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Taliban treffen US-Vertreter - und sprechen direkt eine Warnung aus

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US-Flagge und viele Vögel
Eine US-Delegation trifft sich mit hochrangigen Vertretern der radikal-islamistischen Taliban aus Afghanistan in der katarischen Hauptstadt Doha. © Susan Walsh/dpa

Die USA haben Vertreter nach Doha geschickt, um dort mit den Taliban erstmals offiziell Kontakt aufzunehmen. Einige Gesprächsthemen sind bekannt.

Doha - Die radikalislamischen Taliban haben die USA* vor eine gezielten Schwächung ihrer Regierung in Kabul gewarnt. „Wir haben ihnen klar gesagt, dass es für niemanden gut wäre, zu versuchen, die Regierung in Afghanistan zu destabilisieren“, sagte der afghanische Außenminister Amir Chan Muttaki am Samstag nach Gesprächen mit US-Vertretern im katarischen Doha der afghanischen Nachrichtenagentur Bachtar.

„Gute Beziehungen zu Afghanistan* kommen allen zugute“, sagte Muttaki in einer Aufnahme, die AFP vorlag. Eine Schwächung der Taliban-Regierung in Kabul „könnte zu Problemen für die Bevölkerung führen“.

Taliban treffen US-Vertreter: Corona und Hilfen auf dem Besprechungsplan

Die Taliban haben bei dem Treffen die Freigabe eingefrorener afghanischer Währungsreserven ersucht, wie Taliban-Außenminister nach Berichten der staatlichen Nachrichtenagentur Bakhtar sagte. Zudem sollen Taliban um humanitäre Hilfe für Afghanistan gebeten haben.

Muttaki zufolge sicherten die US-Delegierten weitere Unterstützung bei den Corona*-Impfungen zu. Die USA hatten dem Land bereits im Juli drei Millionen Impfdosen des Mittels von Johnson & Johnson zugesagt. Der Taliban-Außenminister kündigte außerdem an, seine Delegation werde in den kommenden Tagen auch europäische Beamte treffen.

USA sprechen mit den Taliban - Treffen bedeutet aber keine Anerkennung der Herrschaft in Afghanistan

Die USA hatten die Gespräche in Doha am Freitag angekündigt. Sie sind für zwei Tage angesetzt und werden auf US-Seite vom stellvertretenden Sonderbeauftragten des US-Außenministeriums, Tom West, und einer hochrangigen Vertreterin der US-Behörde für internationale Entwicklung (USAID), Sarah Charles, geleitet. Es ist der erste offizielle Kontakt Washingtons mit den Islamisten seit deren Machtübernahme.

Die Taliban hatten Mitte August nach dem Rückzug der Nato-Truppen die Macht in Afghanistan übernommen. Seitdem kämpfen sie um eine internationale Anerkennung ihrer Regierung. Das US-Außenministerium hatte im Voraus betont, das Treffen in Doha bedeute nicht, dass Washington die Taliban-Herrschaft in Afghanistan anerkenne. Es handle sich vielmehr um eine Fortsetzung der „pragmatischen“ Gespräche über Fragen von nationalem Interesse der USA. Wichtigste Priorität sei dabei die weitere sichere Ausreise von US-Bürgern, anderen ausländischen Staatsangehörigen sowie von Afghanen. (AFP/dpa/cibo) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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