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Ein Weihnachtsbaum bringt 25.000 Insekten ins Haus: Spinnen, Zecken, Motten

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Von: Bona Hyun

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Ein Weihnachtsbaum gehört einfach zum Fest dazu. Der ist allerdings nicht nur festlich, sondern auch sehr lebendig: Tausende Insekten gibt es freihaus dazu.

Hamburg, Bremen – Bei der Anschaffung eines Weihnachtsbaums, holt man sich auch jede Menge ungebetene Gäste ins Haus: 25.000 Insekten pro Weihnachtsbaum – so viele Krabbeltiere zählte eine Studie der Universität Bergen in Norwegen. Für alle, die sich neben weißen, eiskalten Weihnachten, die der Frost-Advent laut Prognosen bringt, dennoch einen Tannenbaum wünschen, haben wir hier einige Tipps und Tricks zusammengestellt. Die meisten Kleintiere sind glücklicherweise sowieso ungefährlich und mit dem bloßen Auge nicht erkennbar.

Wissenschaftlicher Name:Insecta
Klasse:Insekten
Unterstamm:Sechsfüßler
Überstamm:Häutungstiere

Großes Krabbeln: Pro Weihnachtsbaum kommen 25.000 Insekten ins Haus

Bis zu 25.000 Insekten siedeln sich in einem Weihnachtsbaum an. Milben, Motten, Spinnen und andere Tierchen richten sich ihr Winterquartier im Christbaum ein und versuchen, dort zu überwintern. Biologe Bjarte Jordal von der Universität Bergen erklärt, dass die warmen Temperaturen im Wohnzimmer für die Insekten einen gefühlten Frühlingsanbruch ankündigen. Dadurch werden sie aktiv und erwachen aus ihrem Winterschlaf: Eine Horrorgeschichte für einige Weihnachtsliebhaber. Für Grusel zum Fester sorgt auch ein Vater, der als Erziehungsmaßnahme Weihnachtsgeschenke seiner Kinder verbrennt, damit sie vor dem Fest schön artig sind. Fies.

Der Weihnachtsbaum beschmückt mit Kugeln und Lichtern. Für Weihnachten kaufen sich viele Familien einen Tannenbaum.
Für viele unentbehrlich: der Weihnachtsbaum beschmückt nach jeglichen Vorlieben. Auch Insekten finden gefallen an dem Baum. © Evan Vucci/dpa

Jeder Weihnachtsbaum enthält Krabbeltiere und mögliche Schädlinge: Besteht Zecken-Gefahr?

Es besteht allerdings minimale Gefahr, dass gewisse Insektenarten wie Zecken langfristig überleben. Nach dem Erwachen begeben sich die Insekten auf Nahrungssuche und werden zumindest in einem normalen Haushalt nicht fündig. Kurze Zeit später sterben die Krabbeltiere. Bestenfalls lassen sie sich erst gar nicht blicken, weil sie von den warmen Zimmertemperaturen doch erst gar nicht aufgeweckt werden. Ein Großteil der Gliederfüßler bleibt im Bauminneren und ist ungefährlich. Dennoch schadet es nicht, vor allem Säuglinge und Tiere auf Zecken abzusuchen, solange der Weihnachtsbaum im Haus ist.

Besonders gefährlich für den Tannenbaum sind vor allem der Tannengalllaus, die Tannennadelgallmücke oder der Tannenrüsselkäfer. Diese Schädlinge befallen Äste, Triebe und den Stamm der Tanne und saugen ihn aus, sodass der Baum langsam abstirbt. Sie ernähren sich von der Rinde und zerstören so die Optik des Baums. Das ist vor allem für alle ärgerlich, die den Baum schon sehr früh aufstellen, denn er hält dann sein schönes Aussehen nicht bis zum Fest. Und Frust gibt es da ja oft schon genug: Wie bei der Schwiegerfamilie, die eiskalt das Weihnachtsessen in Rechnung stellt – worauf die Schwiegertochter wegen der „geizigen Bastarde“ natürlich ausflippt.

Wie halte ich mir die Insekten im Weihnachtsbaum aus dem Haus? Diese Tricks können helfen

Lagern Sie den Baum in der Garage oder in einem separaten Raum, die Zimmertemperatur muss dabei mindestens acht Grad betragen. Dann erwachen die Insekten und gehen auf Nahrungssuche, bevor Sie den Baum im Wohnzimmer aufstellen. Sie können den Baum auch ordentlich ausschütteln, bevor Sie ihn ins Haus holen. Meistens machen das die Verkäufer schon vor dem Einpacken des Weihnachtsbaums. Es gibt auch die Möglichkeit, den Baum mit Insektiziden zu besprühen – hier sollte allerdings ein Fachmann über die richtige und sichere Anwendung von Bekämpfungsmittel aufklären.

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Biologe Jordal empfiehlt lokal angebaute Bäume aus Hartholz zu kaufen, da die Fauna bei den Bäumen begrenzter sei. Auch ökologisch angebaute Tannenbäume aus Polykulturen sind meistens nicht so stark von Schädlingen befallen und werden nicht mit gesundheitsschädigenden chemischen Substanzen behandelt. Warten Sie nicht allzu lange mit dem Kauf vom Weihnachtsbaum: Engpässe gibt es dieses Jahr nicht nur beim Gänsebraten, sondern auch bei Weihnachtsbäumen. Zumindest soll es dieses Jahr in der Hansestadt Hamburg pünktlich zum Fest weiße Weihnacht geben – Schnee zum ersten Advent war ebenfalls angekündigt und ist in Hamburg tatsächlich gefallen. Weihnachtswunder gibt es also doch. * 24hamburg.de und kreiszeitung.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA

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