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Die wahrscheinlichste aller Katastrophen: Deutschland droht der totale Blackout

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Von: Anika Zuschke

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Ein totaler Blackout in Deutschland würde schwerwiegende Folgen nach sich ziehen und gilt als wahrscheinlichste Katastrophe. Die Klimawende spielt eine Rolle.

Hamburg – Für die meisten Deutschen ist es ein undenkbares Szenario: kein Licht, keine Heizung, kein Telefon, keine öffentlichen Verkehrsmittel – kurzum kein Strom! Doch offenbar ist die Gefahr eines totalen Stromausfalls in Europa die wahrscheinlichste Katastrophe, schätzt das Bundesamt für Bevölkerungsschutz laut „Focus“. Dieses Jahr ist es zweimal bereits fast so weit gewesen. Die derzeit erfolgende Energiewende in Deutschland* spielt dabei auch eine entscheidende Rolle.

Bundesoberbehörde:Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe
Präsident:Armin Schuster
Hauptsitz:Bonn
Gründung:1. Mai 2004

Droht Deutschland der totale Blackout? Es gilt als die wahrscheinlichste Katastrophe

Zum ersten Beinahe-Blackout kam es am 8. Januar 2021: Österreich hatte in Folge eines Kraftwerkausfalls in Rumänien mit einem starken Frequenzabfall im Stromnetz zu kämpfen, weswegen von dem Verband europäischer Übertragungsnetzbetreiber laut „Focus“ die dritte von vier Warnstufen ausgerufen wurde. Bei dem Stromversorger EVN meldeten sich Großkunden, da sensible Maschinen die Frequenzabsenkung offenbar schnell spürten, äußert ein EVN-Sprecher gegenüber „Focus“.

„Wenn die Schwankungen zu hoch sind, schalten sich Maschinen aus Selbstschutz ab“, fährt dieser fort. Sollte das bei Kraftwerken passieren – und das ist durchaus eine Möglichkeit – steht ganz Europa vor einem Problem. Denn in diesem Fall entsteht aus einem lokalen Ausfall eine Kettenreaktion, die zu einem kompletten Stromausfall der Länder führen könnte. Zum zweiten Beinahe-Blackout kam es bereits im Frühsommer desselben Jahres. Ein Stromausfall diesen Winter wäre extrem ungünstig, denn Vorhersagen zufolge droht ein eisiger Winter 2021 mit Frost und Schnee*.

Stromausfall in Deutschland: Welche Folgen hätte ein totaler Blackout?

Strom ist dabei der Ankerpunkt allen Geschehens. Fiele er mehrere Tage über verschiedene Länder verteilt aus, kämen die Bewohner schnell an ihre Grenzen, da „zum Beispiel die Trinkwasserversorgung zusammenbrechen und die Versorgung auch mit Dieselkraftstoff für die Notstromaggregate problematisch werden würde“, erklärt Wolfram Geier, Abteilungspräsident beim Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, gegenüber dem Deutschlandfunk.

„Ab drei Tage aufwärts würden wir heute einschätzen, dass das zu katastrophalen Zuständen führen würde“, fährt dieser fort. Denn Strom ist für Licht, funktionierende Toiletten, Telefone, Heizungen sowie öffentliche Verkehrsmittel und Supermärkte essentiell.

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Klimawende spielt bei Katastrophen-Gefahr eines Blackouts in Deutschland eine große Rolle

Mit dem unsicheren Zustand des Stromnetzes hat auch die Klimawende in Deutschland zu tun. Unter anderem aufgrund des klimafreundlichen Abschaltens der Kraftwerke hat sich laut „Focus“ das Risiko eines Blackouts deutlich erhöht. Die modernen Wege der Stromerzeugung durch erneuerbare Energien sind zwar deutlich umweltfreundlicher, führen aber auch dazu, dass Strom nicht mehr aus wenigen großen Kraftwerken generiert wird, sondern aus vielen verschiedenen Quellen.

Akkubetriebene Lampen einer Baustelle sorgen während eines Stromausfalls in einer Straße in Hannover für ein wenig Licht und ein Schild mit der Aufschrift „Blackout“ und eine Deutschlandfahne.
Droht Deutschland der totale Blackout? (24hamburg.de-Montage/Symbolbild) © Julian Stratenschulte/dpa/Christian Ohde/imago

Strom wird also nicht mehr dort produziert, wo viele Menschen ihn benötigen, sondern verteilt sich unter anderem auf Windräder und Solaranlagen. Der Windstrom aus dem Norden soll Nuklearstrom aus dem Süden Deutschlands ersetzen – auf dem Weg muss Energie immer weiter transportiert werden, doch auch hier gibt es einen Haken. Denn aufgrund von Protesten verzögert sich „Focus“ zufolge der Bau der dafür notwendigen Leitungen.

Außerdem gestaltet sich die Stromerzeugung durch Windräder und Solaranlagen als unberechenbarer. Im Jahr 2021 kam es schon einige Mal zu sogenannten „Dunkelflauten“, das bedeutet, dass nichts aus erneuerbaren Energien gewonnen wurde. Skeptiker fürchten laut „Focus“ schon lange, dass das europäische Stromnetz mit dem weiteren Ausbau von Ökostrom an Stabilität verlieren könnte, da sich das schwankende Angebot auf das Stromnetz auswirkt. Strom wird diesen Winter voraussichtlich zu allem Übel auch noch teurer*.

Wahrscheinlichkeit eines Blackouts ist in Deutschland höchste Gefahr – Schäden wären enorm

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz in Bonn schätzt aus den Gründen die Wahrscheinlichkeit, dass in Deutschland eine durch einen Stromausfall verursachte Katastrophe eintritt, höher als jede andere Gefahr ein. Auch die Schäden sollten sich in einem solchen Fall auf höhere Summen belaufen als bei einer erneuten Pandemie* oder einem weiteren Hochwasser, wie im Sommer in Westdeutschland.

Das Büro für Technikfolgenabschätzung beim Deutschen Bundestag warnt „Focus“ zufolge eindringlichst vor den Folgen eines Blackouts: „Die Folgenanalysen haben gezeigt, dass bereits nach wenigen Tagen im betroffenen Gebiet die flächendeckende und bedarfsgerechte Versorgung der Bevölkerung  mit lebensnotwendigen Gütern und Dienstleistungen nicht mehr sicherzustellen ist. Die öffentliche Sicherheit ist gefährdet, der grundgesetzlich verankerten Schutzpflicht für Leib und Leben seiner Bürger kann der Staat nicht mehr gerecht werden.“

Bisher ist jedoch alles so weit gutgegangen – trotz Risiken und Katastrophen-Vorhersagen. Stromausfälle haben in Deutschland nach Angaben der Bundesnetzagentur sogar abgenommen. Doch mit Lieferengpässen hat Deutschland bereits zu kämpfen: Tankstellen geht der Sprit aus und auch an Weihnachten 2021 könnte es für Geschenke tatsächlich knapp werden*. Sogar McDonald‘s musste aufgrund von Lieferengpässen bereits einen Burger von der Karte nehmen – woraufhin Kunden völlig ausrasteten. * 24hamburg.de und kreiszeitung.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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