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Veganer verklagt Burger King: vegane Burger mit Fleisch „kontaminiert“

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Von: Bjarne Kommnick

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Ein Veganer klagt gegen Burger King, Grund: Die Fastfoodkette grillt vegane Burger auf demselben Grill, auf dem auch die echten Burger zubereitet werden.

Atlanta – Wann ist vegan noch vegan? Phillip Williams aus Atlanta in den USA ist Veganer und hat nun die Fastfoodkette Burger King verklagt. Der Grund: Der fleischlose Burger „Impossible Whopper“ würde auf dem gleichen Grill zubereitet werden, wie die Fleischprodukte. Somit sei die vegane Mahlzeit „kontaminiert“, berichtet der US-Sender CBS. Burger King sieht sich nun mit einer Sammelklage konfrontiert.

RestaurantketteBurger King
Gründung1954, Miami, Florida, Vereinigte Staaten
HauptsitzMiami, Florida, Vereinigte Staaten
Anzahl der Standorte17.796

Veganer verklagt Fastfood-Kette Burger King: vegane Burger auf Fleischgrill zubereitet

Das Ziel der Klage gegen Burger King sei die Entschädigung der betroffenen Veganerinnen und Veganer. Außerdem soll Fleisch und Veganes zukünftig getrennt zubereitet werden – oder aber ein Hinweisschild im Laden solle zumindest die Problematik „selber Grill für alles“ offenlegen. Denn der Grill berge tierische Fette und Fleischrückstände, die an jeglichem Grillgut hängen blieben. Damit könnte nach Meinung der Klägerinnen und Kläger nicht mehr von veganem Essen die Rede sein. Kläger Williams gab in der Klage an, dass er von einem Kauf abgesehen hätte, wenn er diese Information im Voraus erhalten hätte. So habe er aber nicht gewusst, dass sein Burger „kontaminiert“ war – er fühle sich „betrogen“.

Ein Grill, auf dem Gemüse und  Burger gebraten werden und eine Burger King Filiale, in der es pflanzenbasierte Burger gibt
Ein Veganer verklagt die Fast-Food-Kette Burger King, weil sie die fleischlosen „Impossible Whopper“ auf dem normalen Grill zubereiten. (24hamburg.de-Montage) © Julian Meusel/imago

Zwar sei den Klagenden kein finanzieller Schaden entstanden, jedoch würde sich das Konsumieren von Fleischrückständen nicht mehr rückgängig machen lassen. Für viele Veganerinnen und Veganer würde diese Tatsache schwer wiegen. Auch deshalb ziehen die Klägerinnen und Kläger vor Gericht 0 es geht also um Entschädigung fürs gebeutelte Seelenheil. Burger King äußerte sich bisher noch nicht öffentlich zu den Vorwürfen. Zu einer wohl weniger berechtigen Klage kam es im australischen Perth, als eine Veganerin ihren Nachbarn verklagt hatte, weil er Fleisch grillte.

Burger King wirbt mit „0% Beef“, „Impossible Whopper“ aber nicht ganz vegan

Der „Impossible Whopper“ werde seit August verkauft. Das Unternehmen werbe mit dem Slogan „100% Whopper, 0% Beef“. Zudem heißt es, dass der Burger auf Anfrage auch mit einer Mikrowellentechnik zubereitet werden könnte. Ob darin ebenfalls tierische Produkte und damit Rückstände der Nahrung sein könnten, bleibt dabei unklar. Zudem würde dabei Mayonnaise verwendet werden, was wiederum einen weiteren Konflikt mit veganer Ernährung auslöst. Das Verfahren, um einen vollständig und sicher veganen Burger zu bestellen, scheint also kompliziert.

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Im Netz bekommt der Veganer viel Zuspruch für seine Klage gegen Burger King. Selbstverständlich ist das längst nicht, denn zuletzt erst entbrannte eine wutentbrannte Diskussion auf Social Media, weil der Großkonzern Aldi veganen Bacon ins Sortiment aufgenommen hatte – da war die Stimmung deutlich anti. Es finden sich natürlich auch zur „Burger-King-Klage“ Kommentare wie „Dann geh doch in die Gärtnerei zum Essen“. Nun gab es jedoch auch in Großbritannien aktive Beschwerden gegen die „vegane“ Werbung von Burger King. Verbraucherinnen und Verbraucher hatten eine Online-Kampagne gestartet. Mit Erfolg, wie sich nun herausstellte. Ein Vorgeschmack auf das Urteil für Williams Sammelklage sein?

Britische Behörde mahnt Burger King wegen irreführender Werbung für vegane Produkte ab

Denn die britische Werbeaufsichts-Behörde ASA hat die Fastfoodkette nun wegen irreführender Werbung für den „Rebel Whopper“ abgemahnt. Das Problem sei dasselbe, die Burger werden gemeinsam mit Fleischprodukten gegrillt. Der Burger habe „allgemein Eindruck“ erweckt, dass er für vegane oder vegetarische Personen geeignet sei. Dies sei jedoch nicht der Fall, erklärt ASA. Auch die Mayonnaise werde in der Abmahnung erwähnt. Bleibt abzuwarten, wie die US-Richterinnen und Richter entscheiden.

Burger King eröffnete in Köln eine komplett fleischlose Filiale

In einer Filiale des Fastfoodkette sollten Kundinnen und Kunden immerhin ganz sicher keine derartigen Probleme bekommen. So hat Burger King in Köln eine komplett fleischlose Filiale eröffnet. Auch die Mensa an der Göttinger Universität stellt nun komplett auf fleischlos um. Offenbar liegen auch fleischlose Hochzeiten im Trend, da ging eine Frau allerdings wohl zu weit: Die Veganerin hat ihre fleischessende Familie als „Mörder“ von ihrer Hochzeit ausgeladen.* kreiszeitung.de und 24hamburg.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA

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