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Sturm und Hagel: 12.900 Fahrzeuge durch Unwetter in Niedersachsen zerstört

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Von: Andree Wächter

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Die Unwetter in Niedersachsen haben den Versicherungen 2021 rund 32 Millionen Euro gekostet. In Bremen waren es eine Million Euro.

Hannover - Rund 32 Millionen Euro musste die Autoversicherer 2021 an ihre Kunden in Niedersachsen zahlen. Dies ist die Summe, die nur durch Unwetter entstanden war. 12.500-mal wurden Fahrzeuge durch Sturm, Hagel oder Blitz beschädigt, was zu Kosten von 29 Millionen Euro führte, wie der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) am Freitag (6. Mai) mitteilte. 400-mal wurden demnach Schäden wegen Überschwemmung geltend gemacht, die nochmals mit 2,5 Millionen Euro zu Buche schlugen. In Bremen lag die Schadenssumme für die Kfz-Versicherer in Summe bei einer Million Euro.

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MinisterpräsidentStephan Weil

Deutschlandweit verursachten Sturm, Hagel und Blitz demnach rund 1,3 Milliarden Euro an Kfz-Schäden. 400 Millionen Euro gingen laut GDV auf Überschwemmungen zurück. Es gab rund 450.000 Schadensmeldungen. Im langjährigen Durchschnitt gehen bei den Autoversicherern demnach rund 390.000 Schadensmeldungen von Autobesitzern mit einer Schadensumme von etwa 900 Millionen Euro ein.

Verantwortlich für die hohen Schäden im vergangenen Jahr waren Wetterextreme: eine Unwetterserie im Juni, die vor allem Baden-Württemberg und Bayern traf, sowie die Juli-Sturzflut im Ahrtal. Während Hagel häufig nur Beulen und Dellen verursacht, waren viele überschwemmte Fahrzeuge nicht mehr zu retten. „2021 hat sich erneut gezeigt, dass die Folgen des Klimawandels in Deutschland längst spürbar sind. Schon wenige extreme Wetterlagen können immense Schäden anrichten“, so Jörg Asmussen, Hauptgeschäftsführer des GDV.

Unwetter in Niedersachsen: Sturm legte Bahnverkehr lahm

Ob es in diesem Jahr weniger Schäden werden, ist noch unklar. Der Sommer 2022 bringe in den Monaten Juni, Juli und August überdurchschnittlich viel Wärme, Hitze und Unwetter mit nach Niedersachsen. Genauer gesagt, soll es laut Experten in diesem Sommer im Durchschnitt wärmer und trockener werden als im gesamten Zeitraum der vergangenen 31 Jahren. Bereits im Winter 2022 gab es einige Stürme. Sturm „Ylenia“ legt den Bahnverkehr im Februar lahm. Vielerorts fiel die Schule aus.

Die Frage für Autobesitzer lautet: Was ist versichert? Bei Sturm und Hagel greift die Teilkaskoversicherung, schreibt die Verbraucherzentrale Niedersachsen. „In der Regel gilt der Versicherungsschutz bei Beschädigung, Zerstörung oder Verlust des Fahrzeuges, einschließlich seiner mitversicherten Teile durch Brand, Explosion, Entwendung, Sturm, Hagel, Blitzschlag, Überschwemmung, Zusammenstoß mit Haarwild, Glasbruch und Kurzschlussschäden an der Verkabelung“ heißt es auf der Homepage.

Trotzdem rät die Verbraucherzentrale, die Auto-Versicherungsbedingungen, Tarifbestimmungen und Produktinformationsblättern zu lesen. Dort ist genau aufgeführt, was und wie versichert ist.

Abgebrochene Äste durch Sturm und Hagel hat den Versicherern rund 32 Millionen Euro, alleine in Niedersachsen.
Abgebrochene Äste durch Sturm und Hagel hat den Versicherern rund 32 Millionen Euro, alleine in Niedersachsen. © dpa

Viele Autofahrer haben einen besseren Versicherungsschutz gegen Naturgewalten als Gebäude- oder Hauseigentümer. Wurden durch die Naturgewalten Gegenstände gegen das Fahrzeug geworfen, sind diese Schäden ebenfalls abgedeckt. Wer dagegen sein Fahrzeug in einem akut durch Hochwasser gefährdeten Gebiet abstellt oder auch nur dort hinfährt, der gefährdet seinen Versicherungsschutz, so der Tipp der Verbraucherzentrale.

Wenn ein Sturm über Niedersachsen hinweg fegt, dann sind nicht nur Autos betroffen. Oft fliegen auch Dachziegel herunter oder Gewächshäuser werden zerstört. Dafür haften ab Windstärke 8 in der Regel (Wohn-) Gebäude-, Hausrat- und Kaskoversicherungen. Wird das Dach durch Sturm ganz oder teilweise abgedeckt oder beschädigt, wird der Schaden meist problemlos ersetzt, schreibt die Verbraucherzentrale Niedersachsen auf ihrer Seite.

Bei Feuer, Blitz, Sturm, Hagel oder auch auslaufendes Leitungswasser übernimmt die Wohngebäudeversicherung den Schaden. Alternativ kann dies auch ein Fall für die Hausratversicherung sein.

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