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Wird‘s jetzt teuer für Pizza-Fans? Politikerin fordert 50 Cent Pfand pro Pizzakarton!

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Von: Anika Zuschke

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Vermüllung durch To-Go-Verpackungen wie Pizzakartons hat während Corona deutlich zugenommen. Frankfurter Ordnungsdezernentin will mit einem Pfand dagegen angehen.

Frankfurt am Main – Aufgrund der Corona-Pandemie* wurden deutschlandweit teils monatelange Lockdowns verhängt, Restaurants durften im Zuge dessen keine Gäste mehr empfangen. Seitdem ist die Nachfrage auf Essen zum Mitnehmen deutlich angestiegen. Das hat jedoch negative Auswirkungen auf die Umwelt: To-Go-Verpackungen wie Pizzakartons häufen sich neben öffentlichen Mülleimern und verstopfen Altpapier-Container. Frankfurts neue Ordnungsdezernentin, Annette Rinn (FDP), will nun dagegen vorgehen und ein Pfandsystem für die fettigen Umweltverschmutzer einführen.

Stellvertretende Kreisvorsitzende FDP Frankfurt:Annette Rinn
Dezernentin:Für Ordnung, Sicherheit und Brandschutz
Geboren:1960 in Frankfurt

Die stellvertretende Kreisvorsitzende der FDP in Frankfurt ist seit etwa drei Wochen im Amt der Ordnungsdezernentin. Mit ihrem Vorschlag, für jeden Pizzakarton 50 Cent Pfand zu nehmen, möchte sie der Vermüllung der Metropole und der Parks von Frankfurt entgegensteuern. Auch die Gastronomen der Stadt plant sie für eine solche Entscheidung miteinzubeziehen, einen Termin für Gespräche gibt es aber noch nicht.

Zusätzliche Vermüllung der Stadt wegen Corona – „Das ist wirklich ein Problem, das man angehen muss“

„Es ist eine Corona-Folge, dass viele Leute entdeckt haben, dass es billiger ist, sich mit abgeholtem Essen und Getränken aus dem Supermarkt auf eine Bank zu setzen. Man kann zwar auch größere Mülleimer hinstellen, aber an vielen Ecken bringt das nichts. Das ist wirklich ein Problem, das man angehen muss“, begründet Rinn ihren Vorschlag gegenüber der BILD. Pizza gibt es übrigens auch in Tim Mälzers neuem Frankfurter Restaurant „Pezzo di Pane“ – von der sind einige Gäste aber ziemlich enttäuscht*.

Annette Rinn und Pizzakartons, die sich neben einem öffentlichen Mülleimer stapeln.
Frankfurts Ordnungsdezernentin Annette Rinn will mit einem Pfand auf Pizzakartons gegen die Vermüllung der Stadt angehen. (24hamburg.de-Montage) © Ralph Peters/brennweiteffm/Imago

In dem Fall könne ein Pfandsystem helfen, fährt die Dezernentin im BILD-Interview fort. „Für 50 Cent bringt man den Pizza-Karton eher zurück. Daher hat man auch in einigen Städten schon entsprechende Überlegungen angestellt.“

Bayern forderte Pizzakarton-Pfand bereits Anfang 2021

Tatsächlich forderte Nürnbergs Bürgermeister bereits im Frühjahr 2021 eine radikale Lösung für die Berge von To-Go-Verpackungen in öffentlichen Abfalleimern. Im bayrischen Regensburg wurden 40 zusätzliche Mülleimer aufgestellt und jede Woche 260 Müllsäcke mehr entsorgt – hauptsächlich aufgrund von Essensverpackungen zum Mitnehmen.

Christian Vogel, Bürgermeister von Nürnberg, sieht die zusätzlichen Kosten für die Stadt nicht ein. Aus dem Grund forderte er schon damals, über eine Pfandpflicht für Pizzakartons nachzudenken. Doch verlangte er dabei deutlich höhere Beträge als Annette Rinn:

„Da reden wir nicht von 50 Cent, sondern da reden wir aus meiner festen Überzeugung über fünf Euro aufwärts“, so Vogel. „Es muss also schon auch merkbar sein, dass man den Karton auch wieder zurückgibt. Er soll dann auch nicht wiederverwertet werden, sondern er soll dem normalen Abfall zugeführt werden.“ Fun Fact: Die Pizza-Hawaii sollte aufgrund von Rassismus-Vorwürfen bereits umbenannt werden.

50 Cent Pfand auf Pizzakartons? Für Frankfurt gibt es noch keine alleinige Lösung des Müll-Problems

Für ein Durchsetzen des Pizzapfandes ist laut Rinn jedoch vorerst eine Änderung des Bundesverpackungsgesetzes nötig, erklärt die Dezernentin für Ordnung gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Womöglich werde die neue Bundesregierung das Problem angehen, so ihre Hoffnung. Vorher könne es für die Stadt Frankfurt „keine alleinige Lösung des Problems geben“. Pizza wurde teilweise sogar schon als Impfprämie einer verrückten Impf-Aktion angeboten.

In dem Gespräch mit der BILD sprach sich Annette Rinn auch für eine liberalere Drogenpolitik „in Richtung kontrollierter Freigabe von Cannabis“ und für die kontrollierte Abgabe von Heroin-Tabletten in Apotheken an Schwerstabhängige aus. Außerdem möchte sie die Innenstadtwache von Frankfurt deutlich sichtbarer gestalten. * 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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