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„Bürger:innen Service“: Zoff um neuen Namen für Kundenzentren – „absurd“

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Von: Kevin Goonewardena

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Heißen die Kundenzentren in Hamburg bald „Bürger:innen-Service“? Die zuständige Behörde scheint diesen Namen zu favorisieren. Kritik kommt von der CDU.

Hamburg – Den Hamburger Kundenzentren der Bezirke, in denen unter anderem Meldeangelegenheiten geregelt und Ausweise beantragt werden können, steht eine größere Reform bevor. Teil der geplanten Umstrukturierung soll auch ein neuer Name sein. Wie die 24 Kundenzentren zukünftig heißen sollen, darüber gibt es heftigen Streit – denn der neue Name soll genderneutral sein. Im Raum steht etwa „Servicestellen des Bezirks“, aber auch „Bürger:innen-Service“ ist einer der Vorschläge. Wie die Bild-Zeitung berichtete, soll das sogar der von der zuständigen Behörde favorisierte Name sein.

Name:Freie und Hansestadt Hamburg
Fläche:755,2 km²
Bevölkerung:rund 1,8 Millionen
Regierungsoberhaupt:Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD)

Gendergerechte Sprache: CDU-Mann Thering kritisiert Senat scharf

Der CDU-Fraktionsvorsitzende in der Hamburger Bürgerschaft, Dennis Thering äußerte scharfe Kritik an den Überlegungen zur Umbenennung der Kundenzentren in „Bürger:innen Service“. Gegenüber dem Hamburger Abendblatt rief Thering in Erinnerung, dass sich die Bürgerinnen und Bürger an die bestehenden Namen gewöhnt hätten.

Der rot-grüne Gender-Wahn zieht immer absurdere Kreise. Der Begriff Kundenzentrum ist eingängig und etabliert. Und er schließt auch niemanden aus.

Dennis Thering kritisiert die Pläne des Rot-Grünen Hamburger Senats

Er rief Katharina Fegebank, zweite Bürgermeisterin und Senatorin für Wissenschaft und Gleichstellung, dazu auf, sich aufs Wesentliche zu konzentrieren. „Kürzere Wartezeiten, mehr Termine, schnellere Bearbeitungen – das ist ihr Job. Gender-Ablenkungen und Sprachumerziehungen sind fehlplatziert“, führte Thering weiter aus.

Heißen die Kundenzentren in Hamburg bald „Bürger:innen Service“? Darüber gibt es Streit.
Heißen die Kundenzentren in Hamburg bald „Bürger:innen-Service“?  © Lars Berg/imago & Christian Ohde/imago

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Katharina Fegebank: „Vielleicht sammeln wir Vorschläge aus der Bevölkerung ein.“

Auf Twitter reagierte Fegebank bereits am Donnerstag, 28. Juli 2022. Auf dem Kurznachrichtendienst ließ die Grünen-Politikerin verlauten, dass, das Wichtigste, die Reform der Kundenzentren sei – dass diese am Ende erfolgreich wird, daran würde man hart arbeiten. Der Name hingegen sei zweitrangig. Aktuell würde es ohnehin nur Arbeitstitel geben – bei dem neuen Namen sollte gegebenenfalls auch die Bevölkerung gefragt werden.

Sebastian Ackermann, persönlicher Referent von Katharina Fegebank, ergänzte gegenüber dem Hamburger Abendblatt am Freitag, 29. Juli 2022, die Äußerungen seiner Chefin. Der neue Name, so Ackermann, solle die Organisation nach außen dokumentieren. Die Entscheidung werde von einem Verwaltungsrat getroffen, dem die Bezirksamtsleitungen der sieben Hamburger Bezirke angehören. Weitere gendergerechte Änderungen seien im Moment nicht geplant, so Ackermann.

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„Wie das Ding dann heißt, ist absolut zweitrangig, bisher gibt es nur Arbeitstitel. Vielleicht sammeln wir Vorschläge aus der Bevölkerung ein.“

Hamburgs Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank auf Twitter

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Reform der Hamburger Kundenzentren: Das sind die Ideen – und so viel kostet die Umsetzung

Die Gesamtreform wird laut Abendblatt 13,4 Millionen Euro kosten. 2,59 Millionen entfallen davon auf das Haushaltsjahr 2021, 10,8 Millionen belasten den Haushalt Hamburgs im Jahr 2022. Im Raum stehen neben dem neuen Namen, der laut Ackermann die Organisation nach Außen dokumentieren soll, auch die Erweiterung um Dienstleistungen der Ausländerkundenzentren oder, auf längere Sicht, die Erweiterung um den Service „Führerschein-Beantragung.“

Im Kundenzentrum HafenCity werden aktuell bereits ausgeweitete Dienstleistungen getestet und ausgewählte Dienstleistungen der Standesämter und des Landesbetriebs Verkehr angeboten. An den erweiterten Öffnungszeiten (07:00 Uhr bis 19:00 Uhr) soll auch nach der Reform festgehalten werden. Außerdem soll das Digitalangebot ausgeweitet werden.

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