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Weil rassistisch: Bücher von Asterix, Tim & Struppi und Pocahontas verbrannt

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Von: Luisa Ebbrecht

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Weil sie rassistische Passagen enthalten sollen, wurden in Kanada fast 5000 Bücher zerstört. Eine Schulbehörde verbrannte auch Klassiker wie Asterix und Pocahontas.

Windsor – Eine Aktion, die an die NS-Zeit erinnert: In Windsor (Kanada) wurden fast 5000 Comics, Romane und Lexika verbrannt. Grund für die Zerstörung war die Anti-Rassismus-Aktion einer Schulbehörde. Nach Informationen von „Radio Kanada“ fand die Verbrennung schon im Jahr 2019 statt, allerdings wurde sie nun erst bekannt. Ähnlich wie bei der Diskussion um die Umbenennung aller Mohrenapotheken gehen die Meinungen bei diesem Thema auseinander.

NameAsterix
GenreComicserie
Erscheinungsjahr1959
AutorRené Goscinny
ZeichnerAlbert Uderzo

Wegen Rassismuss-Vorwurf: 4716 zerstörte Bücher in Kanada

Unter den 4716 zerstörten Büchern sollen unter anderem auch berühmte Werke wie Tim & Struppi, Luky Luke, Asterix und Pocahontas gewesen sein. In fast allen dieser Bücher spielte die Geschichte in den USA. Ähnlich wie die HVV, die kürzlich den umstrittenen Begriff des „Schwarzfahrens“* strich, wollte die Schulbehörde in Kanada ein Zeichen gegen Rassismus setzen. Das Ziel war zudem die Versöhnung mit den Ureinwohnern des Landes.

Diese würden in den Büchern, ähnlich wie andere Klassiker der Kinderliteratur, als stereotypisch und falsch dargestellt. Als Beispiele nannten die Verantwortlichen übertriebene Zeichensprache, häufige Nacktheit und Brutalität in den Geschichten. Außerdem sei die gewählte Bezeichnung der Ureinwohner als Indianer schlichtweg falsch, dies müsse geändert werden.

Nach Rassismuss-Vorwurf: Auch Filme, Vögel und Lebensmittel bekommen neue Namen

Auch der Weihnachts-Klassiker „Kevin – Allein in New York“ wurde zuletzt nach Rassismus-Vorwürfen neu vertont. In Deutschland gibt es ebenfalls Begriffe, die als rassistisch gelten und deshalb geändert wurden. So wurden über 1000 Vogel-Arten umbenannt und neue Namen für zahlreiche Produkte von Bahlsen, Knorr, Nestlé & Co eingeführt. 

Tim und Struppi, Pocahontas und Kocoum und Hatschi mit Idefix vor einem Feuer
Anti-Rassismus-Aktion: In einer kanadischen Schule wurden 5000 Comics, Romane und Lexika verbrannt. (24hamburg.de-Montage) © dpa-Film AFM/imago

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Suzy Kies, die damalige Beraterin der Schulbehörde, nennt sich selbst die „Bewahrerin des Wissens der Ureinwohner“. Sie verteidigt die Verbrennungen. Die Darstellung der indigenen Charaktere in den Büchern sei „unzuverlässig, faul, besoffen, dumm“.

Bücher wurden wegen Rassismuss-Vorwurf verbrannt: Andere Schulen sollten folgen

Nach Angaben von Kies sollten die negativen Bücher in etwas Positives umgewandelt werden: „Man dachte an diese Idee, die Bücher zu verbrennen, um die Asche als Dünger für die Bäume zu verwenden, die auf den Schulhöfen gepflanzt werden sollten“.  Der Schulrat sagte dazu: „Wir begraben die Asche von Rassismus, Diskriminierung und Stereotypen in der Hoffnung, in einem integrativen Land aufzuwachsen, in dem alle in Wohlstand und Sicherheit leben können“.

Kies forderte zudem, dass auch andere Schulbehörden dem Beispiel folgen und ähnliche Events abhalten sollten. Wegen der Corona*-Pandemie und aus Angst vor einem Shitstorm wurde diese Idee mittlerweile wieder verworfen. Auch die Verantwortung für die Bücherverbrennungen will mittlerweile keiner mehr übernehmen. * 24hamburg.de und kreiszeitung.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA

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