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Weg mit der Maskenpflicht! Experte fordert Corona-Freiheiten für Geimpfte

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Von: Annabel Schütt

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Freiheit statt Bußgeld! Um die Impfmoral der Deutschen aufrechtzuerhalten, fordert Kassenärzte-Chef Andreas Gassen das Ende der Corona-Maßnahmen für Geimpfte.

Berlin – Müssen wir uns etwa Sorgen um den Impffortschritt in Deutschland machen? Sieben Monate nach Beginn der bundesweiten Impf-Kampagne sind auf der einen Seite zwar bereits mehr als 50 Prozent aller Deutschen mindestens einmal geimpft, auf der anderen Seite gerät der Impf-Turbo ins Stocken. Vielerorts werden Termine abgesagt oder gar geschwänzt.

Während der ein oder andere Politiker oder Experte daher ein Bußgeld für Impfschwänzer fordert, will der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen, es von der anderen Seite angehen und positive Anreize setzen. Daher spricht er sich für den Wegfall aller Corona-Maßnahmen für vollständig Geimpfte aus.

Virus:Coronavirus, COVID-19
Krankheitserreger:SARS-CoV-2
Vorkommen:Weltweit
1. bekannter Fall:1. Dezember 2019

Bundesweite Impfmüdigkeit macht sich breit: Experten und Politiker fordern Bußgeld für Impfschwänzer

Deutschland hat es geschafft! Bundesweit sind mehr als 50 Prozent aller Deutschen zumindest erst geimpft – auch wenn die Impf-Kampagne langsam ins Stocken gerät und sich die erste Impfmüdigkeit breit macht. „Absagen oder No-Shows nehmen auch in den Hausarztpraxen zu“, so der Bundesvorsitzende des Deutschen Hausärzteverbandes. Allen voran Mecklenburg-Vorpommern. Dort werden in den Impfzentren aktuell rund 40 Prozent der Zweit-Impftermine abgesagt.

Experten und Politiker fordern daher nun ein Bußgeld in Höhe von 25 bis 30 Euro für Impfschwänzer. Der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen und auch Schleswig-Holsteins Gesundheitsminister Heiner Garg (FDP) sprachen sich dahingegen gegen solche Strafzahlungen aus. Während Garg der Meinung ist, dass solche Strafen abschreckend wirken und man stattdessen „mit den Vorteilen einer Impfung gegen das Coronavirus“ werben müssen, setzt Gassen diesen positiven Anreiz sofort um und fordert den Wegfall sämtlicher Corona-Maßnahmen für Geimpfte

Ende der Einschränkungen für Geimpfte? Kassenärzte-Chef spricht sich für mehr Freiheiten aus

„Spätestens September wird für jeden Impfwilligen ein Impfangebot verfügbar sein, dann müssen eigentlich nahezu alle Coronamaßnahmen weg“, sagte er gegenüber der Bild-Zeitung. Insbesondere die Maskenpflicht solle bis dahin vollständig abgeschafft sein: „Jeder kann dann immer noch individuell entscheiden, ob er oder sie weiter Maske tragen will – Pflicht sollte es dann aber nicht mehr sein.“

Ein Schild bittet die Teilnehmer um die Einhaltung von Mindestabstand und Maskenpflicht. Andreas Gassen spricht bei einer Pressekonferenz. (24hamburg.de-Montage)
Kassenärzte-Chef Andreas Gassen fordert das Ende der Corona-Maßnahmen für vollständig Geimpfte. (24hamburg.de-Montage) © Future Image/IMAGO & Political-Moments/IMAGO

Für ihn sei der Wegfall sämtlicher Corona-Maßnahmen insbesondere deswegen sinnvoll, um die Impfmoral der Bundesbürger zu bestärken: „Mancher wird sich sonst fragen: Warum sollte ich mich impfen lassen, vielleicht zwei Tage Kopfweh oder andere Impfnebenwirkungen in Kauf nehmen und etwas für die Herdenimmunität tun, wenn ich weiterhin Maske tragen muss, nur weil sich 20 bis 30 Prozent der Leute weigern.“

Aber nicht nur die Maskenpflicht soll laut Andreas Gassen wie aktuell in Großbritannien fallen, auch die Test- und Quarantäne-Regeln sollen ad acta gelegt werden.

Auch FDP-Experte Wienand Schinnenburg sehe „keine Rechtsgrundlage für diese Beschneidungen der Freiheitsrechte von Doppelt-Geimpften“. Selbst SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach sprach sich infolge der Einführung des EU-Corona-Zertifikats sich für den Wegfall der Corona-Maßnahmen für vollständig Geimpften aus: „Es macht keinen Sinn, doppelt Geimpfte aus Virusvariantengebieten zurückzubeordern oder in Quarantäne zu schicken.“

Ziel der Herdenimmunität erreichen: Söder und Esken fordern Corona-Impfung für Kinder

Um das anvisierte Ziel der Herdenimmunität tatsächlich zu erreichen, sprechen sich SPD-Chefin Saskia Esken und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder für die Impfung von Kindern aus. „Wir brauchen dringend einen Impfstoff für Kinder, und ich hoffe auch, dass die STIKO ihre eingeschränkte Impf-Empfehlung für Jugendliche bald überdenkt“, forderte sie die Ständige Impfkommission (STIKO) gegenüber der Rheinischen Post auf, ihre Haltung zur Corona-Impfung von Jugendlichen zu überdenken.

Zudem schrieb Söder auf Twitter: „Die Stiko sollte dringend überlegen, wann sie das Impfen von Jugendlichen empfiehlt. Wir erhöhen damit den Schutz für alle und geben einer Generation, die auf viel verzichten musste, wieder Freiheiten zurück.“ * 24hamburg.de und kreiszeitung.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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