Institution seit 1999

Das ist „Berlin direkt“ (ZDF) – diese Gäste kommen zu den Sommerinterviews: Bundespräsident Steinmeier (SPD) startet

  • Yannick Hanke
    vonYannick Hanke
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Das Polit-Magazin „Berlin direkt“ vom ZDF startet am Sonntag, 12. Juli 2020, mit der Ausstrahlung seiner bundesweit bekannten Sommerinterviews. Den Auftakt macht Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. 24hamburg.de blickt auf das politische TV-Format.

  • ZDF-PolitmagazinBerlin direkt“ startet Sommerinterviews.
  • Schon Kanzlerin Angela Merkel* war zu Gast.
  • Ungewöhnlicher Sendeplatz wird zum Erfolgsgaranten.

Berlin – Das Fernsehmagazin „Berlin direkt“ ist eine feste Institution im ZDF, im Rahmen dessen sich mit dem aktuellen politischen Geschehen beschäftigt wird. Produziert wird die 20-minütige Sendung im ZDF-Hauptstadtstudio in Berlin. Moderatoren sind die Journalisten Theo Koll und Shakuntala Banerjee*, die im Wechsel und im Anschluss an die „heute“-Nachrichten durch das Programm führen. In der parlamentarischen Sommerpause werden im Kontext von „Berlin direkt“ die sogenannten „Sommerinterviews“ gesendet, die stets mit politischen Hochkarätern aufwarten. So auch dieses Mal, wie beispielsweise die Namen Frank-Walter Steinmeier (SPD) oder Markus Söder (CSU) zeigen.

Fernsehsendung:Berlin direkt
Besetzung:Shakuntala Banerjee, Thomas Walde, Bettina Schausten

Berlin direkt (ZDF): Polit-Magazin mit reicher Historie - Fester Sendeplatz, wechselnde Moderatoren, Sommerinterviews als Konstante

Die Erstausstrahlung von „Berlin direkt“ erfolgte am 18. April 1999. Das Polit-Magazin trat damals die Nachfolge von „Bonn direkt“ an, das von Dezember 1987 an rund elfeinhalb Jahre ebenfalls im ZDF ausgestrahlt wurde. Mit dem Umzug der Bundesregierung in die deutsche Hauptstadt änderte sich schließlich auch der Titel der Sendung. Auf inhaltlicher Ebene ist das Konzept der beiden Formate zu vergleichen. Thematisiert werden nämlich die Tagesordnungspunkte, die in der zurückliegenden Woche im Fokus des Bundestags standen

Theo Koll (links) und Shakuntala Banerjee führen seit März 2019 durch das ZDF-Politmagazin „Berlin direkt“. Am Sonntag, 10. Juli starten die bundesweit bekannten Sommerinterviews. (Archivbild)

Die eigene Maxime ist es nach wie vor, Politik möglichst aktuell, ungefiltert und kurzweilig für die TV-Zuschauer zu präsentieren. Im Optimalfall werden mit diesem Vorgehen Personen überzeugt, die sich als politisch weniger interessiert einordnen. Da Kontinuität ein wesentlicher Erfolgsfaktor verschiedenster TV-Formate ist, entschied sich auch das ZDF dazu, einen festen Sendeplatz im Programm zu verankern - regelmäßig am Sonntag um 19:10 Uhr.

Eine Entscheidung, die sich als durchdacht und schlichtweg richtig darstellte. Denn lange Zeit galt „Berlin direkt“ aufgrund des ungewöhnlich frühen Sendeplatzes als das meistgesehen politische Magazin im deutschen Fernsehen. Laut ZDF-Angaben belaufen sich die Produktionskosten für nur eine Sendung auf rund 43.000 Euro. Zum Vergleich: andere Produktion des Senders mit Hauptsitz in Mainz sind zum Teil deutlich teurer. Das „auslandsjournal“ kostet beispielsweise 57.000 Euro pro Ausgabe, das Kulturmagazinaspekte“ gar 105.000 Euro.

„Berlin direkt“-Moderatorin Shakuntala Banerjee (links) und CSU-Vorsitzender Markus Söder führen ein Gespräch im Rahmen der „ZDF-Sommerinterviews“. (Archivbild)

Längst Tradition geworden sind die „ZDF-Sommerinterviews“, die vorab aufgezeichnet und im Rahmen von „Berlin direkt“ ausgestrahlt werden. Dieses Interview-Format geht ebenfalls auf „Bonn direkt“ zurück und besteht bereits seit den 80er-Jahren. Intention war und ist es, Spitzenpolitiker der im Deutschen Bundestag vertretenen Parteien während der Sommerferien zu den dringlichsten Fragen der aktuellen Politik zu befragen. Zudem ist es gang und gäbe, den jeweils amtierenden Bundespräsidenten zu interviewen.

Berlin direkt (ZDF): Sommerinterviews mit hochkarätigen Politikern - Angela Merkel, Gerhard Schröder und Helmut Kohl

Prominente Namen wie Helmut Kohl, Gerhard Schröder, die gebürtige Hamburgerin* Angela Merkel oder Joschka Fischer finden sich in der langen Liste von Politikern, die bereits (wiederkehrender) Teil der Sommerinterviews waren. Charakteristisch für diese meist längeren Gespräche ist, dass sie von den jeweiligen „Berlin direkt“-Moderatoren geführt werden. Zumeist werden die Interviews im Wahlkreis oder am Urlaubsort der politischen Entscheidungsträger sowie im Freien geführt.

Zudem treten die Beteiligten in aller Regelmäßigkeit in legerer Sommerkleidung auf. Erst seit ein paar Jahren ist in dieser Hinsicht ein Wechsel zu verzeichnen und sowohl die Politiker als auch die Journalisten sind in zunehmender Häufigkeit wieder formeller gekleidet. Das Polit-Format sieht sich mitunter aber auch mit Kritik konfrontiert. So wird beanstandet, dass die in den Sommerinterviews getätigten Aussagen zumeist eher belanglos und ohne weiterreichende Bedeutung seien. In diesem Kontext wird von Kritikern auf die nachrichtenarme Lage während der Urlaubszeit und das sogenannte „Sommerloch“ verwiesen.

Nichtsdestotrotz scheint das Konzept der sommerlichen Gespräche auch auf das Interesse anderer Sender zu stoßen. Ein Beispiel hierfür ist die Gesprächsreihe, die innerhalb der ARD-Sendung „Bericht aus Berlin“ geführt wird. Je nach Wetterlage werden die Interviews auch schon mal auf der Terrasse des Marie-Elisabeth-Lüders-Hauses im Regierungsviertel von Berlin abgehalten.

Darüber hinaus haben es sich auch die Dritten Fernsehprogramme (BR, HR, MDR, NDR, Radio Bremen, RBB, SR, SWR und WDR) und Hörfunkprogramme der ARD angewöhnt, Vertreter der Parteien mit Sitz im jeweiligen Landtag zu landespolitischen Themen zu befragen. Auch private Fernsehsender und Zeitungen orientieren sich an dieser zunehmend gängiger werdenden Praxis. Und auch in Nachbarländern Deutschlands finden sich vergleichbare Formate. Ein Beispiel hierfür ist das Österreichische Fernsehen mit der vergleichbaren Interview-ReiheSommergespräche“.

Berlin direkt (ZDF): Sommerinterviews 2020 mit Bundespräsident Steinmeier (SPD), CSU-Vorsitzenden Markus Söder und Co

Doch zurück zum Original, den Sommerinterviews von „Berlin direkt“. Diese warten auch 2020 mit illustren Namen aus dem politischen Betrieb auf. Im Folgenden ist aufgelistet, um welche Politiker es sich hierbei handelt und an welchem konkreten Datum die Entscheidungsträger jeweils am Sonntag um 19:10 Uhr zu Gast sein werden:

Berlin direkt (ZDF): Theo Koll und Shakuntala Banerjee führen durchs Polit-Magazin - Erfolgsgaranten der Gegenwart

Ein weiterer Erfolgsfaktor von „Berlin direkt“ und damit auch der ZDF-Sommerinterviews sind die kompetenten, kritisch nachfragenden und gut vorbereiteten Moderatoren, die stets wissen, wie dem jeweiligen Politiker zu begegnen ist. Da wäre zum einen Theo Koll, der Leiter des ZDF-Hauptstadtstudios. Der 62-Jährige kann aus einem reichen Erfahrungsschatz schöpfen und arbeitete von 1977 bis 1984 beim „journalist“, dem „Deutschlandfunk“ und dem Bayerischen Rundfunk. Ab 1985 war der Journalist für den Norddeutschen Rundfunk als Korrespondent der „Tagesschau“ und der „Tagesthemen“ tätig. Nicht zuletzt Hamburg, aber auch Washington, D.C. und Tokio waren die Stationen des gebürtigen Nordrhein-Westfalen.

1990 erfolgte der Wechsel als Redakteur ins ZDF-Studio in Bonn. Meriten im Bereich der Leitung eines Politmagazins konnte Koll rund acht Jahre lang als Moderator und stellvertretender Redaktionsleiter des ZDF-Fernsehmagazins Frontal21“ sammeln. 2005 wurde Koll mit dem „Bayerischen Fernsehpreis“ für eine „großartige redaktionelle Gesamtleistung“ geehrt, wie die Jury damals verlauten ließ. Im Folgenden konnte sich der Journalist als Moderator des „auslandsjournals“, des „Politbarometers“ und der „ZDF spezial“-Sendungen beweisen. Seit dem 1. März 2019 leitet Koll das ZDF-Hauptstadtstudio in Berlin und begann im selben Jahr mit der Moderation von „Berlin direkt“.

Ebenfalls seit 2019 führt Shakuntala Banerjee durch die beliebte Politiksendung. Die 1973 geborene Fernsehjournalistin und Reporterin sammelte erste journalistische Erfahrungen als studentische Hilfskraft in den Hauptstadtstudios vom WDR und von RTL. 2003 heuerte Banerjee als Freie Mitarbeiterin beim ZDF an und war ab 2005 als Reporterin der Mainzer ZDF-Redaktion für das Magazin „Drehscheibe Deutschland“ tätig. Von 2008 bis 2011 arbeitete sie als Referentin für die ZDF-Chefredakteure Nikolaus Brender und Peter Frey. Es folgten die Stationen Hessen und Brüssel, ehe sie seit März 2019 stellvertretende Leiterin des Hauptstadtstudios in Berlin in ihrer Vita stehen hat. Seitdem moderiert Banerjee auch im Wechsel mit Theo KollBerlin direkt“.

Berlin direkt (ZDF): Glorreiche „Peter“-Vergangenheit - Ellgaard, Frey, Hahne und Bettina Schausten prägen Bild des ZDF-Hauptstadtstudios

Soweit die Gegenwart, doch welche Moderatoren etablierten das ZDF-Politmagazin in der vergangenen rund 20 Jahren? Nun, die Anfänge von „Berlin direkt“ sind unzertrennbar mit den Namen Peter Ellgaard und Peter Hahne verbunden. Ersterer moderierte die Politiksendung bereits, als diese noch „Bonn direkt“ hieß. Bis Ende 2001 oblag es Peter Ellgaard, durch das ZDF-Format zu führen, ehe der 1940 geborene Journalist in den wohlverdienten Ruhestand ging. Auch Peter Hahne war ab 1999 mit an Bord und übte bis März 2010 das Amt des stellvertretenden Leiters des ZDF-Hauptstadtstudios aus. Im Wechsel mit dem heute 62-jährigen Peter Frey führte er bis 2010 durch „Berlin direkt“.

Dann begann quasi eine neue Zeitrechnung und damit auch der Auftritt eines neuen Moderatoren-Duos, namentlich Bettina Schausten und Thomas Walde. Die Journalistin und Moderatorin fungierte für rund neun Jahre als Nachfolgerin von Peter Frey als Leiterin des ZDF-Hauptstadtstudios. In dieser Funktion führte sie regelmäßig durch diverse Wahlsendungen und eben „Berlin direkt“. Im Rahmen dessen war sie auch Teil der Sommerinterviews. Thomas Walde hingegen ist mittlerweile Leiter des ZDF-Studios in Paris, war zuvor stellvertretender Leiter des ZDF-Hauptstadtstudios und moderierte bis Februar 2019 das Polit-Magazin.

Berlin direkt (ZDF): Sommerinterviews im Zeichen von Coronavirus-Sars-CoV-2 – Bundespräsident Steinmeier als erster Gast am 10. Juli

Seit März 2019 sind Theo Koll und Shakuntala Banerjee sozusagen im Amt und Würden und moderierten seitdem 35 (Koll) bzw. 30 (Banerjee) Ausgaben von „Berlin direkt“ (Stand der Daten: 10. Juli 2020). Zahlen, die nicht zuletzt durch die anstehenden Sommerinterviews zeitnah erhöht werden. In seinem Presseportal verweist das ZDF bereits auf die besondere Coronavirus-Sars-CoV-2*-Situation, die auch Inhalt der Gespräche sein wird.

„Wie wirkt sich die Coronakrise darauf aus, wie wir künftig leben – ob zum Beispiel mit mehr Staat und weniger Globalisierung? Wer trägt die Last der gigantischen Schuldenberge? Und wer in der politischen Führung hat welche Konzepte?“, sind nur drei der Fragen, die vielleicht schon am Sonntag, 12. Juli im Gespräch mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier* geklärt werden können. * 24hamburg.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerkes.

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