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„Weil Eltern nicht aufpassen“: Café erteilt Kindern unter fünf Hausverbot

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Von: Ulrike Hagen

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Café-Besitzer verbieten Kindern unter fünf Jahren den Zutritt. Unordnung, Lärm und Chaos will man sich nicht mehr antun. Das löst Debatten aus.

Hanley/Stoke-on-Trent – Es ist DAS Aufreger-Thema im beschaulichen Hanley, der bevölkerungsreichsten der sechs Städte, aus denen das mittelenglische Stoke-on-Trent besteht. Der Besitzer eines Cafés im Stadtzentrum hat entschieden, Kindern unter fünf Jahren konsequent den Zutritt zu seinem Lokal zu verweigern. Das Kinderverbot sorgt nun – ähnlich wie der Spitzenkoch, der keine Veganer in seinem Lokal haben will – für Schlagzeilen und Krawall in den Kommentarspalten der sozialen Medien.

Stadt in England:Stoke-on-Trent
Einwohner:256.127
Grafschaft:Staffordshire
Größe:93,45 km²

Café lässt keine Kinder unter 5 Jahren rein: „Sie machen Dreck und schreien“

„Sorry, keine Kinder unter 5 Jahren“ – Das Schild vor „Harley‘s Cafe and Coffee Bar“ am Fountain Square in Hanley lässt keine Fragen offen. Hier sind – anders als im Veganer-Café, aus dem eine Mutter flog, weil sie für Kind einen Snack mit Fleisch dabei hatte – Familien mit Nachwuchs grundsätzlich nicht gern gesehen. Tony und Beverley Flackett, die Betreiber des Lokals, das kürzlich nach einer 100.000 Pfund teuren Erweiterung und Renovierung wiedereröffnet wurde, entschieden sich für das Verbot für Kinder „weil sie herumrennen, Unordnung machen – und ihre Eltern nicht auf sie aufpassen.“ Außerdem habe man keine Kinder-Toiletten.

Ein Kellner mit Tablett in einem Café, daneben ein Kind, das mit Nudeln herumschmiert
Inhaber verbannen Kinder unter fünf Jahren aus ihrem Café, weil sie „Unordnung und Dreck machen“, während die Eltern nicht aufpassen. Viele Mütter sind darüber empört. (24hamburg.de-Montage) © Westend61/Celtik/IMago Images

Kinder müssen draußen bleiben: „Sorry, keine Kids unter 5 Jahren“ steht auf dem Schild vor dem Café

„Wir haben hier eine Menge wertvoller Sachen und wir wollen nicht, dass sie anfangen, damit herumzuspielen“, argumentiert Flackett, dessen Lokal mit zahlreichen Musik-, Film- und Sport-Erinnerungsstücken an Wänden und Decken bestückt ist. „Wir sind der einzige Ort, der keine Kinder unter fünf Jahren reinlässt, und die Leute sagen, sie kommen gerne hierher, weil es keine schreienden Kinder gibt“, verteidigt er vor „Stoke-on-Trent Live“, einem lokalen Nachrichtendienst, vehement seine kinderfreie Zone. „Wir haben nicht den Platz, um überall Kinderwagen aufzustellen, wir sind nicht gerade ein großes Café.“ Nach dem Bericht kochen nun die Gemüter in den sozialen Medien hoch.

Weil sie herumrennen, Unordnung machen – und ihre Eltern nicht auf sie aufpassen.

Beverley Flackett, Café-Betreiberin, die Kindern unter fünf Jahren den Zutritt verweigert

„Es ist also ein Café, das billiges, ungesundes Essen an Arbeitslose, Sozialhilfeempfänger und Rentner verkauft“

„Die Besitzer wollen also nicht, dass junge Familien oder Behinderte in ihr Lokal gehen. Das ist eine ekelhafte Einstellung“, erzürnt sich „Poshboy“. Noch drastischer wird ein anderer User, vermutlich ein viel beschäftigter Familienvater: „Bringen wir es auf den Punkt: Es ist ein Café, das billiges, ungesundes Essen an Arbeitslose, Sozialhilfeempfänger und Rentner verkauft, die sonst nichts in ihrem Leben zu tun haben.“

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Viele klatschen Beifall: „Schlecht erzogene Bälger, selbstherrlicher Mob“

Doch auch die Kinderdisser werden auf den Plan gerufen: „An zu vielen Orten gibt es Eltern, deren Kinder natürlich nichts falsch machen, und keiner darf sich über die schlecht erzogenen Bälger beschweren. Einige von uns wissen die zu schätzen, die den Mut haben, sich diesem selbstherrlichen Mob entgegenzustellen!“, heißt es, und: „Die Mütter spielen am Telefon, die Kinder spielen mit den Nerven der Gäste. Sie sind sich selbst überlassen und stressen alle anderen. Während Mutti spielt.“

Ansage an Kinderhasser: „Nach dem Kommentar zu urteilen, kamen Sie wohl mit 20 auf die Welt!“

Die Antwort auf die unverblümte Kinderabneigung folgt auf dem Fuße: „Nach den Kommentaren zu urteilen, wurden einige von ihnen erst mit 20 Jahren geboren“, heißt es zynisch. Ob das „Adults only“-Konzept aufgeht, muss sich noch zeigen und wird sich am Ende an den Umsätzen messen lassen. Und daran, ob Paninis, Sandwiches, Wraps und das angeblich beste Frühstück in der Gegend genügend erwachsene, ruhebedürftige Abnehmer ohne Bambini-Anhang findet. * 24hamburg.de und kreiszeitung.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA

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