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Spitzenkoch will keine Veganer im Restaurant haben: „Kein Essen für Schnösel oder Bobos“

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Von: Anika Zuschke

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Spitzenkoch Max Stiegl spricht sich gegen Veganer in seinem Restaurant aus – und sorgt damit für hitzige Diskussionen im Internet. Der Grund dafür ist simpel.

Wien – Max Stiegl ist einer der erfolgreichsten Köche und Gastronomen Österreichs. Weltbekannt ist er für seine sogenannte „Nose to Tail“-Kochweise: Das bedeutet, dass der Sternekoch alle Teile von einem Tier verwertet – egal, ob Lunge, Schwanz oder Schnauze, alles landet im Kochtopf und ist seiner Meinung nach gleich viel wert. Doch von einer kulinarischen Vorliebe scheint der Spitzenkoch wenig zu halten: Mit der Aussage „Wenn Veganer nicht kommen, ist uns das willkommen“, gegenüber dem Kurier löst Stiegl eine hitzige Diskussion im Internet aus. Schließt er Veganer von seinem Restaurant provokativ aus?

Koch:Max Stiegl
Geboren:13. April 1980 (Alter: 41 Jahre) in Koper, Slowenien
Bücher:Sautanz: Rezepte aus einer Zeit, als Fleisch noch etwas Besonderes war, Mein Pannonien
Auszeichnungen:Michelin-Stern und 4 Kochhauben

Max Stiegl hat sich in Österreich definitiv bereits einen Namen gemacht. Im burgenländischen Restaurant Gut Purbach in Purbach am Neusiedler See schwingt er bereits seit über zehn Jahren den Kochlöffel, wofür ihm vom Restaurantführer Gault Millau bereits die dritte Kochhaube verliehen wurde. Dieser hat Stiegl außerdem als „Koch des Jahres 2021“ ausgezeichnet. Was Max Stiegl vermutlich nicht gefallen würde: Sogar der Fischmarkt in Hamburg soll vegan werden*.

Sternekoch Max Stiegl spricht sich gegen Veganer in seinem Restaurant aus

Anscheinend hegt der bekannte österreichische Koch einen leichten Groll gegen Personen, die sich rein pflanzlich ernähren und tierische Bestandteile in ihren Speisen ablehnen. Für Stiegls Aussprache gegen Veganer in seinem Restaurant hat der Hauben-Koch viele Reaktionen in sozialen Netzwerken hervorgerufen – die sich sowohl für als auch gegen seine Animosität aussprechen. Uli Hoeneß stellte Veganer ebenfalls kürzlich erst an den Pranger*.

Im Grunde steckt hinter der Aussage ein simpler Sachverhalt: Stiegls Meinung nach sei es von vegetarischen Restaurants vermessen, zu „fordern aber nicht geben zu wollen“, berichtet die „Tageskarte“. Gehe ein Gast zu einem „normalen“ Wirt, ob es nun auf einer Skihütte oder in einem Sternelokal sei, achte man darauf, dass von Fleisch über Fisch bis hin zu Gemüse für alle Geschmäcker und Essgewohnheiten etwas auf der Karte stehe, äußert der Sternekoch laut heute.de.

In einem veganen oder vegetarischen Restaurant hingegen bekomme man für sich oder seine Kinder sicherlich keine Spaghetti Bolognese oder Schinken-Käse-Toast serviert, brüskiert sich Stiegl laut heute.de zur „Toleranz auf Augenhöhe“ und schließt dramatisch: „Die lassen meine Kinder verhungern.“ Diese Animosität geht jedoch in beide Richtungen: Eine vegane Braut hat ihre fleischessende Familie zu ihrer Hochzeit ausgeladen*.

Koch Max Stiegl in einem Restaurant und ein durchgestrichenes Bild von veganem Essen.
„Essen für das Volk“ – Koch Max Stiegl will keine veganen Gäste in seinem Restaurant haben. (24hamburg.de-Montage) © Alex Halada/imago/Jens Kalaene/dpa

Veganer würden das Team „narrisch“ machen – so Spitzenkoch Max Stiegl

Stiegl betrachtet es offenbar als unfair, dass „ein stinknormaler Wirt schauen [muss], dass er alles auf der Karte hat“, während ein veganer Wirt alle Freiheiten habe, berichtet heute.de. Man schreibe mit viel Mühe eine Speisekarte und „dann kommen ein paar Veganer und glauben, sie müssen das umkrempeln“, so der österreichische Koch. Dazu würden sie auch das ganze Team „narrisch“ machen mit Unverträglichkeiten und Sonderwünschen.

Im österreichischen Hörfunkprogramm Ö3 gibt sich Stiegl aber nicht nur provokativ, sondern äußert beschwichtigend: „Man muss nicht immer einer Meinung sein.“ Auch dass Veganer sein Restaurant gar nicht besuchen dürften, verneint der Sternekoch mit den Worten: „Nein, nein, es gibt auch gute Veganer. Also es fällt mir jetzt keiner auf die Schnelle ein, aber es gibt gute Veganer.“

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Trotzdem schließt Max Stiegl vehement: „Bei uns gibt es Essen für das Volk, und nicht für die Schnösel oder irgendwelche Bobos. Wir haben ein paar Sitzplätze, und die würden wir gerne mit glücklichen Gleichgesinnten füllen.“ Einen Hund in England vegetarisch zu ernähren, kann übrigens richtig teuer* werden.

Aussage von österreichischem Koch Max Stiegl zu Veganern polarisiert

Unter dem Facebook-Post des Artikels von heute.de scheiden sich bei den Kommentierenden die Geister bezüglich Stiegls Aussagen. Facebook-Userin Claudia schreibt aufgebracht: „Braucht da jemand mit aller Macht Aufmerksamkeit? Wer nicht in der Lage ist, aus rein pflanzlichen Zutaten etwas Gutes zu kochen, sollte sich nicht „Spitzenkoch“ nennen“ und schließt mit den Worten: „Wer nicht mit der Zeit geht, der geht mit der Zeit.“ Aufgrund von neuem veganem Bacon bei Aldi sind auf Facebook auch Fleischesser-Kunden viral gegangen.

Doch Stiegl konnte ebenfalls Stimmen für sich gewinnen. So postete der Kommentierende Franz: „Ja, ich kann dem Koch Max nur beipflichten. 80 % wollen Fleisch, normales Essen. Wer sich mit dem vegetarischen Essen auf der Karte nicht zufriedengibt, sollte daheim einfach selber kochen [...].“ Auch Facebook-User Max sieht die Gästewahl des Kochs in dessen Hand: „Ist sein Restaurant und gutes Recht! Er darf seine Zielgruppe selbst aussuchen und stellt es im Vorhinein klar.“

Wer ist eigentlich Max Stiegl? Jüngster Sternekoch der Welt

Max Stiegl wurde im Jahr 1980 in Slowenien geboren, kam im Alter von sechs Jahren nach Österreich und absolvierte dort eine Kochlehre im Gasthof Abfalter in Salzburg. Seine Anstellung als Koch im Restaurant Inamera brachte ihm bereits im zarten Alter von 21 Jahren seinen ersten Michelin-Stern ein. Damit war er der jüngste Koch der Welt, aufgrund dessen Leistungen diese Auszeichnung einem Restaurant zuteil wurde.

Kitchen Impossible*“-Fans könnte der Sternekoch auch aus ebenjener Vox*-Show bekannt vorkommen: Dort war er 2019 in der vierten Staffel als Kontrahent von Tim Mälzer zu sehen. Stiegl ist verheiratet und hat drei Kinder. * 24hamburg.de und kreiszeitung.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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