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Verhütung: Die beliebtesten Verhütungsmittel für Frauen und Männer

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Von: Maria Sandig

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Verhütung bleibt ein Thema: Es gibt unzählige Verhütungsmittel. Einige sind beliebter als andere. Wir stellen die beliebtesten Formen der Verhütungsmittel vor.

Hannover – In Deutschland gibt es immer wieder Diskussionen um die Verhütung. Wer ist für Verhütung verantwortlich. Frau oder Mann? Oder beide? Dabei kommt immer wieder die Frage auf, welche Verhütungsmittel und Verhütungsmethoden gib es eigentlich abseits von Kondom und Pille. Unsere Expertin von kreiszeitung.de klärt neben den allseits bekannten Verhütungsmitteln auch jene Verhütungsmethoden für Frauen und Männer, die nicht so häufig im Fokus stehen. Die Rede ist von der Spirale oder der Sterilisation.

Verhütung: Kondom als Verhütungsmittel

Das Kondom als Verhütungsmittel ist ein hauchdünner Gummischutz, der vor dem Geschlechtsverkehr über den steifen Penis gezogen wird. Bei der Verhütung ist das Kondom das einzige Verhütungsmittel für Männer in dieser Form. Es verhindert Schwangerschaften und bietet Schutz vor vielen sexuell übertragbaren Krankheiten. Der Samenerguss wird aufgefangen und gelangt nicht in die Scheide.

Vegane Kondome der Marke Einhorn.
Das Kondom gehört zu den beliebtesten Verhütungsmitteln. © Daniel Karmann/dpa

Sicherheit: Die richtige Anwendung und Qualität sind entscheidend für die hohe Zuverlässigkeit des Kondoms. Deshalb sollte beim Kauf des Kondoms auf die Genehmigungsnummer oder die Kennzeichnung „CE“ mit einer Prüfstellennummer und auf das Haltbarkeitsdatum geachtet werden.

Kosten: Die Kosten für Kondome liegen zwischen 0,50 bis 1,20 Euro pro Stück.

Verhütungsmittel: Pille und Mini-Pille für die Verhütung

Die Pille ist neben dem Kondom eines der beliebtesten Verhütungsmittel in Deutschland. Kreiszeitung.de hat mit vier verschiedenen Frauen unterschiedlichen Alters über Verhütung gesprochen und was sie von der Pille halten.

Auch wenn die Pille nach wie vor das beliebteste Verhütungsmittel in Deutschland ist, werden mittlerweile verstärkt mögliche Nebenwirkungen diskutiert.
Auch wenn die Pille nach wie vor das beliebteste Verhütungsmittel in Deutschland ist, werden mittlerweile verstärkt mögliche Nebenwirkungen diskutiert. © Andrea Warnecke/dpa

Die Pille ist ein hormonelles Verhütungsmittel in Tablettenform. Dabei gibt es die unterschiedlichsten Zusammensetzungen. In Deutschland sind über 50 verschiedene Pillenpräparate auf dem Markt. Die Hormone in der Pille haben unterschiedliche Wirkungen im Körper, die im Zusammenwirken eine Schwangerschaft verhindern.

Die meisten Pillenpräparate enthalten Östrogene und Gestagene, daher nennt man sie auch Kombinationspräparate. Die Mini-Pille ist wie die Pille ein hormonelles Verhütungsmittel, das jedoch kein Östrogen, sondern nur Gestagen enthält. Die Pille ist eine sehr zuverlässige Verhütungsmethode, allerdings nur, wenn sie immer regelmäßig und nach Vorschrift eingenommen wird.

Pille als Verhütungsmethode: Mögliche Nebenwirkung bei der Pille als Verhütungsmittel ist die Thrombose – Kosten der Verhütung

Die Pille als sichere Verhütungsmethode: Von 1000 Frauen, die ein Jahr lang die Pille ohne Fehler für die Verhütung einnehmen, wird nur eine einzige Frau schwanger. Eine seltene, aber schwerwiegende Nebenwirkung von kombinierten Pillen als Verhütungsmittel besteht die Gefahr in der Einwicklung einer Thrombose als Nebenwirkung. Thrombosen sind Blutgerinnsel, meist in den tiefen Beinvenen, die zu lebensgefährlichen Lungenembolien führen können.

Kosten: Die Pille wird auf Rezept von Ärztinnen und Ärzten verschrieben. Frauen, die 22 Jahre und älter sind, müssen die Pille vollständig selbst bezahlen. Eine Packung für drei Monate kostet zwischen 20 und 40 Euro. Die Mini-Pille kostet zwischen sechs und 17 Euro pro Monat, je nachdem welches Präparat und welche Packungsgröße verordnet wird. Packungen für sechs Monate sind im Verhältnis günstiger.

Anti-Baby-Pille, Hormonspirale oder Verhütungscomputer: Die Verhütung übernimmt bei den meisten Paaren immer noch die Frau. Am beliebtesten: Die Pille. Diese birgt jedoch Gefahren. Wer die Pille nicht nehmen sollte*.

Das sind die beliebtesten Verhütungsmethoden – Kondom und Pille vorn

1. Kondom46 Prozent
2. Pille47 Prozent
3. Spirale10 von 100 Befragten
4. Kalender- oder Temperaturmethode oder Sterilisation2 bis 3 Prozent
5. Vaginalring2 Prozent

Quelle: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)

Verhütung: Die Spirale als Verhütungsmittel

Spirale

Es gibt zwei verschiedene Arten von Spiralen für die Verhütung: Die Kupferspirale und die Hormonspirale sind als Verhütungsmittel nicht so beliebt wie die Pille oder das Kondom, zählen aber dennoch zu den beliebteren Verhütungsmethoden.

Die Kupferspirale
Die Kupferspirale wird von Ärztinnen und in die Gebärmutter der Frau eingelegt. Gängige Modelle können fünf Jahre in der Gebärmutter bleiben. In Deutschland sind auch Spiralen zugelassen, die mit einer Liegedauer von drei Jahren (Mini Format) bis zu zehn Jahren (erhöhte Kupferdosis) angegeben werden. Durch das Kupfer, das ständig in kleinsten Mengen von der Spirale abgegeben wird, werden die Samenzellen auf dem Weg in die Eileiter in ihrer Beweglichkeit gehemmt, und es kommt in der Regel nicht zur Befruchtung. Das Kupfer trägt außerdem wesentlich dazu bei, dass der Aufbau der Gebärmutterschleimhaut gestört wird. Damit wird die Einnistung einer befruchteten Eizelle in die Gebärmutter verhindert, falls es doch zur Befruchtung gekommen sein sollte.

Sicherheit: Bei Auswahl der richtigen Größe und sachgemäßer Anpassung ist die Kupferspirale wie die Kupferkette eine zuverlässige Verhütungsmethode. Im Abstand von sechs Monaten soll die korrekte Lage von Ärzt*innen überprüft werden.

Kosten: Die Kupferspirale kostet zwischen 120 bis 200 Euro für einen Anwendungszeitraum von drei bis fünf Jahren. Der Preis gilt einschließlich Beratung, Untersuchung und Einlegen. Bei der Kupferkette ist mit 300 bis 350 Euro zu rechnen.

Die Hormonspirale
Hormonspiralen wirken durch die ständige Hormonabgabe eines Gestagens in kleiner Menge in die Gebärmutterhöhle. Sie unterscheiden sich in Größe, Hormonmenge und Liegedauer. Manchen können drei, andere fünf Jahre in der Gebärmutter verbleiben. Die Hormone führen im Wesentlichen zu einer Verdickung und Veränderung des Schleims im Gebärmutterhalskanal. Das Aufsteigen der Spermien wird dadurch behindert. Zusätzlich wird das Wachstum der Gebärmutterschleimhaut unterdrückt und so die Einnistung eines befruchteten Eis verhindert.

Sicherheit: Die Hormonspirale gilt als fast so sicher wie eine Sterilisation. Im Abstand von sechs Monaten sollte auch hier die korrekte Lage von Ärzt*innen überprüft werden.

Kosten: Der Preis einschließlich der Einlage in einer gynäkologischen Praxis liegt bei etwa 250 bis 400 Euro für einen Anwendungszeitraum von fünf Jahren. Die Kosten für die Beratung über die Methoden der Verhütung übernimmt die Krankenkasse. Für die empfohlenen halbjährlichen Ultraschallkontrollen können Kosten von bis zu 40 Euro entstehen. Nach der Gebührenordnung für Ärzt*innen soll die Spirale bei gesetzlich krankenversicherten Frauen bis zum vollendeten 22. Lebensjahr von der Krankenkasse übernommen werden. Dies wird jedoch in einigen Fällen abgelehnt.

Sterilisation als Verhütungsmittel

Die Sterilisation ist eine operative, in der Regel nicht mehr rückgängig zu machende, Methode der Verhütung. Die Sterilisation kann sowohl beim Mann als auch bei der Frau durchgeführt werden, wobei sie beim Mann wesentlich leichter durchzuführen und risikoärmer ist als bei der Frau. Die sexuelle Erlebnisfähigkeit verändert sich in beiden Fällen nicht.

Bei dem operativen Eingriff beim Mann werden beide Samenleiter durchtrennt, sodass keine Samenzellen mehr in den Samenerguss gelangen können. Die Operation kann von Ärztinnen und Ärzten für Urologie oder Chirurgie ambulant und unter örtlicher Betäubung durchgeführt werden. Ein Klinikaufenthalt ist in der Regel nicht erforderlich.

Kosten der Sterilisation: Die Kosten belaufen sich auf etwa 300 bis 400 Euro, die privat zu tragen sind. Ausnahmen bilden medizinisch notwendige Sterilisationen.

Bei der Frau werden die Eileiter verschlossen oder seltener teilweise oder ganz entfernt. Die Eileiter liegen im Unterleib und sind wie zwei weiche Schläuche mit der Gebärmutter verbunden. Nach dem Eingriff gelangt die Eizelle nur bis zur Unterbrechungsstelle und wird von der Schleimhaut des Eileiters aufgenommen. Sie kann sich nicht mehr mit einer Samenzelle vereinigen. Der Eingriff wird in der Regel ambulant bei Fachärzt*innen für Gynäkologie, einem operativen Zentrum oder in einer Klinik durchgeführt. Manchmal ist ein stationärer Aufenthalt von einigen Tagen erforderlich.

Kosten: Die Kosten für eine Sterilisation der Frau belaufen sich auf 500 bis 1.000 Euro, die privat zu tragen sind. Ausnahmen bilden medizinisch notwendige Sterilisationen.

Fruchtbarkeitswahrnehmung („Natürliche Familienplanung“)

„Wenn fruchtbare und unfruchtbare Tage durch Rechnen und Zählen bestimmt werden, ist das sehr unsicher. Egal ob dafür Kalender, Perlenkette oder App verwendet werden“, heißt es seitens Pro Familia. Doch es gibt mehrere Möglichkeiten, die Fruchtbarkeit wahrzunehmen.

Die Temperatur-Methode
Nach dem Aufwachen muss die Temperatur gemessen und notiert werden. Eine Krankheit oder unterschiedliche Uhrzeiten können den Wert beeinflussen. Wenn die Frau einen Eisprung hat, steigt die Temperatur an. Die unfruchtbare Zeit beginnt am dritten Tag.

Die Schleim-Methode
Im Schleim aus dem Gebärmutterhals können Spermien überleben. Wer am Scheideneingang Feuchtigkeit spürt oder Schleim sieht, muss Fruchtbarkeit annehmen bis der Schleim für drei Tage verschwunden ist. Notieren. Mögliche einflussnehmende Störungen sind etwa Blut, Erregung und eine Krankheit.

Muttermund abtasten
Mit einem sauberen Finger in der Scheide tasten und notieren. In der fruchtbaren Zeit ist der Muttermund weicher, geöffnet und höher.

Symptothermale Methode
Die drei Methoden werden kombiniert und in doppelter Kontrolle ausgewertet. Damit können mehr Frauen sehr sicher unfruchtbare Tage bestimmen. Der Pearl Index liegt hier bei 0,4.
Für diese Form der Verhütung können Kosten für Literatur (etwa 40 Euro), Thermometer (zwischen vier und 20 Euro) und mögliche Beratungskosten anfallen.

Vaginalring

Der Vaginalring ist eine hormonelle Methode der Schwangerschaftsverhütung. Der weiche Kunststoffring hat einen Durchmesser von 54 mm. Er wird wie ein Tampon in die Scheide eingeführt, wo er kontinuierlich Hormone freisetzt. Nach 21 Tagen wird der Vaginalring entfernt. Es folgt eine siebentägige Pause, in der es normalerweise zur Regelblutung kommt. Nach sieben Tagen kann der nächste Ring eingesetzt werden.

Falls einmal vergessen wird, diesen nach 21 Tagen zu entfernen, setzt er bis zu sieben Tage länger ausreichend Hormone frei, um die Verhütungssicherheit zu gewährleisten.
Die Hauptwirkung des Vaginalrings besteht darin, dass der monatliche Eisprung (Ovulation) verhindert wird. Die Wirkung entfaltet sich über die Hormone, die von dem Verhütungsmittel freigesetzt werden und über die Scheide ins Blut gelangen. Der Vaginalring enthält die gleichen Hormone, die auch in der Kombinations-Pille verwendet werden, Östrogen und Gestagen. Der Vaginalring muss von Ärzt*innen verordnet werden.

Sicherheit: Die Verhütungssicherheit entspricht etwa der Sicherheit der Pille: Beide Methoden haben bei richtiger Anwendung eine Versagerquote von weniger als ein Prozent.

Kosten: Die Kosten für drei Monate liegen bei etwa 48 Euro. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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