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Corona-Ehrenrunde: Hamburgs Schüler sollen ein Jahr extra bekommen

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Die Linken-Fraktion der Hamburger Bürgerschaft will ein Extra-Schuljahr für das Abitur in Hamburg einführen. Die zusätzliche Lernzeit soll die Pandemie ausgleichen.

Hamburg – Die Corona-Pandemie hat der Welt in den letzten zwei Jahren buchstäblich den Atem geraubt. Und auch wenn die Krise jetzt langsam vorbei zu sein scheint, gönnt sie uns noch immer keine Verschnaufpause.

Besonders Kinder und Jugendliche haben während der Pandemie und des Lockdowns viel gelitten, was sich stark auf das Gemüt und somit auch auf die schulischen Leistungen ausgewirkt hat. Deshalb ist in Hamburg jetzt im Gespräch, für das Abitur ein Jahr extra zu geben, um die Schule abzuschließen.

Stadt in DeutschlandHamburg
Einwohner1.904.444 (Sozialamt)
BürgermeisterPeter Tschentscher
Fläche755,2 km²
Gegründet500 n. Chr.

Abitur Hamburg: Schüler leiden an Folgen der Pandemie – Viele im Unterricht abgehängt

In Zeiten des Online-Unterrichts sind viele grundlegende Dinge auf der Strecke geblieben. Dazu gehören nicht nur die sozialen Kontakte, die Schüler in der Schule haben, und die Konzentrationsfähigkeit dafür, mehrere Stunden am Stück im Klassenraum zu sitzen, sondern auch viele Schüler selbst, die wegen E-Learning ohne persönliche Lehrerbetreuung den Anschluss verloren haben.

In der Hansestadt wollen die Linken nun Maßnahmen dagegen ergreifen. Der Vorschlag steht im Raum, das Abitur in Hamburg um ein Jahr zu verlängern. Am Donnerstag, 7. Juli, legte die Linken-Fraktion der Hamburger Bürgerschaft ein Konzept vor, nach dem die Schülerinnen und Schüler für das Abitur ein Jahr zusätzlich bekommen sollen.

Hamburger Linke will ein Extra-Schuljahr: Gymnasien sollen von G8 wieder auf G9 umstellen

In einer Pressemitteilung der Bürgerschaftsfraktion der Hamburger Linken wird erklärt, dass es der Kern des Projekts sei, die Lernzeit für das Abitur um ein Jahr zu verlängern.

Klassenzimmer und an einer Tafel die Bezeichnung G9
In Hamburg könnten Gymnasien wegen Corona wieder auf G9 umstellen, Stadtteilschulen sogar auf G10. (24hamburg.de-Montage) © Philipp von Ditfurth/dpa & Armin Weigel/dpa

Hamburger Gymnasien würden bei einer Durchsetzung des Projekts von G8 wieder auf G9 umsteigen. Die Stadtteilschulen, die in Hamburg in dem Zweisäulenmodell seit 2010 die Hauptschule, Realschule und Gesamtschule ersetzen, würden statt G9 dann ein G10-Modell haben. Außerdem sollen Schüler, die versetzungsgefährdet sind, nicht mehr abgeschult werden und die Stadtteilschulen sollen jahrgangsübergreifend arbeiten. Dafür wolle man den Schulen die nötigen Ressourcen zur Verfügung stellen.

Sabine Boeddinghaus, bildungspolitische Sprecherin der Linken-Fraktion in der Hamburger Bürgerschaft, die bereits im März zusätzliches Lehrpersonal an Hamburgs Schulen zum Start des neuen Schuljahres gefordert hatte, erklärt zu dem Projekt: „In der Summe ist diese Maßnahme wirksamer und kostengünstiger als die massiven Stunden an Sonderbeschulung und Nachhilfe, die als ‚Aufholen nach Corona‘ praktiziert werden.“

Abitur Hamburg: Extra-Schuljahr dauerhaft? Das sind die Pläne der Hamburger Linken

Ob das vorgeschlagene Modell nur übergangsweise zum Ausgleich der Pandemie-Folgen oder eine dauerhafte Neuerung sein soll, geht aus der Pressemitteilung nicht direkt hervor. Allerdings deutet Boeddinghaus an, dass Schule in der Zukunft schülerfreundlicher gestaltet werden müsse: „Was wir mehr denn je sehen, ist, dass durch die Schulschließungen des Senats die soziale Spaltung weiter verschärft wurde: Kinder und Jugendliche aus armen Familien wurden noch weiter abgehängt. Wir dürfen diese Spaltung nicht weiter zulassen.“

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Die verlängerte Schulzeit soll offenbar ein Modell sein, diese soziale Spaltung zu überbrücken und Schülern das Lernen in der Schule leichter und individuell-gestaltbarer zu machen. „Der Schulversuch bietet eine Chance für individuelles Lernen im eigenen Takt. Diese Art des Unterrichts weist in die Zukunft und räumt den Schüler:innen ihr Recht auf einen eigenen Lernweg ein. So muss Schule heutzutage gehen!“

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