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Deutschlands erster Surfpark bei Hamburg genehmigt

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Von: Kevin Goonewardena

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Der Surfpark Surfgarten in Stade ist genehmigt. Wenn er wie geplant kommt, wäre die Anlage die erste ihrer Art in Deutschland überhaupt. Gegner kündigen Klagen an.

Stade – Schon 2024 sollen Surf-Begeisterte in Deutschlands erstem Surfpark Wellen reiten können. Dann wird Surfen an 365 Tagen im Jahr in der Nähe von Hamburg möglich sein, ohne dass dafür ans Meer gereist und auf die perfekte Welle gewartet werden muss. „Surfgarten“ heißt das Projekt und die letzte Hürde wurde jetzt genommen. Denn übereinstimmenden Medienberichten zufolge hat sich der Stadtrat der niedersächsischen Stadt Stade für den Bau des umstrittenen Projekts ausgesprochen. Gegen den Bau des Surfparks waren Naturschützer und Stader Bürger und Bürgerinnen.

Name:Stadt Stade, Landkreis Stade, Niedersachen
Fläche:11.003 ha
Bevölkerung:49.685 (Stand: 01.01.2021)
Entfernung Luftlinie nach Hamburg:etwa 35 Kilometer
Fahrtzeit von Hamburg:etwa eine Stunde

Surfgarten Stade: Stadtrat stimmt mit großer Mehrheit für umstrittenes Projekt

Am 11. Juli 2022 hatte sich bei der Ratssitzung eine große Mehrheit, so der NDR, für den Bau der 20 Millionen Euro teuren Anlage ausgesprochen. Acht Ratsmitglieder stimmten gegen den ersten Surfpark Deutschlands, wie es in den Medien heißt. Bereits 2018 war das Vorhaben vorgestellt worden. Doch Proteste und Klagen verzögerten das Projekt immer wieder. Neben Naturschützern stellten sich auch 2500 Bürger der Stadt und des gleichnamigen Landkreises gegen das Vorhaben. Sie befürchteten unter anderem negative Folgen für die Landwirtschaft durch den hohen Wasserverbrauch des Parks.

Ein Surfer auf einer Welle, so könnte es bald auch im Surfgarten Stade aussehen.
Deutschlands erster Surfpark bei Hamburg genehmigt. © Zoonar.com/Henrik Lehnerer/imago

Das Alte Land um Stade gilt als das größte zusammenhängende Obstanbau-Gebiet Europas. Auch die politischen Vertreter waren und sind sich keineswegs einig – die Pro- und Contra-Meinungen reichten dabei durch fast alle Parteien, etwa die Wählergemeinschaft, SPD, CDU und Grüne. Nur Die Linke sprach sich geschlossen gegen das Projekt aus.

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Surfgarten Stade: So soll die Anlage einmal aussehen

Der „Wavegarden“ so der Projektname soll auf sechs Hektar Fläche in Stade-Süd entstehen und neben Surf-Anlagen auch gastronomische Angebote, eine Surfschule, Übernachtungsmöglichkeiten und Events anbieten. Der Kernbereich des Parks wird aus zwei 20.000 Quadratmeter großen Becken bestehen, die in etwa die Form eines Fächers haben werden. 90 Surfer und Surferinnen können nach Fertigstellung der Anlage dann gleichzeitig ins Wasser, in denen sie auf maximal 1000 durch die Anlage erzeugten Wellen pro Stunde von 0,5 bis 2,00 Metern Höhe die Welle reiten können. Anfänger und geübte Surfer werden gleichermaßen in der Anlage zum Zuge kommen, der Schwierigkeitsgrad der Wellen kann individuell eingestellt werden.

Wenn alles gut läuft, können wir 2024 an den Start gehen.

Jan Podbielski, Projektentwickler gegenüber dem Stadter Tageblatt

Finale Zustimmung des Landkreises wohl nur noch Formalie – Gegner kündigen Klagen an

Zwar steht nach der Ratsabstimmung noch die finale Zustimmung des Landkreis Stade aus, diese sei jedoch nur eine Formalie, so Bürgermeister Sönke Hartlef (CDU) gegenüber dem NDR. Läuft alles nach Plan, wäre der Stader Surfpark der erste seiner Art in Deutschland. Allerdings kündigte die Bürgerinitiative, die gegen den Surfpark ist, schon im Vorfeld Klagen für den Fall an, dass der Bau genehmigt wird. Und auch in anderen Städten Deutschlands, unter anderem in Krefeld (NRW) und München, sind jetzt schon ähnliche Anlagen geplant. In Stade soll ebenfalls ein LNG-Terminal gebaut werden, um die Flüssigkeitsversorgung in Zeiten der Energiekrise auszubauen.

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