuelle Verschärfungen für Reiserückkehrer an. Demnach sollten alle Urlauber aus Risiko- oder Virusvariantengebieten für zwei Wochen in Quarantäne. Vielleicht gar keine so schlechte Idee angesichts der steigenden Inzidenz-Werte auf Mallorca.

Und dennoch lässt die Aussage von Peter Tschentscher einen gewissen Hoffnungsschimmer am Corona-Horizont erkennen. * 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Georg Wendt/dpa/imagebroker/Imago

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