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Bundestagswahl im Ticker: Grüne und FDP treffen sich Mittwoch

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Von: Johannes Nuß, Natalie-Margaux Rahimi, Jens Kiffmeier, Alessandro Alviani, Mark Stoffers, Yannick Hanke, Felix Busjaeger

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Nach Auszählung aller Wahlkreise ist nun klar: Die SPD ist stärkste Kraft. Die Union stürzte auf ein Rekordtief. Die Ergebnisse der Wahl im Live-Ticker.

+++ LIVE-TICKER AKTUALISIEREN +++

Update vom 27. September um 21:19 Uhr: Wie der Spiegel berichtet, soll es am Mittwoch zu einem ersten Treffen zwischen den Grünen und der FDP kommen. Demnach werden der Vorsitzende der FDP, Christian Lindner, und sein Generalsekretär Volker Wissing mit den Grünen-Chefs Annalena Baerbock und Robert Habeck aufeinandertreffen. Zunächst soll bilateral verhandelt werden. Damit wollen sich Grüne und FDP abstimmen, um gegenüber der SPD als Wahlsieger gemeinsam Positionen ziehen zu können. Es soll aber auch Gespräche mit der Union geben. Somit ist offen, ob es eine Koalition aus SPD, Grüne und FDP oder eine aus CDU, Grüne und FDP geben wird.

Update vom 27. September um 21:12 Uhr: Mit Tessa Ganserer und Nyke Slawik ziehen erstmals zwei Trans-Frauen in den Bundestag ein. Sie kandidierten für die Grünen und zogen jeweils über aussichtsreiche Landeslistenplätze ins Parlament ein. Zwar gab es schon einmal einen Trans-Abgeordneten, doch Christian Schenk von Linken gab dies erst bekannt, nachdem seine Amtszeit 2002 zu Ende gegangen war. 

Update vom 27. September um 20:40 Uhr: In der Union gibt es vor der an diesem Dienstag anstehenden Wahl des neuen Fraktionschefs im Bundestag angesichts der offenen Regierungsbildung Streit über die Dauer von dessen Amtszeit. CDU-Chef Armin Laschet sagte am Montag nach Beratungen der Spitzengremien seiner Partei in Berlin, er habe vorgeschlagen, dass der bisherige Vorsitzende Ralph Brinkhaus (CDU) „in der Phase dieser Koalitionsverhandlungen“ Fraktionschef sein solle. Wie man das formell mache, solle noch im Laufe des Tages besprochen werden.

Normalerweise wird der Vorsitzende der Unionsfraktion nach einer Bundestagswahl zunächst für ein Jahr gewählt – dann ist eine nochmalige Wahl bis zum Ende der Legislaturperiode vorgesehen. Dies ist so in der „Vereinbarung über die Fortführung der Fraktionsgemeinschaft zwischen CDU und CSU“ für die zu Ende gehende Wahlperiode vorgesehen.

Update vom 27. September um 19:18 Uhr: Robert Habeck soll in einer möglichen Koalition Vizekanzler werden. Das geht aus übereinstimmenden Medienberichten hervor. Wie es heißt, sollen die Grünen sich auf dieses Vorgehen bereits im Vorfeld der Bundestagswahl 2021 geeinigt haben, wenn die Partei ein Wahlergebnis von 17 Prozent oder weniger einfährt. Baerbock hat dies politisch zu verantworten. Ein Ministeramt für sie sei aber immer noch möglich.

Update vom 27. September um 16:18 Uhr: Die Sozialdemokraten haben für die Gespräche mit der FDP und den Grünen ein sechsköpfiges Sondierungsteam aufgestellt, das die Chancen zur Bildung einer Ampelkoalition ausloten soll. Wie die „Tagesschau“ aus Teilnehmerkreisen erfahren hat, sollen dem Team Kanzlerkandidat Olaf Scholz, die Parteivorsitzende Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans sowie Generalsekretär Lars Klingbeil, Fraktionschef Rolf Mützenich sowie die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer.

Update vom 27. September um 16:00 Uhr: Auf mögliche Gemeinsamkeiten mit der FDP-Spitze angesprochen ließ es sich grünen-Chefin Annalena Baerbock nicht nehmen, einen kleinen Scherz zu machen: „Also Christian Lindner und ich sind beide ziemlich gleich alt. Robert Habeck und Christian Lindner sind beides Männer. Und wahrscheinlich essen wir alle drei gerne Eis“, sagte sie auf die Frage einer Journalistin, ob es zwischen Grünen und FDP auch überraschende Gemeinsamkeiten gebe.

Die ersten Punkte seien zwar wenig überraschend, gab Baerbock zu, aber immerhin Schnittmengen. Im Anschluss betonte sie, dass es bei den anstehenden Koalitionsgesprächen neben Gemeinsamkeiten vor allem darauf ankomme, vertrauensvoll miteinander reden zu können. „Sonst ist es schon von Anfang an zum Scheitern verurteilt.“

Update vom 27. September um 15:40 Uhr: Mit 40 Prozent der Erststimmen in seinem Wahlkreis Stuttgart I ist Cem Özdemir bundesweit der erfolgreichste Grünen-Direktkandidat. Das geht aus den vorläufigen Zahlen des Bundeswahlleiters hervor. Nur Canan Bayram (Grüne) verbuchte in ihrem Berliner Wahlkreis ein ähnlich hohes Ergebnis – sie erreichte 37,8 Prozent der Wählerstimmen. Özdemir ist in Baden-Württemberg sogar Stimmenkönig unter allen Direktkandidaten. Auf Platz zwei folgt Roderich Kiesewetter, der für die CDU antrat.

Bei der Frauenquote führt die Grüne ebenfalls: 58,5 Prozent ihrer Abgeordneten sind weiblich. Damit liegt die Partei deutlich über dem Durchschnitt. Der Durchschnitt über alle Parteien hinweg liegt bei 34,7 Prozent. In der endenden Legislaturperiode lag der Anteil von Frauen im Bundestag bei 31,4 Prozent.

Für die AfD lief es bei der Wahl 2021 schlechter als 2017. Dennoch konnte die Partei im sächsischen Wahlkreis Görlitz ihr bundesweit bestes Ergebnis einfahren und 32,5 Prozent der Wählerstimmen verzeichnen. Dies ist ein Stimmenverlust von 0,4 Prozent im Vergleich zur Bundestagswahl 2017. Insgesamt konnte die AfD in 16 Wahlkreisen Direktmandate für sich verbuchen. Alle liegen in ostdeutschen Bundesländern.

Update vom 27. September um 15:25 Uhr: Es deutete sich bereits am Wahlabend an und nun gibt es Gewissheit: Der Deutsche Bundestag wird in der kommenden Legislaturperiode erneut anwachsen – vermutlich um weitre 26 Abgeordnete. Nach Berechnungen des Wahlforschers Robert Vehrkamp gegen die weiteren Sitze vorrangig auf das Konto der CSU. Sie habe in Bayern 45 der 46 Direktmandate gewonnen – nach Zweitstimmenanteil hätten sie aber nur 34 bekommen dürfen.

Der neue Bundestag wird künftig 735 Abgeordnete beherbergen. Bisher saßen 709 Politiker im Bundestag. Von den elf Überhangmandaten* seien drei unausgeglichen geblieben, wie dies die von Union und SPD beschlossene Wahlrechtsänderung vorsehe. Die anderen acht Überhangmandate hätten zu 126 Ausgleichsmandaten für die anderen Parteien geführt. Wären die drei Überhangsmandate ausgeglichen geworden, wäre der Bundestags noch weiter angewachsen – auf insgesamt 785 Abgeordnetenplätze.

Update vom 27. September um 15:00 Uhr: Die FDP und die Grünen setzen nach der Bundestagswahl 2021 auf schnelle Gespräche miteinander, um über eine mögliche Regierungsbeteiligung beider Parteien zu sprechen. Die FDP-Führung habe Vorsondierungen mit den Grünen beschlossen, sagte Parteichef Christian Lindner am Montag in Berlin. Er habe bereits auch schon mit Robert Habeck (Grüne) sowie Armin Laschet (CDU) und Olaf Scholz (SPD) telefoniert.

„Zwischen Grünen und FDP gibt es die größten inhaltlichen Unterschiede bei den Parteien des demokratischen Zentrums, die jetzt über eine Regierungsbildung miteinander sprechen könnten“, erläuterte er. „Deshalb macht es Sinn, angesichts dieser bisweilen bestehenden Polarisierung den gemeinsamen Grund zu suchen.“

Update vom 27. September um 12:54 Uhr: Deutschland hat einen neuen Erststimmen-König – und zwar wieder aus Niedersachsen: Bei der Bundestagswahl holte der SPD-Abgeordnete Johann Saathoff im Wahlkreis Aurich-Emden den bundesweit höchsten Anteil an Erststimmen. Seit 2013 sitzt Saathof als Direktkandidat im Bundestag. Bei der Wiederwahl wurde der 53-Jährige mit 52,8 Prozent gewählt. Damit löst er die stellvertretende CDU-Bundesvorsitzende Silvia Breher ab, die den inoffiziellen Titel vor vier Jahren erobert hatte. Kleines Trostpflaster: Die Bauerntochter aus dem Wahlkreis Cloppenburg/Vechta, die von Laschet ins Zukunftsteam berufen worden war, fuhr dieses Mal das zweithöchste Ergebnis ein. Sie wurde mit 49 Prozent wiedergewählt.

Update vom 27. September um 12:35 Uhr: Bei der Bundestagswahl 2021 hat die Union eine historische Wahlniederlage erlitten – von den Verlusten der CDU/CSU haben besonders die SPD und die Grünen profitiert. Aktuellen Zahlen zufolge verlor die Union etwa 1,53 Millionen Wählerstimmen an die SPD, 920.000 an die Grüne und jeweils 490.000 an die FDP und andere Parteien. Die Sozialdemokraten konnten ebenfalls stark bei ehemaligen Linkswählern punkten: 640.000 entschieden sich bei diese Wahl für die SPD. Auch 260.000 ehemalige AfD-Wähler und 180.000 ehemalige FDP-Wähler setzen ihr Kreuz bei den Sozialdemokraten.

Die Grüne zählt zu den stärksten Gewinnerinnen dieser Bundestagswahl und auch bei den Wählerwanderungen konnte sie stark punkten. Neben den Stimmen von ehemaligen Unionswählern entschieden sich 480.000 ehemalige Linkewähler und 260.000 SPD-Wähler dieses Mal für die Grünen. Für die AfD verlief die Wahl nicht erfolgreich. Ihre Wähler wanderten fast zu allen anderen Parteien ab – nur bei den Wählern der Linken konnte (plus 90.000) die Partei punkten.

Update vom 27. September um 11:30 Uhr: Noch vor Schließung der Wahllokale hatte der Parteichef der Freien Wähler, Hubert Aiwanger, am Sonntag die geheimen Zahlen einer Nachwahlbefragung auf Twitter veröffentlicht mit dem Aufruf, noch schnell für seine Partei abzustimmen. Der Post wurde kurze Zeit später gelöscht. Nun prüft der Bundeswahlleiter einen Verstoß gegen das Wahlgesetz. Es bestehe die Möglichkeit, dass Aiwanger gegen Paragraf 32 Absatz 2 des Bundeswahlgesetzes verstoßen habe, sagte der Bundeswahlleiter am Montag der Deutschen Presse-Agentur. „Die Veröffentlichung von Ergebnissen von Wählerbefragungen nach der Stimmabgabe über den Inhalt der Wahlentscheidung ist vor Ablauf der Wahlzeit unzulässig“, ist im Bundeswahlgesetz zu lesen.

Volksentscheid in Berlin: Mehrheit für Enteignung großer Immobilienkonzerne

Update vom 27. September um 10:40 Uhr: In einem bundesweit bisher einzigartigen Volksentscheid hat sich eine Mehrheit der Berlinerinnen und Berliner für die Enteignung großer Wohnungskonzerne ausgesprochen. 56,4 Prozent der Wähler stimmten am Sonntag dafür, während 39,0 Prozent das Vorhaben ablehnten, teilte die Landeswahlleitung mit.

Update vom 27. September um 09:00 Uhr: Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hat das Verhalten der Union auf Bundesebene nach der Bundestagswahl kritisiert. Das Wahlergebnis sei ein Erdbeben gewesen und habe eine ganz klare Wechselstimmung gegen die CDU gezeigt, sagte er am Montagmorgen bei MDR Sachsen. Das müsse man sich ganz klar eingestehen. Ihm erschließe sich deshalb die Haltung im Adenauer-Haus in Berlin nicht, von einem Regierungsauftrag zu sprechen, sagte Kretschmer. Diese Linie liege genau auf dem bisherigen Kurs, der zum Absturz der Union geführt habe, und sei nicht zukunftsfähig.

CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet hatte am Wahlabend den Auftrag zur Regierungsbildung für sich reklamiert. Nach dem vorläufigen Ergebnis stürzte die CDU/CSU nach 16 Jahren Regierungszeit von Kanzlerin Angela Merkel mit 24,1 Prozent auf ein Rekordtief.

Den Erfolg der AfD in Sachsen, die erneut stärkste Kraft wurde und zehn von 16 Direktmandaten holte, schrieb Kretschmer Fehlern in der Bundespolitik zu, vor allem bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie. Dort habe Sachsen näher an den Menschen agiert und sich etwa gegen Kita- und Schulschließungen entschieden. Dieser Weg sei aber durch die Bundesnotbremse gestoppt worden.

Kretschmer bedauerte, dass sich durch die zahlreichen Verluste von CDU-Direktmandaten im Freistaat die Möglichkeiten zur Mitgestaltung für Sachsen auf Bundesebene deutlich verschlechterten.

Bundestagswahl 2021: So haben die Kleinstparteien abgeschnitten

Update vom 27. September um 08:35 Uhr: 8,6 Prozent der Stimmen fallen bei der Bundestagswahl auf Sonstige. Das sind alle Parteien, die mindestens 0,1 Prozent der Stimmen (dafür brauchte es mehr als 30.000 Stimmen) erringen konnten. Als stärkste Kraft konnte dabei die Partei Freie Wähler mit 2,4 Prozent punkten. Die Basis kam auf 1,4 Prozent. Die Partei um den früheren „Titanic“-Chefredakteur Martin Sonneborn erlangte 1,0 Prozent.

Kleinteiliger geht es weiter: 0,5 Prozent der Stimmen gingen an Team Todenhöfer, Volt erreichte 0,4 Prozent. Dasselbe Ergebnis auch bei den Piraten: 04, Prozent. Südschleswigscher Wählerverband (SSW): 0,1 Prozent. Bündnis C - Christen für Deutschland: 0,1 Prozent. Die Humanisten: 0,1 Prozent. Gesundheitsforschung: 0,1 Prozent. Bayernpartei: 0,1 Prozent. V-Partei (Veränderung, Veganer, Vegetarier): 0,1 Prozent. NPD: 0,1 Prozent.

SPD gewinnt Bundestagswahl 2021 vor Union

Update vom 27. September um 06:35 Uhr: Das vorläufige Ergebnis der Bundestagswahl 2021 steht nun fest: Die SPD hat die Wahl klar gewonnen. Wie der Bundeswahlleiter bekannt gab, holten die Sozialdemokraten 25,7 Prozent der Stimmen (2017: 20,5 Prozent). Die Union stürzte auf 24,1 Prozent. Vor vier Jahren lag die CDU/CSU bei 32,9 Prozent. Dritte Kraft wurden die Grünen mit 14,8 Prozent (2017: 8,9 Prozent). Die FDP konnte von 10,7 auf 11,5 Prozent zulegen, die AfD rutschte von 12,6 auf 10,3 Prozent. Die Linke stürzte von 9,2 auf 4,9 Prozent ab.

Im nächsten Bundestag kommt die SPD auf 206 Sitze, zehn mehr als die Union.

Update vom 27. September um 5:28 Uhr: Die SPD hat die Bundestagswahl 2021 gewonnen. Nach der Auszählung aller Wahlkreise kamen die Sozialdemokraten auf 25,7 Prozentwie auf der Website des Bundeswahlleiters ersichtlich ist. Die CDU/CSU stürzte mit 24,1 Prozent auf ein Rekordtief. Mit 14,8 Prozent erreichten die Grünen das beste Ergebnis ihrer Geschichte. Die FDP verbesserte sich auf 11,5 Prozent. Die AfD rutschte auf 10,3 Prozent. Die Linke kam auf 4,9 Prozent.

Olaf Scholz, Finanzminister und SPD-Kanzlerkandidat, wink neben seiner Frau Britta Ernst auf einer Bühne
Grund zur Freude: Olaf Scholz, Finanzminister und SPD-Kanzlerkandidat, winkt neben seiner Frau Britta Ernst während der Wahlparty im Willy-Brandt-Haus. © Wolfgang Kumm/dpa

Update vom 26. September um 23.50 Uhr: In einer um 23.36 Uhr veröffentlichten Hochrechnung der ARD fällt die Linke auf 4,9 Prozent (minus 4,3 Prozent). Die SPD kann ihren Vorsprung auf 25,8 Prozent ausbauen (plus 5,3 Prozent), die Union fällt um 8,8 Prozent auf 24,1 Prozent. Auf dem dritten Platz liegen die Grünen mit 14,6 Prozent – die Ökopartei verbesserte sich um 5,7 Prozent. Auf den weiteren Plätzen folgen die FDP mit 11,5 Prozent (plus 0,8 Prozent) und die AfD mit 10,5 Prozent (minus 2,1 Prozent). Sonstige Parteien kommen auf 8,6 Prozent der Wählerstimmen (plus 3,4 Prozent).

Update vom 26. September um 23:30 Uhr: Seit 1990 gewann Angela Merkel den Wahlkreis 15 Vorpommern-Rügen – Vorpommern-Greifswald I. Nun geht er an die SPD: Die 27-jährige Anna Kassautzki setzte sich hier deutlich gegen die Kandidaten der AfD und der CDU durch.

Update vom 26. September um 23:15 Uhr: Laut aktuellen Hochrechnungen von ARD und ZDF von 22.50 Uhr konnte sich die SPD auf 25,9 bis 26 Prozent verbessern. Noch vor vier Jahren erreichten die Sozialdemokraten ein Wahlergebnis von 20,5 Prozent. Die Union fällt weiter auf 24,1 bis 24,5 Prozent (2017: 32,9 Prozent). Die Grünen kommen demnach auf 13,9 bis 14,7 Prozent (8,9), die FDP liegt bei 11,5 bis 11,7 Prozent (10,7). Die AfD kommt auf 10,4 bis 10,5 (12,6). Die Linke rutscht auf 5,0 Prozent ab (9,2).

Die Grünen erreichen mit den aktuellen Zahlen ihr bisher bestes Ergebnis bei einer Bundestagswahl. Aufgrund der knappen Hochrechnungszahlen wird eine komplizierte Regierungsbildung erwartet. Als einziges Zweierbündnis wäre derzeit nur eine neue Große Koalition denkbar. Deshalb dürfte es voraussichtlich zum ersten Mal seit den 1950er Jahren ein Dreierbündnis im Bund geben. 

Bundestagswahl 2021: Olaf Scholz setzt sich im Wahlkreis 61 in Potsdam gegen Annalena Baerbock durch

Update vom 26. September um 23:01 Uhr: Das Rennen ums Kanzleramt ist noch nicht entschieden, doch schon vorher kann SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz einen Wahlerfolg verbuchen: Im Wahlkreis Potsdam konnte er sich gegen Annalena Baerbock (Grüne) durchsetzen. Scholz kam auf 34 Prozent, wie der Landeswahlleiter mitteilte. Die Grünen-Spitzenkandidatin lag bei 18,8 Prozent. Das Ergebnis im Wahlkreis 61 (Potsdam - Potsdam-Mittelmark II - Teltow-Fläming II) wurde bundesweit mit Spannung verfolgt, da gleich zwei Kanzlerkandidaten um ein Mandat rangen.

Auf den weiteren Plätzen folgen die frühere CDU-Landeschefin Saskia Ludwig (13,8 Prozent), der AfD-Kandidat Tim Krause (9,2 Prozent) und die FDP-Landesvorsitzende Linda Teuteberg mit 8,9 Prozent. Der Linke-Bundestagsabgeordnete Norbert Müller erreichte 7,8 Prozent. Die Wahlbeteiligung war leicht höher als 2017. Insgesamt gaben 81,9 Prozent der Wahlberechtigen ihre Stimme ab.

Update vom 26. September um 22:50 Uhr: Annalena Baerbock wollte Bundeskanzlerin werden. Doch die Grünen haben eine historische Chance verspielt. Zum Teil, weil sie zu wenig aus dem Klimaschutz-Thema gemacht haben. Und zum Teil, weil die Deutschen wohl noch nicht so weit. Ein Kommentar.

Update vom 26. September um 22:30 Uhr: „Mit Söder wäre für die Union eindeutig mehr drin gewesen“, sagte Frank Brettschneider, Professor an der Universität Hohenheim im Interview mit kreiszeitung.de. „Deutschland kann jetzt vor allem mit langwierigen Verhandlungen zwischen den Parteien rechnen“, fügte der Politikexperte hinzu.

Bundestagswahl 2021: SPD in Berlin überholt die Grünen

Update vom 26. September um 21:40 Uhr: Aktuellen Hochrechnungen zufolge konnte die SPD in Berlin auf den ersten Platz vorrücken. Demnach erreichen die Sozialdemokraten 22,7 Prozent der Wählerstimmen, die Grünen kommen auf 21,4 Prozent. Auf den weiteren Plätzen folgen die CDU (16,8 Prozent) und die Linke (13,3 Prozent). Die AfD liegt bei 7,5 Prozent, die FDP bei 7 Prozent. Andere Parteien kommen auf 11,3 Prozent.

Update vom 26. September um 21:28 Uhr: In einem Wahlbezirk in Wuppertal ist es bei der Bundestagswahl zu einer Panne gekommen: Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur sind in einem Stimmbezirk falsche Stimmzettel ausgegeben worden. Insgesamt handele es sich um 203 von 466 Stimmzetteln, teilte der Kreiswahleiter auf Anfrage mit. Die Erststimmen seien für ungültig erklär worden. In einem weiteren Stimmbezirk seien sechs Stimmzettel betroffen gewesen. Die Ursache sei bisher unklar.

Sollte der Fehler mandatsrelevant werden, müsste in dem Stimmbezirk nachgewählt werden. Darüber soll am kommenden Mittwoch entschieden werden. Die Stadt Wuppertal teilte derweil mit, dass angesichts der Gesamtzahl der abgegebenen Wählerstimmen und des Abstands der Kandidaten zueinander eine Nachwahl auszuschließen sei.

Bundestagswahl 2021: Neue Hochrechnungen sehen SPD weiter vorne

Update vom 26. September um 21:07 Uhr: Einer neuen Hochrechnung der Forschungsgruppe Wahlen von 20:59 Uhr zufolge konnte die SPD ihren Vorsprung zur Union weiter ausbauen und liegt nun bei 26 Prozent. Die CDU/CSU kommt auf 24,5 Prozent. Knapp unter den 14 Prozent liegen die Grünen (13,9 Prozent) – gefolgt von FDP (11,7 Prozent) und AfD (10,5 Prozent). Weiter um den Einzug in den Bundestag muss die Linke zittern, die aktuell bei 5 Prozent liegt. Andere Parteien kommen auf 8,4 Prozent.

Im Wahlkreis Leverkusen – Köln IV könnte derweil SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach sein Bundestagsmandat verteidigen. Nach ersten Hochrechnungen erzielte er mit 43,8 Prozent einen deutlichen Sieg. Er konnte damit sein Ergebnis von der vergangenen Bundestagswahl verbessern. Damals erreichte er 38,7 Prozent.

Bundestagswahl 2021: FDP stärkste Partei unter den Erstwählern

Bei den Erstwählern konnte die FDP den größten Stimmenanteil verzeichnen. Die Liberalen kamen auf 23 Prozent. Gefolgt von Grüne, SPD und Union vor der Linken und der AfD.

Update vom 26. September um 20:56 Uhr: Angesichts des knappen Ausgangs bei der Bundestagswahl warnen die Wirtschaftsverbände vor einer langen Regierungsbildung. „Es darf jetzt keine monatelange Hängepartie geben“, sagte die Chefin des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft, Kerstin Andreae, am Sonntag in Berlin. Auch Achim Berg, Präsident des Digitalverbandes Bitkom, erinnerte an die Hängepartie vor vier Jahren, die sich nicht wiederholen darf. Handwerkspräsident Hans Peter Wollseifer sagte, das einzig klare Ergebnis der Bundestagswahl am Wahlabend sei, dass es viele Koalitionsmöglichkeiten gebe.

Wahl 2021: Zentralrat der Juden will Kampf gegen Rechts verstärken

Update vom 26. September um 20.40 Uhr: Angesichts der Wahlergebnisse der AfD bei der Bundestagswahl sieht der Präsident des Zentralrats der Juden den Auftrag zum verstärkten Kampf gegen rechte Kräfte in der Gesellschaft. „Der heutige Wahlsonntag ist Ausdruck einer lebendigen Demokratie“, sagte Josef Schuster nach den ersten Hochrechnungen. „Dennoch bleibt festzuhalten: Das vermutlich zweistellige Abschneiden der AfD im Bund und in Mecklenburg-Vorpommern ist ein deutliches Signal, dass der Kampf gegen Rechtspopulismus und Rechtsextremismus verstärkt werden muss.“

In Berlin haben sich die Ergebnisse der AfD im Abgeordnetenhaus mehr halbiert. Auf Grundlage der Hochrechnungen von 20:13 Uhr erreicht die Partei 6,6 Prozent und verliert zur vergangenen Wahl 7,6 Prozent. Das Ziel müsse es weiter sein, die AfD aus dem Bundestag und aus allen Landesparlamenten zu verbannen. „Dennoch bleibt festzuhalten: Das vermutlich zweistellige Abschneiden der AfD im Bund und in Mecklenburg-Vorpommern ist ein deutliches Signal, dass der Kampf gegen Rechtspopulismus und Rechtsextremismus verstärkt werden muss“, so Schuster weiter und verwies auf die notwendige Bekämpfung von Hassreden im Internet.

Update vom 26. September um 20:30 Uhr: Die Wahlbeteiligung bei der Bundestagswahl liegt ersten Hochrechnungen der ARD zufolge bei etwa 76 Prozent und damit auf einem ähnlich hohen Niveau wie bei der Wahl 2017. Die Forschungsgruppe Wahlen kommt im Auftrag für das ZDF auf einen Wert von 77 Prozent. Insgesamt waren 60,4 Millionen Bürger wahlberechtigt.

Update vom 26. September um 20:18 Uhr: In Mecklenburg-Vorpommern hat die SPD ersten Hochrechnungen zufolge klar gewonnen. Spitzenkandidatin Manuela Schwesig konnte einen deutlichen Zuwachs im Vergleich zu vorherigen Landtagswahl 2016 verzeichnen. Die AfD wird zweitstärkste Kraft, die CDU fährt ihr historisch schlechtestes Ergebnis ein.

Bundestagswahl 2021: SPD baut Vorsprung vor der Union weiter aus

Update vom 26. September um 20:03 Uhr: Die Hochrechnungen in der „Tagesschau“ sehen inzwischen einen Vorsprung der SPD vor der Union. Die Sozialdemokraten kommen derzeit auf 25,5 Prozent der Wählerstimmen, CDU/CSU kommt auf 24,5 Prozent. Die Grünen liegen zurzeit bei 13,8 Prozent, gefolgt von FDP (11,7 Prozent) und AfD (10,9 Prozent). Die Linke muss um den Einzug in den Bundestag zittern – sie kratzt an der Fünf-Prozent-Marke. Die anderen Parteien liegen derzeit bei 8,6 Prozent.

Die größten Gewinner der Bundestagswahl sind die Sozialdemokraten sowie die Grünen. Größte Verliererin ist laut der aktuellen Hochrechnungen die Union.

Update vom 26. September um 20:01 Uhr: Nach einer ARD-Prognose könnte der Südschleswigsche Wählerverband (SSW) nach Jahrzehnten wieder in den Bundestag einziehen. Die von der Fünf-Prozent-Hürde befreite Minderheitenpartei aus Schleswig-Holstein kann demnach einen Abgeordneten nach Berlin schicken. Als Vertreter der dänischen Minderheit könnte der Flensburger Stefan Seidler ins Parlament einziehen.

Gewählt werden kann die SSW nur in Schleswig-Holstein. Seit 1961 ist sie das erste mal wieder zur Bundestagswahl angetreten. Die Partei muss nur so viele Stimmen erreichen, dass ihr nach dem Berechnungsverfahren ein Sitz zusteht. Das letzte Mal schaffte Hermann Claussen 1949 als bisher einziger Abgeordneter den Einzug ins nationale Parlament.

Update vom 26. September um 19:59 Uhr: In Berlin hat der „RBB“ eine erste Hochrechnung veröffentlicht: Demnach kommen die Grünen auf 22,5 Prozent und wären stärkste Kraft im Berliner Abgeordnetenhaus. Auf den weiteren Plätzen folgen die SPD mit 21,9 Prozent, die CDU mit 16,1 und die Linke mit 14,2 Prozent. Die AfD kommt derzeit auf 6,8 Prozent, die FDP auf 7,6 Prozent. Der Anteil der anderen Parteien liegt bei 10,9 Prozent.

Bundestagswahl 2021: Hans-Georg Maaßen (CDU) verliert Wahlkreis

Update vom 26. September um 19.50 Uhr: Nach Auszählung der Hälfte der Stimmen in seinem Wahlbezirk in Südthüringen zeichnet sich eine Wahlniederlage für den ehemaligen Bundesverfassungsschutzchef Hans-Georg Maaßen (CDU) ab. Er liegt mit 23,3 Prozent der Wählerstimmen deutlich hinter dem SPD-Kandidaten und Biathlon-Olympiasieger Frank Ullrich, der derzeit auf 31,1 Prozent kommt.

Update vom 26. September um 19:30 Uhr: Laut den aktuellen Hochrechnungen erreichen CDU und CSU zusammen rund 24,7 Prozent der Stimmen. Dadurch zeichnet sich für die Union das schlechteste Wahlergebnis aller Zeiten ab. Zum Vergleich: Beim ersten Wahlsieg von Angela Merkel im Jahr 2005 holte die Union 35.2 Prozent der Stimmen. Das bisher historisch schlechteste Ergebnis der Union war 2017 mit 32,9 Prozent verzeichnet worden.

20Wahl 2021: ARD stellt neue Hochrechnung mit Briefwahlstimmen vor

Update vom 26. September um 19:28 Uhr: In einer neuen Hochrechnung der ARD gibt es nur leichte Veränderungen: Unter Berücksichtigung der ersten Briefwahlstimmen kommt die Union auf 24,6 Prozent, die SPD auf 25,2 Prozent. Auf den weiteren Plätzen folgen FDP mit 10,8 Prozent, die AfD mit 11,6 Prozent und die Linke mit 5 Prozent. Die Grüne kommt aktuell auf 14,3 Prozent. Andere Parteien erhielten 8,5 Prozent der Wählerstimmen. ARD und ZDF gehen derzeit von unterschiedlichen Größen des nächsten Bundestages aus: die ARD von 730 Abgeordneten, das ZDF von 756. Laut ZDF liegt die Wahlbeteiligung bei 77 Prozent.

Im Wahlkreis 61, in dem Annalena Baerbock (Grüne) und Olaf Scholz (SPD) gegeneinander antreten, führt der SPD-Kandidat in Potsdam deutlich vor der CDU und den Grünen. Die Kanzlerkandidatin kommt derzeit auf den dritten Platz.

Update vom 26. September um 19:10 Uhr: Unter den SPD-Wählern haben sich 37 Prozent wegen des Spitzenkandidaten Olaf Scholz für die Partei entschieden. 43 Prozent setzen ihr Kreuz wegen des SPD-Parteiprogramms und 16 Prozent wegen langjähriger Parteibindung. Insgesamt erreichte Scholz eine hohe Zustimmung bei den Wählern, konnte aber nicht an das Hoch von Gerhard Schröder anknüpfen. In den verschiedenen Kompetenzbereichen konnte die Partei keine deutliche Gewinne verzeichnen.

Auf Basis der ersten Hochrechnungen sind folgende Koalitionen derzeit möglich:

Update vom 26. September um 18:46 Uhr: Die erste Hochrechnung ist da: Demnach kommt die Union auf 24,7 Prozent, die SPD auf 24,9 Prozent. Auf den weiteren Plätzen folgen die Grüne mit 14,8 Prozent, die AfD mit 11,3 Prozent und die FDP 11,2 Prozent. Zittern muss hingegen die Linke, die aktuell auf 5 Prozent kommt. Andere Parteien erreichen demnach 8,1 Prozent.

Wahl 2021: Union verliert viele Kompetenzpunkte

Update vom 26. September um 18:40 Uhr: Auf Basis der ersten Wahlprognosen der ARD unter den Unions-Wählern zeigt sich ein niederschmetterndes Bild: Demnach wählten nur 19 Prozent die Partei wegen ihres Kanzlerkandidaten Armin Laschet, 45 Prozent wegen des Wahlprogramms und 30 Prozent wegen langjähriger Parteibindung. In allen Kompetenzbereichen musste die Union einen deutlichen Zustimmungsverlust hinnehmen.

Im Vergleich zwischen Nordrhein-Westfalen und Bayern müssen jeweils CDU und CSU gleich hohe Verluste hinnehmen. Die CDU kommt auf Grundlage der ersten Prognosen auf 27 Prozent (-6), die CSU auf 32,5 Prozent (-6).

Update vom 26. September um 18.30 Uhr: Auch wenn die Wahl offiziell um 18 Uhr zu Ende war, wurde unter anderem in Berlin weitergewählt. Vor mehreren Wahllokalen standen noch viele Wähler, um ihr Kreuz zu machen. „Hier stehen noch mindestens 100 Leute. Bei anderen Wahllokalen ist es genau das Gleiche, höre ich von Kollegen“, sagte die Leiterin eines Wahllokals in Pankow.

Erst kurz vor 18 Uhr habe das Lokal wieder Stimmzettel bekommen, diese seien am Nachmittag aus gewesen. Viele Wähler zeigten sich unzufrieden und wütend. Nach dem Bundeswahlgesetz dürfen noch alle Wahlberechtigte wählen, die um 18 Uhr in der Schlage standen.

Update vom 26. September um 18:22 Uhr: Erste Prognosen deuten auf eine große Wählerwanderung an. Die größte Verliererin wird voraussichtlich die Union werden. Insgesamt verliert sie etwa 1,4 Millionen Wähler an die SPD und 900.000 Wähler an die Grünen. Zur FDP wanderten etwa 340.000 Wähler ab. Gewinner sind eindeutig die Grünen: Sie konnten Stimmen von ehemaligen Unions-, SPD-, und Linkenwählern gewinnen.

Die SPD kann mit etwa fünf Prozent Stimmengewinn rechnen: Neben den Stimmen aus dem Unionslager wanderten etwa 600.000 Wähler von den Linken zu den Sozialdemokraten ab. Gleichzeitig verlor die SPD etwa 320.000 Stimmen an die Grünen.

Wahl 2021: Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Union und SPD

Update vom 26. September um 18:15 Uhr: Bei der Bundestagswahl zeichnet sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen CDU/CSU und SPD ab. Den Prognosen nach liegen beide Parteien gleichauf vor den Grünen und FDP. Die Linke könnte an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern. SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil sieht den Auftrag zur Regierungsbildung bei den Sozialdemokraten. „Wir wussten immer, dass es ein enges Rennen wird. Wir wussten, das wird ein knapper Wahlkampf“, sagte Klingbeil am Sonntagabend im ZDF. „Die SPD hat den Regierungsauftrag. Wir wollen, dass Olaf Scholz Kanzler wird.“

Update vom 26. September um 18:05 Uhr: Die Wahllokale haben geschlossen. Nun beginnt die Stimmenauszählung.

Nach ersten Prognosen liefern sich CDU/CSU und SPD ein enges Rennen. Nach den Werten von ARD und ZDF von 18 Uhr liegen die Parteien gleichauf vor den Grünen und der FDP. Aktuell sind folgende Sitzverteilung im Bundestag vorstellbar:

Bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern liegt die SPD deutlich auf dem ersten Platz. Laut ZDF-Prognose bleibt die Partei stärkste Kraft im Parlament. Großer Verlierer ist die CDU, die auf ihr schlechtestes Wahlergebnis im Bundesland zusteuert. Die AfD könnte zweitstärkste Kraft werden. In Berlin zeichnet sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen ab: Die Grünen liegen knapp vor der SPD, wie der RBB in einer Prognose bekanntgab.

Update vom 26. September um 17:48 Uhr: In Kürze schließen die Wahllokale und das Auszählen der Stimmen beginnt. Erste Prognosen zum Wahlausgang werden um kurz nach 18 Uhr erwartet. Bei der Wahl zum 20. Deutschen Bundestag waren insgesamt etwa 60 Millionen Menschen wahlberechtigt. Nach 16 Jahren endet auch die Kanzlerschaft von Angela Merkel. Die Kanzlerkandidaten Armin Laschet (CDU), Olaf Scholz (SPD) und Annalena Baerbock (Grünen) haben die vergangenen Wochen um die Stimmen der Wähler gekämpft. Hier lesen Sie ab 18 Uhr alle Reaktionen im Überblick.

Update vom 26. September um 17:30 Uhr: Nach Laschets Fauxpas bei der Stimmenabgabe wird der CDU-Chef von Parteifreunden auf Twitter in Schutz genommen. Doch es hagelt auch Kritik: SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach teilte auf dem Kurznachrichtendienst mit: „Ich schätze es war Absicht. So dumm kann niemand sein.“

Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet hatte bei der Stimmabgabe zur Bundestagswahl den Stimmzettel so gefaltet, dass seine Kreuze für die CDU zu sehen waren.

Update vom 26. September um 17:20 Uhr: Aus Angst vor Übergriffen hat die Hamburger AfD ihre Wahlparty in Wilhelmsburg abgesagt. Im Vorfeld hatte die Antifa zum Stören der Veranstaltung aufgerufen. Als Reaktion rückte die Hamburger Polizei mit einem Großaufgebot nach Wilhelmsburg aus und bezog in der Nähe des Wohnorts einer AfD-Bezirkspolitikern Stellung. Das Grundstück wird derzeit weiträumig durch Wasserwerfer, Polizeipferde und Hundestaffeln abgeschirmt.

Update vom 26. September um 16:40 Uhr: Noch während die Stimmabgabe erfolgt, arbeiten Wahlumfrageinstitute schon fleißig an ihren Nachwahlbefragungen. Diese „Exit Polls“ sollen bereits vor der ersten offiziellen Hochrechnung nach 18 Uhr grobe Tendenzen darstellen. Um eine Wahlbeeinflussung auszuschließen, dürfen die „Exit Polls“ nicht vor 18 Uhr veröffentlicht werden. Hubert Aiwanger, Chef der Freien Wähler, postete allerdings kurz nach 16 Uhr auf Twitter Zahlen einer Nachwahlbefragung mit dem Aufruf, noch schnell für die Freien Wähler abzustimmen.

Kurz darauf war der Post wieder verschwunden. Offenbar wurde er darauf aufmerksam gemacht, dass er etwas Illegales getan hatte. Laut des Bundeswahlgesetzes steht das Veröffentlichen von Wahlergebnissen während der Stimmabgabe unter Strafe und kann mit bis zu 50.000 Euro Bußgeld kosten. CSU-Generalsekretär Markus Blume

Hubert Aiwanger
Hubert Aiwanger, Wirtschaftsminister und Landesvorsitzender der Freien Wähler in Bayern. © Matthias Balk/dpa/Archivbild

Update vom 26. September um 16:30: Noch knapp 1,5 Stunden haben Wahlberechtigte Zeit, ihre Stimme bei der Bundestagswahl abzugeben. Derweil sorgt eine Analyse der britischen Wochenzeitung „The Economist“ für Aufsehen: Demzufolge sieht die Prognose eine Chance von rund 67 Prozent, dass die Union um Kanzlerkandidat Armin Laschet (CDU) die Partei mit den meisten Wählerstimmen wird. Die SPD mit ihrem Spitzenkandidaten Olaf Scholz kommt auf etwa 33 Prozent.

Die Grünen hingegen liegen deutlich abgeschlagen unter der 10-Prozent-Marke. Die Chance, dass sie die meisten Stimmen erhalten, liegt bei 5 Prozent.

Update vom 26. September um 16:14 Uhr: In Wuppertal sind die Wahllokale nach dem Fund einer Weltkriegsbombe wieder erreichbar. Nach Informationen der Stadt konnte die Bombe erfolgreich entschärft werden. Wegen Evakuierungsmaßnahmen mussten zwischenzeitlich fünf Wahllokale geschlossen werden.

Update vom 26. September um 16:03 Uhr: Nach Angaben des Bundeswahlleiters lag die Wahlbeteiligung an der Urne bis 14 Uhr bei 36,5 Prozent und damit unter dem Wert bei der Bundestagswahl 2017. Damals hatten zum gleichen Zeitpunkt bereits 41,1 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben. Die abgegebenen Stimmen der Briefwähler sind allerdings nicht berücksichtigt. 2017 lag der Anteil der Briefwähler bei 28,6 Prozent, insgesamt betrug die Wahlbeteiligung am Ende 76,2 Prozent. 

„Die aktuell ermittelte Wahlbeteiligung liegt erwartungsgemäß unter dem Wert von 2017, da wir von einem deutlich erhöhten Anteil von Briefwählerinnen und Briefwählern ausgehen“, sagte der Bundeswahlleiters Georg Thiel am Nachmittag. Deren Wahlbeteiligung werde erst zu einem späteren Zeitpunkt im Rahmen der Ermittlung des endgültigen Wahlergebnisses festgestellt. Der Zwischenstand entstand auf Grundlage der Wahlbeteiligung in ausgewählten Wahllokalen in ganz Deutschland.

Wahl 2021: Wahl-Chaos in Berliner Wahllokalen – Stimmzettel gehen aus

Update vom 26. September um 15:45 Uhr: In Berlin ist es wegen vertauschter Wahlzettel in mehreren Wahllokalen zu einer Verzögerung und ungültigen Stimmabgaben gekommen. Betroffen waren nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur Stimmzettel aus den Bezirken Friedrichshain/Kreuzberg und Charlottenburg/Wilmersdorf. In drei Wahllokalen in der Spartacus Grundschule in Friedrichshain lagen für die Abgeordnetenhauswahl nur Stimmzettel aus Charlottenburg/Wilmersdorf vor, heißt es weiter.

Wahl zum Abgeordnetenhaus - Budnestagswahlen Berlin Stimmabgabe
Lange Schlangen bilden sich vor den Wahllokalen in einer Schule in Berlin-Friedrichshain. © Bernd von Jutrczenka/dpa

Aus diesem Grund mussten die betroffenen Wahllokale zwischenzeitlich geschlossen werden, bis die richtigen Stimmzettel vorlagen. Zudem wurden einige Stimmabgaben auf den falschen Zetteln für ungültig erklärt werden. In Berlin findet parallel zur Bundestagswahl auch die Wahl zum Abgeordnetenhaus statt. Die Wähler entscheiden zudem über zwölf Bezirksparlamente und, ob große Wohnungskonzerne mit mehr als 3000 Wohnungen enteignet werden sollen. Die Geschäftsstelle der Landeswahlleiterin war zunächst nicht für weitere Informationen erreichbar.

Vor zahlreichen Wahllokalen in der Hauptstadt ist es zu langen Warteschlagen gekommen. Mitunter standen Wahlberechtigte mehr als eine Stunde an, um ihr Kreuz setzen zu können. Die Gründe für die Wartezeiten sind dabei vielfältig: Da in Berlin insgesamt vier Entscheidungen stattfinden, dauert die Stimmabgabe deutlich länger. Hinzu kommen notwendige Hygienemaßnahmen in den Wahllokalen, die den gewohnten Ablauf verzögern. In Berlin sind zudem zahlreiche Wahlhelfer abgesprungen – diese sollten durch Nachrücker ersetzt werden. In Berlin-Mitte sollen Wahlberechtige eine längere Wartezeit einplanen, teilte das zuständige Bezirksamt auf Twitter mit.

Wie Nutzer auf Twitter mitteilten, seien mancherorts in Berlin die Stimmzettel ausgegangen. Der Bundeswahlleiter hat dazu Stellung bezogen: In einigen Wahllokalen würden demnach inzwischen Zweistimmzettel der Wahl zum Abgeordnetenhaus fehlen. Dies würde allerdings nicht die Bundestagswahl betreffen.

Update vom 26. September um 15:34 Uhr: Offenbar ist es in Göttingen zu einer Panne bei den Auszählungslisten gekommen: Wie unter anderem „n-TV“ und das „Göttinger Tageblatt“ berichten, seien in der Studentenstadt Listen für die Stimmenauszählung zur Bundestagswahl ausgegeben worden, auf denen die AfD fehlte. Der Wahlleiter hatte im Gespräch mit der Regionalzeitung erklärt, dass die Listen noch vor 18 Uhr in allen Wahllokalen der Stadt ausgetauscht würden. Listen für die Briefwahl waren demnach nicht betroffen, da der Fehler noch vor dem Druck ausgebessert worden war.

Update vom 26. September um 15:10 Uhr: Es wird damit gerechnet, dass die bundesweite Wahlbeteiligung auf einem etwas höheren Niveau als noch vor vier Jahren liegt. Das deuten zumindest erste Zwischenstände aus den verschiedenen Bundesländern an. Offizielle Zahlen wurden bisher noch nicht bekanntgegeben, allerdings lag die Beteiligung in mehreren Großstädten und Ländern höher als bei der Bundestagswahl vor vier Jahren.

In Hamburg hatten bis 11 Uhr bereits über 50 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben. Das sind deutlich mehr als 2017: Damals hatten zum gleichen Zeitpunkt erst 37,4 Prozent ihr Kreuz gesetzt. Wie der Landeswahlleiter auf Nachfrage der Deutschen Presse-Agentur mitteilte, sei ein großer Anteil davon auf Briefwähler zurückzuführen. Bis 12:30 Uhr haben in Niedersachsen 36,56 Prozent der Berechtigten ihre Stimme ab – Briefwahlstimmen nicht eingerechnet. Vor vier Jahren waren es zum gleichen Zeitpunkt 32,08 Prozent.

In Bremen liegen die Zahlen auf einem ähnlichen Niveau wie bei der vergangenen Bundestagswahl: Bis 12 Uhr gaben 27,2 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme ab, 2017 waren es 27,1 Prozent. Allerdings hatten in der Hansestadt 35,1 Prozent der Wahlberechtigten dieses Jahr im Vorfeld Briefwahl beantragt.

Bundestagswahl 2021: Spannende Rennen in einigen Wahlkreisen erwartet

Update vom 26. September um 15:05 Uhr: In drei Wahlkreisen deutet sich ein besonders spannendes Rennen bei der Bundestagswahl 2021 an.

Im Wahlkreis 61 in Potsdam kämpfen der SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz und die Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock um den direkten Einzug in den Bundestag. Bei der Wahl 2017 hatte sich dort die SPD-Politikerin und heutige Wissenschaftsministerin des Landes Brandenburg, Manja Schüle, mit 26,1 Prozent der Stimme durchgesetzt.

Seit 1990 hat Angela Merkel den Wahlkreis 15 Vorpommern-Rügen – Vorpommern-Greifswald I gewonnen. Erstmals seit mehr als dreißig Jahren tritt dort die Bundeskanzlerin nicht mehr an. Die CDU geht mit dem 33-jährigen Georg Günther ins Rennen. Vor vier Jahren holte Merkel in dem Wahlkreis 44 Prozent der Erststimmen. Dahinter folgte der AfD-Kandidat Leif-Erik Holm mit 19,2 Prozent.

Georg Günther, Vorsitzender der Jungen Union Mecklenburg-Vorpommerns, steht in der Geschäftsstelle des Kreisverbandes der CDU, hinter ihm hängen ältere Wahlplakate von Angela Merkel.
Georg Günther, Vorsitzender der Jungen Union Mecklenburg-Vorpommerns, tritt zum CDU-Direktkandidaten im bisherigen Wahlkreis von Bundeskanzlerin Angela Merkel an. © Bernd Wüstneck/dpa

Im Saarland kommt es zum einzigen Direkt-Duell zwischen zwei Bundesministern. Im Wahlkreis 297 Saarlouis treten Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) und Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) gegeneinander an. Vor vier Jahren erreichte dort Altmeier 38 Prozent der Erststimmen, während Maas auf 32,1 Prozent kam.

Bei der SPD muss auch Karl Lauterbach um den direkten Einzug in den Bundestag bangen. Bei der CDU könnte sich die Wahl unter anderem für Philipp Amthor, Annegret Kramp-Karrenbauer, Hans-Georg Maaßen sowie Paul Ziemiak zum Debakel entwickeln.

Wahl 2021: Hohe Wahlbeteiligung in Niedersachsen

Update vom 26. September um 14:20 Uhr: Bereits wenige Stunden nach dem Öffnen der Wahllokale in Niedersachsen zeichnet sich eine hohe Wahlbeteiligung ab. Wie der „NDR“ berichtet, hatten zwei Stunden nach dem Öffnen der Wahllokale bereits etwa 14,3 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben. „Das sind deutlich mehr als zu diesem Zeitpunkt im Jahr 2017“, wird eine Sprecherin der Landeswahlleiterin in Hannover zitiert. Bis 12:30 Uhr lag der Anteil der Wahlberechtigten, die bereits ihre Stimme abgaben, bei 36,56 Prozent.

Nicht einberechnet sind die Stimmen der Briefwähler. Knapp 30 Prozent der etwa sechs Millionen Wahlberechtigten hätten diese Möglichkeit genutzt, heißt es weiter. 2017 lag die Wahlbeteiligung in Niedersachsen bei 76,4 Prozent. Bei den Zweitstimmen kam die CDU damals auf 34,9 Prozent, die SPD auf 27,4 Prozent.

Update vom 26. September um 13:40 Uhr: Als letzte der drei Spitzenkandidaten um das Bundeskanzleramt hat die Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, Annalena Baerbock, ihre Stimme für die Bundestagswahl 2021 abgegeben. Baerbock hat in Potsdam zusammen mit ihrem Ehemann Daniel Holefleisch gewählt. Im Wahlkreis 61 in Potsdam treten die Kanzlerkandidatin der Grünen und der SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz gegeneinander an.

Die Grünen-Kanzlerkandidatin hofft derweil auf ein besseres Ergebnis für ihre Partei als in den Wahlumfragen. „Es wird auf jede Stimme ankommen bei dieser Wahl, das haben wir ja in den letzten Wochen gesehen, wie Spitz auf Knopf es gehen wird“, sagte Baerbock nach ihrer Stimmenabgabe. Sie zeigte sich trotz des dritten Platzes in den Umfragen zuversichtlich: „Umfragen sind Umfragen, heute wird gewählt“, sagte die Grünen-Kanzlerkandidatin.

Annalena Baerbock, Kanzlerkandidatin und Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen bei der Stimmabgabe zur Bundestagswahl. Rechts neben ihr steht ihr Ehemann Daniel Holefleisch.
Die Kanzlerkandidatin von Bündnis 90/Die Grünen bei der Stimmabgabe zur Bundestagswahl. Rechts neben ihr steht ihr Ehemann Daniel Holefleisch. © Kay Nietfeld

Wahl 2021: Schließanlage defekt - Feuerwehr muss Berliner Wahllokale öffnen

Update vom 26. September um 13:00 Uhr: In Berlin konnten am Sonntagmorgen zwei Wahllokale erst mit Verspätung und nur mithilfe der Feuerwehr geöffnet werden. Aufgrund eines Defekts an der elektronischen Schließanlage konnte das Wahlteam nicht rechtzeitig wie geplant das Gebäude der Mensa Nord im Bezirk Mitte betreten. Vor den Wahllokalen bildete sich eine Schlange von Wählerinnen und Wählern. Schließlich konnte die Feuerwehr das Gebäude mit dem Notschlüssel öffnen.

Feuerwehrleute öffnen eine Seitentür zu dem Gebäude der Mensa Nord, in dem sich die Wahllokale 102 und 106 befinden.
An einem Berliner Wahllokal musste die Feuerwehr anrücken. © Sebastian Gollnow/dpa

Wahl 2021: Laschet faltet Wahlzettel falsch: Ist nun seine Stimme ungültig?

Update vom 26. September um 11:45 Uhr: Der CDU-Vorsitzende und Kanzlerkandidat der Union, Armin Laschet, hat seine Stimme für die Bundestagswahl 2021 in Aachen abgegeben. Dabei unterlief ihm eine Panne: Sein Wahlzettel war nicht richtig gefaltet, so dass auf Bild- und Videomaterial beide Kreuze eindeutig zu sehen sind. Das Bundeswahlleiter-Büro klärt im Gespräch mit kreiszeitung.de, ob die Stimme ungültig ist.

Zu sehen sind CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet und seine Frau, wie sie ihre Wahlzettel abgeben.
Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet und seine Frau Susanne bei der Stimmabgabe. Auf dem Wahlzettel sind beide Kreuze klar zu erkennen. © Federico Gambarini/dpa

Wahl 2021: Söder erwartet knappes Ergebnis

Update vom 26. September um 11:15 Uhr: Der CSU-Vorsitzende Markus Söder hat am Sonntag an der Seite seiner Ehefrau Karin Baumüller–Söder seine Stimme für die Bundestagswahl 2021 abgegeben. Er sei angesichts des Wahlausgangs nicht nervös, aber etwas angespannt, sagte der bayerische Ministerpräsident im Wahllokal in Nürnberg. „Ich hoffe, dass Armin Laschet den Regierungsauftrag bekommt“, fügte Söder hinzu. Es werde sicher knapp und daher spannend.

Markus Söder Bundestagswahl in Nürnberg
In Nürnberg hat Ministerpräsident Markus Söder bereits seine Stimmen für die Bundestagswahl abgegeben. © Daniel Karmann/dpa

Wahl 2021: Nach Fund einer Weltkriegsbombe sollen einige Wähler vorerst nicht zum Wahllokal

Update vom 26. September um 10:35 Uhr: Nach dem Fund einer Weltkriegsbombe in Wuppertal wurde eine 250-Meter-Zone rund um den Fundort evakuiert. Fünf Wahllokale liegen im 500-Meter-Radius, berichtet die Stadt auf Twitter. Wahlberechtigte, die hier ihre Stimme abgeben möchten, werden angehalten, in ihren Wohnungen zu bleiben und sich erst nach offizieller Entwarnung auf den Weg zu machen.  

Wahl 2021: Olaf Scholz hat seine Stimme abgegeben

Update vom 26. September um 10:25 Uhr: SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz hat gegen 10 Uhr zusammen mit seiner Frau und Brandenburger Bildungsministerin Britta Ernst in Potsdam gewählt. Scholz kandidiert im Wahlkreis 61 in Potsdam. Dort tritt auch die Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock an.

Bundestagswahl – Stimmabgabe Olaf Scholz SPD in Potsdam
SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz gibt seine Stimme in Potsdam ab. © Michael Kappeler/dpa

Nach der Stimmenabgabe appellierte Scholz noch einmal an die Bürger, für ein starkes Ergebnis der SPD zur Wahl zu gehen. „Damit die Bürgerinnen und Bürger mir den Auftrag geben, der nächste Kanzler der Bundesrepublik Deutschland zu werden“, sagte der Bundesfinanzminister. Er hoffe, dass die Menschen ihre Stimme abgeben und damit möglich machen, „was sich abgezeichnet hat, dass es ein sehr starkes Ergebnis gibt.“

Wahl 2021: So kann man trotz kurzfristiger Erkrankung seine Stimme abgeben

Update vom 26. September um 10:15 Uhr: In besonderen Ausnahmefällen, zum Beispiel bei nachgewiesener kurzfristiger Erkrankung, können stimmberechtigte Wählerinnen und Wähler auch noch am heutigen Wahltag bis 15:00 Uhr Wahlschein und Briefwahlunterlagen beantragen. Darauf weist der Bundeswahlleiter hin. Wer seinen Antrag im Wahlamt abgibt, bekommt die Briefwahlunterlagen umgehend und kann noch im Wahlamt seine Stimme abgeben.

Wahl 2021: Diese Fehler machen den Wahlzettel ungültig

Update vom 26. September um 10:00 Uhr: Die Wahllokale haben seit 8 Uhr geöffnet. Nur: wie wählt man richtig? Beim Wahlzettel gibt es Einiges zu beachten. Markierungen abseits der beiden bekannten Kreuze, wie zum Beispiel lachende Smileys, sind unzulässig und machen den Wahlzettel ungültig. In unserem Ratgeber fassen wir die Fehler zusammen, die zu vermeiden sind.

Bundestagswahl 2021: Nächster Bundestag könnte mehr als 900 Abgeordnete zählen

Update vom 26. September um 9:30 Uhr: Im nächsten Bundestag könnten erstmals mehr als 900 Abgeordnete sitzen. Davon geht der Wahlforscher Robert Vehrkamp von der Bertelsmann Stiftung aus. Laut Vehrkamp sind zwischen 672 und 912 Mandaten denkbar. Seine Berechnungen basieren auf dem letzten ZDF-Politbarometer vor der Wahl am Donnerstag. Der aktuelle Bundestag zählt 709 Abgeordnete und ist damit so groß wie nie zuvor.

Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur (dpa) zeigen sich 71 Prozent der Deutschen davon überzeugt, dass dem Bundestag schon jetzt zu viele Abgeordnete angehörten.

Bundestagswahl 2021: SPD-Kanzlerkandidat Scholz äußert sich zur „Lieblingskoalition“

Update vom 26. September um 8:30 Uhr: Bereits gestern äußerte sich SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz zu seiner Wunschvorstellungen einer möglichen Koalition. „Das ist meine Lieblingskoalition“, bekräftigte Scholz am Samstag vor der Bundestagswahl 2021 einen möglichen Schulterschluss mit Annalena Baerbock und den Grünen.

Bei seinem letzten Termin vor der Bundestagswahl im Wahlkreis in Potsdam, wo er direkt gegen Baerbock um einen Sitz im Bundestag kämpft. Ähnlich wie Karl Lauterbach oder Kevin Kühnert könnte er ein Direktmandat* verlieren oder gewinnen. Letzteres bestärken die derzeit die Hochrechnungen für den Potsdamer Wahlkreis.

Olaf Scholz appelliert an Wählerinnen und Wähler vor der Bundestagswahl 2021 – Mitgliederentscheid vor der Bundestagswahl

Olaf Scholz appellierte erneut an die Wählerinnen und Wähler bei seinem letzten Termin vor der Bundestagswahl 2021, mit ihrer Stimme dafür zu sorgen, dass die SPD ein starkes Ergebnis erziele. Im Gespräch mit der Redaktion von MediaPioneer äußerte sich der SPD-Kandidat zurückhaltend zur Aussage von SPD-Vize Kevin Kühnert*, wonach es vor einer Koalitionsbildung einen Mitgliederentscheid der SPD geben sollte.

„Das entscheiden wir dann, wenn es ansteht“, erklärte Scholz. Kühnert hatte kürzlich angedeutet, dass die SPD in keine neue Regierung eintreten werde, ohne die Mitglieder zur Koalitionsbildung zu befragen.

Bundestagswahl 2021: Scholz hebt gutes Verhältnis zu FDP-Spitzenkandidat Christian Lindner hervor

Scholz hob in dem Interview ebenfalls sein gutes Verhältnis zu FDP-Chef Christian Lindner hervor. Der FDP könnte nach der Bundestagswahl als potenzieller Koalitionspartner ein wichtiger Baustein für die Regierungsbildung sein.

Bundestagswahl 2021: Lindner will mit harten Bandagen in Koalitionsverhandlungen gehen

FDP-Chef Lindner machte einen Tag vor der Wahl deutlich, dass er wiederum ein hartes Vorgehen bei möglichen Verhandlungen über eine Regierungsbildung anstrebt. So wie die FDP 2017 Gespräche über eine Jamaika-Koalition mit der Union und den Grünen abgebrochen habe, weil Deutschland „auf einen grün-schwarzen Linksdrift mit marginaler FDP-Beteiligung“ geschickt worden wäre, so würde man auch diesmal standhaft sein. „Wir sind auch 2021 nicht bereit, unser Land auf einen Linksdrift zu schicken.“ Man sei nur bereit für „eine Regierung der Mitte“, in der es keine Steuererhöhungen und kein Aufweichen der Schuldenbremse geben werde.

Bundestagswahl 2021: Lindner kritisiert SPD und Grüne für mögliche rot-grün-rote Koalition mit der Linken

Lindner bezog kritisch Stellung zur SPD und zu den Grünen, mit denen die Liberalen nach der Wahl am Sonntag möglicherweise eine Ampel-Koalition bilden könnten. Diesen beiden Parteien unterstellte er bei seinem letzten Auftritt vor der Wahl, sie seien „sperrangelweit offen“ für eine Koalition mit der Linken.

Update vom 26. September um 8:00 Uhr: Wahllokale öffnen pünktlich um 8:00 Uhr ihre Tore. Die Bundestagswahl ist damit endgültig eröffnet. Insgesamt sind 60,4 Millionen Bundesbürgerinnen und Bürger aufgerufen, ihre Erst- und Zweitstimme abzugeben. Gehen Sie wählen! Auch, wenn diese Corona-Regel im Wahllokal gilt*.

Ein Mann wirft seinen Stimmzettel für die Bundestagswahl in eine Urne. Die Stimmzettel können auch vor Ort direkt angekreuzt werden.
Ein Mann wirft seinen Stimmzettel für die Bundestagswahl in eine Urne. Die Stimmzettel können auch vor Ort direkt angekreuzt werden. © dpa | Julian Stratenschulte

Bundestagswahl 2021: Die Wahl startet offiziell und Ausgang bleibt ungewiss

Update vom 26. September um 7:45: Die Bundestagswahl 2021 startet und es wird ein spannendes Rennen erwartet. Der Ausgang ist weiterhin ungewiss. Doch hier im Wahlticker gibt es alle wichtigen Informationen zur Bundestagswahl 2021.

Bundestagswahl 2021: Wer wird Deutschland regieren? Wer wird Kanzler? Und wer wird heute stärkste Partei?

Wer wird künftig Deutschland regieren? Der Wahlkampf ist vorbei und die nun liegt die Entscheidung in den Händen der Wählerinnen und Wähler. Wer wird Kanzler* und wer wird heute stärkste Partei im Bundestag? Die SPD, die CDU oder sorgen die Grünen doch noch für eine Überraschung. Der Ausgang Bundestagswahl gilt vor der Abstimmung als völlig offen.

Bundestagswahlen 2021: Heute entscheiden über 60 Millionen Bürgerinnen und Bürger

Nach monatelangem Wahlkampf ist der Tag der Entscheidung da: An diesem Sonntag wird ein neuer Bundestag gewählt. Nach letzten Umfragen könnte es ein ganz knappes Rennen werden. Rund 60,4 Millionen Bürgerinnen und Bürger sind aufgerufen, bis 18:00 Uhr Erst- und Zweitstimme abzugeben und damit über die Zusammensetzung des Parlaments zu entscheiden. Etwa 2,8 Millionen Menschen nehmen erstmals an einer Bundestagswahl teil. 47 Parteien stellen sich zur Wahl. Parallel zur Bundestagswahl wird in Mecklenburg-Vorpommern auch ein neuer Landtag gewählt und im Land Berlin das Abgeordnetenhaus.

Bundestagswahl 2021: Bundespräsident Steinmeier fordert zur Wahl auf – „Jede Stimme zählt“

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier rief vor Öffnung der Wahllokale um 8:00 Uhr zur Stimmabgabe´bei der Bundestagswahl 2021 auf. „Jede Stimme zählt - Ihre Stimme zählt. Daher bitte ich Sie: Gehen Sie heute zur Wahl!“, schrieb Steinmeier in einem Gastbeitrag bei der „Bild am Sonntag“. Demokratie lebe vom Einmischen und Mitmachen. „Wer mitmacht, wird gehört. Wer nicht wählt, lässt andere für sich entscheiden“, hießen die weiteren Zeilen von Steinmeier.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier steht vor einem Hafen und lächelt
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ruft Millionen Deutsche am Sonntag zur Bundestagswahl auf. © Bernd von Jutrczenka/dpa

Bundestagswahl 2021: Nach Merkels Abgang stehen Armin Laschet und Union aus CDU und CSU unter Druck

Die Union und ihr Kanzlerkandidat Armin Laschet standen vor der Bundestagswahl 2021 unter immensem Druck. Bundeskanzlerin Angela Merkel* tritt nach 16 Amtsjahren ab. Der Wahlausgang bleibt angesichts zahlreicher noch unentschlossener Wählerinnen und Wähler spannend. Eine wirkliche Tendenz war auch in den zahlreichen Wahlumfragen* nicht abzusehen.

Bundestagswahl 2021: Koalition nach Wahlumfragen für Regierungsbildung scheinbar unausweichlich

Aller Wahrscheinlichkeit sich es danach aus, dass Deutschland nach der Bundestagswahl 2021 künftig von einem Dreier-Bündnis regiert wird. Derzeit sind den Umfragen zufolge verschiedene Dreier-Bündnisse möglich, neben einer Ampelkoalition aus SPD, Grünen und FDP auch ein Bündnis aus SPD, Grünen und Linken sowie eine CDU-geführte Koalition mit Grünen und FDP.

In den Meinungsumfragen zur Bundestagswahl lag die Union zuletzt leicht hinter der SPD mit Kanzlerkandidat Olaf Scholz. Die SPD kam dort auf 25 bis 26 Prozent, die Union auf 22 bis 25. Auf Platz drei lagen die Grünen mit 16 bis 17 Prozent. Es folgen FDP (10,5 bis 12 Prozent), AfD (10) und Linke (5 bis 6).

Bundestagswahl 2021: Hoher Anteil an Briefwahl und noch unentschlossenen Wählern beeinflussen Wahlergebnis

Meinungsumfragen sind allerdings nur Momentaufnahmen der politischen Stimmungslage und sagen nichts über das Wahlergebnis aus. Dies gilt bei dieser Wahl wegen der hohen Zahl noch unentschlossener Wählerinnen und Wähler umso mehr.

Aus der Bundestagswahl im Jahr 2017 gingen CDU und CSU mit 32,9 Prozent als stärkste Kraft hervor. Die SPD kam auf 20,5 Prozent, die AfD wurde mit 12,6 Prozent drittstärkste Kraft. Dahinter folgten FDP (10,7 Prozent), Linke (9,2) und Grüne mit 8,9 Prozent.

Es wird damit gerechnet, dass diesmal so viele Menschen wie nie zuvor ihre Stimme per Briefwahl abgeben werden. Nach Angaben der Bundeswahlleitung könnten es diesmal mindestens 40 Prozent sein. 2017 machten bereits 28,6 Prozent der Wahlberechtigten von der Briefwahl Gebrauch. Die Wahlbeteiligung lag vor vier Jahren bei 76,2 Prozent.

Bundestagswahl 2021: Bundestag wird aller Voraussicht noch weiter wachsen

Außerdem gilt es als wahrscheinlich, dass der nächste Bundestag noch einmal deutlich größer wird. Derzeit zählt das Parlament 709 Abgeordnete, und er ist damit schon so groß wie nie zuvor. Die Normgröße des Bundestags liegt bei 598 Abgeordneten – 299 per Erststimme in den Wahlkreisen direkt gewählte Parlamentarier und 299 über die Landeslisten einziehende Abgeordnete. Durch Überhang- und Ausgleichsmandate* steigt diese Zahl jedoch.

Update vom 25. September um 21:30 Uhr: Nach Wochen ohne Nahrung und zuletzt auch ohne Flüssigkeit hat ein Klimaaktivist und eine Unterstützerin am Samstag in Berlin ihren Hungerstreik abgebrochen. Zuvor habe der SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz ein öffentliches Gespräch innerhalb der nächsten vier Wochen über den Klimanotstand zugesagt, twitterte der 21 Jahre alte Henning Jeschke. Die SPD bestätigte die Angaben. Die Aktivisten hatten Gespräche mit allen Kanzlerkandidaten gefordert*.

Jeschke war mit einer Gruppe junger Menschen seit Ende August im Hungerstreik, seine 24 Jahre alte Mitkämpferin Lea Bonasera war später hinzugestoßen. Während die anderen den Hungerstreik inzwischen abgebrochen hatten, kündigten beide am Samstag an, auch nichts mehr trinken zu wollen*. Eine der Aktivisten musste in der vergangenen Woche ins Krankenhaus*.

Lea und Henning, beiden verbliebenen Teilnehmer des Hungerstreiks der letzten Generation.
Nach Wochen ohne Nahrung und zuletzt auch ohne Flüssigkeit hat ein Klimaaktivist und eine Unterstützerin am Samstag in Berlin ihren Hungerstreik abgebrochen. © Jörg Carstensen/dpa

Ohne Flüssigkeit drohen binnen weniger Tage ernste gesundheitliche Folgen bis hin zum Tod. Da beide Hungerstreikende bereits geschwächt wären, hätten kritische Zustände deutlich schneller eintreten können. Für solche Fälle war nach Angaben von Betreuenden für medizinische Hilfe gesorgt. „Ich bin froh, dass die Streikenden abbrechen und wieder trinken und essen“, twitterte Scholz. „Das Leben geht vor. Ich stehe zu meinem Gesprächsangebot nach der Wahl, daran werde ich mich halten.“

Bundestagswahl 2021: Böhmermann wirft CDU und FDP vor, Daten zu missbrauchen

Update vom 25. September um 19:55 Uhr: Im ZDF Magazin Royale wirft Jan Böhmermann CDU und FDP vor, geheime Facebook-Daten für ihren Wahlkampf zu verwenden. Im Mittelpunkt steht das sogenannte „Micro Targeting“, eine Strategie, bei der mit gezielten Kampagnen Wähler auf Social Media angesprochen worden sollen sein.

Update vom 25. September um 17:25 Uhr: Der SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz hat in seinem letzten Wahlkampfauftritt vor der Bundestagswahl 2021 für eine Koalition mit den Grünen geworben. „Das ist meine Lieblingskoalition“, sagte Scholz am Samstag in Potsdam. Er wolle seine künftige Regierung „je zur Hälfte“ mit Männern und Frauen besetzen, versprach er. In einem anschließenden Treffen mit Bürgern nahm Scholz Stellung unter anderem auch zur Forderung, das Wahlrecht bereits ab 16 einzuführen. „Sollte deutschlandweit gesenkt werden“, sagte er.

Scholz bewirbt sich im Wahlkreis Potsdam um ein Direktmandat. Dort tritt auch die Kanzlerkandidatin der Grünen Annalena Baerbock als Direktkandidatin an.

Bundestagswahl: Scholz zeigt sich zurückhaltend bei SPD-Mitgliederentscheid

Update vom 25. September um 17:00 Uhr: Bei einem seiner letzten Auftritte vor der Bundestagswahl 2021 zeigte sich Bundesfinanzminister und SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz zurückhaltend gegenüber einem möglichen Mitgliederentscheid seiner Partei vor der Bildung einer Regierungskoalition. „Das entscheiden wir dann, wenn es ansteht“, sagte Scholz der Redaktion von MediaPioneer in Potsdam. Zuvor hatte der stellvertretende SPD-Parteivorsitzende Kevin Kühnert erklärt, er gehe vor einer Koalitionsbildung von einem Mitgliederentscheid aus.

Wahlkampfabschluss SPD - Olaf Scholz in seinem Wahlkreis 61 in Potsdam
Bundesfinanzminister und SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz bei einer Wahlkampfveranstaltung in Potsdam. © Soeren Stache/dpa

In der SPD hätten Mitgliederentscheide in der Vergangenheit „durchaus funktioniert“, nun gelte es allerdings erst einmal, den Wahltag abzuwarten, stellte Scholz klar.

Bundestagswahl 2021: Angriff auf Grünen-Stand – Politikerin leicht verletzt

Update vom 25. September um 16:05 Uhr: Im sächsischen Plauen wurde am Samstag, 25. September ein Wahlkampfstand der Grünen angegriffen. Wie die Partei auf Twitter mitteilte, wurde dabei die Kreisvorsitzende leicht am Kopf verletzt. Nach Angaben eines Polizeisprechers sei ein 50-Jähriger zu dem Stand auf dem Theaterplatz gegangen, habe „seinen Unmut geäußert“ und anschließend die Frau mit einem Ei beworfen. Der anwesende Direktkandidat konnte den Täter überwältigen und bis zum Eintreffen der Polizei festhalten, schrieben die Grünen auf Twitter. Die Partei sei „schockiert“.

Der Staatsschutz der Kriminalpolizeiinspektion hat inzwischen die Ermittlungen übernommen.

Letzter Wahlauftritt vor Bundestagswahl: Laschet warnt vor Rot-Rot-Grün – Merkel wirbt für ihn

Update vom 25. September, 14:30 Uhr: Bei seinem letzten Wahlkampfauftritt vor der Bundestagswahl am Sonntag, 26. September hat der Kanzlerkandidat der Union, Armin Laschet (CDU) erneut vor einer rot-rot-grünen Regierung. „Wir brauchen eine stabile Regierung“, erklärte Laschet am Samstag in Aachen bei einer Veranstaltung mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Er wolle nicht, dass die Linke an der nächsten Bundesregierung beteiligt werde. „Wenn es morgen eine Mehrheit gäbe für Rot-Rot-Grün, werden sie es machen“, warnte er.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Armin Laschet, Bundesvorsitzender der CDU, Spitzenkandidat seiner Partei und Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, stehen auf der Bühne bei einem gemeinsamen Wahlkampfauftritt.
Bundeskanzlerin Merkel und Armin Laschet bei einem gemeinsamen Wahlkampfauftritt in Achen. © Federico Gambarini/dpa

„Wenn Ihr Stabilität in Deutschland wollt, muss morgen die CDU/CSU auf Platz eins liegen“, wandte sich Laschet direkt an die Zuhörer. Ähnlich äußerte sich Merkel. „Es geht morgen darum, dass Deutschland stabil bleibt“, sagte die Bundeskanzlerin. „Es ist nicht egal, wer Deutschland regiert“, fügte sie hinzu.

Bundestagswahl 2021: AfD bleibt auf einer Million Wahlkampf-Flyer sitzen

Update vom 25. September, 11:30 Uhr: Kurz vor der Bundestagswahl 2021 muss sich die AfD einiges an Hohn und Spott gefallen lassen. Die Alternative für Deutschland fiel nach Angaben der Partei wohl auf einen falschen Dienstleister rein und bleibt kurz vor der Wahl zum 20. Bundestag auf einer Million ihrer Wahlkampf-Flyer sitzen. Der fingierte Dienstleister habe sich angeboten, das Wahlkampfmaterial zu günstigen Konditionen an Haushalte zu verteilen.

Nun stellte sich allerdings heraus, dass nach Aussagen der AfD, die laut Wahlumfragen nicht von dem Laschet Debakel in der CDU im Wahlkampf profitiert, dieser Dienstleister gar nicht existiere, sondern womöglich das Künstlerkollektiv „Zentrum für politische Schönheit“ (ZPS) dahinterstecke. In der verbreiteten Pressemeldung der AfD heißt es, dass mit einem hohen Aufwand eine Website fingiert und illegal die Umsatzsteuernummer eines völlig unwissenden Unternehmers benutzt worden sei.

Bundestagswahl 2021: AfD geht fingiertem Dienstleister auf den Leim – Partei kündigt Strafanzeige an

Von der Aktion so kurz vor der Bundestagswahl 2021 seien wohl Kreisverbände und Kandidaten der AfD in Niedersachsen, Berlin, Hessen, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz betroffen. Die Partei machte deutlich, zeitnah eine Strafanzeige stellen zu wollen.

Tino Chrupalla, AfD-Bundesvorsitzender und Spitzenkandidat der Alternative für Deutschland, telefoniert vor Beginn einer Pressekonferenz
Die AfD geht einem falschen Dienstleister auf den Leim. Nun wurden kurz vor der Bundestagswahl eine Millionen Flyer nicht ausgeliefert. © dpa | Kay Nietfeld

AfD-Spitzenkandidat Tino Chrupalla äußerte sich wie folgt: „Diese beispiellose Aktion trifft nicht nur die AfD. Hier ist bereits jetzt ein erheblicher Schaden für die Demokratie eingetreten.“

Bundestagswahl 2021: Nicht die erste Aktion des Künstlerkollektivs ZPS in Richtung AfD

Auf Nachfrage des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) hat das Künstlerkollektiv ZPS sich bisher nicht zu den Vorwürfen geäußert. Das „Zentrum für politische Schönheit“ hat seinen Weg bereits vor geraumer Zeit in die Medien gefunden. In der Vergangenheit sorgten sie für Aufsehen, als die ZPS beispielsweise auf dem Nachbargrundstück des thüringischen AfD-Politikers Björn Höcke das Berliner Holocaustmahnmal nachbauten. Höcke hatte das von Peter Eisenman entworfene Denkmal einst als „Denkmal der Schande“ tituliert.

Bundestagswahl 2021: Laut Landeskriminalämtern ist der Wahlkampf von über 4.200 Straftaten überschattet

Update vom 25. September, 9:30 Uhr: Der Countdown zur Bundestagswahl 2021 läuft. Es sind nicht einmal mehr 24 Stunden bis die Wahllokale öffnen und jene, die ihre Stimme noch nicht per Briefwahl abgegeben haben, werden am 26. September ihre zwei Stimmen mit den Kreuzchen abgeben. Doch vor der Wahl kommt es zu einer beklemmenden Entwicklung. Denn die „Welt am Sonntag“ will herausgefunden haben, dass der Wahlkampf um den Einzug in Bundestag von gewaltsamen Übergriffen und Anfeindungen überschattet wird.

Bundestagswahl 2021: Landeskriminalämter stellen über 4000 Delikte im Wahlkampf fest

Die Abfrage der Welt am Sonntag bei allen 16 Landeskriminalämtern der Bundesländer hat ergeben, dass bisher über 4200 Delikte im Zusammenhang mit dem Wahlkampf zur Bundestagswahl 2021 stehen. Das ist im Vergleich zur Bundestagswahl 2017, als immerhin die AfD für zweifelhafte Furore sorgte, ein klarer Anstieg. Damals hatte das Bundeskriminalamt BKA um die 3660 Delikte dieser Art festgestellt.

Bundestagswahl 2021: Gesundheitsministere Jens Spahn äußert sich zur Aggressivität im Wahlkampf

Jüngst äußerte sich Bundesgesundheitsminister Jens Spahn zu der aufgeheizten Stimmung im Wahlkampf zur Bundestagswahl 2021 bei der „Welt am Sonntag“: „Es ist der erste Wahlkampf, in dem ich erlebe, dass quasi bei jeder öffentlichen Veranstaltung größere Gruppen häufig aggressiver Störer auftreten.“

In Deutschland habe sich eine Art „Pandemie-Extremismus“ gebildet. Dieser sei politisch schwer zu verorten, werde aber von „Rechtsaußen“ wie der AfD befördert. „Und aus dem Kreislauf von Hetze und Hass werden Taten“, erklärte Spahn weiter.

Bundestagswahl 2021: Sachbeschädigung von Wahlplakaten im Wahlkampf häufigste Delikt – Niedersachsen bei den Straftaten auf Rang 1

Nach Angaben der Landeskriminalämter stehen bei den Delikten im Wahlkampf vor allem Sachbeschädigungen im Vordergrund. Hier sind vor allem die Verunstaltung von Wahlplakaten zu nennen. Besonders die Grünen können davon ein Lied singen. Die Öko-Partei mit Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock haben mit „Angriffen“ auf ihre Wahlplakate zu kämpfen oder sie werden wie vom III. Weg direkt zum Mord aufrief.

Darüber hinaus wurden auch viele Propaganda- und Gewaltdelikte registriert und eine Zunahme an Beleidigungen. Niedersachsen ist laut Informationen der „Welt am Sonntag“ mit 900 Delikten undankbarer Spitzenreiter vor Bayern (520) und Baden-Württemberg (448).

Bundestagswahl 2021: Bundeskriminalamt (BKA) registriert

Dabei variieren die betroffenen im Bundestag vertretenen Parteien auf regionaler Ebene stark. In Hamburg wurde vor allem die CDU zur Zielscheibe solcher Angriffe, mussten sich in Sachsen die Linkspartei und in Berlin die AfD am meisten mit Sachbeschädigung und Anfeindungen auseinandersetzen. Für eine genaue Auswertung, welche Partei am häufigsten betroffen sit , ist die Datenlage allerdings noch nicht aussagekräftig genug.

Des Weiteren sind die Behörden überzeugt, dass bisher noch nicht alle Delikte gemeldet sind. Schließlich haben Parteiverbände auch noch nach der Wahl die Möglichkeit, Sachbeschädigungen und andere Taten anzeigen. Die Abfrage von „WELT“ deckt sich mit Erkenntnissen des BKA. In einem internen Lagebild der Behörde, das der Redaktion der „WELT“ vorliegt, war bis Mitte September bereits die Rede von 4035 Straftaten (inklusive Hessen). Darunter sind auch 42 Gewaltdelikte. Die Behörden konnten knapp zwei Drittel der Straftaten (2590) keiner politischen Richtung zuordnen. Die restlichen Taten gehen sich auf das linksextreme (1170) und das rechtsextreme (273) Spektrum zurück.

Wahlumfrage vor der Bundestagswahl 2021: Vorsprung von Olaf Scholz und SPD auf Armin Laschet und CDU schmilzt

Update vom 24. September, 21:20 Uhr: Das wird richtig knapp! Zwei Tage vor der Bundestagswahl liegt SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz laut Allensbach-Befragung für die Frankfurter Allgemeine Zeitung nur noch hauchdünn vor CDU-Konkurrent Armin Laschet. Demnach verliert die SPD einen Prozentpunkt und liegt nun bei 26 Prozent. Die CDU kommt aktuell auf 25 Prozent, liegt nach derzeitigem Stand also nur einen Prozentpunkt hinter der SPD. Bedeutet: Auf den letzten Metern zeichnet sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen den beiden Parteien ab.

Armin Laschet und Olaf Scholz
Armin Laschet oder Olaf Scholz? Wer schließlich die Bundestagswahl gewinnt, zeigt der Wahlsonntag. © Kay Nietfeld/dpa

Ein Dämpfer ist die Allensbach-Befragung auch für die Linke. Denn mit gerade einmal fünf Prozent der Stimmen könnte es eng werden mit dem Einzug in den Bundestag. Zulegen können hingegen die Grünen mit 16 Prozent (+0,5) und die FPD mit 10,5 Prozent der Stimmen (+1). Bei der repräsentativen Allensbach-Befragung wurden zwischen dem 16. und 23. September 1554 Personen mündlich-persönlich befragt.

Söder und CDU-Kanzlerkandidat Laschet beschwören Einigkeit

Update vom 24. September, 20:45 Uhr: Zwei Tage vor der Bundestagswahl hat Unionskanzlerkandidat Armin Laschet Einigkeit mit CSU-Chef Markus Söder beschworen. Zudem warnte Laschet erneut vor einem Bündnis aus SPD und der Linkspartei. „Und ich sag‘ jedem Koalitionspartner: Zieht Euch warm an. Armin und Markus, das wird ein tolles Team. Und wir werden zusammen die Bundesrepublik regieren“, hieß es von Laschet.

Im Rahmen einer offiziellen Wahlkampf-Veranstaltung geben sich CSU-Chef Markus Söder und CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet die Faust.
Beschwören Einigkeit: CSU-Chef Markus Söder und CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet. © Frank Hoermann/Sven Simon/imago images

„Ich bin froh, wenn da Markus Söder mit sitzt. Er ist eine Stärke für uns als Union. Er ist kraftvoll, er ist anerkannt unter den Ministerpräsidenten. Er ist ein erfolgreicher Ministerpräsident“, lobte Laschet CSU-Politiker Markus Söder. Und das, obwohl Söder nach der Entscheidung im Machtkampf um die Kanzlerkandidatur der Union noch Spitzen gegen Laschet verteilt hatte.

AfD-Spitzenkandidat Tino Chrupalla schimpft Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock „Quotenfrau“

Update vom 24. September, 20:15 Uhr: Kurz vor der Bundestagswahl zieht AfD-Spitzenkandidat Tino Chrupalla Bilanz für seine Partei. Seiner Ansicht nach sei der Wahlkampf der „Alternative für Deutschland“ „störungs- und vor allem auch skandalfrei“ verlaufen. Dies ließ Chrupalla am Freitag, 24. September 2021, bei der Wahlkampf-Abschlussveranstaltung der Partei in Berlin verlauten.

Zu sehen ist AfD-Spitzenkandidat Tino Chrupalla im Rahmen einer Wahlkampf-Veranstaltung seiner Partei in Berlin.
AfD-Spitzenkandidat Tino Chrupalla rechnet zwei Tage vor der Bundestagswahl mit den drei Kanzlerkandidaten zur Bundestagswahl 2021 ab. Vor allem auf die Grüne Annalena Baerbock hat sich der „Alternative für Deutschland“-Politiker eingeschossen. © Stefan Zeitz/imago images

Zudem konnte sich der AfD-Politiker Schelten gegen die Kanzlerkandidaten Armin Laschet (CDU), Olaf Scholz (SPD) sowie Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock (Grüne) nicht verkneifen. Allen drei warf Chrupalla vor, „weiter an der Abschaffung der Nationalstatten“ arbeiten und für mehr EU-Zentralismus sorgen zu wollen.

Vor allem auf Baerbock hatte sich Chrupalla eingeschossen. Für ihn sei es gut, dass die Grünen nicht Co-Parteichef Robert Habeck, sondern mit Annalena Baerbock die „Quotenfrau“ aufgestellt hätten. Denn dies habe Deutschland womöglich „vor einem grünen Bundeskanzler bewahrt“.

Zwei Tage vor der Bundestagswahl: Kanzlerin Angela Merkel spricht sich für CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet aus

Update vom 24. September, 19:28 Uhr: Zwei Tage vor der Bundestagswahl hat sich Bundeskanzlerin Angela Merkel aktiv für CDU-Spitzenkandidat Armin Laschet eingesetzt. Im Rahmen des offiziellen gemeinsamen Wahlkampfabschluss der Union auf dem Münchner Nockherberg hat Merkel „alle noch einmal aufgerufen, diese Stunden zu nutzen“ – damit Laschet letztendlich die Wahl gewinnt.

Im Rahmen eines öffentlichen Wahlkampf-Auftritts der CDU spricht Bundeskanzlerin Angela Merkel in ein Mikrofon. Links neben ihr steht CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet.
Die aus ihrem Amt scheidende Bundeskanzlerin Angela Merkel stärkt Armin Laschet, Spitzenkandidat der CDU bei der Bundestagswahl 2021, den Rücken. (Archivbild) © Shan Yuqi/imago images

Zudem plauderte Merkel aus dem Nähkästchen und erinnerte an ein gemeinsames Frühstück mit dem CSU-Ehrenvorsitzenden Edmund Stoiber von 2002. Damals hätten sie über die anstehende Kanzlerkandidatur gesprochen. Diese überließ Stoiber am Ende Merkel. „Wir haben gezeigt, wie es uns immer wieder gelungen ist, unterschiedliche Interessen und Gegebenheiten bei allen Spannungen zwischen CDU und CSU auszugleichen, weil wir wissen: Nur wenn wir gemeinsam arbeiten, sind wir stark“.

SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil ätzt gegen Union: „Die haben keine Inhalte“

Update vom 24. September, 16:40 Uhr: „Die haben keine Inhalte. Das Einzige, was sie gefunden haben, ist Schmutz. Und mit diesem Schmutz schmeißen sie jetzt seit Wochen.“ Die Worte von SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil kurz vor der Bundestagswahl sind deutlich: Seiner Einschätzung nach habe die Union einen unanständigen Wahlkampf betrieben. „Das ist der unanständigste Wahlkampf, den ich je von den Konservativen erlebt habe“, sagte Klingbeil bei der Abschlusskundgebung der SPD in Köln.

Diese Kampagne würde die Union fahren, weil sie befürchten müsse, die Macht im Land zu verlieren. Klingbeil ist sich sicher, dass Unionskanzlerkandidat Armin Laschet wohl gedachte habe, dass „im Schlafwagen ins Kanzleramt“ fahren könne. „Das war deren Plan. Die wollten keinen Wahlkampf machen“, wetterte der SPD-Politiker. Er sei sich sicher, dass die Sozialdemokraten weiterhin die Wahl gewinnen können. Er verglich die Situation seiner Partei mit einer Fußballmannschaft, die knapp vor dem Sieg steht und die bei einem Stand von 2:0 in der 88. Minute auch nicht einfach vom Platz gehen würde. Wahlumfragen sehen ein knappen Rennen zwischen Union und SPD.

Wahlkampfabschluss der SPD in Nordrhein-Westfalen
Lars Klingbeil, Generalsekretär der SPD, spricht bei der Wahlkampfveranstaltung. © Rolf Vennenbernd/dpa

Update vom 24. September, 16:05 Uhr: Am Rande der „Fridays for Future“-Kundgebung in Jena hat sich Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt zur Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen nach der Wahl geäußert. Dies würde mit keinem der möglichen Koalitionspartner leicht werden.

„Die Entschiedenheit im Klimaschutz, das haben wir ja die letzten vielen, vielen Jahre und Legislaturperioden gesehen, ist halt nicht besonders groß“, heißt es von der Grünen-Politikerin gegenüber der dpa. Zudem wertet Göring-Eckardt die Klimastreiks in hunderten deutschen Städten nicht als direkt Wahlkampfhilfe für die Grünen. Denn: „Die Klimakrise wartet ja nicht auf Wahltage oder Koalitionsverhandlungen, sondern sie ist da.“

Armin Laschet (CDU) hat angesichts der Demonstrationen der Initiative Fridays for Future mehr Tempo beim Klimaschutz versprochen. Er teilte auf Instagram eine Nachricht: „Für die CDU ist ganz klar, nicht erst seit heute: Deutschland muss beim Klimaschutz schneller und besser werden.“ Man müsse weltweit so schnell wie möglich die Klimaneutralität erreichen. Eine Aufgabe, die nur global und nicht auf Bundesebene erreicht werden könne.

Zu sehen ist Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt, die eine Rede hält.
Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt spricht im Rahmen der „Fridays for Future“-Kundgebung in Jena über die Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen nach der Bundestagswahl 2021. (Archivbild) © Kay Nietfeld/dpa

Kurz vor der Bundestagswahl: Landesweite Proteste der „Fridays for Future“-Bewegung

Update vom 24. September, 14:12 Uhr: Zwei Tage vor der Bundestagswahl ziehen bundesweit protestierende Schüler durch die Städte, um ein Zeichen für mehr Klimaschutz zu setzen. SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz hat am Freitag auf Twitter mitgeteilt, er sei dankbar für das Engagement von Fridays for Future. „Ich sage ausdrücklich: Dass heute #Klimastreik ist, ist richtig“, so der Politiker. Die Schüler hätten mitgeholfen, dass Klimaschutz oben auf der Agenda stehe.

Gesundheitsexperte Karl Lauterbach (SPD) besuchte eine Demonstration von Fridays for Future in Köln. „Ein Segen, dass es diese Bewegung gibt. Nicht nur für junge Menschen“, schrieb der Politiker auf Twitter unter einem Bild von sich und mehreren Teilnehmern der Demonstration. Auch Annalena Baerbock (Grüne) hat am Rande der Demonstration in Köln mit den Aktivisten das Gespräch gesucht. Vor dem Protestmarsch verabschiedete sie sich aber schon wieder.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU): Im Vogelpark wird sie von Papageien umschwärmt

Update vom 24. September, 12:40 Uhr: Viel Geflatter um eine scheidende Bundeskanzlerin: Angela Merkel (CDU) war am Donnerstag auf Abschiedstour durch ihren alten Wahlkreis (Vorpommern-Rügen - Vorpommern-Greifswald I). Bei einem Besuch im Vogelpark Marlow stand sie bei den gefiederten Bewohnern hoch im Kurs. Egal ob Wellensittiche, Nymphensittiche, Zebrafinken oder Papageien – ganze Schwärme der Vögeln umflatterten Merkel und fraßen ihr aus der Hand. Ein knallbunter Lori-Papagei landete ihr sogar auf dem Kopf.

Angela Merkel war gemeinsam mit dem CDU-Bundestagskandidaten Georg Günther, der ihr Nachfolger im Wahlkreis werden will, unterwegs. Beim ausgewachsenen europäischen Uhu war die Kanzlerin dann aber doch zurückhaltend: Die etwa 60 Zentimeter große Eule mit den großen Augen wollte sie dann doch nicht halten. „Ne, ne. Ich habe das bei den Sittichen gut gemacht“, sagte sie. Der Vogel landete dann bei ihrem Parteikollegen. Wo es die Politikerin nach ihrer Amtszeit hin verschlägt, ist derzeit noch nicht bekannt. Dem Hamburger Stadtteil Blankenese hat Merkel aber kürzlich eine Absage erteilt.

Angela Merkel sprüht vor Ekstase im Vogelpark Marlow
Angela Merkel sprüht vor Ekstase im Vogelpark Marlow © Georg Wendt / dpa picture alliance

Update vom 24. September, 11:15 Uhr: Wenn es zu einer Quarantäne wegen eines Corona-Verdachts gekommen wäre, hätte Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet diese am liebsten mit seinen Kontrahenten Christian Lindner (FDP) und Annalena Baerbock (Grüne) verbracht. „Wenn es so gewesen wäre, glaube ich, dass mit Christian Lindner – mit dem ich befreundet bin – ich gerne in der Quarantäne wäre. Wir hätten eine Menge zu streiten, aber auch sich auszutauschen“, sagte der CDU-Chef am Freitag im „Morgenmagazin“ beim ZDF. „Annalena Baerbock muss ich noch besser kennenlernen, und ich glaube, in so einer Quarantäne könnte man eine Menge miteinander diskutieren.“

Im Hinblick zur kommenden Bundestagswahl kommt Laschets Äußerung nicht überraschend: Nach dem Wahlsonntag könnten CDU/CSU, Grüne und FDP eine regierungsfähige Mehrheit bilden. Zumindest deuten aktuelle Wahlumfragen an, dass sie Parteien auf genug Stimmen kommen könnten. SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz machte in der ZDF-Sendung deutlich: „Ich stehe dafür, dass Deutschland gut regiert wird.“ Zudem sei es wichtig, dass die EU stark und souverän sei, dass die Wirtschaft wachse. „Ich habe einen Plan für die Zukunft und dafür, wie Deutschland auch künftig ein erfolgreiches Industrieland sein und der Klimawandel gestoppt werden kann“, so der SPD-Politiker.

Bundestagswahl 2021: SPD, Grüne und Union beenden Wahlkampf

Erstmeldung vom 24. September, 10:40 Uhr: Berlin –Anstrengende Wochen liegen hinter den Spitzenkandidaten der Parteien: Im Rennen um die Wählerstimmen bei der Bundestagswahl 2021 beenden die Kanzlerkandidaten von SPD, Union und Grünen zwei Tage vor dem Wahlsonntag offiziell ihren Wahlkampf. Olaf Scholz (SPD) und Annalena Baerbock (Grüne) stellen sich am Freitag dafür den Wählern in Nordrhein-Westfalen. Armin Laschet (CDU) wird in Bayern erwartet. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur werden Scholz und Laschet am Samstag aber noch bei weiteren Terminen erwartet.

Parlamentswahl:Bundestagswahl 2021
Datum:Sonntag, 26. September 2021
Wahlberechtigte:Etwa 60,4 Millionen Bürger
Kanzlerkandidaten:Annalena Baerbock, Armin Lachet, Olaf Scholz

Wahlumfrage: Vorsprung der SPD schrumpft

Auch die anderen Parteien beenden ihren Wahlkampf, der mitunter auch von viel Hass im Netz überschattet worden ist. Die offiziellen Abschlussveranstaltungen der AfD und Linken finden in Berlin statt. Die FDP plant ihren Wahlkampfabschluss für Samstag in Düsseldorf. Währenddessen hat sich der Vorsprung der SPD vor der Union in Wahlumfragen verkleinert. Das geht aus dem aktuellen „ZDF-Politbarometer“ hervor. Demnach kämen CDU/CSU auf 23 Prozent (plus 1 Prozent) und die SPD liegt unverändert bei 25 Prozent. Die Grünen konnten ihre Umfragewerte auf 16,5 Prozent (plus 0,5 Prozent) ausbauen. Die AfD käme auf 10 Prozent (minus 1), die FDP auf 11 und die Linke auf 6 Prozent.

Kanzlerkandidaten
Autos fahren an den Wahlplakaten von Bündnis 90/Die Grünen (l-r) mit Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock, SPD mit Kanzlerkandidaten Olaf Scholz und CDU mit Kanzlerkandidaten Armin Laschet vorbei. © Kay Nietfeld/dpa/Archivbild

SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz führt bei den persönlichen Werten in den Umfragen weiterhin deutlich vor seinen Konkurrenten: 64 Prozent der Befragten trauen ihm das Amt zu. Armin Laschet (CDU) kommt auf 26 Prozent, Annalena Baerbock (Grüne) auf 25 Prozent. 47 Prozent (minus 1) wünschen sich Scholz als Kanzler, 20 Prozent Laschet (minus 2) und 16 Prozent Baerbock.

Schlussrunde zur Bundestagswahl 2021: Kandidaten streiten bei Mietenthema

Wie unterschiedlich ihre politischen Positionen sind, machten die sieben im Bundestags vertretenen Parteien im letzten großen TV-Schlagabtausch am Donnerstagabend deutlich. In der „Schlussrunde“ von ARD und ZDF sprach sich Olaf Scholz (SPD) unter anderem dafür aus, die Ausgaben für die Bundeswehr weiter zu erhöhen. Linken-Vorsitzende Janine Wissler hielt dagegen, warb aber gleichzeitig für einen Regierungswechsel durch eine rot-rot-grüne Bundesregierung. CSU-Chef Markus Söder setzte sich ebenfalls für mehr Geld für die Bundeswehr ein und verlangte, dass deutsche Soldaten alle benötigte Ausrüstung erhalten müsste.

Auch beim Thema Wohnungen und Mieten wurde gestritten. Armin Laschet (CDU) erklärte, dass bis zum Jahr 2025 1,5 Millionen neue Wohnungen erforderlich sein werden – darunter müssen viele Sozialwohnungen sein. Er sprach sich auch für die Stärkung des ländlichen Raumes aus. Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock (Grüne) warf der schwarz-roten Bundesregierung Versäumnisse vor. Wissler forderte einen bundesweiten Mietendeckel. Mehr zu bauen, reiche als Antwort nicht, man könne auch nicht die letzten Flächen versiegeln.

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Auch über mögliche Koalitionen wurde debattiert: FDP-Chef Christian Lindnder sah die größten Schnittmengen bei einer Jamaika-Koalition. Für Söder war klar: „Der überzeugendste Regierungsauftrag ergibt sich mit einem klaren Platz Nummer eins.“ Er hielt weiter einen Erfolg der Union nicht für ausgeschlossen. Baerbock plädierte für „eine grün geführte Regierung“. (mit Material der dpa). * kreiszeitung.de und merkur.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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