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„Traumatisiert“: Veganerin klagt KFC an – weil sie Fleisch gegessen hat

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Von: Bjarne Kommnick

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Kentucky Fried Chicken - Drive-In.
Im Drive-In von KFC erhielt eine Frau Fleisch statt einem veganen Burger. © dpa/Rolf Vennenbernd

Eine Veganerin beißt herzhaft in einen Chickenburger der Fastfoodkette Kentucky Fried Chicken. Dann macht sie dem Burgerl-Laden schwere Vorwürde – und erntet Spott.

London - In einer Londoner Filiale der US-Fastfood Kette Kentucky Fried Chicken (KFC) ist es zu einem erschreckendem Vorfall gekommen. Vanessa Franco aus der englischen Hauptstadt wollt eigentlich nur einen veganen Burger am Drive-In-Schalter bestellen. Dann stellte sie fest, dass es sich in diesem Fall um das Gegenteil handelte: Die Mitarbeiter von KFC hatten ihr einen Burger mit Hähnchen-Fleisch gegeben. Der vegane Burger sei erst seit rund einem Monat auf dem Markt, fast zeitgleich nimmt auch Supermarkt-Gigant Aldi veganen Bacon ins Sortiment auf.

UnternehmenKentucky Fried Chicken (KFC)
HauptsitzLouisville, Kentucky, Vereinigte Staaten
Gründung24. September 1952
Umsatz27,9 Milliarden USD (2020)

War die Verwechselung der KFC-Mitarbeiter pure Absicht oder nur ein Versehen? Die Reaktion der Belegschaft der Londoner KFC Filiale lässt zumindest Böses erahnen. Denn als Veganerin Franco nach den ersten drei Bissen in den Burger der Fehler aufgefallen war, drehte sie kurzerhand um und fuhr zurück zu der Filiale. Als die Frau höflich auf den Fehler aufmerksam gemachte habe, hätten sie die Mitarbeiter ausgelacht. Es scheint also nicht unwahrscheinlich, dass dieser Verwechslung genau so gewollt war, ähnlich wie bei einem Fall, bei dem eine Mutter der veganen Freundin ihrer Tochter „aus Mitleid“ heimlich Fleisch zu essen gegeben hat.

Veganerin stinksauer auf Kentucky Fried Chicken – weil sie Chickenburger gegessen hat

Unter anderem sei Franco gefragt worden, wieso sie gleich dreimal hineingebissen hätte und nicht direkt erkannt habe, dass es sich um Fleisch handle. Der Grund dafür liegt auf der Hand: „Ich erklärte, dass ich schon mein ganzes Leben lang Vegetarier bin“, sagte Franco. Für viele kommt so ein Lebensstil noch nicht infrage, eine Umfrage ergab sogar, dass 73 Prozent der Männer lieber sterben würd, als auf Fleisch zu verzichten.

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Für die Frau sei diese Erfahrung „demütigend und traumatisierend“ gewesen. Zwar hätten die Mitarbeiter von KFC der Frau noch bestätigt, dass es sich um Hähnchenfleisch statt einem veganen Patty handele, bis auf Häme und Spott bekam sie aber nichts bei ihrer Reklamation. Also bestand sie darauf, mit dem Filialleiter des KFC-Standortes zu sprechen. Stinksauer ist auch eine andere vegan lebende Frau: Die Veganerin beschuldigt einen Supermarkt, er habe sie zum Fleischessen verführt.

Veganerin isst Chickenburge bei Kentucky Fried Chicken – und wird von Crew und Chef ausgelacht

Als der Filialleiter hinzukam, wurde es nicht besser für Franco. „Alle Mitarbeiter standen da und starrten mich an“ und der Chef habe dann ebenfalls nicht viel für seine vegan lebende Kundin übergehabt. Er sei zu ihr rausgekommen, „gab er mir einen veganen Burger, entschuldigte sich nicht, lachte und sagte: Du hättest wissen sollen, dass es Hühnchen ist“. Währenddessen hat KFC-Konkurrent Burger King sogar eine komplett fleischlose Filiale eröffnet.

„Ich war sprachlos und kann nicht ausdrücken, wie ekelhaft der Kundenservice war“, erklärte Franco anschließend. Das Unternehmen reagierte darauf und entschuldigte sich bei der jungen Frau. Ob das die Erfahrung wieder gut machen kann, scheint jedoch eher unwahrscheinlich. Einen wohl eher weniger berechtigen Grund zur Beschwerde als Franco hatte eine Frau in Australien, die Veganerin verklagte ihren Nachbarn weil er Fleisch gegrillt hatte. Ebenfalls in Australien hatte eine Frau zudem ihre fleischessende Familie von ihrer eigenen Hochzeit ausgeladen.* kreiszeitung.de und 24hamburg.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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