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Ikea in China: Angst vor Quarantäne – Menschen ergreifen die Flucht

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Von: Jan Oeftger

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In China sind einige Menschen aus einem Ikea geflüchtet. Sie wollten eine Corona-Quarantäne verhindern, die ihnen kurzfristig gedroht hätte.

Shanghai – China geht in der Corona-Pandemie mit der Null-Covid-Strategie vor. Damit sollen Infektionen mit allen Mitteln verhindert werden. Laut Berichten des Handelsblatts hatte ein Ikea-Kunde in Shanghai am Samstag (13. August) vor seinem Einkauf Kontakt zu einer infizierten Person. Da alle anwesenden Kunden deshalb in Quarantäne gehen sollten, versuchten sie fluchtartig das Geschäft zu verlassen.

In dem Wissen, dass ein strikter Lockdown auf sie zukommen würde, rannten die Kunden schnell Richtung Ausgang. Dabei stürzten einige Menschen übereinander, wie in Videos auf sozialen Netzwerken zu sehen ist. Anschließend wurden alle Türen verriegelt. Diejenigen, denen die Flucht nicht rechtzeitig gelungen ist, mussten bis Mitternacht in dem Laden bleiben. Danach wurden sie in ein Quarantäne-Hotel gebracht. Dort wurden sie zwei Tage komplett abgeschottet. Fünf weitere Tage sei die Virenlast der Betroffenen genau analysiert worden. Dies teilte Zhao Dandan von der Schanghaier Gesundheitskommission am Sonntag (14. August) auf einer Pressekonferenz mit.

In einem Ikea in Shanghai kam es zu kuriosen Szenen, weil die Kunden kurzfristig in Corona-Quarantäne gehen sollten.
In einem Ikea in Shanghai kam es zu kuriosen Szenen, weil die Kunden kurzfristig in Corona-Quarantäne gehen sollten. © Jens Kalaene/dpa

Corona: China setzt bei Null-Covid-Strategie auf drastische Maßnahmen

Drastische Corona-Maßnahmen sind in China nicht neu. Im Frühjahr durften Shanghais Bewohner zwei Monate lang ihre Häuser nicht verlassen. Zudem werden ständig kleine Lockdowns angeordnet, um der Null-Covid-Strategie gerecht zu werden. So kann es sein, dass einzelne Straßen oder Viertel kurzfristig abgesperrt werden. Dabei versuchen die Chinesinnen und Chinesen häufig noch zu flüchten, damit sie den Lockdown wenigstens im eigenen Zuhause verbringen können.

Deutschland möchte dagegen nicht mehr auf einen Lockdown zurückgreifen müssen. Um dennoch mit möglichst wenigen Infektionen durch die kalten Jahreszeiten zu kommen, hat die Regierung bereits neue Corona-Regelungen ausgearbeitet, die ab dem Herbst gelten. (Jan Oeftger)

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