Hamburg Polizei muss Hildmann helfen

Attila Hildmann in Hamburger Schanze mit Flasche beschmissen und beleidigt

  • Christian Domke Seidel
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Vegan-Kochbuchautor Attila Hildmann besucht Hamburg: Er will sich mit „neuen Mitarbeitern“ treffen. In der Nähe seines Hotels soll jemand eine Flasche nach ihm geworfen haben. Die Polizei muss dem armen „ultrarechten“ Hildmann helfen. 

Hamburg Attila Hildmann hatte seinen Besuch in Hamburg über den Messengerdienst Telegram* angekündigt. Gegner des Rechtsaktivisten hatten ihn daraufhin in der Hansestadt ausfindig gemacht, verfolgt und seine Schritte über Twitter veröffentlicht. In der Nacht soll dann eine unbekannte Frau eine Flasche nach dem Kochbuchautor geworfen haben. Er selbst postet ein Video von dem Vorfall. Die Polizei Hamburg rückt an.

Autor:Attila Hildmann
Geboren:22. April 1981 (Alter 39 Jahre), Berlin
Größe:1,77 m
Eltern:Ursel Hildmann
Ausbildung:Freie Universität Berlin

Autor Attila Hildmann in Hamburg angegriffen: Mit Flasche beworfen und beschimpft – Polizei muss Opfer Hildmann helfen

Wenn man den Aussagen auf Attila Hildmanns Telegram-Kanal Glauben schenkt, wo er auch einen Anschlag auf das Atomkraftwerk Brokdorf* angekündigt hatte, dann war der Kochbuchautor am Dienstag, 15. September 2020, in Hamburg, um mit neuen Mitarbeitern zu sprechen. „Habe mittlerweile ein Team an zwanzig Hackern. Ex KGB und EX NSA!“ Dazu lud er interessierte Anhänger in einen neuen Kommunikationskanal namens „Unserdeutschesreich“ ein.

Die Hamburger Polizei muss Attila Hildmann zur Hilfe kommen. Der Rechtsaktivist wurde in der Hansestadt mit einer Flasche beworfen. (24hamburg.de-Montage)

Noch am selben Abend postet er ein Video in seiner Telegram-Gruppe. Nach eigener Angabe stammt es aus Hamburg. Zu hören ist, wie eine Flasche in der Nähe von Attila Hildmann auf dem Boden zerspringt. Sein Hund, mit dem er scheinbar gerade Gassi geht, springt zur Seite. Eine Frauenstimme ruft: „Sch**ß Nazi. Verpiss dich aus unserem Viertel.“ Wenig später fährt mehrmals ein Mann auf einem Fahrrad an dem Rechtsaktivisten aus Berlin vorbei und beschimpft ihn als „Hu***sohn“.

In Hamburg will Attila Hildmann mit „neuen Mitarbeitern" sprechen: Gegner stalken ihn

Attila Hildmann, der einen Boxkampf gegen Jan Böhmermann fordert*, selbst kommentiert das Video, das mittlerweile auch seinen Weg auf Twitter gefunden hat, auf seinem Telegram-Kanal mit den Worten: „Warmherzig von der Antifa in Hamburg empfangen! Eine Bierflasche für Akira und ein Liebesgruß an mich.“ Dazu postet er ein lachendes Smiley und drei grüne Herzen. Gegen 23 Uhr war dann die Polizei Hamburg vor Ort, Attila Hildmann sei jedoch nicht mehr dort gewesen. Auch seinen Sportwagen, ein Porsche 911*,sei nicht mehr zu sehen gewesen. Dafür seien im Umfeld des Hotels mehrere Vermummte gesehen worden – Hildmann-Fans wie -Gegner – berichtet das Hamburger Abendblatt.

Dabei war es kein Zufall, dass mehrere Personen wussten, wo sich Attila Hildmann aufhielt. Sie hatten dem Kochbuchautor aus Berlin nachgestellt. Regelmäßig gab es über Twitter Updates, wo der Rechtsaktivist zu finden sei. Der Account „GROW Hamburg“ schrieb beispielsweise: „Achtung, Hamburg: Der Neo-Nazi Attilla Hildmann (ja, DER Attilla Hildmann) hat vor wenigen Minuten seinen Wagen auf den Parkplatz des NH Hotels in der Schäferkampsallee 49 gefahren und anschließend eingecheckt - wenige hundert Meter vom Schanzenviertel entfernt.“

Polizei Hamburg muss kommen: Attila Hildmann nicht auffindbar – Vermummte in Nähe des Hotels

Einige Stunden später dann: „Attila Hildmann läuft gerade mit seinem Hund durch den Schanzenpark und hat eine linke Person bedroht.“ Weiter: „Er läuft jetzt die Weidenallee runter Richtung Hotel.“ Zwar ruft auf Twitter niemand direkt zur Gewalt auf, doch wirken die Nachrichten in ihrer Gesamtheit bedrohlich. Bilder von Hildmanns Auto werden ebenfalls versendet. Hintergrund könnten krude Thesen des Kochbuchautors zu Völkermord sein*. Selbst andere, eher rechtsgerichtete Protestgruppen, distanzieren sich mittlerweile* von ihm. Was ihn nicht davon abhält, widerliche Gewaltfantasien zu teilen*.

Auch Attila Hildmann, der jetzt mit Regenbogen- statt Reichsfahnen marschiert*, kriegt die Aufmerksamkeit um seine Person mit und geht in seiner Telegram-Gruppe darauf ein: „Ich warte in der Lobby, habe eiskalten Daisho. Wer hat wen beleidigt, das müsst ihr mir nochmal erklären. Ist schön bei euch im Viertel. Bis auf diesen komischen Geruch! Grillen wir morgen gemeinsam? Ich bringe Auberginen und als Geschenk Duschgel! Nächstes Mal kommt ihr dann zu mir, ja?“ * 24hamburg.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Carsten Koall/Axel Heimken/dpa/picture alliance

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