Beamte streiten es ab

Attila Hildmanns Gaga-Vorwurf: Polizei Berlin soll zwei Demonstranten ermordet haben

  • Christian Domke Seidel
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Attila Hildmann macht der Polizei Berlin auf seinem Telegram-Kanal heftige Vorwürfe. Es hätte sich nicht um normale Beamte, sondern um einen „Schlägertrupp“ gehandelt. Zwei Menschen seien getötet worden. Stichhaltige Beweise liefert er nicht.

  • Attila Hildmann * verbreitete schwere Vorwürfe gegen die Polizei Berlin.
  • Auf der Coronavirus Demo * sollen zwei Menschen durch sie zu Tode gekommen sein.
  • Beamte dementieren Vorwürfe, keine Beweise vom Rechtsaktivisten.

Berlin/Hamburg – Die Coronavirus Demo in Berlin am Samstag, 29. August 2020 ist aus dem Ruder gelaufen. Demonstranten hatten versucht, den Reichstag zu stürmen. Vor der russischen Botschaft kam es zu zweihundert Verhaftungen. Darunter auch Attila Hildmann. Der erhebt nach den Protesten wahnwitzige Vorwürfe gegen die Polizei Berlin.

AutorAttila Hildmann
Geboren22. April 1981 (Alter 39 Jahre), Berlin
Größe1,77 m
ElternUrsel Hildmann
AusbildungFreie Universität Berlin

Bei den Einsatzkräften hätte es sich um „Schlägertrupps“ gehandelt, die zwei Demonstranten ermordet hätten. Die Videos, die er dazu zeigt, können die Vorwürfe nicht stützen. Dennoch dementieren die Beamten den grausamen Vorwurf umgehend über ihren Twitter-Kanal..

Attila Hildmann verbreitet Mord-Vorwurf gegen Polizei Berlin und postet vermeintliches Beweisvideo

Für Attila Hildmann scheint es kein gutes Wochenende gewesen zu sein. Die Coronavirus Demo in Berlin produzierte angsteinflößende Bilder, die sogar Udo Lindenberg scharf verurteilte* und die viele Menschen abgeschreckt haben dürfte. Der auf seinem Telegram-Kanal* oft angekündigte Machtwechsel misslang ebenfalls und zu allem Überfluss wurde er auch noch im Schwitzkasten von der Demonstration abgeführt.

Die Polizei Berlin muss sich irre Vorwürfe von Attila Hildmann anhören. Zwei Demonstranten seien durch sie zu Tode gekommen. (24hamburg.de-Montage)

Auf seinem Telegram-Kanal ging er schnell in den Angriffsmodus über. So beschuldigte er die Mit-Organisatoren der Demonstration von „Querdenken 711“ eine False-Flag Initiative und von der Regierung gesteuert zu sein. Dazu seien sie Satanisten und Illuminaten. Ein Vorwurf, den Attila Hildmann auch schon Kanye West machte*. Wenigstens wurde er nicht übergriffig, wie es ein Journalist des Jüdischen Forum schon erleben musste*. Gegenüber der Polizei Berlin erhob er Anschuldigungen, die sich nicht mehr als „Schwurbelei“ oder „wirre Verschwörungstheorie“ abtun lassen.

Coronavirus Demo in Berlin eskaliert: Polizei muss Demonstration auflösen

Die Beamten sollen zwei Demonstranten getötet haben. Beim ersten soll es sich um einen Mann handeln, der vor der Siegessäule in Berlin abgeführt wurde. Das zweite Opfer soll eine Frau sein. Sie wurde am Großen Stern in Tiergarten festgenommen. Um seine schweren Anschuldigungen zu beweisen, postet Attila Hildmann zwei Videos. Es soll die Gräueltaten zeigen. Zu sehen sind aber nur Polizisten, die Demonstranten am Boden fixieren.

Ein Mordvorwurf wird aus den Videos erst durch den Text von Attila Hildmann. Unter das Video des vermeintlich toten Mannes schreibt er: „Der Mann mit blauem Shirt liegt bewusstlos am Boden. Viele sagen, er sei schon tot.“ Dazu viele rote Ausrufezeichen. Selbst zu glauben scheint er den Vorwurf nicht. Denn sein nächster Post ist keine Bitte um Hilfe oder um Aufklärung, sondern die Aufforderung an alle Demonstranten zur russischen Botschaft zu kommen.

Polizei Berlin nimmt 60-jährige Demonstrantin fest: Ärztliche Behandlung lehnt sie ab

Ähnlich verbreitet er den Vorwurf, dass eine Demonstrantin getötet worden sei. Attila Hildmann zeigt ein Video, dass eine Gruppe Polizisten zeigt, die eine Frau auf dem Boden fixieren. Sie tun dies sehr brutal. Schlagen der am Boden liegenden Frau dabei mehrfach zwischen die Schulterblätter. Das sind keine Szenen, die Irgendjemand von einer Demonstration sehen möchte, schreibt 24hamburg.de.

Doch Attila Hildmann scheint das nicht genug. Er kommentiert das Video so: „Das muss Konsequenzen haben. Die Frau ist angeblich auf dem Weg ins Krankenhaus verstorben.“ Wieder folgt keine Bitte um Hilfe oder Aufklärung, sondern ein Link zu seinem eigenen YouTube-Kanal und die Aufforderung ihm Videos von seiner eigenen Verhaftung zu schicken.

Polizei Berlin erklärt Vorgehen: Ermittlungen wegen Körperverletzung im Amt

Natürlich ist Attila Hildmann nicht der einzige, der das Gerücht verbreitet, die Polizei Berlin hätte Demonstranten getötet. Der Vorwurf verbreitet sich rasant in den sozialen Medien. So rasant, dass die Polizei Berlin sogar eine Stellungnahme veröffentlicht. Bei der Frau handle es sich um eine 60-jährige Demonstrantin. Zuvor habe sie einen Beamten in den Bauch getreten. Als abgeführt wurde, habe sie leichte Verletzungen davon getragen, jedoch eine ärztliche Behandlung abgelehnt. Wegen des Vorfalls ermittelt nun ein Fachkommissariat des Landeskriminalamtes. Im Raum stehe der Verdacht der Körperverletzung im Amt. * 24hamburg.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Kay Nietfeld/dpa/picture alliance

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