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Wer wählt am 13. Februar 2022 den Bundespräsidenten? Infos zur Bundesversammlung

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Von: Dagmar Schlenz

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Die Bundesversammlung wählt das neue Staatsoberhaupt. Insgesamt 1472 Personen kommen dafür zusammen, darunter Fußballprofis und Angela Merkel.

Berlin – Am 13. Februar findet die Wahl des nächsten deutschen Bundespräsidenten in Berlin statt. Die Amtszeit des derzeitigen Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier endet mit dem 18. März 2022. Insgesamt 1472 Personen versammeln sich am Sonntag zur Wahl, um für einen der vier Kandidatinnen und Kandidaten zu stimmen. Doch wie läuft die Wahl ab und wer wählt überhaupt den Bundespräsidenten? Und was haben der FC-Bayern-Profi Leon Goretzka und der Schauspieler Marcus Mittermeier mit der Wahl zu tun?

Bundespräsidentenwahl 2022: Welche Personen wählen den Bundespräsidenten?

Der Bundespräsident ist das deutsche Staatsoberhaupt mit repräsentativen Aufgaben. Gewählt wird er von der Bundesversammlung, einem nichtständigem Verfassungsorgan. Einberufen wird sie von der Bundestagspräsidentin bzw. dem Bundestagspräsidenten.

Frank-Walter Steinmeier (SPD) spricht 2017 nach seiner Wahl zum Bundespräsidenten vor der Bundesversammlung. Die 17. Bundesversammlung besteht aus den 736 Bundestagsabgeordneten sowie 736 Entsandten der Landesparlamente.
Frank-Walter Steinmeier (SPD) spricht nach seiner Wahl zum Bundespräsidenten bei der 16. Bundesversammlung. © Michael Gottschalk/imago

Die Bundesversammlung hat ausschließlich die Aufgabe, den Bundespräsidenten oder die Bundespräsidentin zu wählen. Sie besteht aus allen Abgeordneten des Deutschen Bundestages und einer gleichen Anzahl von Abgeordneten, die von den Landtagen gewählt werden. Die Anzahl der Abgeordneten jedes Landes im Bundestag wird anhand seiner Bevölkerungsdaten berechnet und von der Bundesregierung per Kabinettsbeschluss festgelegt.

17. Bundesversammlung: Anzahl der Mitglieder aus den Bundesländern

94 aus Baden-Württemberg

115 aus Bayern

30 aus Berlin

24 aus Brandenburg

6 aus Bremen

16 aus Hamburg

53 aus Hessen

16 aus Mecklenburg-Vorpommern

73 aus Niedersachsen

156 aus Nordrhein-Westfalen

37 aus Rheinland-Pfalz

9 aus dem Saarland

39 aus Sachsen

21 aus Sachsen-Anhalt

27 aus Schleswig-Holstein

20 aus Thüringen

Nach Bekanntgabe von Ort, Zeit und Zahl der Abgeordneten der Bundesversammlung werden die Landesvertreter von den Landtagen gewählt. Die Sitze in der Bundesversammlung werden nach dem Stimmenverhältnis der Fraktionen in den jeweiligen Landtagen vergeben. Von einem Landtag gewähltes Mitglied in der Bundesversammlung kann jeder werden, der zum Bundestag wählbar ist.

Ablauf der Bundespräsidentenwahl: Entscheidung durch geheime Abstimmung

Wie läuft die Wahl zum Bundespräsidenten ab? Der Bundespräsident wird von der Bundesversammlung in geheimer Abstimmung gewählt. Für den Sieg muss ein Kandidat im ersten oder zweiten Wahlgang die absolute Mehrheit der Mitglieder der Bundesversammlung gewinnen, im dritten Wahlgang genügt dann die relative Mehrheit. Nach der Annahme der Wahl durch den gewählten Kandidaten erklärt die Präsidentin oder der Präsident des Deutschen Bundestages die Bundesversammlung für beendet.

Wie setzt sich die 17. Bundesversammlung zusammen?

Die 17. Bundesversammlung besteht insgesamt aus 1472 Personen. Alle 736 Bundestagsabgeordnete sind Mitglied, dazu kommen die gleiche Anzahl Personen, die von den Volksvertretungen der Länder entsandt werden. Nach Parteien teilen sich die Sitze in der 17. Bundesversammlung wie folgt auf:

Sitzverteilung in der 17. Bundesversammlung

CDU/CSU: 445

SPD: 391

Grüne: 233

FDP: 154

AfD: 152

Linke: 71

Freie Wähler: 18

SSW: 2

Sonstige: 6

Prominente Mitwählerinnen und Mitwähler in der Bundesversammlung

An der Wahl des Bundespräsidenten nehmen regelmäßig auch Personen aus der Zivilgesellschaft teil, darunter zahlreiche prominente oder bekannte Persönlichkeiten. Dafür brauchen die Sportler, Sängerinnen und Schauspieler selbst keine Mitglieder einer Partei zu sein, sondern werden von den Parteien aus den Landesparlamenten entsandt. Bei der Wahl von Frank-Walter Steinmeier im Jahr 2017 waren unter den Mitgliedern der Bundesversammlung der damalige Bundestrainer Joachim „Jogi“ Löw, Schauspielerin Veronica Ferres sowie Drag-Queen Olivia Jones aus Hamburg.

Angela Merkel und Alexander Gerst unter den 736 Entsandten der Landesparlamente

Die CSU lud in diesem Jahr neben Ex-Kanzlerin Angela Merkel, die Ehrenvorsitzenden Edmund Stoiber, Theo Waigel und Horst Seehofer nach Berlin. Für die Grünen werden u.a. Virologe Christian Drosten, Schauspieler Marcus Mittermeier und Astronaut Alexander Gerst die 17. Bundesversammlung ergänzen. Die SPD entschied sich dieses Jahr für den FC-Bayern-Profi Leon Goretzka. Er steht auf der Liste der bayerischen Mitglieder der nächsten Bundesversammlung. Auch für die SPD dabei sind Schlagersänger Roland Kaiser und die Hamburger Infektiologin Marylyn Addo. *24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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