1. 24hamburg
  2. Politik

Bundestagswahl 2021 in Hamburg: So hat Ihr Bezirk abgestimmt

Erstellt:

Von: Kevin Goonewardena

Kommentare

Auch auf Landesebene haben sich bei der gestrigen Bundestagswahl 2021 verschiedene Trends fortgesetzt. Wie in welchem Hamburger Bezirk abgestimmt wurde, erfahren Sie hier.

Hamburg – Am Ende konnte sich die SPD am gestrigen Wahlabend zwar nur knapp gegen die CDU durchsetzen, als Partei mit dem größten Stimmenanteil fordert sie jedoch zurecht die Kanzlerschaft für ihren Spitzenkandidaten Olaf Scholz ein. Doch auch die Union, die unter NRW-Ministerpräsident Armin Laschet das schlechteste Ergebnis ihrer Geschichte auf Bundesebene einfuhr, ist noch im Rennen und könnte bei geschickter Verhandlungsführung sogar eine von ihr geführte Regierung ohne SPD-Beteiligung zustande kriegen. Oder macht Laschet doch einen Rückzieher und räumt seine Niederlage ein?

Deutscher Politiker:Olaf Scholz
Geboren:14. Juni 1958, Osnabrück
Partei:SPD
Derzeitiges Amt:Bundesfinanzminister

In Hamburg sieht die Sache schon ganz anders aus. Das Wahlergebnis der Bundestagswahl 2021 ist in der Hansestadt Hamburg nämlich eindeutiger – besonders was das Rennen um die Kanzlerschaft angeht. So haben die Hamburger in den einzelnen Bezirken abgestimmt.

Bundestagswahl 2021 in Hamburg: SPD und Grüne machen Wahlkreise unter sich aus

Klar, in der Heimatstadt von Olaf Scholz konnte die SPD hervorragend abschneiden und ihr Ergebnis im Vergleich zur letzten Wahl 2017 in allen sechs Wahlbezirken verbessern – doch gewonnen hat die älteste Partei Deutschlands keineswegs jeden Bezirk. So mussten sich die Sozialdemokraten in den Wahlbezirken Eimsbüttel (28 Prozent) und Altona (25,6 Prozent) den Grünen mit 29,9 Prozent (Eimsbüttel) und 30,3 Prozent (Altona) geschlagen geben – die dort ihr bestes Ergebnis in der Hansestadt bei der Wahl 2021 erreichten. Das gelang der SPD ihrerseits im Bezirk Wandsbek, in dem sie 34,3 Prozent der Stimmen auf sich vereinigen konnte – so viel wie keine andere Partei in keinem anderen Bezirk.

Autos fahren an Wahlplakaten von Bündnis 90/Die Grünen (l-r) mit Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock, der SPD mit ihrem Kanzlerkandidaten Olaf Scholz und der CDU mit Kanzlerkandidat Armin Laschet vorbei.
Am Tag nach der Bundestagswahl 2021 ist noch unklar, wer Deutschland in Zukunft als Kanzler regieren wird. ©  Kay Nietfeld/dpa

Auch im Wahlbezirk Bergedorf-Harburg erreichte die „alte Tante SPD“ mit 33,5 Prozent ein Ergebnis jenseits der 30er-Marke. Metin Hakverdi wird mit 39,3 Prozent der dort abgegebenen Stimmen zum dritten Mal nach Berlin entsandt – schon 2013 und 2017 fuhr der SPD-Mann das beste Ergebnis aller Direktkandidaten Hamburgs überhaupt ein. Wandsbek und Bergedorf-Harburg sind auch die einzigen beiden Bezirke, in dem Grüne und CDU am Ende etwa gleich auflagen – in den anderen Wahlbezirken der Hansestadt machten die SPD und die Partei um Spitzenkandidatin Annalena Baerbock den Sieg unter sich aus, die CDU war hier deutlich abgeschlagen.

Bundestagswahl 2021 in Hamburg: Herbe Verluste für die CDU - Christoph Ploß zieht über Landesliste in den Bundestag

Nicht nur der Deutschlandtrend von SPD und Grünen spiegelte sich auch in Hamburg wider, auch das Ergebnis der Hamburger CDU folgte dem bundesweiten Trend der Mutterpartei: in allen sechs Wahlbezirken büßte die Partei der scheidenden Bundeskanzlerin Angela Merkel deutliche Anteile bei den Zweitstimmen ein, teilweise errang die Union nur halb so viele Stimmen wie noch vor vier Jahren. 18,6 Prozent der Zweitstimmen konnte die CDU im Wahlkreis Nord auf sich vereinigen – so viel wie in keinem anderen Hamburger Bezirk.

Und musste dennoch mit der SPD die Plätze tauschen, die sich mit einem Anteil von 27,9 Prozent der Zweitstimmen den Wahlkreis von CDU-Landeschef Christoph Ploß schnappte. Ploß, der sein Direktmandat verlor, wird über die Platzierung der Landesliste, dort rangiert er auf Listenplatz 1, dennoch in den Bundestag einziehen.

So hat Hamburg gewählt: FDP, AFD und Die Linke spielen kaum eine Rolle

Lediglich zwei Abgeordnete entsendet die FDP aus Hamburg nach Berlin, nämlich Michael Kruse und Ria Schröder. Sowohl für Kruse, der seit 2021 Landesvorsitzender seiner Partei ist und dem Bundesvorstand angehört, als auch für Schröder bedeutete der Wahlausgang der erstmalige Einzug in das deutsche Parlament. 14,2 Prozent erreichten die Liberalen im Bezirk Hamburg-Nord, ihr bestes Resultat. Mit 10 Prozent in Bergedorf-Harburg schnitten sie dort am schlechtesten ab.

Die Partei Die Linke fuhr mit 9 Prozent ihr bestes Zweistimmenergebnis in Altona ein, mit lediglich 4,76 Prozent schnitt sie in Hamburg-Nord mit den wohlhabenden Walddörfern am schlechtesten ab. Landeschefin Zaklin Nastic (Listenplatz 1) bleibt nicht nur im Bundestag, sondern auch die einzige Linke-Abgeordnete aus Hamburg.

24hamburg.de-Newsletter

Im Newsletter von 24hamburg.de stellt unsere Redaktion Inhalte aus Hamburg, Norddeutschland und über den HSV zusammen. Täglich um 8:30 Uhr landen sechs aktuelle Artikel in Ihrem Mail-Postfach – die Anmeldung ist kostenlos, eine Abmeldung per Klick am Ende jeder verschickten Newsletter-Ausgabe unkompliziert möglich.

Auch die rechtspopulistische Partei AFD hat es lediglich geschafft, einen Kandidaten von der Elbe in den neu gewählten Bundestag zu senden: Ihren Landeschef Bernd Baumann. Nur 3,3 Prozent erreichte die AFD in Altona und blieb auch in zwei anderen Bezirken unter 4 Prozentpunkten. Ihr bestes Ergebnis fuhr die AFD in Harburg-Bergedorf ein, wo sie 8 Prozentpunkte der gültigen Zweitstimmen errang. *24Hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Auch interessant

Kommentare