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„Alles wurde schwarz“: Mann von Buckelwal verschlungen

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Von: Annabel Schütt

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Was klingt wie alter Seemannsgarn, soll sich wirklich so ereignet haben. Ein Hummer-Taucher wurde mit Haut und Haar von einem Buckelwal verschlungen – und überlebte.

Massachusetts, USA – Es erinnert augenscheinlich an die Bibel-Geschichte von Jona, der von einem Wal verschlungen und nach drei Tagen und Nächten ausgespuckt wurde – doch für einen Hummer-Taucher aus Provincetown im US-Bundesstaat Massachusetts wurde das allerdings bitterer Ernst. Seit 40 Jahren taucht Michael Packard nun schon nach den Königen der Krustentiere, doch ein unvergesslicher Freitagmorgen sollte sein Leben für immer auf den Kopf stellen.

Zum zweiten Mal an diesem Tag sprang Michael von seinem Boot, als er plötzlich einen heftigen Ruck spürte „und alles wurde schwarz“. 

Tier:Buckelwal
Gewicht:30.000 kg (Erwachsener)
Lebenserwartung:45 – 50 Jahre
Erhaltungszustand:Ungefährdet (Zunehmend)
Stellung in der Nahrungskette:Fleischfresser
Familie:Furchenwale (Balaenopteridae)
Länge:15 – 16 m (Erwachsener), Männlich: 13 – 14 m (Erwachsener)

Hummer-Taucher wird von Buckelwal verschlungen: „Hier komme ich nicht mehr lebend raus“

Michaels erster Gedanke war, dass er von seinem Hai angegriffen worden sei – wie ein Junge, bei der einem Hai-Angriff seinen Arm verlor*. Erst kürzlich wurde ein Hai zum TikTok-Star: Der Riesenhai umkreiste ein Kreuzfahrtschiff. Doch Michael lag gewaltig daneben. „Ich tastete herum und merkte, dass es keine Zähne gab. Und dann wurde mir klar: ‚Oh mein Gott, ich stecke im Maul eines Wals und er versucht mich zu verschlucken“, erzählt er im Interview mit dem TV-Sender CBSN.

Ein Buckelwal springt aus dem Wasser. Daneben liegt Hummer-Taucher Michael Packard im Krankenhaus. (24hamburg.de-Montage)
Hummer-Taucher Michael Packard wurde von einem Buckelwal verschlungen – und überlebte. (24hamburg.de-Montage) © Cavan Images/IMAGO-images & Twitter-Screenshot/Crawlspace

„Hier komme ich nicht mehr lebend raus. Ich dachte, das war‘s jetzt. Ich bin tot“, erinnert sich Michael an jenen Moment zurück. Seine Frau und seine beiden Söhne seien seine „letzten Gedanken“ gewesen, sagt der Familienvater. Ein Papa, der seine Liebsten fest im Herz hat, ist auch der Vater, der sich für seine Tochter eine Glatze rasierte – sowie der im Netz gefeierte Vater, der für seine Tochter ein Meerjungfrauen-Shooting absolvierte.

Glück im Unglück: Hummer-Taucher Michael Packard überlebt Begegnung mit Buckelwal

Doch Michael sollte Glück im Unglück habe. Nur wenige Sekunde, nachdem um ihn herum alles dunkel geworden war, spuckte ihn der Buckelwal wieder aus. „Ich sah Licht und der Wal warf seinen Kopf von Seite zu Seite. Plötzlich war ich wieder draußen im Wasser. Ich war frei und schwebte einfach dahin. Ich konnte es nicht glauben“, erzählt der Hummer-Taucher.

Was zunächst nach altem Seemannsgarn klingen mag, dürfte aber tatsächlich so passiert sein. Josiah May, der mit zum Fischen herausgefahren war, soll nach eigenen Angaben dem Hummer-Taucher aus dem Wasser geholfen und Rettungskräfte verständigt haben.

Kaum dass Michael wieder festen Boden unter seinen Füßen hatte, wurde er ins Cape Cod Hospital in Hyannis eingeliefert, konnte es aber noch am selben Tag wieder verlassen. Denn: „Ich habe überall blaue Flecken, aber keine gebrochenen Knochen.“ Obwohl er augenscheinlich zur falschen Zeit am falschen Ort gewesen war, hält ihn die Begegnung mit dem Buckelwal nicht davon ab, auch künftig nach Hummern zu tauchen.

Ähnlich gut ging die Geschichte von Meeresbiologin Nan Hauser, die eigenen Angaben nach bei einer Tauchexpedition von einem Buckelwal vor einem Hai beschützt worden sei. Pech dagegen hatte ein Wels: Er verschlang eine Schildkröte – nun sind beide tot. * 24hamburg.de und kreiszeitung.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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