Trotz Ankündigung von Spahn

Corona-Impfung: Hamburg hält an Impf-Priorisierung in Impfzentren fest

  • Laura Rodrigues
    vonLaura Rodrigues
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Gesundheitsminister Spahn kündigte an, die Impfpriorisierungen ab dem 7. Juni aufzuheben. Doch Hamburg geht einen Sonderweg: Die Reihenfolge bleibt bestehen.

Hamburg - Kaum machte der Bundesgesundheitsminister Jens Spahn die frohe Kunde, dass ab dem 7. Juni die Impfpriorisierung bundesweit aufgehoben wird, schallte ihm direkt Kritik entgegen. Ärzte und Verbände schlugen Alarm! Die Deutsche Stiftung Patientenschutz beispielsweise hält die Ankündigung für mehr als unrealistisch. Vorstand Eugen Brysch nannte den Schritt eine „staatlich organisierte Verantwortungslosigkeit“, die in einem „Windhundrennen“ um die verfügbaren Impfstoffe enden würde. 

Hamburg bleibt bei den Impf-Priorisierungen in den Impfzentren.

Impf-Priorisierung: Hamburg behält Prio bei - zumindest in den Impfzentren

Auch die Hamburger Bürgerschaft konnte von Beginn an wenig Zustimmung aufbringen und so entschied die Sozialbehörde der Hansestadt Hamburg nun: Die Impfpriorisierungen bleiben - zumindest in den Impfzentren.

Es werden so dort kurzfristig nur noch Termine an Hamburger vergeben, „die gemäß der Impfpriorisierung einen Anspruch auf eine bevorzugte Schutzimpfung haben und bereits zur Terminvereinbarung aufgerufen wurden“, sagte Gesundheitssenatorin Melanie Leonhard (SPD) am Mittwochabend der Deutschen Presse-Agentur. Dort stünden aber vor allem Zweitimpfungen an.

Impf-Priorisierung in Hamburg: „Unsere Spielräume für Erstimpfungen sind begrenzt.“

„Wir haben schlicht nicht genug Impfstoff“, sagte Leonhard, weshalb viele Menschen bisher noch gar keine Chance gehabt haben, überhaupt einen Termin zu vereinbaren. „Wir wollen diesen Menschen weiterhin einen bevorzugten Zugang bieten, soweit möglich.“

Arztpraxen hingegen können und sollen die Aufhebung der Priorisierung durchführen. Dazu gehören Hausärzte, aber auch viele Fachärzte, die in Hamburg die Corona-Schutzimpfung für ihre Patienten anbieten. „Das heißt, jede und jeder kann einen Termin vereinbaren“, sagte die Senatorin. Ab Juni sollten die Arztpraxen deshalb die Hauptanlaufstelle sein, „wenn es um Schutzimpfungen und Impftermine geht“.

Das wiederum führt zu massiver Kritik bei den Hausärzten. Schon jetzt können die Praxen den Patientenansturm und die dazugehörige Organisation kaum stemmen. *24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Markus Scholz

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