1. 24hamburg
  2. Niedersachsen

Weil rassistisch: „Kevin – Allein in New York“ neu vertont

Erstellt:

Von: Ulrike Hagen

Kommentare

Rassismus-Vorwürfe für den Weihnachts-Klassiker „Kevin – Allein in New York“. Nach Kritik gelobt Netflix Besserung und will die deutsche Fassung ändern.

Berlin – „Kevin – Allein in New York“ ist ein Feiertags-Klassiker, der für viele seit Jahrzehnten zu Weihnachten gehört wie der Christbaum und die Weihnachtskrippe, die wegen Rassismus-Vorwürfen in die Kritik geraten ist. Erstaunlich ist, dass erst jetzt – fast 30 Jahre nach seiner Veröffentlichung 1992 – Rassismus-Kritik an der zweifelhaften deutschen Synchronisation laut wird.

Unternehmen:Netflix
Gründung:29. August 1997, Scotts Valley
Hauptsitz:Los Gatos, Kalifornien, USA
Umsatz:25 Milliarden US-Dollar (2020)

Rassismus-Vorwürfe – deutsche Version des Weihnachtsklassikers „Kevin – Allein in New York“ mit schlimmen Entgleisungen

Hintergrund: In der deutschen Fassung werden – anders als im Original – unter anderem das N-Wort als auch der Begriff „Indianer“ benutzt. Beides Ausdrücke, die als rassistische Begriffe gelten. Das haben unter anderem die Rassismus-Diskussionen um die Mohren-Apotheken in Deutschland, die Umbenennung von über 1000 Vogel-Arten und neue Namen für zahlreiche Produkte von Bahlsen, Knorr, Nestlé & Co gezeigt. Aber nach Jahrzehnten machte nun erst die deutsche Schauspielerin Thelma Buabeng via Instagram darauf aufmerksam, dass in „Kevin – Allein in New York“ diverse sprachliche Entgleisungen zu finden sind.

Szenenfoto aus „Kevin – allein in New York“. Macaulay Culkin als Kevin McCallister steht schreiend auf einer Sitzbank vor einem Fenster mit Panorama-Ausblick auf New York.
Wegen Rassismusvorwürfen: Die deutsche Version von „Kevin – Allein in New York“ wird neu synchronisiert. © Allstar/Imago

„Das N-Wort war auch schon vor 30 Jahren rassistisch“: Thelma Buabeng kritisiert „Kevin – Allein in New York“

Buabeng hatte über Instagram ihrem Ärger Luft gemacht: „Wie kann es sein, dass sich ein deutsches Synchronstudio völlig unnötige rassistische Übersetzungen zu einem Kinder- bzw. Familienfilm ausdenkt.... im englischen Original ist weder die Sprache von dem I-Wort noch vom N-Wort. Das ist an Ignoranz und Respektlosigkeit gegenüber Indigenen und schwarzen Menschen gar nicht zu übertreffen.“

Täglich News aus Hamburg und der Welt erhalten Sie mit unserem Newsletter - jetzt kostenlos anmelden!

Die schwarze Schauspielerin bekam daraufhin viel Zuspruch, aber auch Hassnachrichten von Usern, die „offensichtlich ein Problem damit haben, dass dieses N-Wort raussynchronisiert werden soll“. Buabeng kontert, dass das N-Wort schon immer, auch schon vor 30 Jahren, ein bewusst rassistischer Begriff sei, „den man auch damals nicht verwenden durfte“.

Rassismus im Familienfilm „Kevin – Allein in New York“ – Netflix verspricht, deutsche Version umzuvertonen

Nachdem tausende Follower ihren Unmut bekundeten und die Neuvertonung des Films forderten, reagierte das Streaming-Portal Netflix und versprach nach einer offiziellen Entschuldigung, die entsprechenden Stellen pünktlich bis zum nächsten Weihnachtsfest im Klassiker neu zu synchronisieren. Das wäre auch höchste Zeit, wo selbst unzeitgemäße Titel in Kunstsammlungen hinterfragt und, wie gerade in den „Staatlichen Kunstsammlungen Dresdens“, wo bereits 143 Kunstwerke umbenannt wurden, ausgebessert werden.

Film läuft inzwischen bei Disney+ und wird dort in einer neuen Version gezeigt

Einziges Problem: Das Versprechen von Netflix klingt vor dem Hintergrund, dass der Video-on-Demand-Dienst den Weihnachtsklassiker gar nicht mehr im Programm hat, etwas zahnlos. Streamen lässt sich „Kevin – allein in New York“ nämlich mittlerweile nur noch über Disney+. Der Konkurrent mit der Micky Mouse aus Burbank in Kalifornien ist aber glücklicherweise ebenso klar politisch korrekt aufstellt. Denn gegenüber 24hamburg.de bestätigte man, dass die deutsche Synchronfassung von „Kevin – Allein New York“ auf Disney+ bereits ausgetauscht wurde.. * 24hamburg.de und kreiszeitung.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Auch interessant

Kommentare