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Andy Grote und das Pferd – „Es ging nur um Eigenwerbung und Eitelkeit“

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Von: Kevin Goonewardena

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Innensenator Andy Grote soll Reitstunden genommen und nicht bezahlt haben. Die CDU wittert einen Skandal. Grote verteidigt sich.

Hamburg – Die sogenannte Pimmel-Gate-Affäre beschäftigte im vergangenen Herbst nicht nur die Hamburger Polizei und Medien; die öffentlich ausgetragene Fehde zwischen Innensenator Andy Grote (SPD) und linken Aktivisten aus dem Umfeld der Rote Flora, amüsierte die Menschen weit über die Grenzen der Hansestadt hinaus. Selbst die Washington Post berichtete über die infolge einer Razzia bei einem Twitter-Nutzer entstandene Fehde, bei der die Rot-Floristen am Ende einen Sieg davon trugenund anschließend noch einen darauf setzten. Nun der nächste Skandal?

Name:Andy Grote
Geburtsdatum -ort:14. Juni 1968 in Erpen
In der SPD seit:1996
Aktuelles politisches Amt:Senator für Inneres und Sport Hamburg (seit 2016)

Andy Grote: Hat der Senator unerlaubterweise Vorteile aus seinem Amt gezogen?

Grote, der auch schonwegen des Verstoßes gegen Corona-Regeln aufgefallen war und dafür so gar ein Bußgeld zahlen musste, soll Reitstunden genommen haben, ohne diese zu bezahlen. Weder privat noch seine Behörde seien für die Reitstunden – die normalerweise zwischen 30 und 100 Euro kosten sollen – aufgekommen. Das berichtet die Bild-Zeitung. Die CDU wirft dem Senator Vorteilsnahme im Amt vor. Dessen Behörde verteidigt das Vorgehen. Es habe sich um eine terminliche Vorbereitung gehandelt.

Innensenator Andy Grote (SPD) soll Reitstunden auf dem Gut „Hof Waterkant“ genommen und nicht bezahlt haben
Innensenator Andy Grote (SPD) soll Reitstunden auf dem Gut „Hof Waterkant“ genommen und nicht bezahlt haben. (Symbolbild) © Daniel Bockwoldt/Friso Gentsch/dpa/Jacques Toffi/imago/Montage

Deutsches Springderby: Grote frischt Reitkenntnisse bei Weltmeisterin auf

Laut Recherchen der Zeitung soll Andy Grote die Reitstunden auf dem Gut „Hof Waterkant“ im Kreis Pinneberg genommen haben. Besitzerin des Anwesens sind Mannschaftsweltmeisterin im Springreiten, Janne Friederike Meyer-Zimmermann und deren Ehemann. Auf ihrem Hof soll Grote seine Reitkenntnisse aufgefrischt haben, dabei nicht nur von Chefin Meyer-Zimmermann empfangen worden sein, sondern die Stunden auch bei ihr genommen. Und zwar im Vorfeld des 91. Deutschen Springderbys, das am 29. Mai 2022 in Hamburg ausgetragen wurde.

Zweimal sei Grote zur Vorbereitung auf die Siegerehrung auf dem Hof gewesen, denn der auch für Sport zuständige Innensenator habe aus „Respekt gegenüber der Veranstaltung die Siegerehrung vom Pferd aus vornehmen“ wollen, wie Grote der Bild-Zeitung sagte. „Ich kann keine Vorteilsnahme erkennen. Es waren keine Reit-, sondern Gewöhnungstunden an das Pferd“, so der SPD-Politiker weiter zu den Vorwürfen. Eine Leistung im eigentlichen Sinne sei nicht erbracht worden, zudem sei die von ihm angebotene Bezahlung durch Meyer-Zimmermann abgelehnt worden.

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Andy Grote: CDU spricht von Eigenwerbung & Eitelkeit

Richard Seelmaecker, CDU-Abgeordneter in der Hamburgischen Bürgerschaft, sieht das anders. Er hatte die Vorteilsnahme-Vorwürfe ins Spiel gebracht. Seelmaecker sagte der Boulevardzeitung „Es wäre schlicht nicht nötig gewesen, dass der Senator dabei [der Siegerehrung, Anmerkung. des Verfassers] hoch zu Ross saß. Es ging nur um Eigenwerbung und Eitelkeit. Das hatte mit Dienst nichts zu tun.“

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