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War Beethoven Afrikaner? Roberto Blanco fordert Exhumierung des Komponisten

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Von: Kevin Goonewardena

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Es klingt absurd: Um Beethovens Identität endgültig zu klären, fordert Roberto Blanco eine Untersuchung der Überreste des Komponisten. Was dahintersteckt.

Wien – Kaum zu glauben, dass diese Geschichte einen ernsten Hintergrund hat – zumal Schlager-Star Roberto Blanco* in seiner langen Karriere eher durch Gaga-Äußerungen und Teilnahmen an Trash-Formaten, als durch intellektuelle Debattenbeiträge im Feuilleton aufgefallen ist. Doch es ist wahr: Ludwig van Beethoven, einer der berühmtesten Komponisten der Welt und gebürtiger Bonner, könnte afrikanische Wurzeln haben.

Ludwig van Beethoven: Äußerliche Ähnlichkeiten mit Roberto Blanco

Roberto Blanco vor dem Grab von Ludwig van Beethoven
Exhumierung: Roberto Blanco will klären, ob Ludwig van Beethoven dunkle Hautfarbe hatte. (24hamburg.de-Montage) © Uli Deck/dpa/Birgit Koch/imago

Ja, nicht nur Roberto Blanco findet, dass der berühmte Bonner ihm ähnlich sieht. Nicht ihm direkt, aber zumindest einem People of Colour wie es der gebürtige Kubaner ist, kurz: PoC. Doch die Hinweise auf eine mögliche afrikanische Abstammung Beethovens gibt es schon lange – sehr lange, genauer gesagt seit seinen Lebzeiten.

Es gibt mehrere Dokumente, die darauf hinweisen, dass er zu Lebzeiten dunkle Haut gehabt hatte, und sich deutlich von der Wiener Durchschnittsbevölkerung abhob“

Dr. Ralf G. Jahn, Historiker und Genealoge

Forderung an Wiener Bürgermeister - Unterstützung durch viele Prominente

Beethoven ist zwar auch heute noch eng mit seiner Geburtsstadt Bonn verknüpft, doch weite Teile seines Lebens hat der Komponist in Wien verbracht. So ist es wenig überraschend, dass seine Überreste auf dem Zentralfriedhof der Landeshauptstadt liegen. Roberto Blanco* hat sich nun in einer Videobotschaft an den Wiener Bürgermeister Michael Ludwig gewandt und die Freigabe der Überreste Beethovens gefordert. Diese sollen nun untersucht werden. Auch Schauspieler und Musiker Tyron Ricketts und Moderatorin Milka Loff-Fernandes unterstützen die Forderungen nach einer wissenschaftlichen Analyse der sterblichen Überreste Beethovens.

Berliner Produzent treibt Untersuchungen Beethovens voran – aber er ist nicht der Erste

Als Initiator der neuerlichen Initiative gilt der Berliner Filmproduzent Michael Simon de Normier (u.a. Co-Produzent des Oscar-prämierten Welterfolgs „Der Vorleser“). De Normier versucht seit mehr als zwei Jahren wissenschaftliche Untersuchungen in dem Bereich voranzutreiben – natürlich auch im Hinblick auf guten Filmstoff. Neben verschiedenen Wissenschaftlern und anderen Experten hat der Produzent und Medienprofi auch diverse PoC-Aktivisten und Prominente für sein Vorhaben gewinnen können.  

Muss die Geschichte neu geschrieben werden?

Wenn sich herausstellt, dass Beethoven tatsächlich schwarz gewesen ist, würde das dem eurozentrischen Blick auf Kultur und Geschichte einen gehörigen Knick in der Optik bescheren.

Tyron Ricketts

Bei vielen Toten gab es im Nachhinein oder schon Zeit ihres Lebens Zweifel an ihrer Herkunft, bei anderen hat die Verfolgung der Ahnentafel im Nachhinein überraschende Erkenntnisse geliefert: So verfolgte er die Spuren Paris Hiltons nach und belegte so eine Verwandtschaft mit dem ehemaligen US-Präsidenten Theodor Roosevelt.

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Dass nicht nur Beethovens-Lebenslauf, sondern nicht weniger als die Musikgeschichte umgeschrieben wird, ist allerdings unwahrscheinlich. Wiens Bürgermeister Michael Ludwig hat bisher weder auf den Video-Appell Roberto Blancos, noch auf die Bemühungen Michael. Simon de Normier reagiert. *24hamburg.de, extratipp.com und tz.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA

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