1. 24hamburg
  2. Niedersachsen

USA verbieten „Haar-Diskriminierung“: Neues CROWN Act-Gesetz

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Ulrike Hagen

Kommentare

Gesetz gegen „Haar-Diskriminierung“ tritt in den USA Siegeszug an. Der CROWN Act ahndet rassistisch motivierte Diskriminierung von Frisuren mit hohen Bußgeldern.

Sacramento – Ein neues Gesetz gegen „Haar-Diskriminierung“ feiert Triumphe in den USA. Nachdem Kalifornien als erster US-Bundesstaat das CROWN Act-Gesetz verabschiedete, folgen nun immer mehr Länder dem Beispiel. Inzwischen haben 14 Bundesstaaten das neue Gesetz erlassen, dass „Hairshaming“, also die Diskriminierung aufgrund natürlicher oder kulturell geprägter Frisurenstyles unter Strafe stellt. Um damit alltäglichem Rassismus, der mit der „Black Lives Matter“-Bewegung nach dem gewaltsamen Tod George Floyds in den Fokus geriet, entgegenzutreten.

Bundesstaat der Vereinigten Staaten:Kalifornien
Hauptstadt:Sacramento
Größe:423.970 km²
Einwohner:39.538.223 (2020)
Höchster Punkt:4.418 m (Mount Whitney)

Rassistische „Haar-Diskriminierung“ in den USA an der Tagesordnung: Crown-Act-Gesetz dagegen erlassen

Stoppelkurz, hüftlang, blond, schwarz, Cornrows, Dreadlocks oder natürlicher Afro: Ebenso vielfältig wie die Menschen sind auch ihre Haare. Das sollte selbstverständlich und respektiert sein, sollte man meinen. Dennoch werden gerade in den USA Schwarze oder Lateinamerikaner im Berufsleben oder in den Schulen aufgrund ihrer Haare diskriminiert. Gerade erst hatte ein Fall hohe Wellen geschlagen, als ein Vater die Schule seiner Tochter auf eine Million Dollar verklagte, weil eine Lehrerin dem Mädchen die Locken abschnitt.

Wegen seiner Haare diskriminiert: Schüler mit Dreadlocks wird vom Abschlussball ausgeschlossen

Auch die Diskriminierung eines schwarzen Schülers in Texas sorgte für Empörung: Der 18-jährige DeAndre Arnold wurde von dem Schulleiter seiner High School vom Abschlussball suspendiert. Die Begründung: Die Länge seiner Dreadlocks würde gegen die Schulordnung verstoßen. Deandre ließ das nicht auf sich beruhen. Sein Post in den sozialen Medien sorgte für Entrüstung im ganzen Land. und brachte ihm prominente Unterstützung.

„Hair Love“ – Statement gegen „Haar-Diskriminierung“ natürlicher Hairstyles 

Der oscarnominierte Regisseur Matthew A. Cherry, lud den Teenager daraufhin zur Oscar-Verleihung nach Los Angeles ein. Schließlich dreht sich auch sein Kurzfilm „Hair Love“, für den er dann tatsächlich den Oscar gewann, um genau dieses Thema. Darin lernt ein „Man of Colour“, die natürlichen Haare seiner kleinen Tochter zu stylen. Der Film setzt ein klares Statement gegen die Diskriminierung afroamerikanischer Frisuren.

Fröhliche junge schwarze Frau mit einem natürlichen Afro steht lächelnd vor einer roten Wand.
CROWN-Act: Kalifornien verbietet die Diskriminierung aufgrund natürlicher Hairstyles. (Symbolfoto) © Veam/Imago

CROWN-Act: Kalifornien verbietet die Diskriminierung von Haaren und Frisuren

Bereits seit Juli 2019 ist eine Diskriminierung, wie sie der texanische Schüler erleben musste, in Kalifornien schon offiziell untersagt. Kalifornien war nämlich der erste Staat, der den sogenannten CROWN Act eingeführt hat. Das Gesetz verbietet die Diskriminierung aufgrund von Frisur oder Haarbeschaffenheit. Inzwischen haben schon 13 Staaten nachgezogen – unter anderem New York, Washington, Minnesota und Colorado – und das Anti-Hairshaming-Gesetz eingeführt. Im Kern geht es darum, rassischen Verhaltensweisen und Beleidigungen, wie sie auch HSV-Spieler David Kinsombi schon erleben musste, keinen Raum mehr zu lassen. Das war auch die Motivation, die eine amerikanische Universität dazu trieb, einen rassistischen Felsbrocken vom Campus abtransportieren zu lassen. Nicht nur Menschen kassieren nämlich Rassismus-Vorwürfe – selbst Vögel werden deswegen umbenannt.

Täglich News aus Hamburg und der Welt erhalten Sie mit unserem Newsletter - jetzt kostenlos anmelden!

Rassistisch motivierte „Haar-Diskriminierung“ steht schon in 14 Bundestaaten unter Strafe

Das CROWN-Gesetz, das für „Creating a Respectful and Open World for Natural Hair“ (Schaffung einer respektvollen und offenen Welt für natürliches Haar) steht, stellt jede rassistisch motivierte Haardiskriminierung, also zum Beispiel die Verweigerung von Beschäftigungs- und Bildungschancen aufgrund der Haarstruktur oder natürlichen Hairstyles wie Zöpfen, Dreadlocks, Afros oder oder Bantu-Knoten unter Strafe. Seit seiner Verabschiedung in Kalifornien hat das CROWN-Gesetz inzwischen riesige Unterstützung zur Beendigung der Haardiskriminierung im ganzen Land gewonnen.

Auch der Oscar-Regisseur und wegen seiner Haare diskriminierte DeAndre Arnold haben gemeinsam beschlossen, für die landesweite Verabschiedung des CROWN Act zu kämpfen. Damit schwarze Menschen nicht länger für das Tragen ihrer natürlichen Haare am Arbeitsplatz oder in der Schule diskriminiert werden.  * 24hamburg.de und kreiszeitung.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Auch interessant

Kommentare