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Wattenmeer: Ringelgänse machen Zwischenstopp an der Nordsee

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Von: Andree Wächter

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Auf dem Weg zu ihren Brutgebieten in Sibirien landen Ringelgänse im Wattenmeer. Dort finden sie genügend Nahrung für den Weiterflug.

Ein Sprichwort sagt: Feste soll man feiern, wie sie fallen. Am Samstag (23. April) beginnen wieder die Ringelgans-Tage. Nach zwei Jahren pandemiebedingter Pause starten sie auf der Hallig Hooge und entlang der nordfriesischen Wattenmeerküste. Bis zum 15. Mai gibt es bei mehr als 80 Veranstaltungen von der Urlaubsinsel Sylt bis Eiderstedt vielfältige Möglichkeiten, die Ringelgänse, die Biosphäre Halligen und den Nationalpark Wattenmeer zu entdecken. Die offizielle Eröffnung auf Hallig Hooge findet wegen der Coronapandemie in diesem Jahr als geschlossene Veranstaltung statt.

ArtRingelgans
GattungMeergänse
FamilieEntenvögel
OrdnungGänsevögel

Die grasenden Tiere halten sich so nah an den Wegen auf, dass sie sich selbst ohne Fernglas hervorragend beobachten lassen, wie die Nationalparkverwaltung in Tönning mitteilte. Es werden Vogelbeobachtungstouren mit dem Schiff, mit dem Fahrrad oder zu Fuß angeboten. Zudem führen Wattwanderungen ins Unesco-Weltnaturerbe und Vorträge geben Einblicke in die Natur und Kultur der Halligen. Am anderen Ende des Wattenmeeres sorgt eine geplante Erdgasbohrung für Ärger.

Rund 80.000 Ringelgänse im Wattenmeer

Jedes Frühjahr kommen nach Angaben der Nationalparkverwaltung bis zu 80.000 der kleinen Meeresgänse aus ihren Überwinterungsgebieten zu Besuch ins Wattenmeer, um sich hier für den Weiterflug in ihre sibirischen Brutgebiete zu stärken. Das entspricht fast einem Drittel der globalen Population dieser Art. Zu den Lieblingsplätzen der Gänse zählen die nordfriesischen Halligen, wo sie dank des Schutzes durch den Nationalpark und das Biosphärenreservat ausreichend Ruhe und saftiges Gras finden. Wer seinen Blick nach unten richtet, kann mit ganz viel Glück auch Seepferdchen entdecken.

Ringelgänse gehören nach Angaben der Nationalparkverwaltung zur Gattung „Meergänse“. Keine andere Gänseart ist demnach so oft im Watt der Nordsee zu sehen. Sie fressen unter anderem auf den Salzwiesen vor den Deichen und auf den Halligen die salzhaltigen Gräser und Kräuter. Mithilfe von Salzdrüsen können sie das mit der Nahrung aufgenommene und in großer Menge giftige Salz wieder ausscheiden.

Einen Zwischenstopp zum Auftanken der Reserven für den Weiterflug in ihre sibirischen Brutgebiete legen Tausende Ringelgänse jedes Jahr im Wattenmeer ein.
Einen Zwischenstopp zum Auftanken der Reserven für den Weiterflug in ihre sibirischen Brutgebiete legen Tausende Ringelgänse jedes Jahr im Wattenmeer ein. © dpa

Wattenmeer: Ringelgänse legen über 5000 Kilometer bis ins Brutgebiet nach Sibirien zurück

Ringelgänse benötigen viel Energie, um die bis zu 5000 Kilometer lange Flugstrecke bis zum Brutgebiet in Sibirien zu schaffen. Pro 100 Kilometer Flugstrecke benötigen sie etwa 8 Gramm Fett. Um 400 Gramm Fett zuzulegen, müssen sie mindestens 18 Kilogramm Gras fressen, heißt es in einem Faltblatt der Nationalparkverwaltung. Veranstaltet werden die Ringelgans-Tage von den Naturschutzverbänden, der Biosphäre „Die Halligen“ und der Nationalparkverwaltung.

Die Ringelgans ist die kleinste und dunkelste aller Meergänse-Arten. Zu dieser Gattung gehören neben der Ringelgans, die Nonnengans, die Rothalsgans und die Kanadagans. Zu den Besonderheiten der Ringelgans zählt ihre Bindung an das Meer und die Küste während des Zuges und der Überwinterung.

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