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Wölfe breiten sich aus: 34 Rudel in Niedersachsen gezählt

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Von: Johannes Nuß

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Der Wolf in Deutschland breitet sich weiter aus. In Niedersachsen leben laut neuesten Zahlen zwischen 34 und 44 Rudel. Und es werden stetig mehr.

Bonn/Hannover – Es werden immer mehr: Der Wolf breitet sich seit seiner Rückkehr nach Niedersachsen und Deutschland im Jahr 1998 langsam weiter aus. Im Wolfsjahr 2021/2022 (1. Mai bis 30. April) sei die amtlich bestätigte Zahl der Wolfsrudel bundesweit auf 161 (Vorjahr 158) gestiegen. Die Zahl der Wolfspaare legte auf 43 (Vorjahr 35) zu, die Zahl der Einzelwölfe blieb mit 21 (Vorjahr 22) annähernd konstant, teilten das Bundesamt für Naturschutz (BfN) und die Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) am Montag in Bonn mit.

Wolf breitet sich aus: 161 Rudel in Deutschland gezählt – In Niedersachsen sollen es 34 Wolfsrudel sein

Die Zahl der in Niedersachsen registrierten Wolfsrudel ist im Jahr 2021/22 hingegen ein wenig gesunken, wie die Nachrichtenagentur dpa dazu berichtet. Landesweit seien 34 Rudel gezählt worden. Im Jahr zuvor sei es ein Rudel mehr gewesen. Neben den Rudeln wurden in Niedersachsen zusätzlich zehn Wolfspaare und fünf sesshafte Einzelwölfe nachgewiesen. Im Zeitraum 2019/2020 waren nur 23 Rudel in Niedersachsen gezählt worden.

Immer wieder soll es in Niedersachsen auch Begegnungen zwischen Mensch und Wolf geben – wenngleich diese sehr selten sind und Wölfe laut Experten eigentlich nicht die Nähe des Menschen suchen. Jüngst wurde gar durch Landwirte in Niedersachsen eine „wolfsfreie Zone“ gefordert. Immer wieder müssen sich auch Gerichte mit den Wölfen in Niedersachsen beschäftigen.

 Ein Europäischer Wolf (Canis lupus lupus) steht heulend in einem Gehege im Wisentgehege auf einem Baumstamm.
Im Land Niedersachsen leben laut offiziellen Angaben 34 Wolfsrudel. Inoffizielle Zahlen gehen allerdings mit 44 von wesentlich mehr Rudeln aus. © Julian Stratenschulte/dpa/Archiv

Nach Angaben der Landesjägerschafe gibt es inzwischen aber schon 44 Rudel und fünf Einzelwölfe in Niedersachsen. Das geht aus dem Bericht zum dritten Quartal 2022 hervor, der Beobachtungen bis zum 30. September 2022 erfasst.

Niedersachsen ist der BfN-Statistik zufolge in Deutschland das Bundesland mit der zweithöchsten Wolfsrudel-Zahl. An erster Stelle stand 2021/22 Brandenburg mit 47 Rudeln. In Sachsen wurden 31 Rudel gezählt. In Hessen wurden erstmals offiziell drei Welpen nachgewiesen.

Wolf breitet sich in Niedersachsen aus: 975 Angriffe von Wölfen auf Nutztiere in Deutschland

Im einwohnerstärksten Bundesland Nordrhein-Westfalen waren es zwei Rudel. Bundesweit wird die nachweisbare Zahl der Wölfe in den bekannten Wolfsgebieten für das Wolfsjahr auf 1175 beziffert, wobei der Gesamtbestand unter anderem wegen der viele Kilometer weiten Wanderungen der Tiere nicht seriös beziffert werden kann. Es gibt auch keine Vergleichszahl zum Vorjahr.

„Das ist ein natürliches Wachstum und ein etwas geringerer Anstieg als in den Vorjahren“, sagte die Leiterin des Fachgebietes zoologischer Artenschutz beim BfN, Sandra Balzer. Grundlage der Zahlen sind Erhebungen der Länder mit wissenschaftlich abgesicherten Nachweisen etwa durch Genspuren und Kamerafallenbilder, wie BfN-Präsidentin Sabine Riewenherm betonte.

Für öffentliche Diskussionen über den streng gegen Abschuss geschützten Wolf sorgen immer wieder Attacken auf Nutztiere, vor allem auf Schafe und Ziegen. Im Jahr 2021 wurden in ganz Deutschland insgesamt 975 Angriffe von Wölfen mit 3374 verletzten, vermissten oder getöteten Nutztieren gemeldet. Im Vorjahr waren es 942 Attacken.

Wolf breitet sich in Deutschland aus: Nutztierhalter erhalten staatliche Zuschüsse für Herdenschutz

Für die Nutztierhalter gibt es in Deutschland allerdings in fast allen Bundesländern mit etablierten Wolfsvorkommen staatliche Zuschüsse für den Herdenschutz. Empfohlen werden etwa 1,20 Meter hohe Elektro-Zäune und – je nach Einzelfall – auch Hütehunde. Bundesweit seien dafür 2021 gut 16,6 Millionen Euro ausgegeben worden, heißt es in dem Bericht. Außerdem zahlten Behörden 2021 knapp eine halbe Million Euro Schadenersatz an Eigentümer von Nutztieren.

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Ein flächendeckender Herdenschutz sollte möglichst vorbeugend erfolgen, bevor Wölfe sich an das Reißen von Schafen und Ziegen oder sogar kleineren Rindern und Fohlen als vermeintlich „leichte Beute“ gewöhnen, rät das Bundesamt. Eine allgemeine Bejagung von Wölfen ist dagegen aus Sicht der Fachleute keine geeignete Maßnahme gegen Nutztierschäden.

Wolf breitet sich in Niedersachsen aus: Streng geschützte Tierart die unter Naturschutz steht

Wölfe stehen in Deutschland als streng geschützte Art unter Naturschutz. Ein Abschuss ist verboten, es sei denn, die eigentlich Menschen gegenüber scheuen Wölfe verhalten sich in der Begegnung mit Menschen aggressiv. Dann erlaubt das Bundesnaturschutzgesetz einen Abschuss – offiziell „Entnahme“ genannt. Ein solcher Fall unprovoziert aggressiven Wolfsverhaltens ist seit 1998 laut dem Bericht aber noch nicht aufgetreten.

148 Wölfe wurden laut dem Bericht in dem erfassten Wolfsjahr tot gefunden. Die meisten davon (102) starben bei Verkehrsunfällen. Immerhin 13 wurden aber auch illegal unter Missachtung des Tierschutzgesetzes getötet. (mit Material der dpa)

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