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Weitere Warnstreiks am Dienstag an Flughäfen – Hamburg komplett dicht

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Von: Johannes Nuß

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Nachdem das Sicherheitspersonal in der Passagierkontrolle bereits am Montag in Hannover und Bremen gestreikt hatten, geht es Dienstag bundesweit weiter.

Bremen/Hannover – Die Warnstreiks des Sicherheitspersonals an Flughäfen geht auch am Dienstag, 15. März 2022, weiter. Bereits am Montag hatten an den Flughäfen Bremen und Hannover die Beschäftigten der Sicherheitskontrollen die Arbeit niedergelegt. Nachdem am Montag in der Passagierkontrolle am Flughafen Hannover und Flughafen Bremen nicht gearbeitet wurde, wie die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi mitteilte, schließen sich heute die größten Airports Deutschlands, Frankfurt und München, dem Arbeitskampf an. Medienberichte, wonach auch am Dienstag in Bremen und Hannover gestreikt werden sollte, dementierte die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi.

Warnstreiks an Flughäfen Bremen und Hannover: Tarifvertrag für bundesweit 25.000 Sicherheitskräfte

Auch am Flughafen Hamburg soll die Arbeit ebenfalls niedergelegt werden. Inzwischen ist klar: In Hamburg wird am Dienstag kein Flieger abheben. Darüber hinaus auch an den Flughäfen Stuttgart und Karlsruhe/Baden-Baden im Südwesten der Republik.

Die Warnstreiks sind Teil des Tarifkonflikts zwischen Verdi und dem Bundesverband der Luftsicherheitsunternehmen. Die Gewerkschaft verhandelt mit dem Arbeitgeberverband über einen neuen Tarifvertrag für bundesweit 25.000 Sicherheitskräfte, drei Verhandlungsrunden waren bisher ohne Ergebnis geblieben. Beide Seiten wollen sich am Mittwoch und Donnerstag, 16. und 17. März 2022, in Berlin zu weiteren Verhandlungen treffen.

Sicherheitspersonal vom Flughafen Hannover steht bei einem Warnstreik am Terminal A.
Auch am Dienstag werden die Beschäftigten der Luftsicherheit die Arbeit am Flughafen Hannover niederlegen. Der Flughafen Bremen ist laut Dienstleistungsgewerkschaft Verdi ebenfalls betroffen. © Julian Stratenschulte

Der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport hat allen Passagieren, die an Deutschland größtem Airport einsteigen wollten, geraten, nicht zum Flughafen zu kommen. Lediglich Transitreisende sollen abgefertigt werden. In Hamburg fallen die Warnstreiks noch mitten in die Frühjahrsferien. Die Flughafengesellschaft der Hansestadt Hamburg empfahl wie andere Airportbetreiber den Reisenden, sich vor der Anreise zum Flughafen über den Status ihres Fluges zu informieren.

Warnstreik am Flughafen Bremen und Flughafen Hannover: Bereits am Montag zahlreiche Flugausfälle

Auch der Stuttgarter Flughafen stellt sich nach Aussage einer Sprecherin auf deutliche Beeinträchtigungen ein. So könne es zu Planänderungen kommen, auch könnten Flüge verschoben werden. Der Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden will sich nach Aussage des Managements bemühen, wenigstens den Notbetrieb aufrechtzuerhalten. Es sei jedoch mit Verzögerungen zu rechnen.

Schon am Montag, 14. März 2022, konnten nach Branchenangaben Zehntausende Reisende nicht fliegen, weil Passagier-, Personal- und Frachtkontrollen am Flughafen Bremen und Flughafen Hannover bestreikt wurden. Betroffen waren auch Berlin, Düsseldorf, Köln/Bonn und Leipzig/Halle. In der Folge kam es auch an anderen Flughäfen zu Ausfällen.

Die Gewerkschaft Verdi hatte Sicherheitskräfte in der Passagierkontrolle dazu aufgerufen, den ganzen Tag die Arbeit niederzulegen. Wie am Nachmittag aus den Online-Abflugplänen hervorging, wurden am Flughafen Hannover 15 von 27 und am Flughafen Bremen 4 von 14 Abflügen gestrichen. Rund 80 Beschäftigte beteiligten sich Verdi zufolge vor dem Flughafengebäude in Hannover an einer Kundgebung für bessere Arbeitsbedingungen.

Warnstreiks an Flughäfen Bremen und Hannover: 19 Ausfälle an Flughafen Bremen und Flughafen Hannover

Verdi zufolge werden allein in Hannover zurzeit mehr als 100 Fachkräfte benötigt, um die Kontrolle der Fluggäste „in einer angemessenen Zeit vornehmen zu können und um lange Warteschlangen zu vermeiden“. Der Flughafen Hannover kritisierte Dauer und Umfang des Warnstreiks als unverhältnismäßig. Der Tarifkonflikt werde auf dem Rücken der Reisenden und des Flughafens ausgetragen, obwohl dieser nicht einmal Tarifpartei sei. Jeder gestrichene Flug sei finanziell ein schwerer Ausfall, sagte ein Sprecher.

„Mit dem Verlauf gestern sind wir überaus zufrieden, insbesondere was die Beteiligung unserer beiden Standorte angeht“, sagte Verdi-Sprecher Sascha Tietz gegenüber kreiszeitung.de. Es sei überdeutlich zu sehen, wie unzufrieden die Kollegen mit den von der Arbeitgeberseite vorgelegten Vorstellungen zu einem Tarifabschluss sind.

„Um es auf den Punkt zu bringen: die Angleichung der grundlos unterschiedlichen Löhne nach Ost-West auf der einen und bei gleichwertig anzusehenden Tätigkeiten auf der anderen Seite auf mehrere Jahrzehnte anzulegen, ist schon ein Affront für sich“, so Tietz weiter. Das in Kombination mit Lohnerhöhungen, die schon in nicht-krisenhaften Zeiten zu Kaufkraftverlusten geführt hätten, werde schlicht als blanker Hohn wahrgenommen. * kreiszeitung.de und 24hamburg.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

+++ Transparenzhinweis: Der Text wurde am 15. März 2022 gegen 12:11 Uhr aktualisiert. +++

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