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Urlaub: Vor bestimmten Reisen wird 2022 explizit gewarnt

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Von: Andree Wächter

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Winterurlaub ist wegen Corona kompliziert. Die Branche setzt auf den Sommer 2022. Neue Kreuzfahrtschiffe laufen aus und Australien begrüßt Reisende.

Nordsee oder Ostsee? Warm oder kalt? Berge oder Kreuzfahrt? Wenn es um die schönste Zeit des Jahres geht – den Urlaub – hat jeder seinen Favoriten. In den kommenden Tagen haben die Kinder Schulferien und auch viele Erwachsene haben Urlaub. Ein Kurztrip in ein der Nachbarländer ist kompliziert. Es gilt viele Einreiseregeln* zu beachten.

Aida Cosma Länge337 Meter
Baukosten950 Mio. USD
KlasseHelios
FlaggeItalien

Viele Männer und Frauen wollen ihre verschobene Kreuzfahrt nachholen. Trotz Corona stellen die Reedereien neue Schiffe in Dienst. Doch die Omikron-Variante hat den Kreuzfahrtanbietern schon den ersten Dämpfer verpasst. MSC hat die geplanten Kreuzfahrten der „Magnifica“ von Hamburg aus vorerst bis Mitte Januar abgesagt. Begründet wurde die Absage mit dem Lockdown in den Niederlanden und scharfen Omikron-Maßnahmen in Großbritannien, die für EU-Gäste einen Landgang ausschließen.

Urlaub 2022: So planen die Reiseveranstalter

Eines der Deutschen beliebtesten Kreuzfahrtschiffe sind die, der Aida-Flotte. Aida Cruises hat kürzlich die „Aida Cosma“ von der Meyer-Werft in Papenburg übernommen. Das neue Kreuzfahrtschiff mit Flüssiggasantrieb (LNG) wird ab dem 26. Februar zunächst von Hamburg aus zu sechs einwöchigen Reisen in See stechen, wie die Reederei mitteilt. Getauft wird der Neubau am 9. April in Hamburg durch die Bahnrad-Olympiasiegerin Kristina Vogel. Der Bau des Schiffes hatte sich verzögert. Ursprünglich hätte die „Aida Cosma“ bereits in diesem Winter rund um die Kanarischen Inseln unterwegs sein sollen.

Dass Kreuzfahrtschiffe wieder anlegen in den Häfen dürfen, ist der Wunsch der Branche. (Archivbild)
Dass Kreuzfahrtschiffe wieder anlegen in den Häfen dürfen, ist der Wunsch der Branche. (Archivbild) © EIBNER/Juergen Augst/Imago

Für 2022 plant die einst erfolgsverwöhnte Branche mit der Hoffnung, dass sich die Corona-Lage im Jahresverlauf entspannt. Eine schrittweise Rückkehr zum Geschäft früherer Boomjahre dürfte indes frühestens für 2023 wieder Thema werden. Denn das beispiellose Ausbreitungstempo der neuen Coronavariante Omikron macht praktisch alle Lebensbereiche wieder unkalkulierbar.

Konkrete Zahlen zum Buchungsverhalten der Kreuzfahrtfans lassen sich den Anbietern nicht entlocken. Tui Cruises, ein Gemeinschaftsunternehmen des weltgrößten Reiseanbieters Tui und des Kreuzfahrtkonzerns Royal Caribbean, spricht von einer erfreulichen Vorausbuchungslage für die Saison 2022/23, merkt allerdings auch, „bedingt durch die aktuelle Lage, dass unsere Gäste für die laufende Wintersaison eher kurzfristig buchen“.

Im Moment ist Tui mit fünf von sieben Schiffen der „Mein Schiff“-Flotte unterwegs und peilt im Laufe des Jahres 2022 schrittweise eine reguläre Auslastung an. Und wegen mehrerer Corona-Fälle an Bord der „Mein Schiff 4“ mussten Passagiere vorzeitig ihre Reise auf Gran Canaria beenden. Dort gingen alle 1600 Passagiere am Sonntag von Bord, obwohl rund 300 von ihnen eigentlich noch sieben Tage auf dem Schiff verbringen sollten.

Trend zu Last-Minute-Buchungen bei Kreuzfahrten

Auch MSC Cruises berichtet von einer Unsicherheit der Kundschaft und einem anhaltenden Trend zu Last-Minute-Buchungen, will aber im Sommer 2022 wieder die gesamte Flotte von 19 Schiffen auf See haben. Die Reederei versucht wie die Konkurrenz, Gäste mit flexiblen Buchungsbedingungen zurückzulocken - und bei der Stange zu halten. Dazu gehören großzügige Konditionen bei kostenfreien Umbuchungen auf spätere Reisetermine oder auch Frühbucher-Rabatte sowie Bordguthaben, wie sie Aida Cruises für den Fall von frühen Neubuchungen nach Reiseabsagen offeriert.

Die Tochter des Kreuzfahrtriesen Carnival ist derzeit mit 10 von 13 Schiffen unterwegs, die immer noch mit einer „angepassten Passagierkapazität“ fahren. Sprich: Es kommen weiter längst nicht so viele Menschen an Bord, wie möglich wären.

Die Programme der Unternehmen lesen sich wie Fahrpläne in die Normalität. Sie enthalten alle klassischen Zielgebiete wie Norwegens Fjorde, die Ostsee und die wärmeren Gefilde des Mittelmeeres und der Kanarischen Inseln. Viel früher als im Sommer 2021 soll zudem die Kreuzfahrtsaison in deutschen Häfen starten: Den Auftakt macht nach derzeitiger Planung Aida am 11. April am Warnemünde und wenig später MSC, neben Hamburg ebenfalls von Warnemünde aus. Auch von Bremerhaven aus sollen wieder mehr Kreuzfahrten starten, beispielsweise von Tui und von Costa Crociere, die außerdem nach Kiel zurückkehren will.

Urlaub: Auswärtiges Amt warnt vor Kreuzfahrten

Wegen der schwer vorhersehbaren Entwicklung rät das Auswärtige Amt bereits seit Mitte November pauschal von der Teilnahme an Kreuzfahrten ab. Die Begründung aus Berlin: „Es besteht das Risiko, dass im Falle eines Covid-19-Ausbruchs an Bord – auch unter geimpften Reisenden – von den zuständigen Behörden im Ausland eine mehrtägige Schiffsquarantäne verhängt wird. Ein zeitnaher Rücktransport nach Deutschland wäre ausgeschlossen.“

Ausgenommen von der Warnung sind lediglich Kreuzfahrten auf „Schiffen mit spezifischen Hygienekonzepten, deren Reise in einem Hafen in Deutschland beginnt und ohne ein Anlegen in einem ausländischen Hafen wieder in einem Hafen in Deutschland endet“. Solche Fahrten sind in der kalten Jahreszeit allerdings die Ausnahme.

„Die Reisewarnung wirkt sich natürlich für die Branche nicht verkaufsfördernd aus“, heißt es bei MSC diplomatisch. Andererseits schrecke sie „aufgeklärte“ Kunden auch nicht ab. Andere Reedereien wollen dies gar nicht kommentieren und verweisen auf ihre seit 2020 geltenden und ständig angepassten Hygienekonzepte, die nach einhelligen Branchenaussagen größere Corona-Ausbrüche an Bord von Kreuzfahrtschiffen flächendeckend verhindert haben.

Die Holland-America Line hat mit der „Rotterdam“ bereits in diesem Jahr einen Neuzugang in der Flotte.
Die Holland-America Line hat mit der „Rotterdam“ bereits in diesem Jahr einen Neuzugang in der Flotte. © Holland American Line

Dazu gehören engmaschige Tests, feste Protokolle zur Isolation infizierter Passagiere, Abstandsregeln und – abhängig von den Zielländern – zunehmend 2G- oder sogar 1G- oder 1G-plus-Regeln. Das heißt: Nur Geimpfte und Genesene oder aber nur Geimpfte kommen noch an Bord. Zum Teil wird zusätzlich ein Testzertifikat verlangt.

Westaustralien: 90 Prozent vollständig gegen Coronavirus geimpft

Während Europa noch nicht weiß, wohin die „Reise“ und der Urlaub mit der Omikron-Variante geht, ist man am anderen Ende der Welt weiter. Westaustralien will seine Grenzen am 5. Februar 2022 wieder für internationale Reisende öffnen. Das gab die Regierung des Bundesstaates bekannt. Zum Datum der Öffnung sollen Hochrechnungen zufolge 90 Prozent der Einwohner über zwölf Jahre vollständig gegen das Coronavirus geimpft sein.

So ganz wie früher wird es allerdings nicht sein. Die Einreise nach Westaustralien wird mit mehreren Auflagen verbunden sein. Nötig sind ein negativer PCR-Test nicht älter als 72 Stunden vor Abreise und zwei weitere PCR-Tests im Land selbst – einmal binnen 48 Stunden nach Ankunft und zusätzlich an Tag sechs. Vollständig geimpfte Reisende müssen nicht in Quarantäne. Nicht geimpfte Touristen müssen sich zwei Wochen in einer ausgewiesenen Quarantäne-Einrichtung oder einem speziellen Hotel isolieren. (Mit Material der dpa) *24hamburg.de und kreiszeitung.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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